Buddhismus und Baha'i-Glaube


Liebe Busshari!

Ein schlechter Mensch wird die Erleuchtung nur erfahren, wenn er sich transformieren will, denn die Erleuchtung kommt von Gott.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
@ Busshari
Zitat:
Moralisch... den Begriff würde ich nicht verwenden. Buddha gab ethisch Richtlinien vor, sicher, die sind aber nicht so wichtig für den Weg zur Erleuchtung - wenn auch sehr hilfreich. Erkenntnis ist nicht unbedingt davon abhängig, ob ich ein guter oder schlechter Mensch bin.

In den Kreisen, in denen ich mich lange bewegt habe, war die Betonung etwas anders. Das hat mir auch ganz gut gefallen. Ich habe Buddhisten immer als sehr verlässlich, vertrauenswürdig und idealistisch erlebt.
Ich nehme an du bezeichnest dich nicht als Theravadin?
Zitat:
Sicherlich haben 'böse' oder rücksichtslose Menschen Erfolg im Leben; Geld, Macht, ... was auch immer Erfolg sein mag. Aber wer böse ist, hat aber keinen schönen Geist. Er mag das zwar nicht unbedingt als Mangel bezeichnen oder überhaupt registrieren, aber ich möchte nicht jemand sein, der z.B. immer von Gier getrieben ist.

Finde ich ganz gut ausgedrückt. Vielleicht sollte Religion, falls sie richtig verstanden wird, grundsätzlich für die Wahrnehmung der Eigenschaft des eigenen Geistes sensibilisieren.
Dann liegt die Belohnung auch in der Veränderung, die daraus erfolgen kann, und nicht in einer 'Belohnung' für das Halten von Regeln.
Hallo Busshari,

Zitat:
Kein Gehirn, kein Bewusstsein keine Qualia. Oder wie der Philosoph sagt: No brain, no pain. Qualia erfordert ein Gehirn, ein Gehirn bedeutet aber nicht unbedingt Qualia.


Ich hab mich wohl etwas ungeschickt ausgedrückt. Deinem Satz stimme ich zu. Allerdings wollte ich eigentlich den umgekehrten Weg gehen. Wir können zwar heute noch nicht sagen wie Qualia-Merkmale zustande kommen, aber wir können sagen, welche Hirnstrukturen unbedingt aktiv sein müssen oder keine Ausfallerscheinungen haben dürfen, damit es überhaupt zu diesen Merkmalen kommt. Z.B. hat ein von Geburt an Blinder oder Gehörloser oder Synästhesist ganz andere Vorstellungen von Qualia als wir "Normalos".

Zitat:
Na du selbst. Wer denn sonst?

Ja klar, aber in solchen Zuständen sind doch meine Interaktionsfähigkeiten mit der Umwelt stark beschränkt und vielleicht kann das Gehirn dann auch nur eingeschränkt auf die Qualia Merkmale zugreifen. Bei Schlaganfall-Patienten sind ja genügend solcher Ausfälle bekannt oder anders ausgedrückt, unter Drogen können neue, noch nie erlebte Sinneindrücke entstehen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
ziraki hat folgendes geschrieben:
In den Kreisen, in denen ich mich lange bewegt habe, war die Betonung etwas anders. Das hat mir auch ganz gut gefallen. Ich habe Buddhisten immer als sehr verlässlich, vertrauenswürdig und idealistisch erlebt.


Klar, warum auch nicht. Man sollte meiner Meinung nach die Regeln nur nicht überbewerten. Es ist immer sehr verführerisch zu denken, wenn man sich an eine Handlungsweise gewöhnt, bestimmte Glaubenssätze, Denkweisen und weiteres übernimmt, sich auf eine bestimmte Art und Weise kleidet und ernährt und gute Taten vollbringt, man seine Pflicht getan hat.

Buddha betone immer wieder wie wichtig doch die Übung, die Meditation ist. Ein Moment rechter Versenkung ist millionenmal mehr wert als die beste gute Tat. Ein guter Mensch zu sein kann genau so zur Obsession werden und einen in Beschlag nehmen. Einen schönen Geist zu haben ist meiner Meinung nach wichtiger. Läuft im Prinzip auf das gleiche heraus, nur mit anderen Weltsichten. Ich kann dazu schwer "Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind" von Dzongsar Jamyang Khyentse empfehlen.

Aus den Dhammapada:

Wie der Bauer Wasser auf seine Felder lenkt,
wie der Pfeilmacher seine Pfeile glättet,
wie der Zimmermann Holz behaut,
so fort der Weise seinen Geist. (80)


Unser Leben wird vom unserem Geist geformt, und wir
werden, was wir denken. Leiden folgt einem üblen Ge-
danken, wie die Räder eines Karrens dem Ochsen fol-
gen, die ihn ziehen (1)


Aber natürlich ist es besser sittlich zu leben, als ein schlechter Mensch zu sein.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Dann liegt die Belohnung auch in der Veränderung, die daraus erfolgen kann, und nicht in einer 'Belohnung' für das Halten von Regeln.


Genau.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Wir können zwar heute noch nicht sagen wie Qualia-Merkmale zustande kommen, aber wir können sagen, welche Hirnstrukturen unbedingt aktiv sein müssen oder keine Ausfallerscheinungen haben dürfen, damit es überhaupt zu diesen Merkmalen kommt.


Jup.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Man sollte meiner Meinung nach die Regeln nur nicht überbewerten. Es ist immer sehr verführerisch zu denken, wenn man sich an eine Handlungsweise gewöhnt, bestimmte Glaubenssätze, Denkweisen und weiteres übernimmt, sich auf eine bestimmte Art und Weise kleidet und ernährt und gute Taten vollbringt, man seine Pflicht getan hat.



Das kann in jeder Religion vorkommen. Kennst du dieses Essay schon?

http://www.buddhistische-gesellscha.....ownloads/brokenbuddha.pdf

Übrigens beschreibst du hier doch, dass dich Religion vor Materialismus bewahrt, oder verstehe ich es falsch?:
Zitat:
Sicherlich haben 'böse' oder rücksichtslose Menschen Erfolg im Leben; Geld, Macht, ... was auch immer Erfolg sein mag. Aber wer böse ist, hat aber keinen schönen Geist. Er mag das zwar nicht unbedingt als Mangel bezeichnen oder überhaupt registrieren, aber ich möchte nicht jemand sein, der z.B. immer von Gier getrieben ist.


Das von dir empfohlene Buch werde ich mal lesen, danke für den Tipp.
ziraki hat folgendes geschrieben:
Das kann in jeder Religion vorkommen. Kennst du dieses Essay schon?


Nein, kenne ich nicht. Sieht bei erst drüberfliegen aber ganz interessant aus, danke.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Übrigens beschreibst du hier doch, dass dich Religion vor Materialismus bewahrt, oder verstehe ich es falsch?:


Nein, das glaube ich nicht. Ich denke nichtmal, dass sich beide ausschließen.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Busshari hat folgendes geschrieben:

ziraki hat folgendes geschrieben:
Übrigens beschreibst du hier doch, dass dich Religion vor Materialismus bewahrt, oder verstehe ich es falsch?:


Nein, das glaube ich nicht. Ich denke nichtmal, dass sich beide ausschließen.


Woher weißt du denn, dass ein Geist der von Gier getrieben ist, nicht schön ist?
Ich gehe davon aus dass das stimmt. Aber trotzdem können das viele Menschen überhaupt nicht wahrnehmen - wie du auch bemerkt hast.
Eine Religion zu kennen und ernst zunehmen scheint schon Voraussetzung dafür zu sein
Aber Religion allein ist halt auch nicht die Lösung.
Dass verschiedenen Faktoren miteinander ausbalanciert werden müssen, ist ja in der buddhistischen Tradition bekannt.
Z.B. müssen Mitgefühl und Weisheit sich gegenseitig ergänzen, um nicht entweder zu Sentimentalität oder Hartherzigkeit zu führen.
Vergleichsweise geht es hier nicht um eine Gewichtung von entweder Religion oder Wissenschaft, sondern darum ein Gleichgewicht zu erzeugen, damit beides die Menschheit weiterbringt.
Anders ausgedrückt, besteht ein Ungleichgewicht ist es wahrscheinlich nicht die beste Lösung einen Flügel zu schwächen, sondern eher den anderen zu stärken.
ziraki hat folgendes geschrieben:
Woher weißt du denn, dass ein Geist der von Gier getrieben ist, nicht schön ist?
Ich gehe davon aus dass das stimmt. Aber trotzdem können das viele Menschen überhaupt nicht wahrnehmen - wie du auch bemerkt hast.


Wer gierig ist, wird nie satt, wird nie wirklich glücklich sein. Ich halte das für eine psychologisches Gesetz oder Axiom. Natürlich kann man relativ glücklich sein und das für das höchste Glück halten.

Als ich mal für Monate auf Reisen war, habe ich im Prinzip nur das besessen, was in meinem Koffer war. Da habe ich gemerkt, dass das, was ich nicht besitzen muss, mich wirklich frei macht. Tausend Dinge bedeuten tausend Verpflichtungen. Man kann auch mit tausend Dingen glücklich sein, aber es ist eine andere Form von Glück, eine kleinere unfreie Art. Den Unterschied merkt man aber erst wenn man andere Formen des Glückes erlebt.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Aber Religion allein ist halt auch nicht die Lösung.


Religion ist keine Lösung, Philosophie ist keine Lösung, Wissenschaft ist keine Lösung. Nichts ist eine Lösung. Ich denke man sollte keine Lösungen für Probleme suchen, sondern einfach so sein, wie man sein möchte.

"Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt. " sagte Buddha schon und letztendlich " ... gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich-sein ist der Weg."

ziraki hat folgendes geschrieben:
Z.B. müssen Mitgefühl und Weisheit sich gegenseitig ergänzen, um nicht entweder zu Sentimentalität oder Hartherzigkeit zu führen.


Ein Klassiker.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Vergleichsweise geht es hier nicht um eine Gewichtung von entweder Religion oder Wissenschaft, sondern darum ein Gleichgewicht zu erzeugen, damit beides die Menschheit weiterbringt.


Dieser "Wir müssen die Menschheit weiterbringen"-Gedanke war mir schon immer ganz im Allgemeinen fremd und ich werde ihn wohl nie verstehen. Der Mensch ist wie er ist. Die Umstände lassen mal das Gute, mal das Schlechte hervorstechen. Wir können nur alternative Wirtschafts- und Lebensformen ersinnen, die das Gute in uns hervorbringen. Wir werden nie die Menschen transformieren und ihn zu etwas besseren machen. Alle Utopien sind gescheitert, seinen es religiöse oder säkulare und sie werden auch in Zukunft scheitern.

Man wird dem Menschen die Gier nicht ab- und ihm Mitgefühl anerziehen können, sondern nur die Umstände so ändern, dass die Gier anderen Menschen nicht schadet.

Wenn wir eine Wirtschaftsform finden, die nicht mehr auf die Ausbeutung der Schwachen in dieser Welt aufbaut, werden weniger Menschen leiden. Bis dahin werden die Menschen möglichst billig bei KiK einkaufen, auch wenn die Fabriken am anderen Ende der Welt Todesfällen sind.

Der Fleischkonsum bleibt hoch, trotz der furchtbaren Bildern aus der konventionellen Massentierhaltung und den Schäden für die Umwelt. Wir brauchen synthetisches Fleisch, welches von herkömmlichen nicht zu unterscheiden ist. Sicher, es werden immer mehr Menschen zu Vegetariern & Co, aber für die breite Masse taugt das nicht.

Und ich denke die Umstände werden sich nur aufgrund von Technologie ändern. Mit moralischen oder religiösen Argumenten kommt man meistens nicht weit. Der Mensch ist wie er ist, seine Psyche ist ein Produkt der Evolution und die wird sich so schnell nicht ändern.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Hallo Busshari,


Zitat:
Dieser "Wir müssen die Menschheit weiterbringen"-Gedanke war mir schon immer ganz im Allgemeinen fremd und ich werde ihn wohl nie verstehen. Der Mensch ist wie er ist. Die Umstände lassen mal das Gute, mal das Schlechte hervorstechen. Wir können nur alternative Wirtschafts- und Lebensformen ersinnen, die das Gute in uns hervorbringen. Wir werden nie die Menschen transformieren und ihn zu etwas besseren machen. Alle Utopien sind gescheitert, seinen es religiöse oder säkulare und sie werden auch in Zukunft scheitern.


hmm, man kann es auch anders ausdrücken. Wenn die Menschen sich nicht selbst abschaffen, weil sie die Resourcen verbraucht haben oder die Umwelt lebensfeindlich geworden ist, werden sie sich weiter entwickeln. Aber nicht, weil sie so unendlich toll sind, sondern weil sie gar keine andere Wahl haben, als sich den kommenden neuen Herausforderungen zu stellen und sie auch irgendwie zu meistern.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Busshari hat folgendes geschrieben:

Als ich mal für Monate auf Reisen war, habe ich im Prinzip nur das besessen, was in meinem Koffer war.

Und eine deutsche? Staatsbürgerschaft, eine Krankenversicherung, die auch im Ausland funktioniert, versicherte Reiseschecks...
Zitat:
"Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt. " sagte Buddha schon und letztendlich " ... gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich-sein ist der Weg."

Auf welche Quelle beziehst du dich?