Verse Aristoteles'


Hallo Elem.Luft,
von wem ist das Dichterwort?
Zitat:
daher das Dichterwort:
"Edles lernst du von Edlen"


Ja, ich denke, da gibt es nichts dran zu rütteln, auch der Rest des Zitats scheint in meinen Augen zeitlos gültig, auch wenn mir persönlich das Wort Zurechweisung nicht so gut gefällt. Doch ich denke , das ist mal wieder eine Frage der Definition.
Auf alle Fälle beeinflussen wir uns ständig gegenseitig. Wie wichtig also, sich in den Tugenden beeinflussen zu lassen.

"Jeder einzelne sollte sich bemühen, dem anderen beim gemeinsamen Voranschreiten zu helfen und ihn zu fördern." sagte auch 'Abdu'l-Bahá

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Hallo Linde,

Zitat:
auch wenn mir persönlich das Wort Zurechweisung nicht so gut gefällt. Doch ich denke , das ist mal wieder eine Frage der Definition.


Stimmt schon, aber ich denke man ahnt, wie es gemeint ist, denn ein Edler wird kaum von oben herab jemanden blamabel zusammenstauchen, sondern es ganz im Sinne des von dir angeführte Zitates tun.
Das erfordert natürlich auch Übung und Feingefühl.

Ich selber kann immer dann mit Kritik gut umgehen, wenn derjenige sich nicht den Anschein von Perfektion gibt, sondern aus seinem eigenen Leben erzählt, seine eigenen Schwächen miteinfließen lässt, um zu verstehen zu geben, dass auch er noch lernt, wenn auch auf einem anderen Gebiet als ich gerade. Autentische Menschen sind am glaubwürdigsten.
Authentizität ist gleichbedeutend mit Glaubwürdigkeit.

Hi Element Luft

Was macht glaubwürdig - in geschriebener Form ?


wie willst du vom ' Edlen ' lernen, wenn du nur
' zugegebene ' Schwächen als authentisch empfindest...
Lernen ist gleichbedeutend mit Veredelung.

und diese bringst du dir selber bei, indem du

- oberstes Gebot -

Achtsam durchs leben gehst.

Gedankenlosigkeit ist ein Verharren im Nicht-Lernen.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
Wer seine Schwächen erkannt hat, kann sie überwinden. Der "Edle" befindet sich in diesem Stadium der Reife und kann aus seiner Erfahrung heraus Vorbild sein. Jemand der seine Schwächen nicht sieht, mir aber meine aufzählt ohne mir aus seinem eigenen Erleben heraus Ratschläge zur Überwindung geben zu können, ist unglaubwürdig, oder schlimmer noch:überheblich. Meinem eigenen Stolz fällt es auch leichter von jemandem etwas anzunehmen, der nicht vom hohen Ross herab predigt, sondern sich ehrlich dazu bekennt, dieselben Schwächen zu kennen. So ergibt sich ein Gespräch auf Augenhöhe und derjenige, der etwas lernen möchte, muss sich nicht fühlen wie der letze Wurm. Gleichzeitig bekommt er Mut, dass es sich lohnt, an sich zu arbeiten, weil er das Vorbild hat.
Der "Edle", dem nichts menschliches fremd ist, kann Nähe zu Menschen aufbauen und ihnen mit Herzenswärme begegnen.
und was veredelt die Menschen ?

leider Gottes genau die Dinge , die man keinem Menschen wünscht, den man gern hat.

Schicksalsschläge
Angst Schmerz und Trauer - die Dinge , die
die Seele / Psyche ( in Eranos Worten )
reifen lassen.

nach meiner Überzeugung gibt es nur Lerneffekt durch
eigene Schmerzwahrnehmung.
Trost findet man allerdings gut
unter Menschen mit gleichen Schmerzerfahrungen,
aber anderen ' beibringen '
- ohne diese spezifische Lebenssituation/ Lebenserfahrung -
halte ich für unmöglich.
Zitat " Jeder nimmt von den ihm zusagenden Eigenschaften des Anderen einen Abdruck in sich auf "


Da kann ich überhaupt nix mit anfangen.
Den Dalai Lama, den finde ich toll.
Also er hat was, was mich be-eindruckt.
Ich kann kein copy-paste machen
und kenn auch nicht seine Geschichte.
Aber er vermittelt ein Gefühl - Ruhe, Gelassenheit, Warmherzigkeit, Wohlwollen .

Mit diesem Gefühls EIN - Druck kann ich das
Erlebte mit einem bereicherten positiven Gefühl verquicken.

Jedes Lernen , so sagt Hirnforscher Gerald Hüther, ist an ein Gefühl gekoppelt.
wenn du zur Schule gepeitscht worden bist, hat man es irgendwann geschafft,
dir jegliche Begeisterung auszutreiben.
Lernen wird dann negativ verknüpft.

Befindest du dich aber in einem emotionalen Jammertal ,
kannst auch nur Du dich darausziehen.
Tut es ein anderer, Psychologe, Therapeut
kriegst du nicht das
Feedback an deine Seele / Psyche
SELBST etwas bewirkt zu haben.
d.h.
du hast auch keine Chance, dich zu ' immunisieren '.

Und beim nächsten ähnlich gelagerten Break Down
bist du wieder auf externe Hilfe angewiesen.

Jammertäler sind der eindringliche Appell der Seele / Psyche,
sich auf den Weg zu machen,
und
- jedem Nachteil wohnt auch ein Vorteil inne - ( Parrot ' s Worte )
es gilt diesen zu finden
- selbständig.autonom.autark.autodidaktisch.

erst wenn du diesen Vorteil gefunden hast ,
etwas gefunden hast dass du POSITIV verquicken kannst,
- erlangst du deinen Lebensmut zurück
- beginnt etwas heil zu werden

und du beginnst mit deiner " Immunisierung ".


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sorry, was ein Laberflash heute

vielleicht ist grad wieder viel sonnenerruptive Strahlung in der Atmosphäre ^^
Ich stelle fest, dass du sehr "schmerzbezogen" denkst, wenn du dich zu den aristotelischen Versen äußerst. Es ist natürlich (leider) wahr, dass Veredelung auch durch schmerzhafte Erfahrungen stattfindet. Meiner Beobachatung nach, führen schmerzliche Erfahrungen und Schicksalsschläge aber nicht zwangsläufig zur Veredelung des Charakters. Es kann auch gegenteiliges eintreten.
Ich denke aber, dass Aristoteles etwas allgemeiner gedacht hat, wenn er davon spricht, dass man vom Edlen lernt. Es gibt viele Situationen im Alltag, in denen wir vielleicht hinterher feststellen, dass wir "besser" hätten handeln oder reagieren können. Etwa die Ungeduld mit der langsamen Kassiererin oder die Diskussion um Aufgabenverteilung mit dem Kollegen.
Oft ist es schon die Wortwahl und der Ton, die einem Wortwechsel die entscheidende Note geben. Ich schaue mir von einem "Edlen" gerne ab, wie souverän er mit Situationen umgeht, in denen ich dazu neige ungehalten zu werden. Meist erreicht der Ungehaltene (also ich) auch gar nichts, während der Souveräne (der Edle) durch Ruhe, Wortwahl und Auftreten doch noch sein Ziel erreicht.
Trost findet man wirklich eher bei Menschen, die das, was man gerade erlebt, selber kennen. Das wollte ich im Zusammenhang mit der Belehrung auch ausdrücken.
Hallo Fidu,

ich antworte hier auf deine PN. Ist doch keine Überstrapazierung des Forums, zum diskutieren ist dieser Strang doch da. Ja, richtig, ich habe deinen post von 23.51 übersehen.

Dir fällt es also nicht leicht, Aristoteles Feststellung:
Zitat:
" Jeder nimmt von den ihm zusagenden Eigenschaften des Anderen einen Abdruck in sich auf "

in deinem Leben und Erleben wiederzufinden. Ich hingegen finde mich in dieser Aussage wieder. Das kann man doch ruhig so stehen lassen.
Natürlich werde ich nichts von einem Menschen annehmen, der mich emotional negativ berührt und natürlich ist der Dalai Lama so weit entfernt, dass seine Ausstrahlung über den Fernseher mich nicht zu einem neuen Menschen macht, nur weil mich seine Aura ansprechen würde. Aber es gibt immer mal wieder Menschen, die meinen Weg kreuzen, die mich be-ein-drucken und die ich über einen bestimmten Zeitraum auch regelmäßig er-lebe. Natürlich kopiere ich dann nicht diese Leute, aber man kann sich Positives durchaus abkucken und derart transformierne, dass es zur eigenen Persönlichkeit passt.

Das Be-ein-druckt-werden funktioniert eigentlich auch anders herum. Man kann durchaus an anderen Menschen sehen, was man auf gar keinen Fall an sich selber möchte. Oder schlimmer, man bekommt eine Eigenschaft gespiegelt, die man dann erst erkennt, wenn sie einem an jemand anderem negativ auffällt.

Das positiv Beieindrucktwerden von einem "Edlen" ist aber die schönere Variante der Persönlichkeitsformung.
Elem. Luft hat folgendes geschrieben:
Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.
Also steht die Tugend und ebenso auch das Laster in unserer Gewalt. Denn wo das Tun in unserer Gewalt ist, da ist es auch das Lassen, und wo das Nein, da auch das Ja. Wenn also das Tun des Guten in unserer Gewalt steht,
dann auch das Unterlassen des Bösen; und wenn das Unterlassen des Guten in unserer Gewalt steht, dann auch das Tun des Bösen.




Hast du zufällig eine genaue Quelle für das Zitat?