Warum fühlen sich einige Leute aus dem Westen vom Buddhis...


Busshari hat folgendes geschrieben:




Gäbe es keine Wiedergeburt, bräuchte man den Buddhismus nicht.


Manche Aspekte von Wiedergeburt machen für mich Sinn. z.B, dass sich die Seele, der Geist, der Bewusstseinsstrom aufgrund von bestimmten Ursachen nach diesem biologischem Leben weiterentwickelt.
Andere Aspekte, wie z.B., die Ursachen für meine derzeitige Erlebniswirklichkeit (oder der von anderen) in früheren Existenzen zu suchen, halte ich für eher hinderlich, um eine gerechtere Gesellschaft zu erreichen.

Sehr vereinfacht ausgedrückt:
Bin ich eine Frau, weil mein Karma es nicht hergab, dass ich als Mann zur Welt kam ?
Oder ist es Aufgabe für die Menschheit Gleichberechtigung zu verwirklichen.
Hallo Tobias,
Zitat:
4) Der historische Buddha ist sehr wohl der "Offenbarer" des budhistischen Lehrsystems. Es war zuvor verborgen und wurde durch ihn (wieder) offenbar gemacht.


Ich glaube nicht, dass man "Budda" in dem Sinne wie dieses Wort in den Offenbarungs-Religionen benutzt wird, sehen kann. Aber da wissen die Buddisten hier sicherlich mehr.
Mir fällt gerade ein, war da nicht mal ein Beitrag, in dem es darum ging, dass die Bahai den Buddismus nicht zu den Offenbarungs-Religionen zählen und was daran richtig oder falsch ist?

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo Burkl,
Zitat:
In der christlichen Auffassung ist das Leben, die Existenz der menschlichen Person vom Grunde her gut und vor Allem nicht Zufall, sondern gewollt.


Irgendetwas verstehe ich gerade nicht. In einem anderen Beitrag hast du bestätigt, dass zwei (!) Menschen Schuld über das ganze Universum gebracht haben (und das sogar, bevor sie überhaupt existiert haben) und jetzt ist die "Existenz der menschlichen Person vom Grunde her gut"?

Das bedarf einer näheren Erklärung.

Die kath. Kirche hat die Evolutionstheorie anerkannt. Dies Anerkennung beinhaltet auch, dass in der Evolution der Zufall ein mitentscheidender Faktor ist. Wer hier den Menschen als"Sondefall" ausklammert, kann das nur auf metaphysischer Ebene tun, sonst konterkariert er die Evolutionstheorie.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Burkl hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Wundergeschichten gibt es in der buddhistischen Literatur auch mehr als genug.


Die Auferstehungsberichte der Evangelien haben Tatsachencharakter und sind keine "Wunderliteratur" oder Mythologie. Da geht es um reales Geschehen, wenn etwa der Apostel Thomas die Wunden Jesu berührt oder der auferstandene Jesus sich Brot und Fisch von den Jünger geben lässt um mit ihnen gemeinsam zu essen. Von der Glaubwürdigkeit auch nur annähernd vergleichbare Berichte wie jene in den Evangelien über die Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus gibt es in keiner anderen religiösen Schrift.


Der gläubige Buddhist ist diesbezüglich genauso sicher bei Wunderberichten in der frühen buddhistischen Literatur.

Inwiefern sollten die Evangelien bitte glaubwürdiger sein als frühe buddhistische Schriften?

Du versuchst - wie so oft - die Wahrheit des Christentums zu beweisen indem du einfach unüberbietbare Behauptungen und Spekulationen aufstellst für die du dann aber einfach keine Belege lieferst.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Tobias,
Zitat:
4) Der historische Buddha ist sehr wohl der "Offenbarer" des budhistischen Lehrsystems. Es war zuvor verborgen und wurde durch ihn (wieder) offenbar gemacht.


Ich glaube nicht, dass man "Budda" in dem Sinne wie dieses Wort in den Offenbarungs-Religionen benutzt wird, sehen kann. Aber da wissen die Buddisten hier sicherlich mehr.
Mir fällt gerade ein, war da nicht mal ein Beitrag, in dem es darum ging, dass die Bahai den Buddismus nicht zu den Offenbarungs-Religionen zählen und was daran richtig oder falsch ist?

Pjotr Kala


Sicher unterscheidet sich die 'genaue Mechanik' der Offenbarung. Aber an sich ist eine "Offenbarung" einfach erst einmal die Sichtbarmachung von etwas zuvor Verborgenem.

Freilich besteht hier der Unterschied, dass der Theist - bei religiösen Themen - darunter die Selbstoffenbarung Gottes versteht. Der Buddhist dagegen geht davon aus, dass der Buddha seine Offenbarung durch Selbsterkenntnis erlangt hat.

Bahai zählen den Buddhismus zu den göttlich gestifteten Religionen und sehen Buddha als eine Manifestation Gottes (bzw. des göttlichen Befehls). Zudem gilt er auch im Hinduismus als Avatar.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Du versuchst - wie so oft - die Wahrheit des Christentums zu beweisen indem du einfach unüberbietbare Behauptungen und Spekulationen aufstellst für die du dann aber einfach keine Belege lieferst.


Ich habe Burkl so verstanden, dass die Auferstehung Jesu nach seinem Tod ein einmaliges Ereignis war, das von keinem anderen Gottesboten berichtet wird. Als Beleg verweist er auf das NT als Tatsachenbericht.

LG,
Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Burkl hat folgendes geschrieben:
In der christlichen Auffassung ist das Leben, die Existenz der menschlichen Person vom Grunde her gut und vor Allem nicht Zufall, sondern gewollt. Ich bin mit meinem Leben kein "Unfall" sondern gewollt von einem absoluten Du, geliebtes Kind Gottes. Das Ziel meines religiösen Weges ist daher nicht Auslöschung meiner Existenz als Person, sondern deren Heilung. Und das Heilmittel ist Jesus Christus.


Und gerade diese Unterschiede sind ja das schöne.

Es geht hier zwar um das Thema "Warum fühlen sich Menschen aus dem Westen vom Buddhismus angezogen?", aber zeitgleich fühlen sich auch Menschen aus dem Osten sehr vom Christentum, Islam etc. angezogen, weil diese Religionen ihnen etwas bieten können, das sie im Buddhismus, Hinduismus etc. so nicht finden. Nicht im Sinne von "besser", sondern im Sinne von "anders".

Es gibt nicht das eine einzige beste Heilmittel, schlicht weil es nicht nur eine einzige Krankheit gibt. Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Dass es verschiedene Religionen gibt, die diese verschiedenen Bedürfnisse ansprechen ist genial (Im Sinne des Intelligent Designs kann man sagen: "Das hat der Herrgott schlau eingerichtet!" )
Minou hat folgendes geschrieben:

Ich habe Burkl so verstanden, dass die Auferstehung Jesu nach seinem Tod ein einmaliges Ereignis war, das von keinem anderen Gottesboten berichtet wird. Als Beleg verweist er auf das NT als Tatsachenbericht.


Ja, liebe Minou - und im Grunde ist die Glaubwürdigkeit der leiblichen Auferstehung von Jesus Christus der tragende Grund, warum ich Christ bin. Weil Gott hier wirklich etwas ganz Neues getan hat, das die Position des Menschen entscheidet geändert hat. Er bestätigt mit der Auferstehung bei Jesus das, was er bei seiner Taufe über ihn gesagt hat - "Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden."
Und Petrus bekennt in seiner Pfingstpredigt: "Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde." (Apg 2,24)
Burkl hat folgendes geschrieben:
In der christlichen Auffassung ist das Leben, die Existenz der menschlichen Person vom Grunde her gut und vor Allem nicht Zufall, sondern gewollt.


Auch im Buddhismus ist die Existenz nicht schlecht. Sie ist nur leidbehaftet. Ein Grund für die Existenz wird im Buddhismus nicht angeben, das sinnieren darüber führt zu nichts. Und wenn du ehrlich bist, weißt du auch nicht warum Gott den Menschen erschaffen haben soll.

Burkl hat folgendes geschrieben:
Von der Glaubwürdigkeit auch nur annähernd vergleichbare Berichte wie jene in den Evangelien über die Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus gibt es in keiner anderen religiösen Schrift.


Da empfehle ich dir mal die "Autobiographie eines Yogi" - ein Buch voller Wunder. Dagegen beherrscht Jesus nur Taschenspielertricks. Wenn das Maß der Wunder für dich ausschlaggebend ist, dann findest du dort deinen Meister.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Manche Aspekte von Wiedergeburt machen für mich Sinn. z.B, dass sich die Seele, der Geist, der Bewusstseinsstrom aufgrund von bestimmten Ursachen nach diesem biologischem Leben weiterentwickelt.


Seele, Geist und Bewusstseinsstrom sind drei verschiedene Dinge. Es geht im Buddhismus nicht um Weiterentwicklung, sondern um das zu Tage führen von bestimmten Eigenschaften, die bereits vorhanden sind.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Andere Aspekte, wie z.B., die Ursachen für meine derzeitige Erlebniswirklichkeit (oder der von anderen) in früheren Existenzen zu suchen, halte ich für eher hinderlich, um eine gerechtere Gesellschaft zu erreichen.


Bu bist heute wie du bist, weil du dich von 1,5, 10 Jahren so und so verhalten hast. Im Buddhismus gilt das halt über das Leben hinaus. Ich sehe aber nicht, wie das hinsichtlich einer gerechten Gesellschaft ein Problem sein sollte.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Bin ich eine Frau, weil mein Karma es nicht hergab, dass ich als Mann zur Welt kam ?
Oder ist es Aufgabe für die Menschheit Gleichberechtigung zu verwirklichen.


Nicht oder sondern beides. In einer Welt ,in der Männer Frauen dominieren, und man als Frau schlechter gestellt ist, ist die Inkarnation als Frau natürlich nicht der Hit. In einer Gesellschaft in Frauen Männer diskriminieren würden, wäre es genau anders herum. Es gibt keinen fixen Wert für Mann oder Frau, nichts ist per se besser oder schlechter - die Gesellschaft, der Zeitgeist, die Kultur bestimmt das. Und natürlich sollte man für Gleichberechtigung sorgen, warum auch nicht.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ich glaube nicht, dass man "Budda" in dem Sinne wie dieses Wort in den Offenbarungs-Religionen benutzt wird, sehen kann. Aber da wissen die Buddisten hier sicherlich mehr.


Natürlich nicht, deswegen hat Tobias ja auch Anführungszeichen benutzt Buddha ist in dem Sinne ein "Offenbarer" wie z.B. Benjamin Franklin bei der Entdeckung der Elektrizität.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Der gläubige Buddhist ist diesbezüglich genauso sicher bei Wunderberichten in der frühen buddhistischen Literatur.


Ich glaube der Buddhist weiß ganz gut, dass z.B. Siddharthas Flucht aus dem Palast eine Legende ist und nicht auf historischen Tatsachen beruht, ebenfalls seine Ausfahren. Buddhas Leben ist in vielerlei Hinsicht didaktisch aufbereitet und deswegen um Legenden erweitert.

Im Gegensatz zum Christentum ist das aber nicht unbedingt entscheidend für die Lehre. Nimm dem Christentum die Auferstehung und dem Buddhismus... ich weiß nicht... die Tatsache das alle schlafen, als er flüchten will.

Minou hat folgendes geschrieben:
Ich habe Burkl so verstanden, dass die Auferstehung Jesu nach seinem Tod ein einmaliges Ereignis war, das von keinem anderen Gottesboten berichtet wird.


Gab es auch schon vor Jesus, aber das ist für Burkl nicht von Relevanz.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
Tobias hat folgendes geschrieben:


1) Alle religiösen Lehren gehen davon aus, dass der Mensch irgendwie erlösungsbedürftig ist. Wenn der Mensch keine Erlösung bräuchte, dann bräuchte er ja auch keine Religion, welche ihm diese vermittelt. Eine Religion die solch eine Lehre vermitteln würde schafft sich auf lange Sicht selbst ab. Im Christentum ist die Lehre der Erbsünde sehr verbreitet, welche mindestens genauso pessimistisch ist wie diverse buddhistische Lehren.

2) Nirwana ist mit "Nichts" nicht sonderlich gut übersetzt und gibt auch nicht dessen Bedeutung für einen Buddhisten wieder. Für einen Buddhisten ist das Nirwana ebenso das Heilsziel wie etwa für einen Christen das Reich Gottes. Zentraler Angelpunkt des Nirwana dürfte für den gläubigen Buddhisten wohl das völlige Ablegen von falschen Vorstellungen und Leiden sein. Die Erkenntniss der Wahrheit und das Ende des Leides wird auch von monotheistischen Religionen im Heilszustand erwartet. Natürlich kann man das Nirwana jetzt als 'schlechteres' Heilsversprechen ansehen. Vielen Menschen dürfte es aber auch darum gehen was 'realistischer' erscheint. Schlechtreden kann man gewiss beide Vorstellungen.

3) Was ist dein Krieterium dafür, dass etwas "heidnisch" ist? In der Regel wird "Heidentum" ja mit Polytheismus und religiöser Naturverehrung in Verbindung gebracht. Buddha lehnte beides ab. In dem Sinne kann seine Lehre also kaum heidnisch sein. Es ist freilich insofern eine nichtchristliche Lehre, da Jesus von Nazareth als der Christus nicht in ihrem Mittelpunkt steht. Das Chrsitentum stellt für viele Menschen aber ohnehin nicht mehr das primäre Kriterium zur Beurteilung dar.



Sehr schön auf den Punkt gebracht.
Es gibt dieses Sprichwort: Alle Wege führen nach Rom. Genauso viele Wege führen zu Gott. Jede Religion ist ein Hilfsmittel zum sicheren Weg in die Alleinheit. Nirvana als unpersönlich verstandener Glückszustand ist ja auch "nur" eine Auslegung von einem Zustand, den wir uns nicht vorstellen können. Ich denke ja, dass man im Zustand der Alleinheit beides gleichzeitgi ist: "Person" und unpersönlicher Glückszustand.
Gott ist die Aufhebung aller Gegensätze.

So lange sich jeder in seiner Religion getröstet und gut aufgehoben fühlt, ist sie sein Weg zu Gott. Erst wenn er beginnt andere zu bekämpfen, muss er sich die Frage stellen, ob er seinen Weg richtig geht.

Zitat:
Zitat Burkl:Sicher kommt es auf den (Köper)(Ergänzung von mir) an, sogar sehr - ich möchte auf meinen nicht verzichten. Der Mensch ist ein zutiefst somatisches Wesen - eine "körperlose" Existenz nach dem Tod ist eine Vorstellung, die mir persönlich keinen Trost zu spenden vermag, weil sie kein "fortgesetztes Personsein" enthält. Als Christ glaube ich, dass alle drei untrennbar miteinander verbundenen Existenzebenen, die ich jetzt habe - Körper, Geist und Seele - auch nach dem Tod erhalten sein werden, jedoch viel herrlicher und größer - wie es am verklärten Leib des auferstandenen Christus erahnbar geworden ist. Darum habe ich eine im wahrsten Sinne "lebendige Hoffnung", wenn ich auf Jesus schaue, der sich nach seiner Auferstehung an seinen Wunden berühren ließ und mit den Jüngern aß, um ihnen zu zeigen: Gott lässt euch nicht untergehen, schaut auf mich.

"Ihr aber sollt mich sehen; denn ich lebe, und ihr sollt auch leben." (Johannes 20,20)


Ich finde, es ist Haarspalterei sich über die Art jenes Jenseitigen Körpers zu streiten. Als intelligenter Mensch, als der du dich hier in deiner Eloquenz darstellst, ist dir doch klar, dass der menschliche Körper verwest und dass eine Wiederherstellung exat des zerstörten Materials, das dort in Gräbern, Urnen und Meeresgründen lagert schon aufgrund der biblischen Darstellung nicht realistisch erscheint. Jesus ist durch die Wand gegangen und vor den Augen der Jünger in den Himmel aufgenommen worden, sprich verschwunden. Dieser Körper ist also völlig anders als das wurmzerfressene Material, welches das nicht konnte. Es wird sich demnach um einen subatomaren Körper handeln oder sogar einen geistigen. Es leuchtet mir auch nicht ein, warum nur ein fleischlicher Körper eine fortgesetzte Person enthält. Ist es nicht vielmehr ein Trost, dass deine Person in einem verbesserten Modell weiter existiert?

Und natürlich konnte Thomas die Wunden von Jesus sehen, denn er könnte mit diesem Superkörper jedem aus dem Erinnerungspool seiner gesamten Existenz so erscheinen, wie er es braucht. Seiner Mutter könnte Jesus ebenso als kleiner Junge erscheinen wie dir als Vorbild liebenden, reifen Erwachsenentums.