Frage an Bahai


Burkl hat folgendes geschrieben:
glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Um das beurteilen zu können, müsstest du aber schon die höchste Form der Liebe kennen,


Was Liebe ist kann jeder Mensch erkennen und erfühlen, weil sie der Wesenskern unserer Seele ist, unser eigentliches Ziel.
Die höchste Form der Liebe, das Wesen der Liebe ist die "Selbstentäußerung".
Liebe ist sozusagen "Existenz auf den Anderen zu legen" - von der "Selbstexistenz" zur "Proexistenz" zu gelangen: Leben, damit andere leben können - als äußerste Konsequenz vielleicht auch das körperliche Leben hinzugeben.
Liebe ist ein ständiger Weg, liebes Glühwürmchen - ich nehme nicht in Anspruch dort schon angekommen zu sein. Ich glaube aber sehr wohl, dass es ein Mensch geschafft hat an dieses höchste Ziel zu gelangen - Jesus Christus. Und das gibt mir die Kraft diesen Weg weiterzugehen - in seiner Spur.

"Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt." (Joh 15,13).


Das hört sich für mich immer noch so nach Mittelalter an: weil wir so große Sünder sind, sollten wir wenigstens unser erbärmliches Leben für andere geben, damit es wenigstens irgendeinen Wert hat- in meinen Ohren klingt das erniedrigend.

Ich habe da eine andere Erfahrung gemacht, obwohl Dasselbe dabei heraus kommt, ist doch die Motivation eine andere:

Ich habe erkannt, dass die Schmerzen und Leiden meines Lebens- und das der anderen Menschen ihres Lebens- davon kommen, dass wir nicht vollkommen lieben, und die Schmerzen sind die Folgen des nicht-liebenden Verhaltens, so dass ich dazu kommen kann, meine Fehler zu erkennen wie Neid, Habsucht, Eigensinn, Angst, fehlendes Vertrauen, Groll, Eifersucht, Gier, Wut und solche Dinge.

So dass ich erkennen konnte, wie ich selbst durch zu wenig Liebe die Opfer meines Lebens herbei geführt habe in meiner fehlenden Erkenntnis.

Es war aber nicht Gott, der diese Opfer wollte, es war Gott, der mein Erkennen wollte, diese Opfer nicht mehr zu tun, indem ich nicht mehr weniger als Liebe gebe, und sowohl auch empfange, da das eine das andere ist.

Und wenn man dazu kommt zu lieben, so kommt man ja dazu, nicht mehr an sich selbst denken zu wollen, da an sich selbst zu denken die Liebe unterbricht, da Liebe immer etwas von sich weg Strömendes auf den anderen zu Strömendes bedeutet.

Um also nicht zu leiden, denkt man an das Du, an Gott also, denn dieses ist das einzige Du, das immer ansprechbar ist- aber nicht weil ich ein böser Sünder bin und Gott mein Opfer möchte, sondern weil ich selbst in der Liebe sein möchte.

So ist die höchste -oder reden wir mal lieber von höherer -Liebe ihrem Wesen nach zugleich völlig egoistisch- denn der Mensch möchte nicht mehr leiden und lernt daher, völlig von sich weg zu Gott zu denken- und völlig selbstlos, da die volle Liebe immer an den anderen denkt.

Das tut der andere aber auch, da es Gott ist, aus denselben Motiven, also gehört zum völlig selbstlosen Geben ja auch das bedingungslose Empfangen der völligen Liebe- was ich für den noch schwereren Teil halte.

Und damit hört das Opfern vollständig auf.
Dass das Geben sich damit vervielfacht ist selbstredend, aber das Geben ist so erquickend wie das Empfangen, denn es ist ein und Dasselbe.

Natürlich fällt es einem Menschen, der in dieser Liebesverbindung zu Gott steht, sehr einfach, alles, was er hat und was er geben kann, nicht nur Gott, sondern auch anderen Menschen zu geben, denn es ist kein Unterschied zwischen Gott und den Geschöpfen Gottes.

Also kann dieser sagen: ich habe mein Leben gegeben für Gott, denn bevor er dazu nicht bereit war, hat er auch die volle Liebe nicht erkannt, und dann kann er auch sein Leben für seine Freunde geben, was aber nicht bedeutet, dass er für andere stirbt, sondern dass er für andere lebt- nämlich die, die er trifft und mit denen er zusammen ist.
Denn wenn er in der vollen Liebe zu Gott steht, so steht er auch in der vollen Liebe zu seinen Freunden und dann gibt er alles, aber er empfängt auch alles und steht im vollen Reichtum des Paradieses, das nur immer mehr wird durch das Geben.

Aber dieses Geben hat dann in meinen Augen einen ganz anderen Wert als dieses mittelalterliche opfern, weil wir so wertlos sind.

Es ist ein Geben, das erkannt hat, das es selbst mehr wird durch das Geben und dass somit alles mehr wird, wenn es selbst mehr wird.

Dieses Bewusstsein macht sich nicht klein, sondern es stellt sich neben Gott mit Gott als bestem Freund- natürlich in dem Wissen wie klein es neben Gott ist, aber von Gott dennoch vollstens geliebt ist- und die anderen Menschen in dem Wissen, dass es etwas zu geben hat, nämlich die volle Liebe und dass es diese ebendrum auch empfangen kann.

Natürlich ist der Grad zur Selbstüberschätzung schmal, denn bevor der Mensch dieses Bewusstsein haben kann, muss er sich schon sicher sein, dass es nur Liebe ist, das er gibt- und da mag sich der eine oder andere lange täuschen...aber Gott weiß schon, wie er seine Schäfchen zur Einsicht bringt.

Das Ziel jedenfalls dieser Führung ist der Mensch, der sich weder unter noch über andere Menschen stellt und weiß, was er kann und was nicht, aber niemals über Gott, dem er für immer weit unterlegen bleibt, denn ein Geschöpf kann niemals dem Schöpfer gleich sein- aber er kann lernen, vom Schöpfer das zu empfangen, zu was er gedacht wurde.
Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
aber niemals über Gott, dem er für immer weit unterlegen bleibt


Als Christen glauben wir eben, dass Gott uns so sehr liebt, dass er uns nicht als "Unterlegene", als Untertanen haben will, sondern als "Gleiche". Es ist Wesen der Liebe, dass sie nur ihr wahres Wesen hat, wenn sie sich "machtlos" entfaltet, das heißt im Letzten auf das "über dem Anderen Sein" verzichtet. Die Macht der Liebe zeigt sich im Verzicht auf die Macht.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
denn ein Geschöpf kann niemals dem Schöpfer gleich sein


Aber der allmächtige Schöpfer seinem Geschöpf - und dabei trotz des Teilens unserer menschlichen Ohnmacht selbst allmächtig bleiben.
Und genau das hat er nach christlichem Glauben getan: Weil Gott "Ja" zum Menschen sagen wollte. So sehr ja, dass er uns "in sich hineingeholt hat". Jesus Christus ist sozusagen das "fleischgewordene JA" Gottes zu seiner größten Liebe - dem Menschen.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Das hört sich für mich immer noch so nach Mittelalter an: weil wir so große Sünder sind, sollten wir wenigstens unser erbärmliches Leben für andere geben, damit es wenigstens irgendeinen Wert hat- in meinen Ohren klingt das erniedrigend.


Ist es auch. Aber der Mensch findet sich eben genau in der Selbsterniedrigung, nicht in der Selbsterhöhung - das ist ja die Provokation des Christentums, weil genau das auf unseren falschen Stolz drückt.
Doch die Erniedrigung ist nur eine scheinbare: Denn im Machtverzicht, im "Kleinwerden", liegt die eigentliche Macht - nämlich die Macht der Liebe. Dass der Mensch dies nicht erkennen will, zu stolz dafür ist, zuviel Angst davor hat, ist das Dilemma des Menschseins, das im Vergleich zum beispielhaften Menschen Gottes Jesus Christus deutlich wird:

"Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
Er war Gott gleich, / hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
sondern er entäußerte sich / und wurde wie ein Sklave / und den Menschen gleich. / Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich / und war gehorsam bis zum Tod, / bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht / und ihm den Namen verliehen, / der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde / ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt: / «Jesus Christus ist der Herr» - / zur Ehre Gottes, des Vaters." (Phil 2, 5-11)

Wenn selbst der, der Gott gleich ist, der die ganze Macht hat, aus Liebe auf die Macht verzichtet auf sein "Großsein" verzichtet und gerade so seine Größe zeigt - die Größe der Liebe - um wieviel mehr muss das uns dazu bringen auf unser kleines Quäntchen Macht zu verzichten - und zum Diener zu werden. Und genau dort unsere Größe von Gott verliehen zu bekommen - als Diener der Liebe.
Burkl hat folgendes geschrieben:


Als Christen glauben wir eben, dass Gott uns so sehr liebt, dass er uns nicht als "Unterlegene", als Untertanen haben will, sondern als "Gleiche". Es ist Wesen der Liebe, dass sie nur ihr wahres Wesen hat, wenn sie sich "machtlos" entfaltet, das heißt im Letzten auf das "über dem Anderen Sein" verzichtet. Die Macht der Liebe zeigt sich im Verzicht auf die Macht.


Zitat:
Ist es auch. Aber der Mensch findet sich eben genau in der Selbsterniedrigung, nicht in der Selbsterhöhung - das ist ja die Provokation des Christentums, weil genau das auf unseren falschen Stolz drückt.


Das widerspricht sich doch.

Wobei ich eigentlich meine, dass wir das gleich sehen, bis auf die Sache mit Jesus, aber ich sehe dieses "gleich" zwischen Gott und dem Mensch nicht in der Macht, sondern im Empfinden.

Gott will sicher, dass wir lernen, die Liebe, die Gott selbst ist, zu empfinden, dadurch empfinden wir uns als gleich, ja, aber niemals haben wir die Macht, die Gott hat, denn Gott lenkt das Leben und wir sind nur die Gelenkten- das bleibt ja dann doch ein großer Unterschied.
Zitat:
Doch die Erniedrigung ist nur eine scheinbare: Denn im Machtverzicht, im "Kleinwerden", liegt die eigentliche Macht - nämlich die Macht der Liebe. Dass der Mensch dies nicht erkennen will, zu stolz dafür ist, zuviel Angst davor hat, ist das Dilemma des Menschseins.


Das sehe ich auch so, das heißt aber dennoch nicht, dass es das Edelste ist, für einen anderen Menschen zu sterben, denn darum ging es ja eigentlich, sondern darum, für einen anderen Menschen zu leben.

Ich wollte ja nur anführen, dass es einen Menschen nicht glücklicher macht, wenn ein anderer für ihn stirbt, sondern dass das diesen auch unglücklich macht; und dass es Menschen glücklich macht, wenn sie füreinander leben und dass das Wort: sein Leben geben- nicht so ausgelegt zu werden braucht, dass man für jemanden stirbt, sondern dass man alles, was man hat, also sein Leben, einem anderen gibt.

Jede normale Mutter tut das und natürlich würde sie auch für ihr Kind sterben, aber nicht am Liebsten und für das Kind wäre das auch nicht am Schönsten, sondern das Schlimmste.

Man muss ja auch erst mal damit leben können, dass jemand für einen stirbt, das erledigt einen doch für Jahre.

Sein Leben geben heißt doch, sich selbst geben mit allem, was man ist und hat und nicht sterben und sich aus der Affäre ziehen und seine Liebsten damit ins Unglück zu bringen.
Liebes Glühwürmchen, lieber Burkl!

Die Grösse, die uns Jesus im Zeitpunkt seines Todes gezeigt hat, ist das bedingungslose Verzeihen, denn seine letzten Worte waren: " Vater vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" Dieses Verzeihen sollten wir uns als Vorbild nehmen, denn es ist nicht abhängig von einer eventuellen Reue des Schuldigers und hat deshalb soviel Kraft und Wirkung.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
denn Gott lenkt das Leben und wir sind nur die Gelenkten


Ich glaube wir haben mehr Freiheit - es gibt eine "wechselseitige Dynamik" zwischen Schöpfer und Geschöpf, die mehr ist als nur die bloße "Lenkung durch Gott".

"Der "Plan Gottes" und die "menschliche Freiheit" sind kein Widerspruch und der Mensch ist im herkömmlich verstandenen Sinne nicht etwa eine "Marionette" Gottes:

Es gab ein Ehepaar, das ein Marionettentheater betreibt. Das Ehepaar erklärte mir, der Marionettenspieler bewege zwar die Marionette, aber die Marionette hätte auch ein Eigenleben, eine Persönlichkeit. Dieses Eigenleben "wirkt zurück" auf den Marionettenspieler, der wiederum die "Lenkimpulse" entsprechend adaptiert.

Auch Gott trägt alle unsere willentlichen und körperlichen Bewegungen, dennoch ist bei Weitem nicht nicht alles vorausbestimmt."

Kardinal Christoph Schönborn

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Das sehe ich auch so, das heißt aber dennoch nicht, dass es das Edelste ist, für einen anderen Menschen zu sterben, denn darum ging es ja eigentlich, sondern darum, für einen anderen Menschen zu leben.


Das ist richtig, im Glauben geht es um Leben - sogar um das Leben in Fülle, das eigentliche Leben, nach dem sich der Mensch sehnt.
Im christlichem Glauben wird durch die Wiedergeburt im Geist, welche die Taufe ist, sozusagen das Leben ins Unendliche hinein erweitert. Der Tod ist durch die Taufe nicht mehr "Schlusspunkt", sondern "Doppelpunkt".
Es kann also durchaus sein, dass der gesamte Lebensweg, im Rahmen dessen der Tod für einen Christen nur noch eine Station ist - denn das Ziel liegt im Himmel - die Hingabe des körperlichen Lebens der heilbringendste Akt sein kann. Im Einzelfall kann das ein schweres Ringen mit sich bringen - soll man nach Hause zum Vater im Himmel gehen, oder wird man noch in dieser Welt - vielleicht von seiner Familie oder anderen lieben Menschen - gebraucht?

Ein gutes Beispiel für einen heiligmäßigen Menschen, der dieses Ringen ganz stark durchlebt hat, ist der Selige Franz Jägerstätter. Vielleicht möchtest du dich näher mit seinem Leben befassen - und mit der tiefen Beziehung, die er zu seiner frommen Frau hatte, die durch seine Entscheidung zur Witwe wurde.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Gott will sicher, dass wir lernen, die Liebe, die Gott selbst ist, zu empfinden,


Ja genau. Darum geht es im Glauben - an der Liebe Gottes, die sein Wesen ist, Anteil zu haben.

Sehr vielen jüdischen und islamischen Kindern wird auf dem Schoß ihrer Eltern von dem großen Glück erzählt, dass Gott zu ihnen gesprochen hat, seine Gesetze offenbart hat. Für diese Gesetze sind wir Christen auch dankbar, weil sie so wertvolle und gute Anleitungen auf dem Lebensweg sind - wie gut und von tiefer zeitloser Wahrheit sind zum Beispiel die zehn Gebote.

Wir Christen sind darüber hinaus aber sehr dankbar dafür, unseren Kindern vermitteln zu können, dass wir einen Gott haben, der nicht nur durch Boten zu uns spricht, sondern uns in seiner großen Barmherzigkeit sogar einen unmittelbaren Zugang zu sich eröffnet hat. Die Beziehung zu Jesus Christus ist sozusagen unmittelbare Teilhabe an Gott, weil Christus selbst als Sohn Gottes Teil des innergöttlichen Beziehungsgeschehens ist.

"Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden." (Joh 10,9)

Im griechischen Original steht dort thura - "Zugang" - Jesus ist also der Zugang ins Innere Gottes. Christentum ist demzufolge das Eintreten in die die Liebe zwischen Gott-Sohn und Gott-Vater, die gemeinsam im Band des Heiligen Geistes vereint sind. Damit tritt der Mensch unmittelbar in die göttliche Liebe ein, was ihn "auf die Stufe Gottes" erhebt und erlöst - mit Körper, Geist und Seele.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
ja, aber niemals haben wir die Macht, die Gott hat,


Aber wie haben die Macht Kinder Gottes zu werden, in ihn einzutreten. Und das ist eine große Macht, weil sie das menschliche Leben "vergöttlicht" - auf die Stufe Gottes hinaufhebt.

"Allen aber, die ihn aufnahmen, / gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben" (Joh 1,12)

Durch den Zugang zu Gott zum Kind Gottes zu werden ist das Schönste, was einem Menschen möglich sein kann, weil damit der Mensch an sein höchstes Ziel gelangt - sein Leben in Gott einzufügen und es so unzerstörbar und ewig glückselig zu machen.
leuthner hat folgendes geschrieben:

Die Grösse, die uns Jesus im Zeitpunkt seines Todes gezeigt hat, ist das bedingungslose Verzeihen, denn seine letzten Worte waren: " Vater vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" Dieses Verzeihen sollten wir uns als Vorbild nehmen, denn es ist nicht abhängig von einer eventuellen Reue des Schuldigers und hat deshalb soviel Kraft und Wirkung.


Das ist ein sehr wahres Wort, lieber Erich. Denn wahre Liebe "kann gar nicht anders" als das Böse nicht nachzutragen. Und das kann Menschen verändern: Die Erfahrung, dass ihnen ihr Böses nicht "angerechnet" wird. Dass sie bedingungslos geliebt sind, selbst wenn ihre Taten nicht liebenswert sind. Gottes Gerechtigkeit ist seine Liebe, in deren Licht Gut und Böse offenbar wird - das Gute wird durch dieses Licht klar hervorgebracht, das Böse wird durch es verbannt.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
denn Gott lenkt das Leben und wir sind nur die Gelenkten


Ich glaube wir haben mehr Freiheit - es gibt eine "wechselseitige Dynamik" zwischen Schöpfer und Geschöpf, die mehr ist als nur die bloße "Lenkung durch Gott".

"Der "Plan Gottes" und die "menschliche Freiheit" sind kein Widerspruch und der Mensch ist im herkömmlich verstandenen Sinne nicht etwa eine "Marionette" Gottes:

Es gab ein Ehepaar, das ein Marionettentheater betreibt. Das Ehepaar erklärte mir, der Marionettenspieler bewege zwar die Marionette, aber die Marionette hätte auch ein Eigenleben, eine Persönlichkeit. Dieses Eigenleben "wirkt zurück" auf den Marionettenspieler, der wiederum die "Lenkimpulse" entsprechend adaptiert.

Auch Gott trägt alle unsere willentlichen und körperlichen Bewegungen, dennoch ist bei Weitem nicht nicht alles vorausbestimmt."

Kardinal Christoph Schönborn

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Das sehe ich auch so, das heißt aber dennoch nicht, dass es das Edelste ist, für einen anderen Menschen zu sterben, denn darum ging es ja eigentlich, sondern darum, für einen anderen Menschen zu leben.


Das ist richtig, im Glauben geht es um Leben - sogar um das Leben in Fülle, das eigentliche Leben, nach dem sich der Mensch sehnt.
Im christlichem Glauben wird durch die Wiedergeburt im Geist, welche die Taufe ist, sozusagen das Leben ins Unendliche hinein erweitert. Der Tod ist durch die Taufe nicht mehr "Schlusspunkt", sondern "Doppelpunkt".
Es kann also durchaus sein, dass der gesamte Lebensweg, im Rahmen dessen der Tod für einen Christen nur noch eine Station ist - denn das Ziel liegt im Himmel - die Hingabe des körperlichen Lebens der heilbringendste Akt sein kann. Im Einzelfall kann das ein schweres Ringen mit sich bringen - soll man nach Hause zum Vater im Himmel gehen, oder wird man noch in dieser Welt - vielleicht von seiner Familie oder anderen lieben Menschen - gebraucht?

Ein gutes Beispiel für einen heiligmäßigen Menschen, der dieses Ringen ganz stark durchlebt hat, ist der Selige Franz Jägerstätter. Vielleicht möchtest du dich näher mit seinem Leben befassen - und mit der tiefen Beziehung, die er zu seiner frommen Frau hatte, die durch seine Entscheidung zur Witwe wurde.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
Gott will sicher, dass wir lernen, die Liebe, die Gott selbst ist, zu empfinden,


Ja genau. Darum geht es im Glauben - an der Liebe Gottes, die sein Wesen ist, Anteil zu haben.

Sehr vielen jüdischen und islamischen Kindern wird auf dem Schoß ihrer Eltern von dem großen Glück erzählt, dass Gott zu ihnen gesprochen hat, seine Gesetze offenbart hat. Für diese Gesetze sind wir Christen auch dankbar, weil sie so wertvolle und gute Anleitungen auf dem Lebensweg sind - wie gut und von tiefer zeitloser Wahrheit sind zum Beispiel die zehn Gebote.

Wir Christen sind darüber hinaus aber sehr dankbar dafür, unseren Kindern vermitteln zu können, dass wir einen Gott haben, der nicht nur durch Boten zu uns spricht, sondern uns in seiner großen Barmherzigkeit sogar einen unmittelbaren Zugang zu sich eröffnet hat. Die Beziehung zu Jesus Christus ist sozusagen unmittelbare Teilhabe an Gott, weil Christus selbst als Sohn Gottes Teil des innergöttlichen Beziehungsgeschehens ist.

"Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden." (Joh 10,9)

Im griechischen Original steht dort thura - "Zugang" - Jesus ist also der Zugang ins Innere Gottes. Christentum ist demzufolge das Eintreten in die die Liebe zwischen Gott-Sohn und Gott-Vater, die gemeinsam im Band des Heiligen Geistes vereint sind. Damit tritt der Mensch unmittelbar in die göttliche Liebe ein, was ihn "auf die Stufe Gottes" erhebt und erlöst - mit Körper, Geist und Seele.

Glühwürmchen hat folgendes geschrieben:
ja, aber niemals haben wir die Macht, die Gott hat,


Aber wie haben die Macht Kinder Gottes zu werden, in ihn einzutreten. Und das ist eine große Macht, weil sie das menschliche Leben "vergöttlicht" - auf die Stufe Gottes hinaufhebt.

"Allen aber, die ihn aufnahmen, / gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben" (Joh 1,12)

Durch den Zugang zu Gott zum Kind Gottes zu werden ist das Schönste, was einem Menschen möglich sein kann, weil damit der Mensch an sein höchstes Ziel gelangt - sein Leben in Gott einzufügen und es so unzerstörbar und ewig glückselig zu machen.


Lieber Burkl!

Ich muss Kardinal Schönborn insofern rechtgeben, dass dann, wenn wir Menschen im Herzen sind, das Karma überwunden ist und die Vorausbestimmtheit endet. Allerdings gibt es im christlichen Glauben kein Karma, da wir Menschen ja angeblich immer einen freien Willen haben, den ich bestreite, da gilt, dass das, was du säst, du auch erntest.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Liebe Freunde,

wir sind hier weit vom Thema abgekommen. Es lautet "Frage an Baha'i"
Ich möchte Euch bitten, Eure eventuellen Fragen hier zu posten.

Liebe Grüße von Minou

_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten