Keine Lust auf Feiern


Hallo liebe Community...

mag sein, dass mein Anliegen ein wenig eigenartig klingt und viele wohl nicht nachvollziehen können, was in meinem Kopf falsch läuft, doch ich hasse es, zu feiern. Ganz speziell, wenn es um Geburtstage geht.

Vielleicht ein konkretes Beispiel:
Eine Freundin lädt immer zwei Monate vor ihrem Geburtstag zur Feier ein. Obwohl bekannt ist, dass ich weder Alkohol trinke, noch gerne feiere und oftmals darauf aufmerksam gemacht habe, dass ich einfach nicht will, kommt man ihr nicht aus. Ist man nun eingeladen, ist's natürlich unhöflich, ohne Geschenk aufzutauchen. Kauft man etwas, ist es stets zu wenig - mal davon abgesehen, dass sie meinen Geburtstag JEDES JAHR vergisst! (mal davon abgesehen, dass man jedes Jahr etwas kauft und nie etwas zurück bekommt.

Vielleicht kommt meine Abneigung daher, dass ich es leid habe, von einigen Menschen umgeben zu sein, die den permanenten Zwang haben, im Mittelpunkt zu stehen. Ich bin nun mal ein eher ruhiger Typ, der weder egoistisch noch extrovertiert ist.

Ein weiteres Beispiel:
Vor einem Monat habe ich geheiratet, wollte nicht feiern, da meine Familie nicht hinter mir steht. Meinerseits ist es gut nachvollziehbar, dass einem dann die Lust auf eine Feier generell vergeht, wenn die wichtigsten Menschen nicht hinter einem stehen. Zwei "Freunde" wenden sich seitdem von mir ab, seit ich ihnen natürlich schonend beigebracht habe, dass wir nur Essen gehen danach und keinen Trubel wollen. Einige wenige haben wir dann doch eingeladen und wollten sie natürlich mit Speis und Trank verpflegen. Natürlich war's auch wieder nicht recht, da nichts alkoholisches auf dem Tisch stand - wird denn seit neuestem der Grad an Freude daran gemessen, wie viel Alkohol man konsumiert? Seitdem dürfen wir uns vorwerfen lassen, wir hätten uns nicht gefreut und wären undankbar.

Man richtet sich im Leben in so vielen Situationen nach anderen. Warum darf man nicht auch einmal "egoistisch" sein?

Früher durfte ich mir immer anhören, ich solle mal ich selbst sein. Nun bin ich es und niemand kann damit umgehen.
Hallo Samara

und Willkommen hier in diesem Forum.

Hab Deine 3 Beiträge bis jetzt, gelesen. Du befindest Dich zur Zeit in einem Wandlungsprozess ... stellst vieles in Frage, hinterfragst ... da ich mich mit Astrologie beschäftige würde ich nun spontan sagen daß Du einen Saturnaspekt hast, den sog. Lebenstüv. Der geht meist so mit 28 Jahren los ...
davon abgesehen stellen wir ohnehin immer wieder unsere Existenz, unser Dasein - in Frage. Würde sich sonst was ändern?

Feiern ist nun mal nicht jedermanns Sache, allerdings kann ich Dir da auch nicht weiterhelfen - ich trinke schon mal gerne was alkoholisches wenn es was zu feiern gibt

jedenfalls ist es schön daß Du hierher gefunden hast

lieben Gruß
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
liebe Samara,

in Deinem Kopf läuft gar nix falsch.

lass Dir nicht vermiesen was "Deins" ist. Eure Hochzeit ist EUER Tag und sollte nach Euren Vorstellungen und für Euch mit den Menschen die sich mitfreuen gestaltet sein. Das ist kein Egoismus.

Was die Geburtstagsfeier angeht....da kann ich Dich insofern verstehen, als dass mir Events an denen es eigentlich nur um Egobestätigung und mit Alkohol toll fühlen geht auch mächtig auf den Keks gehen und ich mich da höchst unwohl fühle. Feiern in denen man sich trifft weil man sich mag und wichtig ist oder einfach Geselligkeit mit anderen Menschen lebt dagegen finde ich schön und da trinke ich auch gerne mal was mit.

Wie Rosenrot glaube ich auch, dass einfach für Dich eine "neue Zeit" ansteht und die beginnt meist damit Bisheriges in Frage zu stellen, durch emotionale Geschichten durchzufinden und im Leben mal auszumisten.

Sich selbst treu bleiben ohne andere zu verletzen ist immer der richtige Weg, aber manchmal schwer umzusetzen.

Ein guter Wegweiser für Entscheidungen ist der Satz "love it, change it or leave it", also die Situation
-zu lieben/mögen oder mit Liebe daraufzublicken
- zu ändern
- zu gehen oder loszulassen
- oder aber auch mit Toleranz dranzugehen.

Was richtig ist weiss mal wieder das Herz.

liebe Grüße!
Hi Samara, was würde es der Welt gut tun, gäbe es ein paar Menschen mehr die so denken und empfinden wir Du.
Steh zu Dir.

Ganz herzlich willkommen hier im Forum.



edith :Feiern und feiern können 2 paar Stiefel sein.
Es gibt Feiern bei denen es mir ähnlich geht wie Dir.
Und ich habe schon Feste gefeiert mit wunderbaren Menschen und ohne 1 Tropfen Alkohol, mit echter warmer Fröhlichkeit und Freude.


Schöne Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
jawoll Ihr Lieben ! Das finde ich auch. Die Welt braucht dringend Menschen wie Dich/Euch die nicht dem Egowahn hinterherlaufensondern mit dem Herzen leben !

wie heisst es so schön :"Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein."
(Jiddu Krishnamurti)

...und dazu gehört auch der gesellschaftliche Zwang, dass immer mit Alkohol gefeiert werden muss und herzliche Geburtstagstreffen mancherorts zu "Egoschmeichelevents" mutieren. Aber eigentlich fehlt ja gerade diesen Menschen echtes herzliches Miteinander.
Da gebe ich euch vollkommen recht.

Natürlich gibt es auch für mich Feiern, bei denen ich gerne dabei bin. Am Samstag hat z.B. meine Taufpatin Geburtstagsfeier. Hier weiß ich, dass es sich um ein gemütliches Beisammensein handelt, ohne irgendwelche Erwartungen. In diesem Fall schenke ich natürlich sehr gern etwas. Sie war immer für mich da, hat vieles für mich getan. Zu Weihnachten geht es mir gleich. Wenn ich von mir aus schenken WILL, gibt's nichts schöneres, als die Augen der Leute zu sehen, die sich über das Geschenk freuen. Daher ist es auch sehr wichtig für mich, mir bei jedem einzelnen Geschenk viele Gedanken zu machen und nichts irgendwas zu kaufen, dass halt was gekauft ist.

Zu eurer Vermutung, dass eine neue Zeit für mich anbricht:
Meine Einstellung wird sich nicht ändern - ich werde jedoch dazu stehen
JEPP ! weiter so ! )
Vielleicht sollte mein neues Lebensmotto lauten:
"Nur Mut zu einem gesunden Maß an Egoismus"
Eine Frage stelle ich mir jedoch fast laufend:

Wie kann ich manchen Menschen wirklich unmissverständlich und trotzdem freundlich klar machen, dass ich einfach nicht feiern WILL und dass ich in Zukunft keine Lust mehr auf ihre Feiern habe?

Bei der letzten wirklich dämlichen Geburtstagsfeier waren wir gerade mitten im Übersiedlungsstress, waren mehr als müde, weil wir beide nicht frei bekommen haben (Wohnung war komplett leer, Papierkram für Eigentum etc.) und trotzdem ließ sie sich nicht ausreden, dass wir unbedingt zu ihrem Geburtstag kommen. Irgendwie wird einfach kein Argument und keine Ausrede angenommen.

Ebenso war es bei den besagten Personen, die unbedingt darauf bestanden haben, mit uns die Hochzeit zu feiern. Ständig hörten wir nur Sachen wie "aber man MUSS doch feiern" etc.

Habt ihr vielleicht gute Argumente oder ähnliches, damit man solchen Leuten endgültig klar macht, dass man einfach nicht will, ohne dass man sie anschließend verliert?

Ihr werdet jetzt denken, wer sich so kindisch und bockig verhält und einem nicht zuhört, ist einfach kein richtiger Freund. Ja, und ehrlich gesagt denke ich mir das auch. Leider bin ich jedoch ein Mensch, der generell nicht viele soziale Kontakte hat und probiere manchmal die wenigen, die ich habe, zu halten. Obwohl ich viel früher schon merkte, dass das "Aussortieren" gewisser Zweckfreundschaften einfach befreiend ist.
samara88 hat folgendes geschrieben:

Habt ihr vielleicht gute Argumente oder ähnliches, damit man solchen Leuten endgültig klar macht, dass man einfach nicht will, ohne dass man sie anschließend verliert?


Was wäre schlimm solche "Freunde" zu verlieren? Was geben sie euch, dass ihr Ausreden vorbringt um nicht feiern zu "müssen"? Wenn es nur um den sozialen Kontakt geht, gibt es auch Clubs und Vereine für diverse Hobbies, da hat man wenigstens schonmal einen gemeinsamen Nenner.