Geschieht alles so wie es sein soll?


Hallo Minou,
Zitat:
man muss die diversen Gebote unter Berücksichtigung von Zeitalter und Kultur sehen.
Zur Zeit Mohammeds waren Frauen total rechtlos, sie wurden behandelt wie Tiere. Mohammed hat da mit Seinen Geboten Ordnung hineingebracht und den Frauen Rechte gegeben. In diese Zeit passt die Erlaubnis, vier Frauen heiraten zu dürfen, weil diese sich dann unter dem Schutz der Ehe befanden. Heute in unseren westlichen Welt ist das natürlich nicht mehr vorstellbar.
Das letzte "Update" Gottes für unsere Zeit erlaubt daher, nur eine Frau zu heiraten.


Seltsamerweise wird dieses Argument immer dann gebracht, wenn man auf irgenwelche heute als nicht mehr so toll angesehene Wertekonzepte von Religionen hinweist. Aber noch seltsamer ist, dass heutige Veränderungen in Wertekonzepten dann von Religionsanhängern sofort als "Zeitgeist" abgetan werden. Kannst du mir diesen Widerspruch erklären.

Zitat:
Wenn wir Sexualität beliebig ausleben, stehen wir m.E. auf der Stufe des Tieres. In einer Ehe aber, die aus Liebe geschlossen wird, kann sich die Sexualität entfalten. Wechselnde Partnerschaften bringen Hass, Eifersucht, Herzeleid, können also nach meinem Denken nicht positiv bewertet werden.

Tiere sind Milliarden Jahre mit dem Sexualtrieb zurecht gekommen, auch weil sie sich nicht aus dem natürlichen Kreislauf entfernt haben. Der Mensch musste, um das friedliche Zusammenleben von grösseren Gruppen zu gewährleisten, Wertekonzepte entwickeln. Die Liebe ist ein solches Konzept. Aufgrund von Vorratshaltung oder ständiger Verfügbarkeit von Nahrung war eine Brunftzeit wahrscheinlich nicht mehr erforderlich. Allerdings hat sich die im Tierreich so häufige Dominanz der Samenspender noch sehr lange im menschlichen Verhalten gehalten und findet auch heute noch statt.
Wie stark sich das Konzept der Liebe noch ändern wird, wissen wir nicht. Aber neben der religiösen Vorstellung von Liebe werden zunehmend auch andere Formen von Paarbeziehungen als gleichberechtigte Formen auftreten. Sie werden nicht die alte Form der Ehe ersetzen, aber sie werden Einfluss darauf nehmen.
Z.B. kann sich heute hier bei uns kaum noch das patriarchalische Verhältnis von Mann und Frau vorstellen, wie es vor 100 Jahren noch vorwiegend geherrscht hat (100%ige Verfügbarkeit, Heimchen am Herd, geringe Bildung, keine Gleichberechtigung, Zuteilung von Haushaltsgeld usw).
All das ändert aber nichts daran, dass keine Religion eine plausible Erklärung für sexuelle Variationen im Verhalten geben kann (ausser natürlich deren Verurteilung in Bausch und Bogen). Sie waren aber wohl schon immer da und es wird sie auch in Zukunft zu einem gewissen %satz geben.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo Zusammen,

meine innerste und tiefste Überzeugung ist, daß es auf jeden Fall zuerst für einen selber, dann für die Umwelt, also den nächsten Menschen, Tieren und Natur besser ist - "gut" zu handeln. Damit meine ich vorausschauend, bewahrend und achtsam zu sein.
Das ist oftmals schwer genug ...
da haben uns viele "Naturvölker" einiges voraus. Allerdings meint die 'ach' so fortschrittliche Zivilisation daß sie 'modernisiert' werden müssen, nur das wäre das alleine Heilbringende ...
eigentlich sehr traurig, wenn man sieht wie unsere Natur ausgebeutet wird.

Ich glaube an die Astrologie, sie ist für mich die Bestätigung von Analogien, wie oben so unten, die man einfach nicht von der Hand weisen kann. Es ist für mich nachvollziehbar daß wir uns unser Dasein, warum auch immer (?) da oder dort - aussuchen. Ja, ich glaube daran daß wir nicht nur einmal geboren werden, also unsere 'Seele'. Dieser Lebensfunken, dieser "göttliche" Lebensfunken inkarniert da wo es erforderlich ist. Für einen selber und für die Gemeinschaft. Für diesen Planeten "Mutter Erde" , vielleicht sogar für das gesamte Universum ...
da ich daran glaube daß alles mit allem verbunden ist ... alles einen 'Impuls' abgibt - somit jede Ursache eine Wirkung hat.

Wobei ich mir jetzt allerdings nicht sicher bin ob mein Beitrag schlüssig ist ...
aber ich habe versucht meine Denkweise der lieben Minou zu 'verklickern'

wünsche Euch allen einen schönen Sonntag
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Rosenrot hat folgendes geschrieben:
da haben uns viele "Naturvölker" einiges voraus.


Der Mythos der ach so friedlichen Naturvölker steht auf einem äußerst wackligen Fundament und lebt ausschließlich in den Köpfen westlich liberaler Fantasten.

http://www.viaveto.de/naturvoelker.html

Rosenrot hat folgendes geschrieben:
Allerdings meint die 'ach' so fortschrittliche Zivilisation daß sie 'modernisiert' werden müssen, nur das wäre das alleine Heilbringende ...


Modernisierung ist auch äußerst heilbringend. Solange er darauf ausgerichtet ist die Wohlfahrt der Menschen zu fördern.

Rosenrot hat folgendes geschrieben:
eigentlich sehr traurig, wenn man sieht wie unsere Natur ausgebeutet wird.


Ich empfinde es als schlimmer zu sehen wie die Menschheit breitflächig ausgebeutet wird.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Hallo Pommes,

... Oh Schreck! Danke für den Link.
Ja, da hast Du recht, da spielt wohl eine Romantisierung meinerseit eine große Rolle. Es soll mir eine Lehre sein über etwas zu schreiben das ich nur mehr oder weniger vom hören sagen weiß.
Jedenfalls weiß ich daß die Huicholindianer die Natur achten, immer geachtet haben. Zumindest weiß ich das von einem Schamanen der dort einige Jahre gelebt hat und deren Lebensweise und das Heilwissen weiter gibt.

Pommes schrieb:
Zitat:

Modernisierung ist auch äußerst heilbringend. Solange er darauf ausgerichtet ist die Wohlfahrt der Menschen zu fördern.

ja, OK.

Es liegt mir fern alles gut zu heißen wie es in der "guten alten Zeit" - und noch früher, war.

Aber wenn man wieder auf das Eingangsthema kommt und an einen liebenden, gerechten Gott glaubt, dann kann eigentlich alles was war und was ist nur - richtig sein ... schwer zu glauben ... aber ... hmm ...


Gruß
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Liebe Rose,

danke für die Darstellung Deiner Sicht! Ich dachte mir schon, dass Du es so ähnlich siehst. Ja, mit dem Gedanken an Reinkarnation hätte man eine Erklärung für all die Ungerechtigkeiten, und man könnte auch einen gerechten Gott leichter nachvollziehen.
Es ist nur die Frage, warum dann der Reinkarnationsgedanke in allen monotheistischen Religionen abgelehnt wird.
Alles Liebe wünsche ich Dir

Herzlichst
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Seltsamerweise wird dieses Argument immer dann gebracht, wenn man auf irgenwelche heute als nicht mehr so toll angesehene Wertekonzepte von Religionen hinweist. Aber noch seltsamer ist, dass heutige Veränderungen in Wertekonzepten dann von Religionsanhängern sofort als "Zeitgeist" abgetan werden. Kannst du mir diesen Widerspruch erklären.


Hallo Pjotr,

ich sehe da keinen Widerspruch. Die jüngste abrahamitische Religion für unsere Zeit bringt schon die entsprechenden Hinweise und Gebote. Gebote, die ausgerichtet sind auf ein Leben in Frieden.
Alles andere ist nun mal "Zeitgeist".

Aber ich kenne Deine Einstellung und erwarte nicht, dass Du mir zustimmst.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo Minou,
Natürlich kann ich dir nicht zustimmen .
Aber auch die älteren abrahamitischen Religionen (von den anderen Religionen ganz zu schweigen) müssten dir hier eigentlich ein konsequentes "Nein" dagegen setzen, da für sie die religöse Entwicklung bereits mit der jeweiligen Religion abgeschlossen ist.

Für mich persönlich verliert ein Offenbahrer sofort seinen Anspruch auf Unfehlbarkeit, wenn die heute anerkannten Wertekonzepte nicht mehr mit den Aussagen des Offenbahrers übereinstimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese neuen Wertekonzepte nur "Zeitgeist" sind, schätze ich sehr gering ein. Soweit ich informiert bin, sind bis heute neuere Wertekonzepte in der Geschichte eigentlich noch nie zurückgenommen worden. Dafür sind aber eine Menge "alter Zöpfe" abgeschnitten worden.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Aber auch die älteren abrahamitischen Religionen (von den anderen Religionen ganz zu schweigen) müssten dir hier eigentlich ein konsequentes "Nein" dagegen setzen, da für sie die religöse Entwicklung bereits mit der jeweiligen Religion abgeschlossen ist.


Hallo Pjotr,

nein, in dem Moment, wo ich an die fortschreitende Gottesoffenbarung glaube, ist es für mich stimmig, da jeder Gottesoffenbarer eben für einen bestimmten Zeitabschnitt gekommen ist, in dem natürlich die Gebote des jeweiligen Offenbarers gelten; der nächste Offenbarer bringt dann die Lehre für das darauffolgende Zeitalter. Für unsere Zeit ist Baha'u'llah der
aktuelle Gesandte Gottes.

Zitat:
Für mich persönlich verliert ein Offenbahrer sofort seinen Anspruch auf Unfehlbarkeit, wenn die heute anerkannten Wertekonzepte nicht mehr mit den Aussagen des Offenbahrers übereinstimmen.


Ja, lieber Pjotr, da trennen sich unsere Wege - ich glaube, dass Gott durch Seine Gesandten genau das bringt, was wir heute brauchen. Du glaubst das nicht.
Der heutige "Zeitgeist" scheint mir persönlich eher ein Rückschritt, besonders in moralischer und ethischer Hinsicht zu sein. Fortschritt in den Wissenschaften ist durchaus mit Religion vereinbar, ja sogar erforderlich.

Lieben Gruß,
Minou
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo Minou,
ich kenn mich da nicht aus, aber ich glaube die Bahais sind die einzigen, die an eine fortschreitenden Gottesoffenbahrung glauben. Ich persönlich glaube, dass jeder Offenbahrer in seiner Zeit zwar durchaus Gutes bewirkt hat, aber seine Aussagen in bestimmten Bereichen auch die zu dieser Zeit üblichen Konventionen vertreten und damit nicht für alle Zeiten und noch nicht einmal für 1000 Jahre Gültigkeit besitzen.
Der scheinbare moralische und ethische Rückschnitt ist zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass vieles heute eher offen diskutiert und hinterfragt wird, was früher einfach nicht ausgesprochen wurde, weil es entweder als unschicklich galt, oder irgendwelche Autoritäten in Frage gestellt hätte.
Ist Fortschritt in den Wissenschaften auch dann noch mit deiner Religion vereinbar, wenn sie ihr teilweise die Grundlagen entzieht?
Z. Beispiel hat man jetzt herausgefunden, dass Menschen mit einer bestimmten Gen-Ausrüstung 6mal stärker auf Placebos reagieren, als Menschen ohne diese Gen. Was ist, wenn es sich herausstellt, dass es tatsächlich so etwas wie ein "Glaubens-Gen" gibt?

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ist Fortschritt in den Wissenschaften auch dann noch mit deiner Religion vereinbar, wenn sie ihr teilweise die Grundlagen entzieht?
Z. Beispiel hat man jetzt herausgefunden, dass Menschen mit einer bestimmten Gen-Ausrüstung 6mal stärker auf Placebos reagieren, als Menschen ohne diese Gen. Was ist, wenn es sich herausstellt, dass es tatsächlich so etwa wie ein "Glaubens-Gen" gibt?


Hallo Pjotr,

das kann ich so jetzt nicht wirklich beurteilen. Aber da die Offenbarung von Gott kommt, sollte sie der Wissenschaft nicht widersprechen. Die Religionen behandeln ja auch überwiegend geistige, metaphysische und philosophische Themen.

Lieben Gruß,
Minou
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten

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