Verse Aristoteles'


Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.
Also steht die Tugend und ebenso auch das Laster in unserer Gewalt. Denn wo das Tun in unserer Gewalt ist, da ist es auch das Lassen, und wo das Nein, da auch das Ja. Wenn also das Tun des Guten in unserer Gewalt steht,
dann auch das Unterlassen des Bösen; und wenn das Unterlassen des Guten in unserer Gewalt steht, dann auch das Tun des Bösen.



Ich denke, es ist eine große Verantwortung die der Mensch hat. Immer in dem Wissen leben, dass es letztendlich auf unsere Entscheidung ankommt, wie wir uns verhalten.
Ich denke oft: ich bin machtlos. Man man kommt nämlich fast nie auf den Gedanken, dass es ein machtvoller Akt ist, Liebe herrschen zu lassen, wenn das Gefühl Wut als Antrieb des Handelns vorgibt. Man kommt fast nie auf den Gedanken, dass es machtvoll ist, das Böse zu lassen, obwohl man sich in diesem oder jenem Moment rächen könnte für das, was einem getan wurde. Es ist ganz schön machtvoll auf eine Beleidigung nicht mit schlagfertiger Gegenbeleidigung zu reagieren, auch wenn man den Grips dazu hätte. Es scheint nur so, als wären die, die das Böse tun stärker als die, die die Liebe herrschen lassen. Es ist nämlich ungleich schwieriger, sich für das Gute zu entscheiden.
fühle mich erinnert an ". Schindlers Liste "

wie Schindller einem Aufseher beigebracht hat,
das Gewalt auszuüben keine Machtdemonstration darstellt
sondern man lediglich ausführendes Organ ist.

Wahre Macht ist, sagte Schindler zu ihm , jemanden zu begnadigen.
Tja, schon sehr beeindruckend was er uns für Schätze hinterlassen hat, der gute alte Aristoteles.
_________________
******************************************
Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:

Ich denke oft: ich bin machtlos. Man man kommt nämlich fast nie auf den Gedanken, dass es ein machtvoller Akt ist, Liebe herrschen zu lassen, wenn das Gefühl Wut als Antrieb des Handelns vorgibt.


Auch dazu gibt es ein gutes Zitat von Aristoteles

Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.

Aristoteles

Im übrigen finde ich die Idee zu diesem Therad sehr gut.
_________________
Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Zitat:
Im übrigen finde ich die Idee zu diesem Therad sehr gut.


Es darf auch jeder gerne selber ein aristotelisches Zitat einbrigen, zu dem dann jeder, der mag, etwas schreiben kann.



Zitat:
Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.


Stimmt.
Mir gefällt dieses Zitat, weil es so, wie es formuliert ist, einräumt, dass es durchaus Grund geben kann wütend zu sein, dass man dieses menschliche Gefühl auch nicht unterdrücken kann.
Manchmal sieht man, dass Menschen nur den Druck weiter geben, den andere Leute ihnen gemacht haben und zwar an Mitmenschen, die damit gar nichts zu tun haben. Die wiederum geben die Wut darüber ebenfalls weiter und so fort ....
Wenn man sich aber mit seinen Gefühlen an die "richtige Stelle" wendet und vorher vielleicht drüber schläft oder tief durchatmet und sich seine Worte so zurecht legt, dass man nicht gleich explodieren muss, um seinem Gegenüber zu zeigen, dass da etwas aus dem Ruder läuft, dann hat man ganz gute Chancen diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Ansonsten reinigen Gewitter dann doch schon mal die Luft .




Was alle glauben, dass behaupten wir, ist wahr. Wer diesen übereinstimmenden Glauben der Menschheit verwirft, wird schwerlich Glaubwürdigeres zu sagen wissen.

Aristoteles, Philosophische Schriften 3, Lust, Zehntes Buch, Kapitel Zwei)

Was denkt ihr, ist es, was a l l e Menschen glauben? Gibt es etwas, das alle glauben?
Zitat:
Zitat:
Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.


Stimmt.
Mir gefällt dieses Zitat, weil es so, wie es formuliert ist, einräumt, dass es durchaus Grund geben kann wütend zu sein, dass man dieses menschliche Gefühl auch nicht unterdrücken kann.
Manchmal sieht man, dass Menschen nur den Druck weiter geben, den andere Leute ihnen gemacht haben und zwar an Mitmenschen, die damit gar nichts zu tun haben. Die wiederum geben die Wut darüber ebenfalls weiter und so fort ....
Wenn man sich aber mit seinen Gefühlen an die "richtige Stelle" wendet und vorher vielleicht drüber schläft oder tief durchatmet und sich seine Worte so zurecht legt, dass man nicht gleich explodieren muss, um seinem Gegenüber zu zeigen, dass da etwas aus dem Ruder läuft, dann hat man ganz gute Chancen diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Ansonsten reinigen Gewitter dann doch schon mal die Luft .


Weiser Spruch und auch sehr gute Gedanken dazu.
Ich denke das auch, dass eine Wut durchaus berechtigt sein kann, aber leider sehr oft an der falschen Stelle eingesetzt wird.

Erinnert mich auch an eine Aussage von Àbdu'l-Bahá in einem anderen Zusammenhang.

>Wenn er (der Mensch) seinen Ärger und Zorn gegen blutdürstige Unterdrücker, die wilden Tieren gleichen, richtet, so ist dies ebenfalls sehr lobenswert; wenn er aber diese Eigenschaften nicht in der richtigen Weise anwendet, so sind sie zu tadeln.<

Abdu'l-Baha, Beantwortete Fragen, Kap. Die Gründe für die Charakterverschiedenheit der Menschen.

Das nächste Zitat von Aristoteles muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Liebe Grüße

_________________
******************************************
Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben:
>Wenn er (der Mensch) seinen Ärger und Zorn gegen blutdürstige Unterdrücker, die wilden Tieren gleichen, richtet, so ist dies ebenfalls sehr lobenswert; wenn er aber diese Eigenschaften nicht in der richtigen Weise anwendet, so sind sie zu tadeln.<

Abdu'l-Baha, Beantwortete Fragen, Kap. Die Gründe für die Charakterverschiedenheit der Menschen.


Das ist gut. Kannte ich noch gar nicht. Aber was ist "die richtige Weise"? Wie sieht das im praktischen aus?
_________________
Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Gute Frage, Pommes. Wahrscheinlich müsste man sich mit dem ganzen Kapitel auseinandersetzten um dem was 'Abdu'l-Bahá meint näher zu kommen, oder eben auch Seine Art wie man mit Menschen umgeht aus Seinen Schriften und vor allem aus Seinem Leben kennen.

Meine persönliche Meinung wäre, dass man nicht in gleicher Weise zurückschlägt wie der Unterdrücker oder eben derjenige der anderen schadet oder sie benachteiligt, sondern trotz Wut und Zorn höflich aber bestimmt Grenzen setzt wo es möglich ist und ihn in seine Schranken weist.

Ich gehörte früher zu den Leuten die vor lauter Harmoniebedürfnis dem andern sehr viel, zu viel, nachgesehen haben.
Wahrscheinlich wäre es aber sogar meine Pflicht gewesen dem anderen ein ganz deutliches "Stop" vor Augen zu halten. Auch das kann man mit Achtung und respektvoll tun.

Hatte ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht gelernt.

Liebe Grüße
Linde
_________________
******************************************
Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Wenn nämlich die Ungerechtigkeit bewaffnet ist, so ist sie am allergefährlichsten

Auch von Aristoteles.

Leider sehr wahr und leider sehr aktuell...
_________________
Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Ich gehörte früher zu den Leuten die vor lauter Harmoniebedürfnis dem andern sehr viel, zu viel, nachgesehen haben.
Wahrscheinlich wäre es aber sogar meine Pflicht gewesen dem anderen ein ganz deutliches "Stop" vor Augen zu halten. Auch das kann man mit Achtung und respektvoll tun.

Hatte ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht gelernt.

Liebe Linde,
du sprichst mir aus dem Herzen. Bei mit war/ist es genauso. Es ist schon besser geworden mit dem Grenzen setzten, muss aber noch etwas dran arbeiten. Die Grenze kann man aber nur auf dem eigenen Grundstück ziehen, nicht beim Nachbarn.
Liebe Grüße