Warum die Seele niemals stirbt


luschn hat folgendes geschrieben:

Woher weißt du wie andere fühlen? Wir sollten nicht von Annahmen ausgehen, sondern die Augen öffnen und die Realität erkunden.
lieber Luschn, als ich gestern die Augen öffnete und die Realität erkundete, sah ich, dass sich alle Menschen über Freundlichkeit freuen, und dass sie traurig sind, wenn sie schlecht behandelt werden. Ich sah, dass sich eigentlich alle nach Frieden sehnen und nach Sinn im Leben. Sie finden diesen Sinn alle woanders, aber alle suchen.
Oder was ist die Realität? Freust du dich, wenn du ein paar geklatscht kriegst? Wenn du in den Nachrichten siehst, dass jmd im Krieg sein Bein verliert? Mach du die Augen auf luschn, dann musst du nicht so überflüssige Fragen stellen.
Freuen sich wirklich alle Menschen, wenn sie freundlich behandelt werden? Sind wirklich alle Menschen traurig, wenn Sie schlecht behandelt werden? In meiner Realität definitiv nicht. Vielleicht komm ich mal in deiner vorbei.
Hallo RoseGarden,

Zitat:
Oder was ist die Realität? Freust du dich, wenn du ein paar geklatscht kriegst? Wenn du in den Nachrichten siehst, dass jmd im Krieg sein Bein verliert? Mach du die Augen auf luschn, dann musst du nicht so überflüssige Fragen stellen.


Da könnte man doch glatt die Frage stellen, wer hier die Augen aufmachen muss?
Keine Frage, ein sehr grosser Teil der Menschen ist "Gott sei Dank" auf moralische Wertekonzepte sozialisierbar. Sonst könnten wir als Spezies wahrscheinlich "einpacken".
Aber es gibt eben auch jene, denen diese Werte nicht bekannt ,oder die nicht darauf sozialisierbar sind, oder die -aus welchen Gründen auch immer- direkt dagegen verstossen wollen.
Selbst Religionen ( oder sollte man vielleicht sagen, gerade Religionen) erreichen diese Menschengruppen nicht, deswegen werden sie zumeist als "die Bösen" schlechthin hingestellt, die man möglichst meiden soll.

Sachlich gesehen, haben diese Menschen genau die gleichen Rechte wie alle anderen auch. Erst, wenn sie wirklichen und bewussten Schaden anrichten, darf eine Gemeinschaft nach "Recht und Gesetz" eine Bestrafung vornehmen und Menschen, die sich als nicht eingliederbar in eine "Rechtsgemeinschaft" (nicht Religionsgemeinschaft!) herausstellen, in sogenannte "Sicherungsverwahrung" nehmen.
Gerade aber z.B. im Islam wird die Trennung von "Recht und Gesetz" und religiösen Vorschriften nicht durchgeführt.
Auch die in Religionen weit verbreitete Ansicht, dass alle Menschen "im Grunde ihres Herzens gut" seien, ist irrig. Die Menschen haben sich nur mehr oder weniger gut dem vorherrschenden Wertekonzept angepasst oder besetzen nach aussen nicht auffällige Gesellschaftsnischen.
Hinzu kommt, dass Wertekonzepte sich ändern können, die Wertvorstellungen der Religionen in der Regel nicht, sodass ein Teil dieser Wertvorstellungen von vielen Menschen nicht mehr angenommen werden.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Nicht alle Religionen, speziell das Christentum mitinbegriffen, denken, dass alle Menschen von Herzen gut sind. Ich meine damit, dass speziell das Christentum den Hang des Menschen zum Bösesein auch betont und davor warnt, sich dem Bösen hinzugeben.
Hallo Peter,
da hast du recht. Das Christum geht eigentlich sogar davon aus, dass der Mensch "von Anfang an" schlecht ist und Gottes "Erlösung" braucht. Nicht nur das, er hat sogar durch die "Erbsünde" Unheil über das ganze Universum gebracht.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Das Christum geht eigentlich sogar davon aus, dass der Mensch "von Anfang an" schlecht ist und Gottes "Erlösung" braucht. Nicht nur das, er hat sogar durch die "Erbsünde" Unheil über das ganze Universum gebracht.


Das ist zwar etwas verkürzt dargelegt im Kern aber richtig, lieber Pjotr.
Aber das Wunderbare an Gott ist ja, dass er gerade durch das Böse das Gute verwirklicht hat. So wird der absolute Fall zum Aufstieg, der absolute Tiefpunkt des Menschlichen - das Kreuz Christi - zur Durchgangspforte in den Himmel.
Die "Schwerkraft" der Sünde, die zum Tod hinunterzieht, wird durch das Kreuz zuzusagen "umgepolt" und zum "Dreh- und Wendepunkt" des Menschen zurück in die ursprüngliche Unversehrtheit und Heiligkeit, die Adam und Eva verspielt haben. Man sieht es an den Balken: Der horizontale (Erde) und der vertikale (Himmel) schneiden sich, und genau an deren Schnittpunkt hängt Christus - der zweite Adam, der neue Mensch.

"Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung zur Verkündigung anvertraute. Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt.
Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen! Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden." (2 Kor 5,19-21)
Hallo Burkl,
Zitat:
Aber das Wunderbare an Gott ist ja, dass er gerade durch das Böse das Gute verwirklicht hat. So wird der absolute Fall zum Aufstieg, der absolute Tiefpunkt des Menschlichen - das Kreuz Christi - zur Durchgangspforte in den Himmel.


Ich will das nicht mehr so vertiefen, da es nicht zum Thema gehört.
Aber dir ist schon klar, dass du die Lehre von der "Erbsünde" mit der Inanspruchnahme des ganzen Universums für die Schuld von Adam und Eva nur metaphysisch begründen kannst und selbst da kommst du in logische Schwierigkeiten. Ein allmächtiger und allwissender und vor allem -unendlich liebevoller- Gott, der nicht in der Lage ist, ein "fehlerfreies" Universum zu schaffen ohne Leid und "Fressen und Gefressen werden" usw?

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ein allmächtiger und allwissender und vor allem -unendlich liebevoller- Gott, der nicht in der Lage ist, ein "fehlerfreies" Universum zu schaffen ohne Leid und "Fressen und Gefressen werden" usw?


Die Schöpfung ist vollkommen - der Blick auf die Gesamtschöpfung steht jedoch nur aus der für uns nicht verfügbaren Perspektive außerhalb der Zeit offen, erst dann wird die Perfektion des Gesamtwerks offenbar, so wie bei einer Schriftrolle, die ein literarisches Meisterwerk enthält, das erst offenkundig wird, wenn sie ganz aufgerollt ist.
Man kann auch sagen aus unserer bruchstückhaften zeitlichen Perspektive "liegt die Schöpfung in Wehen":

"Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung:
Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt." (Röm 8, 20-22)

Dass wir diese Ahnung, wie die Vollkommenheit aussieht, schon in unserem Herzen tragen, erkennst du beispielsweise daran, dass dir Missbildungen bei einem Tier, selbst wenn dir das Tier unbekannt ist, meist sofort ins Auge fallen. Wir haben die "Idee" der Dinge im Herzen, wie alles vollkommen sein müsste. Darum finden wir uns auch nicht mit dem Tod ab - auch er ist ein "Übel" in der Schöpfung, dass Gott so nicht wollte, dass er aber durch Jesus Christus verwandelt hat, indem er ihn von den Toten auferweckt hat - man kann so im wahrsten Sinne des Wortes "begreifen", dass die Perspektive des Menschen das unendliche Leben ist: Eine Perspektive, die sich erst in der Liebe auftut, die der auferstandene Christus verkörpert.
Freuen sich wirklich alle Menschen, wenn sie freundlich behandelt werden? Sind wirklich alle Menschen traurig, wenn Sie schlecht behandelt werden? In meiner Realität definitiv nicht. Vielleicht komm ich mal in deiner vorbei.[/quote]
Das ist interessant. Wie fühlst du dich denn, wenn du nett behandelt wirst? Oder wenn du schlecht behandelt wirst?

Das ist Sozialisation, da hat pjotr recht. Gerade deshalb, ist es ja der ganzen Menschheit gemein. Vielleicht ist es das, was ich meine, wenn ich sage, wir ticken alle ein bisschen gleich.
Hallo Burkl,

auch das Zitieren von Römerbriefen, ergibt keinen neue Sichtweise auf die grundsätzlichen Probleme, die Nicht- oder Ungläubige oder Zweifelnde an der christlichen Religion haben.
Wer sagt denn, dass ich überhaupt von "der Sklaverei und Verlorenheit" befreit werden will und für die metaphysische "Freiheit und Herrlichkeit der
Kinder Gottes" eintauschen will.
Alles in allem, es bleibt bei vorwiegend metaphysischen Sätzen deinerseits, die auch bei gutem Willen nicht nur annähernd einer logischen Prüfung standhalten (es sei denn, man weicht wieder auf die Metaphysik aus).

Pjotr Kala
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