Ramadan Mubarak


Busshari hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Sicherlich nicht. Nur einen. Und Gott sei Dank teilen wir den den Glauben an ihn mit unseren jüdischen und islamischen und auch Bahai-Brüdern und Schwestern.


Anderer Religionen haben mehrere Götter. Auch im AT ist mitunter die Sprache davon, dass es mehrere gibt, man aber nur den einen anbeten soll. Die Schöpfungsgeschichte, bzw. die Versionen an der sich die Autoren der Thora orientiert haben war *Trommelwirbel* eine polytheistische Version.


Na ganz so einfach ist die Sache nicht. Tatsächlich schien man sich im frühen Judentum noch nicht so sicher zu sein ob es nicht vielleicht doch andere Gottheiten gibt. Zentraler Bestandteil des Judentums war jedoch eindeutig, dass man eben nur JHWH anbeten soll und das diese zumindest der mächtigste, wenn nicht der allmächtige Gott ist. Ein ganz bedeutender Punkt dabei ist, dass JHWH immer als Schöpfergott außerhalb der Natur gesehen wurde. Dagegen galten alle anderen Götter als Götter der Natur und als Teil der Welt. Verkünden tut der Tanach jedoch nie andere Götter als JHWH.

Bezüglich der Schöpfungsmythen hast du recht, dass hier der jüdische Schöpfungsmythos große Parallelen zu denen anderer vorderasiatischer Kulturen aufweist. Das dürfte neben dem Kulturkontakt auch auf ähnliche soziale Strukturen und ähnliche historische Erlebnisse zurückgehen. Das aber am Beginn ein einzelner Schöpfergott da war, welcher alle anderen Dinge machte, dass ist ein Element was diese Mythen teilten. Was daraus dann für Konsquenzen gezogen werden ist jedoch hochgradig unterschiedlich.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Tatsächlich schien man sich im frühen Judentum noch nicht so sicher zu sein ob es nicht vielleicht doch andere Gottheiten gibt. Zentraler Bestandteil des Judentums war jedoch eindeutig, dass man eben nur JHWH anbeten soll und das diese zumindest der mächtigste, wenn nicht der allmächtige Gott ist. Ein ganz bedeutender Punkt dabei ist, dass JHWH immer als Schöpfergott außerhalb der Natur gesehen wurde.


Die Juden waren bis zum Exil in Babylon noch sehr polytheistisch unterwegs. Das Monotheismusgebot gab es zwar, aber so richtig ernst nahm man das nicht.

JHWH war auch nicht immer der Schöpfer, sondern ursprünglich die Kriegsgott einer Stammesreligion.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Das aber am Beginn ein einzelner Schöpfergott da war, welcher alle anderen Dinge machte, dass ist ein Element was diese Mythen teilten.


So viel ich weiß sind die "Vorläufer" der jüdisch-christlichen Schöpfungsgeschichte keine monotheistischen Texte,
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
@Busshari

Zitat:
JHWH war auch nicht immer der Schöpfer, sondern ursprünglich die Kriegsgott einer Stammesreligion.


Wie kommst du darauf und inwiefern soll sich das ausschließen? Oder meinst du jetzt das JHWH ein spezieller Kriegsgott in einem jüdischen Panethon gewesen sein soll? Dafür gäbe es aber schlicht keinerlei Belege oder auch nur Hinweise.

Tatsächlich spielte die Eigenschaft JHWH als Schöpfer erst ab etwa 500 v.Chr. eine zentrale Rolle im Judentum, davor war JHWH primär der Befreier aus Gefangenschaft und der Bundespartner dem man die Rechtstreue schwor.

Zitat:
So viel ich weiß sind die "Vorläufer" der jüdisch-christlichen Schöpfungsgeschichte keine monotheistischen Texte,


Nicht im heutigen Sinne, aber das die Schöpfung von einem einzelnen Wesen ausging war trotzdem ein weit verbreiteter Gedanke.

Zitat:
Die Juden waren bis zum Exil in Babylon noch sehr polytheistisch unterwegs. Das Monotheismusgebot gab es zwar, aber so richtig ernst nahm man das nicht.


In Quantität lässt sich das empirisch heute wohl kaum mehr messen. Das es aber Polytheismus gab, davon zeugt ja schlicht der Text der hebräischen Bibel indem er so davor warnt und darüber klagt. Letztlich war es aber die monotheistische Tradition die sich eben durchsetzte.
Busshari hat folgendes geschrieben:
Die Juden waren bis zum Exil in Babylon noch sehr polytheistisch unterwegs.


Eigentlich ist den Ausführungen von Tobias, der ja Experte auf dem Gebiet ist, nichts hinzuzufügen.

Aber einen Gedanken hätte ich noch lieber Busshari,

hast du schon einmal bedacht, dass das ganze Alte Testament als wesentlichen Strang das Ringen Israels, das ausschließlich von polytheistischen militärisch und wirtschaftlich weit überlegenen Völkern umringt war, um den Eingottglauben beinhaltet? Das Faszinierende ist ja gerade dass dieses kleine unbedeutende Israel mit seinem Eingottglauben, sich auf wundersame Weise so durchsetzen konnte. Das wird eben dem Wirken des einen wahren Gottes zugeschrieben und wann immer Israel "Ehebruch" beging, wurde es auch brenzlig und ging es "bergab". Was sich da auf kollektiver Ebene abspielt, gilt auch für das Leben des Einzelnen. Mit Gott ist es eine Aufwärtsbewegung - auch wenn sich der "Radius" des Fundaments (Familie, Beruf etc.) nicht zwangsläufig weiten muss, so ist es doch ein ständiges "Bauen in die Höhe", wenn man auf Gott baut.
Tatsächlich ist das monotheistische Gebot ein Dogma welches außerhalb der Bibel entstanden ist. Die Bibel selbst kennt mehrere Götter und steht dem Henotheismus näher.

5Mos 10

17 Denn der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, die große, starke und furchterregende Gottheit, die unparteiisch ist und keinerlei Bestechung annimmt.

Ps 136,2

Danket dem Gott der Götter; denn ewig währt seine Huld! 3 Danket dem Herrn der Herren; denn

2Chron

4 Das Haus, das ich bauen will, soll groß werden; denn unser Gott ist größer als alle anderen Götter. 5 Freilich, wer hätte die Kraft, ihm ein Haus zu bauen? Denn der Himmel und die Himmel der Himmel fassen ihn nicht.

Ps 86

8 Keiner von den Göttern kommt dir gleich, o Herr, und nichts kann sich messen mit deinen Werken. 9 Alle Völker, die du erschaffen, müssen kommen, sich niederwerfen vor dir, o Herr, und deinen Namen verehren. 10 Denn groß bist du und ein Wundertäter; du allein

Ps 95,3

Denn ein großer Gott ist der Herr, ein großer König über allen Göttern.

Ps 96,4

Ja, groß ist der Herr und hoch zu preisen; furchtgebietend thront er über allen Göttern.

Das es einen obersten Gott gibt, welcher über den anderen Gottheiten steht, ist in der Religionsgeschichte absolut nichts neues. Der Erste der die anderen Götter konsequent leugnete und nur seinen Gott als alleinig herrschenden verkündete war Zarathustra. Er ging sogar so weit die arischen Götter als Dämonen zu bezeichnen. Allerdings gab es schon vor dem Judentum und dem Mazdaismus Monothoistische Ansätze bei den Hindus. Dort werden alle Götter als Emanation des Ishvara (wörtlich „der höchste Herr“) betrachtet. Der Buddhismus kennt den Brahma. Welcher sich fälschlicherweise für den alleinig herrschenden Gott uns Schöpfer hält.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes hat folgendes geschrieben:
[...]
5Mos 10

17 Denn der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, die große, starke und furchterregende Gottheit, die unparteiisch ist und keinerlei Bestechung annimmt.

[...]


Viel richtiger würde das heißen: der Gott der götter. Also der wahre Gott (großgeschrieben) und falsche götter (kleingeschrieben).

So einfach ist Tennis.
Tek. hat folgendes geschrieben:
Pommes hat folgendes geschrieben:
[...]
5Mos 10

17 Denn der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, die große, starke und furchterregende Gottheit, die unparteiisch ist und keinerlei Bestechung annimmt.

[...]


Viel richtiger würde das heißen: der Gott der götter. Also der wahre Gott (großgeschrieben) und falsche götter (kleingeschrieben).

So einfach ist Tennis.


Also die Bibel umschreiben zugunsten der kirchlichen Theologie?
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes hat folgendes geschrieben:
Tek. hat folgendes geschrieben:
Pommes hat folgendes geschrieben:
[...]
5Mos 10

17 Denn der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, die große, starke und furchterregende Gottheit, die unparteiisch ist und keinerlei Bestechung annimmt.

[...]


Viel richtiger würde das heißen: der Gott der götter. Also der wahre Gott (großgeschrieben) und falsche götter (kleingeschrieben).

So einfach ist Tennis.


Also die Bibel umschreiben zugunsten der kirchlichen Theologie?


In anderen Sprachen schreibt man an dieser Stelle dieses zweite 'Götter' klein um es zu verdeutlichen. Kann ich nix dafür, dass man im Deutschen ALLE Nomen großschreibt.

Vielleicht mal die Grammatik umschreiben?
Tek. hat folgendes geschrieben:
Vielleicht mal die Grammatik umschreiben?


Das ist kein Problem der Grammatik. Dort ist klar von Göttern die rede. Ob man diese jetzt groß oder klein schreibt ist bedeutungslos. Die Bibel ist ein Henotheistisches Buch und kein Monotheistisches.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes hat folgendes geschrieben:
Tek. hat folgendes geschrieben:
Vielleicht mal die Grammatik umschreiben?


Das ist kein Problem der Grammatik. Dort ist klar von Göttern die rede. Ob man diese jetzt groß oder klein schreibt ist bedeutungslos. Die Bibel ist ein Henotheistisches Buch und kein Monotheistisches.


Mir egal was du glaubst. Für andere Leute die einfach in ihrem Denken sind und nicht boshaft, ist es klar verständlich. Und das ist wichtig! Damit ihnen keine Zweifel durch deine Spinnennetze die du hier legen willst, aufkommen.

LG!