Die religiösen Formen der Massenüberzeugungen


http://www.gleichsatz.de/b-u-t/spdk/glebon.html

Zitat:
Wir haben gesehen, daß die Massen nicht überlegen, daß sie Ideen in Bausch und Bogen annehmen oder verwerfen, weder Auseinandersetzung noch Widerspruch dulden, und daß die Einflüsse, die auf sie wirken, den Bereich ihrer Vernunft gänzlich erfüllen und danach streben, sich sogleich in die Tat umzusetzen. Wir haben gezeigt, daß die entsprechend beeinflußten Massen bereit sind, sich für das Ideal zu opfern, das man ihnen suggeriert hat. Wir haben schließlich festgestellt, daß sie nur heftige und extreme Gefühle kennen. Die Zuneigung wird bei ihnen schnell zur Anbetung, und kaum geborene Abneigung wandelt sich in Haß. Diese allgemeinen Merkmale lassen uns die Art ihrer Überzeugungen ahnen.


Stimmt oder stimmt nicht ?

Zitat:
Die nähere Untersuchung der Überzeugungen der Masse, sowohl in den Zeiten des Glaubens, als in den großen politischen Erhebungen, wie etwa im vorigen Jahrhundert, ergibt, daß diese Überzeugungen stets eine besondere Form aufweisen, die ich nicht besser zu bezeichnen weiß als mit dem Namen des religiösen Gefühls.


Religion will also führen. Wo der Staat eigenständig agiert, mit einer Religion, deren ethische Grundlagen er in seine Gesetze einbindet, aber trotzdem über die Religionsfreiheit allen Menschen eine Heimat gibt, ist ein demokratisch geführter Staat möglich.

Zitat:
Dies Gefühl, besitzt sehr einfache Kennzeichen: Anbetung eines vermeintlich höheren Wesens, Furcht vor der Gewalt, die ihm zugeschrieben wird, blinde Unterwerfung unter seine Befehle, Unfähigkeit, seinen Glaubenslehren zu untersuchen, die Bestrebung, sie zu verbreiten, die Neigung, alle als Feinde zu betrachten, die sie nicht annehmen. Ob sich ein derartiges Gefühl auf einen unsichtbaren Gott, auf ein steinernes Idol, auf einen Helden oder auf eine politische Idee richtet - sobald es die angeführten Merkmale aufweist, ist es immer religiöser Art. Das Übernatürliche und das Wunderbare sind überall darin wiederzuerkennen. Die Massen umkleiden das politische Bekenntnis oder den siegreichen Anführer, der sie für den Augenblick zur Schwärmerei hinreißt, mit derselben geheimnnisvollen Macht.


Welche Religion verlangt blinden Gehorsam und ist es für unsere heutige Zeit noch sinnvoll ?

Zitat:
Nicht nur dann ist man religiös, wenn man eine Gottheit anbetet, sondern auch dann, wenn man alle Kräfte seines Geistes, alle Unterwerfung seines Willens, alles Gluten des Fanatismus dem Dienst einer Macht oder eines Wesens weiht, das zum Ziele und Führer der Gedanken und Handlungen wird.


Es wäre die Frage, ob Menschen es noch brauchen und sich dann wohler fühlen, wenn Führer verschiedener Art für sie denken ?

Zitat:
Mit dem religiösen Gefühl sind gewöhnlich Unduldsamkeit und Fanatismus verbunden. Sie sind unausbleiblich bei allen, die das Geheimnis des irdischen und himmlischen Glückes zu besitzen glauben. Die beiden Eigenschaften sind bei allen in einer Gruppe vereinigten Menschen wiederzufinden, wenn irgendein Glaube sie erhebt. Die Jakobiner der Schreckenstage waren ebenso tief religiös wie die Katholiken der Inquisition, und ihr grausamer Eifer entsprang der gleichen Quelle.


Wenn man bedenkt, wann Le Bon diese Zeilen geschrieben hat, dann können wir feststellen, es hat sich wenig geändert.

Demzufolge fielen unter diese Prämisse auch Atheisten und Agnostiker darunter.

Zitat:
Die Überzeugungen der Massen nehmen die Eigenschaften der blinden Unterwerfung, der grausamen Unduldsamkeit und des Bedürfnisses nach Verbreitung an, die mit dem religiösen Gefühl verbunden sind, so daß man also sagen kann, alle ihre Überzeugungen haben eine religiöse Form. Der Held, dem die Masse zujubelt, ist in der Tat ein Gott für sie. NAPOLEON war es fünfzehn Jahre lang, und keine Gottheit hat eifrigere Anbeter gehabt; auch sandte keine die Menschen leichter in den Tod. Die Heiden- und Christengötter übten niemals ein vollkommenere Herrschaft über die Seelen aus.
weiteren Text nach Bedarf lesen.

Herrscher und Führer aller Art haben immer die Massen dominiert.

Das Thema ist nach wie vor aktuell.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
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