Verse Aristoteles'


"Die genaue Schärfe der Mathematik aber darf man nicht für alle Gegenstände fordern, sondern nur für die Stofflosen. Darum passt diese Weise nicht für die Wissenschaft der Natur, denn alle Natur ist wohl mit Stoff verbunden"
( Metaphysik 995a 14-17)
Hallo Elem. Luft,
Wenn dem so wäre, hätten wir heute einige Erkenntnisse weniger. Durch die Mathematik können wir sogar in bestimmten Bereichen die Unschärfe vorhersagen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo Pjotr,

es geht hier aber um die Metaphysik und die Mathematik erkennt in ihrer Schärfe ja schließlich die Unendlichkeit.

Die Unendlichkeit ist dem Stofflosen vorbehalten, dem Geist, wenn er sich vom Stoff trennt, der dieser ist endlich.
Hallo Elem. Luft,

Ja, unendlich ist in der Mathemathik eine Rechengröße und kann in Formeln verwandt werden.
Die Trennung zwischen Geist und Materie kannst du nicht berechnen, da jede Wirkung des Geistes immer einen Informationsfluß bedeutet und bis heute noch keine Informationsübermittlung ohne physikalischen Träger bekannt bzw. möglich ist.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Hallo Pjotr,

Zitat:
Die Trennung zwischen Geist und Materie kannst du nicht berechnen

nein, aber herbeiführen oder geduldig darauf warten. Unseren materiellen Körper müssen wir irgendwann alles verlassen.


Zitat:
da jede Wirkung des Geistes immer einen Informationsfluß bedeutet und bis heute noch keine Informationsübermittlung ohne physikalischen Träger bekannt bzw. möglich ist.


Ich fürchte, unser beider Verständnis von Geist ist ein jeweils anderes. Trotzdem würde auch ich in der Wirkung des Geistes einen Informationsfluss sehen, nur dass ich unter Geist einen metaphysischen Aspekt des Geschöpfes sehe. Das Gehirn ist Empfänger des geisigen Impulses.
Bekannt sind Phänomene wie Telepathie und Telekinese allerdings schon.
Hallo Elem. Luft,
Zitat:
Bekannt sind Phänomene wie Telepathie und Telekinese allerdings schon.


Soweit ich informiert bin, konnten sie in "Laborversuchen" noch nie zweifelsfrei belegt werden. Der größte Teil waren wohl eindeutig Betrügereien.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:


Soweit ich informiert bin, konnten sie in "Laborversuchen" noch nie zweifelsfrei belegt werden. Der größte Teil waren wohl eindeutig Betrügereien.

Pjotr Kala


Da lasse ich doch Aristoteles antworten:

"Es zeichnet einen gebildeten Geist aus, sich mit jenem Grad an Genauigkeit zufrieden zugeben, den die Natur der Dinge zulässt, und nicht dort Exaktheit zu suchen, wo nur Annäherung möglich ist."

(Nikomachische Ethik I, Kap.3, 25, 1094b)

Von Betrügereien kann man nicht grundsätzlich sprechen.

Gute Nacht
Hallo Elem. Luft,

Zitat:
Von Betrügereien kann man nicht grundsätzlich sprechen.


hmm, wie kommt es dann, daß sämtliche Versuche, die (sogar mit dem Einverständnis des Probanden für die Versuchsanordung) unter wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt wurden, bis auf ganz wenige heute noch ungeklärte Ausnahmen, keine oder nur Ergebnisse im Zufallsbereich zeigten? Und das, obwohl teilweise ganz nette Belohnungen abzuräumen sind.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

hmm, wie kommt es dann, daß sämtliche Versuche, die (sogar mit dem Einverständnis des Probanden für die Versuchsanordung) unter wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt wurden, bis auf ganz wenige heute noch ungeklärte Ausnahmen, keine oder nur Ergebnisse im Zufallsbereich zeigten?

Pjotr Kala



dito
Zwischen Mann und Frau scheint von Natur aus ein Verhältnis der Freundschaft oder der Liebe zu bestehen. Denn der Mensch ist durch seine Natur noch mehr zum eheliche als zur bürgerlichen Gemeinschaft bestimmt, da die Familie ursprünglicher und unentbehrlicher ist als der Staat und die Fortpflanzung allen Sinnenwesen gemeinsam ist. Bei den anderen Wesen nun beschränkt sich die Gemeinschaft und der Verkehr auf eben dieses letztere, die Menschen aber werden nicht bloß durch die Fortpflanzung, sondern auch durch die Bedürfnisse des Lebens zusammengeführt.
Die Aufgaben und Verrichtungen der beiden Geschlechter sind von vornherein geteilt und bei dem Mann andere als bei der Frau. Und so sind sie sich gegenseitig genug, indem beide ihre besonderen Gaben in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Darum ist in dem ehelichen Verhältnis das Nützliche und das Angenehme gleichermaßen anzutreffen. Diese Annehmlichkeit kann aber auch in der Tugend ihren Grund haben, wenn die Gatten sittlich gut sind, da jeder Eheteil seine eigentümliche Tugend besitzt, und das kann für sie eine Quelle der Lust sein.
Ein weiteres Band zwischen den Ehegatten scheinen die Kinder zu bilden, weshalb kinderlose Ehen sich leicht lösen. Denn die Kinder sind ein beiden gemeinsames Gut, und das Gemeinsame hält zusammen. Die Frage aber, wie der Mann mit der Frau und überhaupt der Freund mit dem Freund zusammenleben muss, scheint nichts anderes zu bedeuten als die Frage nach der Beschaffenheit des hier geltenden Rechtsverhältnisses. (…) So müssen die Gleichen nach Gleichheit im Lieben und in allem es einander gleich tun.

(Aristoteles, Nikomachische Ethik, Buch VIII Freundschaft, 1162a-1162b