Die ungerechte Welt und die Schere, die sich öffnet


Zitat:
Nationalismus ist ein Faktor in dieser Welt und wird nicht vergehen. So meine Meinung.
Du hättest heute im Deutschlandfunk Europa heute hören sollen - auch über die Zustände in Frankreich und den ewigen Kampf der Serben gegen die Kroaten - der alte Hass ist noch immer nicht vorbei und wird es wohl auch nicht, wie es den Anschein hat.


Noch einmal: weil etwas existiert muss es nicht gut sein. Du führst ja selbst sogar Hass als Beleg an. Nationalismus ist im 18./19. Jahrhundert entstanden und wird auch wieder vergehen. Was jedoch nicht heißt das jede nationale Identität wieder verschwinden wird.

Zitat:
Über den Wert von Männern habe ich in diesem Thread nicht geschrieben, das hast Du Dir ausgefiltert.


Ich habe einen Vergleich zu anderen Identitäten gezogen.

Zitat:
Ich habe in vielen Dingen eine andere Meinung als Du und wir können uns gegenseitig nicht überzeugen, weil unsere Lebenserfahrungen andere sind.


Oder weil du irrational Dinge in den Raum wirfst...

Zitat:
Liegen Dir die autonomen aggressiven Linken mehr ?


Auf jeden Fall mehr als die Rechten. Zumal wohl kaum alle autonomen Linken aggressiv sind. Und selbst die aggressiven davon richten ihre Gewalt meistens gegen Dinge und nicht gegen Menschen. Aber für genug Deutsche ist ihr Auto ja mehr wert als ein Ausländer.

Zitat:
Man kann doch nicht immer jeden Menschen, der sich kritisch und mit Fachwissen mit den Problemen auseinander setzt, nur weil man solches selbst vertritt, in die rechte Ecke abschieben.


Tue ich auch nicht. Nur denen die sich selbst in die rechte Ecke stellen wie das bei dem von dir genannten Herrn offensichtlich der Fall ist.

Zitat:
Sich alles gefallen lassen und Gott bitten, es zu regeln, das geht nicht. Da kann kommen, wer will und darauf verweisen. Gott hat dem Menschen niemals die Entscheidung über unser Leben hier auf der Erde abgenommen. Ist wie mit dem Witz vom Mann, der im Wasser um Hilfe ruft und denkt, daß Gott ihn persönlich rettet.


Wo war von alles gefallen lassen die Rede? Man muss kein Nationalist sein um mehr Gerechtigkeit zu wollen. Rechte Gruppen verbreiten doch vielmehr Ungerechtigkeit.

Zitat:
Die EU steht viel in der Kritik, weil auch sie nur von fehlbaren Menschen geleitet wird und ihre Entscheidungen sind nicht immer gut durchdacht. Ich denke da nur an die Wirtschaft, wenn Tomaten vom heißen SüdFrankreich nach dem heißen Spanien transportiert werden und die sich dann gegenseitig die Tomaten um die Ohren werden. Obst, das gradiert wird und ähnliche Dinge, die einfach der Natur widersprechen. Nicht mal die grausamen Tiertransporte kriegt sie in den Griff.


Nur ist die EU damit eben keine stalinistische Diktatur. Einfach mal etwas völlig anderes einwerfen wenn das ursprüngliche völliger Quatsch war?

Zitat:
Wir können die Mentalitäten nicht verändern und die Menschen auch nicht. Sie wachsen in die Situationen hinein und gehören damit zu einer Gruppe, die ihnen Heimat ist.


Mentalitäten ändern sich freilich andauernd.

Zitat:
Nation bleibt für die darin Geborenen ein Hafen, der ihnen Heimat ist.


Ist in Zeiten von Massenmigrationen schon lange so nicht mehr gültig. Zumal die Geschichte auch gezeigt hat, dass die eigene Nation sich auch schnell gegen einen wenden kann. Deutsche Juden haben sich in deutschen Konzentrationslager sicher nicht geborgen gefühlt.

Zitat:
Und mancher fühlt sich in der großen Masse einsamer als in einem kleinen "Raum", dem er sich eher zugehörig fühlt.


Und? Soll das jetzt ein Argument für Nationalstaaten sein? Das ist ein Argument für Kleinstaaten, da diese kleiner Sind als Nationalstaaten.
Hallo nochmal,

mein Hinweis dazu, dass ich ebenso gerne Berliner oder Europäer wie Deutscher bin, sollte so zu verstehen sein:

Ich denke nicht, dass man nationale Identität aufgeben sollte. Das verlangt ja auch keiner. Schon gar nicht die EU.

Genausowenig, wie ich meine Identität und Identifikation als stolzer Berliner aufgeben muss, um gleichzeitig Deutscher sein zu können.

Identitäten haben immer sehr viele Schichten, Aspekte, Gesichtspunkte: So sehe ich mich, außer als Deutscher, Berliner und Europäer auch als Mensch, als Baha'i, als Freund bestimmter Literatur, Musik oder Fernsehserien, als Mensch der diese oder jene Esskultur mag, als Mann, etc.

Warum sollte man seine Identität nun also auf die nationale verengen? Sogar so weit, dass man diese Schicht von Identität gegen eine andere, etwa die als Europäer, ausspielt? Genau das scheinst Du aber zu verlangen, Ikarus.

Ich finde nicht, dass es im Widerspruch zu meiner Identität als Berliner stehen muss, gleichzeitig Deutscher zu sein -- solange man die erste nicht gegen die zweite auszuspielen sucht. Analog dazu will ich meine deutsche Identität nicht gegen meine europäische ausspielen, bzw. sogar gegen andere europäische Nationalstaaten.

Diese Identitäten sollten sich ergänzen, nicht zum Anlass von Vorurteil und Feindschaft missbraucht werden. Wohin das im Fall von Nationalismus führt, haben wir im 20. Jahrhundert in Europa in unseren vielen Kriegen ja erleben dürfen.

LG,
B.
Tobias, vorweg, ich habe gar kein Auto - noch nie besessen.

Also das mit dem Auto fällt dann schon mal weg.

Und ich bin, ich will jetzt nicht auf jedes Detail eingehen, nicht Deiner Meinung, in keinem Fall. Und es würde endlos werden, wenn wir wie Korinthenka..er alles wieder zerreden.

Ich habe eine andere Meinung als Du und sehe die Dinge keineswegs irreal und daß autonome Linke nicht nur Werte angreifen,sondern auch Menschen, dazu haben wir genügend lebendige Beispiele.

Übrigens sind mir aggressive Nazis genauso abstoßend wie aggressive Salafisten, die gegen das GG sind. Und dahingehend in ihren - irrealen - Vorstellungen in Deutschland einen Gottesstaat errichten möchten. Damit sind sie sich ähnlich, genauso wie die faschistischen türkischen Gruppierungen, die ebenfalls ihren Staat stolz repräsentieren und sich sogar erheben, wenn es um die Aufarbeitung der Verbrechen an den Armeniern geht.

Es hat eben alles zwei Seiten.

Staunte heute, daß selbst die linke taz.de darüber berichtete.

Mir ist Herr Prof. Dr. Henkel sympathisch, weil ich mich seiner Logik nicht verschließe. Er schwimmt halt nicht mit dem Strom mit - und manchmal kann man nicht nur friedlich sein. Da muß es mal "knallen", da muß mal jemand auf den Tisch hauen, sonst könnten diejenigen, die eine Politik betreibt, die nicht zum Besten für alle ist, endlich mal zusammen zucken.

Wir sind unterschiedlicher Meinung. Das muß man so stehen lassen.

Zitat:
Wohin das im Fall von Nationalismus führt, haben wir im 20. Jahrhundert in Europa in unseren vielen Kriegen ja erleben dürfen.

Das wird sich auch so schnell nicht ändern. Bleiben wir realistisch.

In erster Linie bin ich Mensch und kann denken.
_________________
Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Zitat:
Übrigens sind mir aggressive Nazis genauso abstoßend wie aggressive Salafisten, die gegen das GG sind. Und dahingehend in ihren - irrealen - Vorstellungen in Deutschland einen Gottesstaat errichten möchten. Damit sind sie sich ähnlich, genauso wie die faschistischen türkischen Gruppierungen, die ebenfalls ihren Staat stolz repräsentieren und sich sogar erheben, wenn es um die Aufarbeitung der Verbrechen an den Armeniern geht.


Nationalismus ist überall der gleiche gefährliche Quatsch. Komisch das du hier trotzdem dafür wirbst...

Nazis sind im Gegensatz zu Linken übrigens immer aggressiv. Da liegt der große Unterschied.

Zitat:
Es hat eben alles zwei Seiten.


Nein. Etwa der Nationalsozialismus hat nur schlechte Seiten.

Zitat:
Das wird sich auch so schnell nicht ändern. Bleiben wir realistisch.


Wir haben Krieg in West- und Mitteleuropa? Nein, eben weil Nationalismus eben nicht mehr das tragende Element der Politik ist, sondern durch Europäische Integration begrenzt wird.

Zitat:
In erster Linie bin ich Mensch und kann denken.


Wenn du in erster Linie Mensch bist und darum weißt, dann kannst du nicht Nationalistin sein. Nationalismus rückt nämlich letztlich die nationale Identität vor das allgemeine Menschsein.
Sicher bin ich in erster Linie Mensch unter Menschen, aber ich bin auch Deutsche und lebe in Europa. Trotzdem sehe ich auch die Probleme unserer Unterschiedlichkeit.

Die Geschichte zeigt, daß Deutschland zersplittert war und daß wir zusammen gefunden hatten, weil es sich wirtschaftlich auszahlte.

Aber wie jetzt von Brüssel aus handelt, wird Europa nicht einen. Denn hier zeigt sich bereits, daß wir in unserer Mentalität so verschieden sind, weil wir eine unterschiedliche Entwicklung hatten, bedingt auch durch unsere unterschiedlichen Ansichten.

Ich weiß, daß es Befürworter der Einigung Europas geht, was darüber hinaus geht, nämlich zum Schutz gegen die immer stärker werden Länder in Asien durch die Weltmacht China und nächstens auch Indien, die bereits Atomwaffen besitzen und wirtschaftlich expandieren.

Doch schaut man sich die Streitereien innerhalb der Länder in der EU an, erkennt man die Defizite, und warum wir zu keiner Einigung kommt und wahrscheinlich nicht so kommen wird, wie es manche wünschen.

Irgend ein Land wird immer einen Rückzieher machen und manchen Länder sollen Opfer spielen, nachgeben, Rücksicht nehmen usw.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/1881951/
Zitat:
Durch Menasses Essay strahlt die schöne, große Tradition des österreichischen Weltbürgertums, durchsetzt von einem gesunden Hass auf die "Piefkes" und auf den Geist der Renationalisierung. Sein Resümee zum Ausklang ist entsprechend deutlich:

"Entweder geht das Europa der Nationalstaaten unter, oder es geht das Projekt der Überwindung der Nationalstaaten unter. So oder so, die EU ist 'unser' Untergang. Es gibt keine dritte Möglichkeit."


http://www.ftd.de/politik/europa/:e.....tionalstaat/70055165.html
Zitat:
Und das ist ja auch richtig: Eine Währungsunion kann nur Bestand haben, wenn die Mitgliedsstaaten dafür gemeinsam einstehen - in welcher Form, darüber wird man sprechen müssen. Es ist gut, das Konzept von höchster Stelle zur Diskussion zu stellen - für die Politiker, aber auch für die Bürger. Alle müssen sich jetzt klar werden, dass eine größere Vergemeinschaftung von Haushalt und Finanzen unweigerlich Souveränitätsverzicht der nationalen Regierungen bedeuten muss.

google: europa und nationalstaaten

Pro und Contra - wie immer und alles.
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http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2