Warum fühlen sich einige Leute aus dem Westen vom Buddhis...


Long Road hat folgendes geschrieben:
Ja oder nein?


Natürlich hat er die Ordensregeln eingeführt. Was fragst du mich nach Dingen die ich eben noch selber dargelegt habe? Es ging um deine Behauptung das die Problematik der Ordination nicht auf das damalige Denken des Buddha zurück zu führen wäre.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
ziraki hat folgendes geschrieben:
Sind sie wirklich unterschiedlich, oder liegt der Unterschied in der Perspektive des Betrachters? Ich erinnere mal an die bekannte Geschichte von den Blinden, die durch Betasten (Begreifen eines Teilaspekts) einen Elefanten beschreiben sollten.


Seele wird i.d.R als unzerstörbare ewige Persönlichkeit verstanden. Sie gibt es im Buddhismus nicht.

Bewusstseinstrom ist im Buddhismus die kausale Abfolge mentaler Prozesse. Ein Gedanke führt zum anderen.

Geist wird im Buddhismus als Grund verstanden auf dem sich alles abspielt. Das einzige was man über ihn sagen kann, ist das er raumähnlich ist.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Dir sind sicher die unterschiedlichen Regeln für buddhistische Mönche und Nonnen bekannt.


Sicher. Und? Gerechtigkeit ist nicht unbedingt Gleichheit. Frauen und Männer sind unterschiedlich, also gibt es unterschiedliche Regeln. Buddha hat mir der Auferlegung von mehr Regeln für Frauen nicht ihre geringe Wertigkeit ausdrücken wollen. Für Kinder und Erwachsene gibt es auch unterschiedliche Regeln und für Erwachsene gibt es mehr. Deswegen sind sie aber nicht weniger wert.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Und die aktuelle Problematik bei der Ordination von Frauen z.B. in Thailand.


Ich glaube die Thailänder haben so einige Probleme mit ihrem Buddhismus im Moment.

ziraki hat folgendes geschrieben:
Für mich mit westlichem Hintergrund, heißt das, dass ich bei aller Begeisterung für den Buddhismus auch sehe, das er in einem bestimmten gedanklichem Umfeld entstanden ist und hinterfrage welche Aussagen (z.B. über Wiedergeburt) wörtlich zu nehmen sind.


Kann man mach, sollte man auch. Aber gäbe es keine Wiedergeburt, gäbe es keinen ewigen Daseinskreislauf, müssten wir ihn nicht verlassen, bräuchten wir keinen Buddhismus. Wofür einen Hammer, wenn man keinen Nagel hat?


@ Long Road

Ich sehe da auch kein Problem und keine Frauenfeindlichkeit. Es ist doch verständlich, dass man vorsichtig ist, wenn es darum geht Frauen in eine Gemeinschaft einzuführen, bei der es darum geht Begierden zu überwinden. Es geht hier ja offensichtlich nicht um den Schutz der Männer vor dem bösen Weib, sondern um den Schutz der Lehre.

Außerdem muss man bedenken, dass Buddhas Lehre durchaus gesellschaftliche Kritik erfuhr, denn sie machte viele Frauen zu Mönchswitwen. Das war ziemlich tragisch, denn so stand eine Frau mit ihren Kindern ohne Ernährer da. Viele Frauen suchten Buddha auf um ihn darum zu bitten ihn ihre Männer wiederzugeben.

Dennoch sind Männer für eine Gesellschaft unterm Stich entbehrlicher als Frauen. Vielleicht hatte Buddha auch diesem Punkt im Blick; Frauen zu ordinieren wäre somit ein deutlicherer Eingriff in Gesellschaftsstruktur.

Zudem muss man daran denken, dass Buddhas Lehre mit der Zeit gewachsen ist und sich verändert hat. Buddha war allwissend bezüglich der Lehre, aber nicht unfehlbar. Alkohol war ursprünglich erlaubt, nach einem peinlichen Vorfall aber verboten worden.

Es geht hier auch nur um Nonnen. Frauen als Laien soll es auch gegeben haben.
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Man kann Gläubige nicht überzeugen, da ihr Glauben nicht auf Beweisen beruht, sondern auf dem tiefen Bedürfnis zu glauben. - Carl Sagan.

Die Wahrheit siegt nie, ihre Gegner sterben nur aus.
@Pommes

Ich frage nach, weil du meinen Post bezüglich der Ordination von Frauen als komplett falsch bezeichnet hast. Soviel dazu.

Zum Thema: Wenn Buddha Shakyamuni eigenhändig Frauen als vollwertige Mitglieder ordiniert hat (ok mit ein paar zusätzlichen Regeln), dann ist es hirnrissig mit älteren Reden, die vor einem offenkundigen Paradigmenwechsel liegen, Frauen nicht ordinieren zu wollen.

Edit: "hirnrissig" bezieht sich auf die angesprochene Problematik in Thailand, nicht auch unser Gespräch hier.
Minou hat folgendes geschrieben:
Du glaubst also nicht an eine geistige Welt?

Sicherlich glaube ich an eine geistige Welt.
Aber diese ist nicht über den Wolken.
Und was bringt denn ein grobstofflicher Körper in einer feinstofflichen Welt?

Es ist doch ein überaus primitives und auch naives Bild,
wenn ein Mensch mit Körper in den Himmel auffährt.

Was hat denn die geistige Welt mit oben und unten zu tun?

Da haben sich einfach Menschen Märchen ausgedacht,
um ihre Lehre besser verbreiten zu können.

Und eben gemäß ihrer damaligen Vorstellung vom Himmel.

Überzeugen wird das heute aber nicht mehr.
Was ist denn so schlimm daran, wenn ein Mensch eben nicht "lebendig in den Himmel aufgefahren ist", sondern eben gestorben und begraben?

Muss sich ein Glaube denn an okkulten Dingen festhalten,
um glaubhaft zu sein?
Ich glaube nicht!
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PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Und was bringt denn ein grobstofflicher Körper in einer feinstofflichen Welt?


Ich denke eben nicht, dass bei Jesu Himmelfahrt ein grobstofflicher Körper gemeint war. Ich meine eher, dass es sich um den verklärten Leib Christi handelte, den die Christen letztendlich alle zu bekommen hoffen. Nach den Beschreibungen, dürfte dieser nicht mehr grobstofflich sein.

Ist jetzt aber nur ein Verständnis meinerseits, die Christen mögen mich korrigieren.

Natürlich ist die geistige Welt nicht über den sichtbaren Wolken, denke, dass dies zum allgemeinen Verständnis so dort steht. Ist wohl ein Bild dafür, wie dieser 'verklärte' Leib in die geistige Welt aufsteigt.

LG,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
PapaLoooo hat folgendes geschrieben:
Und was bringt denn ein grobstofflicher Körper in einer feinstofflichen Welt?


Ich denke eben nicht, dass bei Jesu Himmelfahrt ein grobstofflicher Körper gemeint war. Ich meine eher, dass es sich um den verklärten Leib Christi handelte, den die Christen letztendlich alle zu bekommen hoffen. Nach den Beschreibungen, dürfte dieser nicht mehr grobstofflich sein.

Ist jetzt aber nur ein Verständnis meinerseits, die Christen mögen mich korrigieren.

Natürlich ist die geistige Welt nicht über den sichtbaren Wolken, denke, dass dies zum allgemeinen Verständnis so dort steht. Ist wohl ein Bild dafür, wie dieser 'verklärte' Leib in die geistige Welt aufsteigt.

LG,
Minou


Das mit "grobstofflich" und "feinstofflich" passt letzlich nicht ganz für den neuen Leib, den die Auferstehung mit sich bringen wird - es geht nicht darum, dass wir in etwas "rein Geistiges ausgedünnt" werden. Es geht im Gegenteil sogar um "Verdichtung"; darum, dass der "Kern freigelegt" wird dessen, was wir eigentlich sind - und was jetzt noch "verdeckt" ist durch Sünde, Krankheit, Fehlerhaftigkeit, Schwäche und Sterblichkeit, und "Schwachsichtigkeit" für Gott. All das wird dann vervollkommnet und "freigelegt" in der neuen Existenz zu Perfektion, Unzerstörbarkeit, Helligkeit, Klarheit, Kraft, großem Anteilhaben an und "direkte Sicht" auf Gott.

"Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder; und es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist." (1 Joh 3,2)

Wenn man so will sind diese Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus, der schon in seine neuen Existenzform übergegangen ist, eine "Vorschau", die uns Gott gewährt hat auf das, was auch aus uns werden soll. So wie, wenn man einer Raupe zeigt, wie der Schmetterling einst ausschauen wird, der sie einst werden wird - um dorthin zugelangen sie aber vorher sterben muss. Sie wird wohl mit ihren "Raupensinnen" nicht erfassen, was Flügel sind, was Fühler sind, was "Nektar trinken" bedeutet. Und dennoch irgendwie sind da "raupische Merkmale" an dem Schmetterling, "Wesenszüge", die noch da sind aus der alten Existenz und die in der Raupe die Ahnung und auch tiefe Hoffnung wachrufen: "Kann das wirklich einmal aus mir "Bodenwesen" werden? So ein schönes Wesen, so anmutig so schön, so frei und vollkommen?"

Es war nur unvollständig den menschlichen Sinnen der Jünger zugänglich was da genau mit Jesus passiert ist - im Glauben konnten sie es verstehen, und in diesem Glauben sind sie in die Welt gegangen, mutig wie Löwen - und haben die Welt verändert.