Glaube ist Herzenssache


Hallo Elem. Luft,
Zitat:
Die Frage ist aber, wie gut die Erfahrung mit einer Familie ist, die der Erwartung gegenüber einer Familie überhaupt nicht entspricht.
Man erwartet von der eigenen Familie keinen Verrat, keine Vernachlässigung, keine Gleichgültigkeit und keine Verletzungen. Ohngeachtet dessen, kann eine Familienerfahrung aber genau so aussehen. Von daher ist die Erwartungshaltung an eine liebevolle Familie wohl keine vorgefertigte Meinung, sondern ein Bedürfnis.


Natürlich gab und gibt es Idealvorstellungen von Familie. Allerdings haben die sich auch im Laufe der Zeit und der verschiedenen Kulturen geändert.
Familie definiert sich heute zwar immer noch über "Geborgenheit" aber z.B. immer weniger mit der ständigen Verfügbarkeit der Frau im Haus und in der Erziehung oder dem Mann als Patriarch.

Hallo Burkl,
Zitat:
Aber jedes Kind hat Vater und Mutter. Eine unabänderliche Tatsache. Und jedes Kind sehnt sich auch nach einer guten Mutter- und Vaterbeziehung. Ebenfalls eine unabänderliche Tatsache, die nicht "wegdiskutiert" werden kann.


gg, da wär ich mir heute nicht mehr ganz so sicher. Irgendwo wird sicher schon ganz geheim am Klonen von Menschen gearbeitet.
Jedes Kind braucht nicht Vater und Mutter, sondern eine stabile und vertrauensvolle Bindung zu Bezugspersonen. Das sind zwar meistens Vater und Mutter, können aber genau so gut Pflege- oder Adoptiv-Eltern, Großeltern oder Klein-Gruppen, oder sogar Einzelpersonen oder Personen gleichen Geschlechts sein.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Jedes Kind braucht nicht Vater und Mutter


Ein Kind hat Vater und Mutter und braucht auch Vater und Mutter und hat auch ein Recht darauf. Alles Andere sind bestenfalls zweitbeste Lösungen. Wenn ich zweitbeste Lösungen den besten gleichhalte oder sie sogar als überlegen bezeichne so nennt man das gemeinhin "Lüge". Wir werden es vielleicht nicht mehr erleben - aber in paar Jahrzehnten werden all diese gesellschaftspolitisch "von oben" aufoktroyierten Irrlehren über den Menschen wieder verblasst sein, weil Gesellschaftsmodelle, die nicht auf dem Wesen und den Bedürfnissen des Menschen beruhen, sowieso untergehen.
Hallo Burkl,

Zitat:
Ein Kind hat Vater und Mutter und braucht auch Vater und Mutter und hat auch ein Recht darauf. Alles Andere sind bestenfalls zweitbeste Lösungen. Wenn ich zweitbeste Lösungen den besten gleichhalte oder sie sogar als überlegen bezeichne so nennt man das gemeinhin "Lüge".

hmm, dann hat es also Kulturen gegeben, die "gelogen" haben. Wenn ich mich recht erinnere, gab es Kulturen, in denen die Kindererziehung in Händen der Gruppe lag und Vater und Mutter nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben.
Was dem Wesen des Menschen entspricht, wird nicht von dir oder einer Religion bestimmt, sondern vom Menschen selbst (eventuell sogar in Übereinstimmung mit einer Religion, aber das ist schon wieder Ansichts- oder Einsichtssache).

Pjotr Kala

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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Was dem Wesen des Menschen entspricht, wird nicht von dir oder einer Religion bestimmt, sondern vom Menschen selbst


Sagte schon Nietzsche. Er nannte das dann den "Übermenschen", der sich selbst definiert und niemandem Rechenschaft schuldig ist.

Ich glaube aber daran nicht. Ich glaube, dass ich mich Gott verdanke, dass mein Leben gewollt ist und ich nicht mein eigener Schöpfer bin. Ich habe mich nicht selbst gemacht und deshalb ist es vernünftig auf den zu hören, der mich gemacht hat, um nicht gegen meine "Konstruktionspläne" zu handeln und mir so zu schaden. Und zusätzlich ist es auch noch zu meinem Vorteil, meinem Wesen zu entsprechen und gehorsam zu werden, nicht mein "eigener Herr" sein zu wollen, wo ich doch nicht einmal eines meiner Haare schwarz oder weiß werden lassen kann. Es macht schlicht glücklich sich der Führung Gottes zu überlassen - darum geht es ja auch letzlich im Leben, glücklich zu sein. Und obendrein ist es schön zu sehen, wie sich das ganze Leben ordnet, wenn man Gott mit hineinnimmt.
Hallo Burkl,

Zitat:
Ich glaube aber daran nicht. Ich glaube, dass ich mich Gott verdanke, dass mein Leben gewollt ist und ich nicht mein eigener Schöpfer bin. Ich habe mich nicht selbst gemacht und deshalb ist es vernünftig auf den zu hören, der mich gemacht hat, um nicht gegen meine "Konstruktionspläne" zu handeln und mir so zu schaden.


Deine Konstruktionspläne liegen auf der DNS, verantwortlich dafür sind deine Erzeuger. Dein eigener Schöpfer bist du also nicht und abgesehen von den Genen bist du nicht verantwortlich für deine Erziehung und nur teilweise verantwortlich für deine Erfahrungen. Aber auch das kann schon eine sehr grosse Verantwortung sein.
Gott muss allerdings kein sehr guter Konstrukteur gewesen sein, da er eine ziemlich grosse Streuung in seinen Produkten verursacht hat und deren Fehler er bis heute nicht in den Griff bekommen hat. Seine "Fehlerbehebungs-Anweisung) wird leider auch sehr unterschiedlich ausgelegt.
Es stimmt, man ist niemanden Rechenschaft schuldig, wenn man von metaphysischen Wesen ausgeht. Sie nehmen ja schliesslich keinen messbaren Einfluss auf diese Welt.
Aber jeder Mensch, der sich nicht lebenslang allein ohne Kontakte auf einer einsamen Insel aufhält, fordert Leistungen von der Gesellschaft ein und hat sich an die anerkannten Wertekonzepte dieser Gesellschaft zu halten.
Ohne Einhaltung von Wertekonzepten und deren Durchsetzung ist ein menschliches Zusammenleben unmöglich, es sei denn, wir gliedern uns wieder vollständig in den Naturkreislauf (fressen und gefressen werden) ein.
Nietzsche hat den Übermenschen nicht als Mensch ohne Moral konzipiert, sondern frei von der Rechenschaft gegenüber einen "Gott".

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pommes hat folgendes geschrieben:
Minou hat folgendes geschrieben:
Nein, es kann auch tiefer Glaube dahinter stehen.


Unglaubwürdig.


Warum ist das unglaubwürdig?
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Pommes hat folgendes geschrieben:
Minou hat folgendes geschrieben:
Das freut mich für Dich.
Aber genau genommen ist es doch bei einer Religion so, dass man die jeweilige Lehrmeinung 1:1 übernehmen sollte; und darüber hinaus sollte man sich besser keine Gedanken machen.


Würde ich als geistige Kastration empfinden. Wenn du deinen Glauben jedoch so leben möchtest dann sei es dir natürlich gegönnt. Jedem dem Seins.


Warum meinst Du, dass ich das möchte?
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Pommes hat folgendes geschrieben:
@Minou
Verstehst du jetzt was ich meine?


Meinst Du in Bezug auf starren Glauben? Denke schon, dass ich Dich da verstehe.

LG,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
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Burkl hat folgendes geschrieben:
Eine wirklich Familienerfahrung ist nur möglich, wenn man jede Vorstellung davon ablegt, wie Familie zu sein hat.`

Ich finde den Satz paradox, warum sollte er gerade bei Gott Sinn machen?

Weil Gott eben nicht im äußeren derart fassbar ist, wie es z.B. eine Familie ist.
Und weil persönliche und individuelle Erfahrung, wie sie der Kontakt mit der allem innewohnenden Göttlichkeit sich keinerlei Vorschriften, wie diese Göttlichkeit zu sein hat, beugen sollte.

Niemand aber auch überhaupt niemand hat das Recht, sich zwischen die eigene Beziehung Mensch und Gott zu drängen.
Dogmatische Religionen aber tun das und das zum Teil mit erschreckenden Ergebnissen.

Ich möchte behaupten, dass jeder Mensch, der wirklichen Kontakt zu Gott hatte, sich diesen Kontakt für jeden anderen Menschen wünscht.
Aber dass diesem Mensch auch bewusst ist, dass Gott unendlich Fassettenreich ist und diese Erfahrung in dieser Weise nur einem Menschen gelten kann.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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