Die Bedeutung der Kreuzigung Jesu aus Sicht der Bahai


Abdulbaha (Beantwortete Fragen 29,10-13) hat folgendes geschrieben:
Christus, der das Wort Gottes ist, hat sich selbst geopfert. Dieses Opfer hat zwei Bedeutungen, eine offensichtliche und eine verborgene. Die äußere Bedeutung ist folgende: Christi Absicht war, eine Sache zu vertreten und zu fördern, die das Menschengeschlecht erziehen, die Kinder Adams neu beleben und die ganze Menschheit erleuchten sollte. Weil aber die Offenbarung einer solch großen Sache - einer Sache, die im Widerspruch zu allen Menschen, Völkern und Obrigkeiten stand - es in sich schloß, daß Er getötet und gekreuzigt würde, hat Christus, indem Er Seine Sendung verkündete, Sein Leben hingegeben. Für Ihn war das Kreuz wie ein Thron, die Wunden wie Balsam, das Gift wie Honig und Zucker. Er erhob Sich, die Menschen zu lehren und zu erziehen, und so opferte Er sich, um den Geist des Lebens zu spenden. Sein Leib starb, damit Sein Geist die Menschen neu beseele.

Die andere Bedeutung des Opfers ist die: Christus war wie ein Samenkorn, und dieses Samenkorn opferte seine eigene Gestalt, damit der Baum wachse und sich entfalte. Wenn auch die Form des Samenkorns zugrunde ging, so offenbarte sich seine Wirklichkeit in vollendeter, majestätischer Pracht und Schönheit in der Gestalt eines Baumes.

Die Stufe Christi war reine Vollkommenheit; Er ließ Seine göttlichen Vollkommenheiten wie Strahlen der Sonne auf alle gläubigen Seelen fallen, und die Gaben des Lichts schienen und leuchteten in der Wirklichkeit der Menschen. Daher sagt Er: "Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit." Das heißt, daß jeder, der an diesem himmlischen Mahl teilnimmt, ewiges Leben findet; jeder, der an dieser Gnade teilhat und diese Vollkommenheiten annimmt, wird ewiges Leben gewinnen, wird immerwährende Gnaden empfangen, wird von der Finsternis des Irrtums befreit und vom Licht Seiner Führung erleuchtet.

Die Gestalt des Samenkorns wurde dem Baum geopfert, aber durch dieses Opfer wurden seine Vollkommenheiten offenbar; denn der Baum mit seinen Zweigen, Blättern und Blüten war im Samenkorn verborgen. Indem die Form des Samenkorns geopfert wurde, zeigten sich seine Vollkommenheiten in der vollendeten Gestalt der Blätter, Blüten und Früchte.


Abdulbaha (The Promulgation of Universal Peace 2,5) hat folgendes geschrieben:
Jesus Christus wußte, daß dies geschehen würde, und Er war willens, dafür zu leiden. Seine Erniedrigung war Sein Ruhm. Seine Dornenkrone ein himmlisches Diadem. Als sie die Dornen auf sein gesegnetes Haupt drückten und Ihm in Sein hehres Antlitz spien, da legten sie den Grundstein zu Seinem ewigen Reich. Er herrscht noch immer, doch sie und ihre Namen sind verloren und vergessen. Er ist ewig und strahlt in Herrlichkeit; sie sind nichts. Ihn suchten sie zu vernichten; doch sie vernichteten sich selbst und durch die Stürme ihrer Gegnerschaft nährten sie nur Seine Flamme. Durch Seinen Tod und durch Seine Lehren gelangten wir in Sein Reich.
Zitat:
Christus, der das Wort Gottes ist, hat sich selbst geopfert.


Hat er das wirklich? Dann stimmt die Bibel also nach Ansicht von Bahaullah nicht? Denn da steht, dass er nicht gekommen ist um "geopfert" zu werden.

Warum sollte Gott Menschenopfer fordern?
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Ich bin der ich bin!
Hallo an alle,

lieber Schröder,
die Bibel berichtet doch davon, dass Gott dies zumindest vorher schon wusste. Jesus betet im Garten Gethsemane zu Gott, dass dieser Kelch an Ihm vorbeigehen solle, doch Er Sich letztlich Gottes Willen unterwirft: Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!
Er hat auch Seine Jünger vorher darauf vorbereitet, dass Er gefangengenommen wird (bspw. Mt 17:12, Mt 17:22, Mt 20:28 ).

Ich möchte noch etwas ergänzen, was Baha'u'llah über Jesus, Seine Stellung und Seinen Tod schreibt:

Baha'u'llah (Ährenlese 36) hat folgendes geschrieben:
Wisse, daß die ganze Schöpfung in großer Trauer weinte, als der Menschensohn (s.a. Mt 9:6 oder Mk 2:10) Seinen Geist zu Gott aufgab. Doch indem Er sich selbst opferte, wurde allem Erschaffenen eine neue Fähigkeit eingehaucht. Die Beweise dafür sind in allen Völkern kund und heute vor dir offenbar. Die tiefste Weisheit, welche die Weisen zum Ausdruck bringen, die gründlichste Gelehrsamkeit, die Menschengeist entfaltet, die Künste, welche die fähigsten Hände gestalten, der Einfluß, den die mächtigsten Herrscher üben, sind nur Offenbarungen der belebenden Macht, die Sein überragender, Sein alldurchdringender und strahlender Geist entfesselt hat.

Wir bezeugen, daß Er, als Er in die Welt trat, den Glanz Seiner Herrlichkeit über alles Erschaffene ergoß. Durch Ihn wurde der Aussätzige vom Aussatz der Verderbtheit und Unwissenheit befreit. Durch Ihn wurden der Unkeusche und der Widersetzliche geheilt. Durch Seine Macht, aus dem allmächtigen Gott geboren, wurden die Augen des Blinden geöffnet und die Seele des Sünders geheiligt.

Aussatz mag als ein Schleier gedeutet werden, der zwischen den Menschen und die Erkenntnis des Herrn, seines Gottes fällt. Wer sich von Ihm trennen läßt, ist in der Tat ein Aussätziger, dessen im Reiche Gottes, des Allmächtigen, des Allgepriesenen, nicht gedacht werden soll. Wir bezeugen, daß durch die Macht des Wortes Gottes jeder Aussätzige gereinigt, jede Krankheit geheilt und jedes menschliche Gebrechen überwunden wurde. Er ist es, der die Welt läuterte. Selig der Mensch, der sich lichtstrahlenden Angesichts Ihm zugewandt hat!


Diese Stelle hat finde ich eine noch weitere Tiefe, die Abdu'l Baha nicht in Seinen Worten erfasst.

Liebe Grüße,
Yahia
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https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Schröder hat folgendes geschrieben:
Denn da [in der Bibel] steht, dass er nicht gekommen ist um "geopfert" zu werden.


Wo soll das in der Bibel stehen?

Schröder hat folgendes geschrieben:
Hat er das wirklich?


Ja. Siehe z.B. die Abschlussrede Jesu (Joh 16,6.20.22) und "Es ist vollbracht" (Joh 19,30).

Schröder hat folgendes geschrieben:
Warum sollte Gott Menschenopfer fordern?


Wo war in dem Zitat von "fordern" die Rede? Bitte ließ doch zumindest das Zitat zuende bevor du es kritisierst.
Und aus heutiger Sicht:

Verblendeter Fanatismus wie die GAZA-Märtyrer, Leute die ihr Leben wegwerfen bei vollem Wissen um den erwarteten Tod, nur der Unterschied daß nach der überlieferten Geschichte keine Opfer mit getötet wurden wie mit den Sprengstoffgürteln.

Nach meiner europäisch-philosphischen Denkweise KEINE vorbildliche Handlung, nicht zu befeiern, nur wegen der Veranntheit zu bedauern. Kopfschüttelnd über den Anspruch von Kirchenkreisen mir heute das Schnitzel verbieten zu wollen, mir Tanzverbot aufzudrängen und mich zum kollektiven Mittrauern zwingen zu wollen.

Gruß
Da sprechen Vorurteile, Hass und Verständnislosigkeit gemeinsam...
Hallo,
Verständnisslosigkeit, ja das stimmt, gebe ich zu. Ich habe kein Verständniss, und denke daß ich diese Meinung nicht änndern sollte oder müßte, für einen freiwilligen Tod.
Aber Vorurteil oder Hass, das streite ich ab.

Gruß
@Weinberg

Zitat:
Und aus heutiger Sicht:

Verblendeter Fanatismus wie die GAZA-Märtyrer, Leute die ihr Leben wegwerfen bei vollem Wissen um den erwarteten Tod, nur der Unterschied daß nach der überlieferten Geschichte keine Opfer mit getötet wurden wie mit den Sprengstoffgürteln.


Ob man dabei jemand anderen verletzt ist ja wohl ein ganz zentrales Kriterium. Zudem tötet sich ein Selbstmordattentäter auch noch selbst. Jesus hat beides nicht getan. Da ist also ein gewaltiger Unterschied.

Zitat:
Nach meiner europäisch-philosphischen Denkweise KEINE vorbildliche Handlung, nicht zu befeiern, nur wegen der Veranntheit zu bedauern. Kopfschüttelnd über den Anspruch von Kirchenkreisen mir heute das Schnitzel verbieten zu wollen, mir Tanzverbot aufzudrängen und mich zum kollektiven Mittrauern zwingen zu wollen.


Niemand hindert dich daran heute zu arbeiten und wenn es in deinem eigenen Haushalt wäre, oder?

Hätten aus deiner Sicht eigentlich auch Galileo Galilei und Giordano Bruno schnell ihre Meinung bzw. ihren Anspruch für sich behalten sollen um ihrer Strafe zu entgehen um dann nicht von dir hier nicht wegen "Veranntheit" verurteilt zu werden und vorgeworfen zu bekommen "ihr Leben weg[zu]werfen bei vollem Wissen"?

Mit verlaub, aber deine "Sicht" spricht weder für "heut[e]" noch für die "europäisch-philosphische[...] Denkweise". Vielmehr handelt es sich im besten Falle um undifferenziertes und arrogantes herumgepöbel, wenn nicht gar um Verleugnung und die Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft.

Zitat:
Aber Vorurteil oder Hass, das streite ich ab.


Und inwiefern soll man deinen Post anders lesen?
@All

Schon traurig was hier so kommt bei dem Thema das Threads in Verbindung mit dem heutigen Tag.
Hallo,
ich widerspreche mehrfach: Wer heute in Mekka anfängt an der Kaaba rumzuschnipppeln die anzzünden, zu beschädigen, der muß mit Todesstrafe rechnen, solch eine Tat ist als Suzid zu werten. Nicht anders sehe ich die "Tempelreinigung", als das wissentliche Anlegen mit der Obrigkeit. Und Tod war vor 2000 Jahren eine schnell verhängte Strafe, für viele Vergehen. Soetwas verzeiht keine Theokratur, merkt man auch im Iran. Allenfalls in der AlAksha_moschee in Jerusalem kommt man mit Glück in israelischen rechtsstaatlichen Gewahrsam nach solchen Porovokationen..

Gruß