Was lest ihr gerade?


Ich lese gerade wieder mal den Dunklen-Turm-Zyklus. Eine meiner Lieblingsbuchreihen.

Long Road hat folgendes geschrieben:
Ich lese gerade einen Ratgeber über Morgul-Stein-Kinder.


Hab mein Morgul-Stein Kind schon bei nem Bootcamp mit Dieter Bohlen angemeldet. Wird auf RTL gesendet. Ich wusste schon immer, dass ich ein besonderes Kind habe.
Bernh hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Bernh hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Und heute:

The Third Reich revisited: The war generation - A new television drama about wartime Germany stirs up controversy in The Economist.

http://www.economist.com/news/europ.....ontroversy-war-generation


Hast Du den Dreiteiler gesehen?


Ja. Sogar mal 'live' im TV.


Hast Du eine Meinung dazu?

'
Ja.

Ich bin jemand der da eher skeptisch ist. Filmisch waren die drei Teile ja durchaus gut und sie haben auch einen notwendigen Diskurs wieder angestoßen.

Zugleich scheint der Film aber alte Klischees wieder aufzugreifen. Von den fünf Protagonisten war kein einziger Nazi. Selbst die beiden die zu 'Nazi-Tätern' wurden waren letztlich dazu gezwungen. Es waren halt doch alles 'irgendwelche Nazis' aber die die Deutschen an sich waren allenfalls - wenn überhaupt - durch diese gezwungen schlechte Dinge zu machen.

Zudem räumte der Film doch dem Antisemitismus der polnischen Bevölkerung und der sexuellen Gewalt durch sowjetische Soldaten einen großen Raum ein. Nicht das es beides nicht gab und das beides nicht schlimm war. Aber besonders ersterem wird doch ein so großer Raum eingeräumt, dass es fast den Eindruck erweckt als seien die Polen schlimmere Antisemiten gewesen als die Deutschen.

Und wie siehst du den Film?
Gerade gelesen, von einer Bekannten geschrieben:

Samira Rosenbaum, Immer mehr Studenten greifen zu Psychopharmaka:
Hochschüler fühlen sich häufig überfordert in Nürnberger Zeitung

http://www.nordbayern.de/nuernberge.....-psychopharmaka-1.2782736
Ich lese zur Zeit (allerdings immer mit vielen Unterbrechungen) von John Lane
"Das einfache Leben"

der Titel sagt schon alles
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Tobias hat folgendes geschrieben:

Ja.

Ich bin jemand der da eher skeptisch ist. Filmisch waren die drei Teile ja durchaus gut und sie haben auch einen notwendigen Diskurs wieder angestoßen.

Zugleich scheint der Film aber alte Klischees wieder aufzugreifen. Von den fünf Protagonisten war kein einziger Nazi. Selbst die beiden die zu 'Nazi-Tätern' wurden waren letztlich dazu gezwungen. Es waren halt doch alles 'irgendwelche Nazis' aber die die Deutschen an sich waren allenfalls - wenn überhaupt - durch diese gezwungen schlechte Dinge zu machen.

Zudem räumte der Film doch dem Antisemitismus der polnischen Bevölkerung und der sexuellen Gewalt durch sowjetische Soldaten einen großen Raum ein. Nicht das es beides nicht gab und das beides nicht schlimm war. Aber besonders ersterem wird doch ein so großer Raum eingeräumt, dass es fast den Eindruck erweckt als seien die Polen schlimmere Antisemiten gewesen als die Deutschen.

Und wie siehst du den Film?


Die Kritikpunkte, die Du anführst, kann ich nachvollziehen. Zwar werden "echte Nazis" gezeigt (die beiden SS-Offiziere), aber über ihr Innenleben erfährt man ja nichts, sie sind einfach nur klischeehaft böse.

Dass die fünf Schlüsselfiguren keine Nazis, sondern "ganz normale", unpolitische junge Leute sind, ist meiner Meinung nach sowohl Stärke, als auch Schwäche des Films.

Schwäche, weil, wie Du sagst, man zu dem Schluss kommen könnte, die Deutschen waren nur Opfer der Umstände. Aber eine Stärke ist es, weil es Identifikation mit ihnen ermöglicht -- wie sollte man sich schon mit einem glühenden Rassentheoretiker oder dumpfen Schläger aus heutiger Sicht identifizieren? Und dass es sicher viele Deutsche gab, die ähnlich gedacht haben wie diese Figuren (d.h. politisch meist gar nicht gedacht), entspricht ja sicher auch den Tatsachen. Das verdient auch eine Geschichte, selbst wenn Ewiggestrige das missverstehen könnten.

(Und inzwischen sind wir in Deutschland vielleicht weit genug, auch so eine Geschichte zu erzählen, weil eigentlich so gut wie jeder über die deutsche Schuld bescheid weiß -- mit Ausnahme der paar Honks, die es sowieso nie verstehen werden.)

Klischees gab es ja eine ganze Menge. Zum Beispiel der jüdische Vater, der sich selbst als stolzer Deutscher betrachtet, oder die Vergewaltigungsgeschichte samt sowjetischer Offizierin. Oder der ehemalige SS-Mann, der nach der Kapitulation für die Alliierten weiterarbeitet. Aber die, fand ich, waren zumeist verständliche Zugeständnisse an die Dramatik. Nur halt etwas außergewöhnlich neues waren sie eben auch nicht. Es waren in dem Sinne auch nicht "faktisch falsche" Klischees.

Was den polnischen Antisemitismus angeht -- vielleicht weißt Du da besser bescheid als ich, aber nach allem, was ich gelesen habe, entsprach das durchaus der Realität. Immer wieder kann man lesen, dass Polen die Spitze der antisemitischen Einstellungen in Europa vor 1933 einnahm. Und auch unter Israelis haben Polen beinahe eine so schlechte Reputation wie Deutsche. Nun mag das ein deutscher Zuschauer falsch verstehen, ok.
Bernh hat folgendes geschrieben:
Was den polnischen Antisemitismus angeht -- vielleicht weißt Du da besser bescheid als ich, aber nach allem, was ich gelesen habe, entsprach das durchaus der Realität. Immer wieder kann man lesen, dass Polen die Spitze der antisemitischen Einstellungen in Europa vor 1933 einnahm. Und auch unter Israelis haben Polen beinahe eine so schlechte Reputation wie Deutsche. Nun mag das ein deutscher Zuschauer falsch verstehen, ok.


Ja den polnischen Antisemitismus gab es wirklich. Überhaupt waren die ersten antijüdischen Pogrome im 20. Jahrhundert ja in Osteuropa.

Was mir etwas übel aufgestoßen war ist wie umfangreich und zeitintensiv dieser in einem deutschen Film dargestellt wurde der "Unsere Mütter, Unsere Väter" heißt. Das kann man schon als Relativierung des deutschen Antisemitismus verstehen. Zumindest meinem Gefühl nach machten die polnischen Widerstandskämpfer mehr antisemitische Aussagen als die Angehörigen der Wehrmacht, auf jeden Fall aber als die Hauptfiguren.
Bernh hat folgendes geschrieben:
Die Kritikpunkte, die Du anführst, kann ich nachvollziehen. Zwar werden "echte Nazis" gezeigt (die beiden SS-Offiziere), aber über ihr Innenleben erfährt man ja nichts, sie sind einfach nur klischeehaft böse.


Und nicht nur 'politisch böse' sondern auch privat mit einer sehr starken Charakterschwäche ausgestattet. Aber, wie du sagst, über ihr Innenleben erfährt man nichts. Dadurch unterscheiden sie sich so sehr von den Protagonisten, dass man sie kaum als Charaktere wahrnimmt, sondern vielmehr schon von Anfang an als den Feind, welcher die eigentlich guten Protagonisten misshandelt indem er sie zu bösen Dingen zwingt.

Bernh hat folgendes geschrieben:
Dass die fünf Schlüsselfiguren keine Nazis, sondern "ganz normale", unpolitische junge Leute sind, ist meiner Meinung nach sowohl Stärke, als auch Schwäche des Films.

Schwäche, weil, wie Du sagst, man zu dem Schluss kommen könnte, die Deutschen waren nur Opfer der Umstände. Aber eine Stärke ist es, weil es Identifikation mit ihnen ermöglicht -- wie sollte man sich schon mit einem glühenden Rassentheoretiker oder dumpfen Schläger aus heutiger Sicht identifizieren? Und dass es sicher viele Deutsche gab, die ähnlich gedacht haben wie diese Figuren (d.h. politisch meist gar nicht gedacht), entspricht ja sicher auch den Tatsachen. Das verdient auch eine Geschichte, selbst wenn Ewiggestrige das missverstehen könnten.

(Und inzwischen sind wir in Deutschland vielleicht weit genug, auch so eine Geschichte zu erzählen, weil eigentlich so gut wie jeder über die deutsche Schuld bescheid weiß -- mit Ausnahme der paar Honks, die es sowieso nie verstehen werden.)


Da man sich in der Regel ja irgendwie mit den Protagonisten identifizieren soll (oder zumindest eine gewisse Empathie mit ihnen aufbauen soll) ist die Entscheidung die Protagonisten in sofern schon nachvollziehbar. Einen Charakter zu nehmen der aus gewissen Umständen heraus 'nachvollziehbar' Nazi war wird traute man sich offenbar nicht. Aber wenn die Gruppe von fünf jungen Menschen auch nur halbwegs repräsentativ hätte sein sollen, dann hätte es so einen doch darin gebraucht. Stattdessen wurden solche Leute allenfalls in der Form von Kameraden bei der Wehrmacht als Randfiguren gezeigt.
Wenn ich mit dem zug fahre lese ich was aus liebe geschieht.
Ich habe Heute denke nicht an einen blauen Elefanten gelesen, ich finde das Buch schwierig zu lesen, und nebenbei langweilig.

Was die seele krank macht, und was sie heilt.
Das Buch ist mir allerdings zu einfach geschrieben, und ich kann nicht alles nachvollziehen.
Nie mehr Wetterfühlig von Ernst Stürmer.

Das Buch zeigt welche Krankheiten bei wetterfühligkeit vorkommen können.
Und das empfindliche oder auch verweiblichte Menschen eher daran leiden können.
Und auch das vieles angeblich Einbildung ist, und man durch richtiges denken nicht wetterfühlig ist, und das wegbekommt.