Was ist Keuschheit?


Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Wer so leben will, der soll das tun, keusche Lebensführung als Ideal für alle Menschen zu fordern, geht aber an der Vielschichtigkeit der menschlichen Psyche vorbei.
Burkl schreibt:
So ist das nicht, dass die Sache völlig individuell wäre. Die wesentlichen sittlichen Grundgesetze betreffen alle Menschen gleich.

Eine wesentliche Voraussetzung für geglücktes Menschseins ist die Integration der Sexualität in die menschliche Person, die Unterordnung der Triebhaftigkeit unter das Prinzip der Selbstbeherrschung, des Opfers, der Liebe.


Die wesentlichen sittlichen Grundgesetze sind ein Ergebnis der sozialen Evolution des Menschen und sie sind daher in gewissen Grenzen auch der Veränderung unterworfen.
Wichtig ist die Integration der Sexualität ind die menschliche Person. Das bedeutet aber nicht die Unterordnung des Sexualtriebes, sondern die möglichst vernunftgesteuerte Einordnung in das eigene Leben sowie in das soziale Umfeld. Die kath. Kirche hat mit dem Mißverständnis der sozialen Gleichmacherei aller Menschen viel Schaden für die Angehörigen von vielen Randgruppen gemacht. Hier seien mal neben den sexuellen Randgruppen nur kurz die Jahrtausende währende Ausgrenzung von Juden oder sonstigen Andersgläubigen mit entsprechenden Pogromen und Verfolgungen genannt.
Die Einordnung der Sexualität in die Persönlichkeitsstruktur sollte nicht nach den Regeln von Religionen erfolgen. Diese haben und bringen auch heute noch eine ganze Menge von Sozial- und Sexual-Krüppeln gerade durch die frühkindliche Konditionierung hervor. Ich erinner nur daran, daß gerade Sekten oder sektenähnliche Strukturen (Opus Dei) versuchen, ihren Einfluß möglichst auf die Erziehung von Kindern und jungen Erwachsenen auszudehnen, damit sie entweder durch ständige Kontrolle und Abschottung an eine Sekte gebunden bleiben oder aber wie beim Opus Dei durch gezielte Selektion als Multiplikatoren eingesetzt werden können.

Zitat:
"In deinem Innern meldet es sich vernehmlich: "Diese religiösen Vorurteile...!" Und dann sogleich die beredte Verteidigung der Erbärmlichkeiten unseres armen gefallenen Fleisches: "Es ist doch sein Recht!"

Wenn du das erlebst, dann entgegne dem Widersacher, daß es ein Naturgesetz gibt und ein Gottesgesetz, und Gott! - Und die Hölle."


gg, hier wird wieder einmal deutlich, daß die angebliche Offenheit der Religion gegenüber der Sexualität in Wirklichkeit immer noch von der Jahrtausende herrschende Leibfeindlichkeit geprägt wird.
Außerdem gibt es kein "Gottesgesetz", sondern nur ein von machthungrigen Menschen ein "Gott" unterschobenes Gesetz, daß für alle Menschen gleich sein soll und somit eine unzulässige Gleichmacherei betreibt.

Zitat:
Trifft das mit dem "ein bisschen ist OK" auch auf ein wenig "kontrollierte" Unvernunft, Ungerechtigkeit, Feigheit, Grobheit und Lieblosigkeit zu? Soll der Mensch diese Laster in einem gewissen Maße in seinen Alltag integrieren und sich mit ihnen abfinden, ohne um Besserung zu kämpfen? Nein? Warum in einem Falle schon und im anderen nicht?


Das ist der Versuch, Menschen mit falschen Beispielen zu ködern!
Ungerechtigkeit, Feigheit, Grobheit und Lieblosigkeit sind immer auf das soziale Umfeld ausgerichtet und können dort Schaden anrichten.
Eigene Unvernunft kann auch nur gegen sich selbst Auswirkungen haben.

Es gibt nur sehr selten Entscheidungen, die ganz klar mit Ja oder Nein beantwortet werden können oder besser ausgedrückt, diese Entscheidunger findet man sehr oft bei religiösen Fundamentalisten und deren Entscheidungen sind oft einseitig und berücksichtigen nicht alle beeinflussenden Variablen. Alle übrigen kommen meist zu Entscheidungen, die mit ja aber oder nein aber eingeleitet werden.

Ein kleines Beispiel für personenabhängiges Entscheidungsverhalten.
Zwei Freunde trinken jeweils 5 Bier. Der eine hat danach keine Schwierigkeit, den Heimweg zu finden, der andere ist sturzbesoffen.
Beide haben die gleiche Handlung vorgenommen. Einer hat sich für seine Verhältnisse "vernünftig" verhalten, der andere hat sich zumindest "übernommen".

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Die kath. Kirche hat mit dem Mißverständnis der sozialen Gleichmacherei aller Menschen viel Schaden für die Angehörigen von vielen Randgruppen gemacht. Hier seien mal neben den sexuellen Randgruppen nur kurz die Jahrtausende währende Ausgrenzung von Juden oder sonstigen Andersgläubigen mit entsprechenden Pogromen und Verfolgungen genannt.

Die größten Pogrome, z.B. auch von Hexen hat es dort gegeben, wo der Einfluss der katholischen Kirche am schwächsten war. Hitler hatte z.B. unter evangelischen Christen viel mehr Unterstützung und nahm zahlreiche Anleihen an Luther, einem der ekelhaftesten Antisemiten der Geschichte.

Zitat:

Es gibt nur sehr selten Entscheidungen, die ganz klar mit Ja oder Nein beantwortet werden können oder besser ausgedrückt, diese Entscheidunger findet man sehr oft bei religiösen Fundamentalisten und deren Entscheidungen sind oft einseitig und berücksichtigen nicht alle beeinflussenden Variablen. Alle übrigen kommen meist zu Entscheidungen, die mit ja aber oder nein aber eingeleitet werden.

Gerade in sittlichen Fragen gibt es sehr viele eindeutige Antworten auf die auftretenden Grundfragen.

Es gibt Dinge, die eindeutig sittenwidrig sind und in keinem Fall gerechtfertigt werden können. Wer arbeitet denn so, dass alles relativ sein soll und angeblich keine definitiven Aussagen möglich sein sollen?

"Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?" Gen 3,1

Der Fehler Evas ist sich auf einen Dialog mit der Relativierung des Versuchers einzulassen und schließlich im Vertrauen auf Gott unsicher zu werden. Die Antwort lautet schlicht und eindeutig: Ja - Gott hat verboten von diesem einen Baum zu essen.

Ja - Gott hat die Unkeuschheit verboten - und ja, was die Kirche dazu lehrt ist ganz eindeutig und bietet Antworten auf alle wesentlichen Fragen dazu.

Zitat:

Ich erinner nur daran, daß gerade Sekten oder sektenähnliche Strukturen (Opus Dei) versuchen, ihren Einfluß möglichst auf die Erziehung von Kindern und jungen Erwachsenen auszudehnen

Das versucht der Staat mit Gender-Ideologie und Frühsexualisierung bereits ab dem Kindergartenalter. Es ist ein gutes Recht der Eltern ihre Kinder in eine andere Richtung bringen zu wollen, so lange deren Freiheit geachtet wird. Und die Freiheit in religiösen Dingen spielt in der Lehre des Hl. Josefmaria eine enorm herausragende Rolle. Ohne freie Entscheidung ist in religiösen Angelegenheiten nichts von echtem Wert.
Burkl schreibt:
Zitat:
Es gibt Dinge, die eindeutig sittenwidrig sind und in keinem Fall gerechtfertigt werden können. Wer arbeitet denn so, dass alles relativ sein soll und keine definitiven Aussagen möglich sein.


gg, es ist alles relativ!
Aber dieses "relativ" bedeutet nicht, daß alle Wertmaßstäbe außer Kraft gesetzt sind, sondern daß möglichst viele beeinflußende Variablen mit betrachtet werden müssen und für die Entscheidung berücksichtigt werden müssen.
Dies ist auch der Sinn einer guten Rechtssprechung. Religionen gießen ihre Regeln über alle Menschen aus ohne Rücksicht auf die Situation des Einzelnen und ohne Rücksicht auf wissenschaftliche Forschungen. Ich vermisse immer noch irgendwelche tragfähigen Antworten von Katholiken zur Homosexualität, Transsexualität oder Hermaphrodismus. Statt dessen kommen dann so Sätze wie: "Die wundervolle Harmonie der männlichen und weiblichen Geschlechtsteile". Das ist Nonsens im Quadrat.

Zitat:
Das versucht der Staat mit Gender-Ideologie und dergleichen bereits ab dem Kindergartenalter.


Ich denke nicht, daß eine staatliche Gesetzgebung darauf ausgerichtet ist, extremen Gender-Forderungen nachzugeben. Allerdings ist es keineswegs verwerflich, einen Jungen, der lieber mit Puppen spielt, auch damit spielen zu lassen oder ein Mädchen mit Hammer und Säge umgehen zu lassen.
Ja, es ist gutes Recht der Eltern ihre Kinder zu erziehen. Aber bei manchen Erziehungsversuchen kommen dann auch nur "verbogene" Kinder raus.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Burkl hat folgendes geschrieben:

Also ein "bisschen" Unkeuschheit gehört dazu und ist "ganz normal" und um sie zu überwinden braucht deines Erachtens der geistliche Kampf nicht geführt zu werden. Man soll sich also einfach in die Seile hängen und dem Trieb kampflos nachgeben...
Wenn "es juckt" dann ein paar Pornos reinziehen und Selbstbefriedigung - tut doch niemandem weh (außer dass man einer menschenverachtenden Industrie mit jedem Klick Einnahmen verschafft und so zur Frauenverachtung und indirekt auch zur Gewalt gegen Frauen beiträgt).

Trifft das mit dem "ein bisschen ist OK" auch auf ein wenig "kontrollierte" Unvernunft, Ungerechtigkeit, Feigheit, Grobheit und Lieblosigkeit zu? Soll der Mensch diese Laster in einem gewissen Maße in seinen Alltag integrieren und sich mit ihnen abfinden, ohne um Besserung zu kämpfen? Nein? Warum in einem Falle schon und im anderen nicht?
Ein Tipp: Wenn dein Körper sich wieder einmal als "Kaiser" aufspielt - eine kalte Dusche kann ihn sehr rasch "entthronen"...

"Um seine Reinheit zu verteidigen, wälzte sich der heilige Franziskus im Schnee. Der heilige Benedikt sprang in ein Dornengestrüpp. Der heilige Bernhard stürzte sich in einen eisigen Teich... - Und du? Was tust du?"

Hl. Josémaria Escrivá, Der Weg Nr. 143

Streng genommen bezeichne ich nur kriminell ausgerichtete Sexualität wie Vergewaltigung, Nötigung oder geschlechtliche Sklaverei als praktizierte Unkeuschheit. Natürlich bin ich zum Beispiel gegen Kinderpornographie oder geschlechtliche Ausbeutung gewisser Frauen oder Mädchen, ganz klar! Ich finde, dass es wichtig ist, in einem menschlichen sexuellen Gegenüber nicht einfach den interessanten Körper zu entdecken, den man zu seinen Zwecken nützen möchte, sondern das menschliche Gegenüber als grundsätzlich gleichwertig anzusehen. Das bildet die Grundlage einer verantwortungsbewussten Vorgehensweise in Sachen Geschlechtstrieb. Was meiner Ansicht nach natürliche Nebenformen der Sexualität wie Fetischismus oder Homoerotik betrifft, lässt sich auch damit richtig umgehen, ohne diese Sachen einfach wegzuwischen oder durch selbstbestrafende Ersatzhandlungen wie in ein Dornengestrüpp zu springen oder Ähnliches ersetzen zu wollen.
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Aber dieses "relativ" bedeutet nicht, daß alle Wertmaßstäbe außer Kraft gesetzt sind, sondern daß möglichst viele beeinflußende Variablen mit betrachtet werden müssen und für die Entscheidung berücksichtigt werden müssen.

Zweiteres mag auf der Ebene der Beurteilung der Schwere der Schuld eine Rolle spielen. Es ändert aber nichts an der sittlichen Beurteilung, der veränderliche Maßstab liegt nicht auf Ebene des Sittengesetzes, sondern auf Ebene der individuellen Beurteilung des Verschuldens . Selbstbefriedigung ist niemals sittlich gerechtfertigt. Es kann aber im Einzelfall sein, z.B. bei einem Pubertierenden, dass Umstände vorliegen, die die Schuld vermindern oder sogar ausschließen.

Zitat:

Allerdings ist es keineswegs verwerflich, einen Jungen, der lieber mit Puppen spielt, auch damit spielen zu lassen oder ein Mädchen mit Hammer und Säge umgehen zu lassen.

Ja - nur geschieht das nicht, wenn man die Kinder nicht dazu hindrängt.

Zitat:

Ja, es ist gutes Recht der Eltern ihre Kinder zu erziehen. Aber bei manchen Erziehungsversuchen kommen dann auch nur "verbogene" Kinder raus.

Ich kenne hier im Werk junge Supernumerarier und Numerarier bzw. Kandidaten im Alter von 15-25 - die haben derartig viel Charakter, Eigenverantwortung und Reife in ihren Lebensentscheidungen und Ansichten zu allen möglichen Themen - beeindruckend.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Selbstbefriedigung ist niemals sittlich gerechtfertigt. Es kann aber im Einzelfall sein, z.B. bei einem Pubertierenden, dass Umstände vorliegen, die die Schuld vermindern oder sogar ausschließen.

Da soll einer das Wort niemals im ersten Satz verstehen. Anscheinend gibt es doch Gründe dafür. Gut so.


Burkl hat folgendes geschrieben:

Allerdings ist es keineswegs verwerflich, einen Jungen, der lieber mit Puppen spielt, auch damit spielen zu lassen oder ein Mädchen mit Hammer und Säge umgehen zu lassen.

Ja - nur geschieht das nicht, wenn man die Kinder nicht dazu hindrängt.
[/quote]
Danke für den Lacher. Der war richtig gut.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ich finde, dass es wichtig ist, in einem menschlichen sexuellen Gegenüber nicht einfach den interessanten Körper zu entdecken, den man zu seinen Zwecken nützen möchte, sondern das menschliche Gegenüber als grundsätzlich gleichwertig anzusehen. Das bildet die Grundlage einer verantwortungsbewussten Vorgehensweise in Sachen Geschlechtstrieb.

Den anderen nicht zu verzwecken ist sicherlich der erste sittliche Schritt dahin, die wahre Größe der Sexualität ahnungshaft wahrzunehmen, die ihrerseits aber von ihrem tieferen Sinn her nur religiös erklärbar ist.
Die eheliche Vereinigung zielt - im Unterschied zur tierischen Kopulation, der sie rein äußerlich ähnlich ist - darauf ab, dass die zwei getrennten komplementären Hälften des einen Menschseins, Mann und Frau, zusammengefügt werden, sodass zwei menschliche Personen "ein Fleisch werden", d.h. auf einer tiefen existenziellen Ebene eine Einheit werden, in eine gemeinsame Wirklichkeit eintreten, die sie auf einzigartige und exklusive Weise zu einer umfassenden Lebensgemeinschaft verbindet, die ihrerseits das Leben weitergeben kann und dadurch Anteilhabe an der Schöpfermacht Gottes hat.
Es geht in der menschlichen Sexualität also um die umfassende Vereinigung zweier menschlicher Personen. Und da der Mensch aus Leib, Geist und Seele besteht - eine "Leibseele" ist - umfasst diese Dimension der Vereinigung auch den Leib. Dieser Akt ist die höchste Form der Hingabe an den anderen Menschen, die möglich ist und bedeutet gleichzeitig sich im höchsten Maße auszuliefern und verletzbar zu machen. Die unauflösliche Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ist der einzige Rahmen, der den notwendigen Schutz für die intimste Form der menschlichen Kommunikation - die Sexualität als Sprache des Leibes - bieten kann. Diese Sprache des Leibes hat eine bestimmte "Grammatik", die nicht abänderbar ist. Deshalb kann sich die leibliche Einswerdung nicht durch jede beliebige Sexualpraktik vollziehen, sondern nur durch das Eindringen des Gliedes des Mannes in die Scheide der Frau. So - und nur so - werden zwei Menschen, Mann und Frau, "ein Fleisch". Darum ist ja das, was homosexuelle Paare tun, auch niemals die ganzheitliche personale Einswerdung. Darin liegt auch die Zerrissenheit und Tragik dieser Menschen - auf der einen Seite haben sie die grundmenschliche Sehnsucht nach Verschmelzung und personaler Einswerdung, die aber andererseits mit dem homosexuellen Verkehr unmöglich erreicht werden kann. Die Folge ist das ständige existenzielle Dilemma, dass das, was sie durch den leiblichen Vollzug der Sexualität geistig-seelisch anstreben, unmöglich tatsächlich erfüllt werden kann - nämlich die Aufhebung der existenziellen Grenze zwischen zwei geliebten Personen, die menschliche Ganzwerdung im übernatürlichen Sinne.

Kurz gefasst - die Sexualität, die nur in der Ehe den ihr zukommenden Platz hat in dem sie ihr Wesen ganz entfalten kann, wird nur dann wahrhaft menschlich vollzogen, wenn die Eheleute nicht als wichtigstes Ziel die eigene Befriedigung, sondern zuallererst die Person des anderen suchen, ihr oder sein Wohl erstreben, die Verschmelzung genau mit diesem geliebten einmaligen und unersetzlichen, unendlich wertvollen, mir unverdient geschenkten Menschen. Darum bedeutet Keuschheit, die auch in der Ehe eine sehr notwendige Tugend ist, bei der Sexualität den Primat der Liebe zu leben, was immer auch Opfer und Selbstverleugnung mit sich bringt. Denn Liebe, die nicht Opferbereitschaft beinhaltet, ist keine.
luschn hat folgendes geschrieben:
Da soll einer das Wort niemals im ersten Satz verstehen. Anscheinend gibt es doch Gründe dafür. Gut so.

Etwas, das objektiv moralisch nicht gerechtfertigt ist, kann in speziellen Ausnahmesituationen trotzdem subjektiv entschuldbar sein.
Berühmtes Beispiel ist das Brett des Karneades:
Zwei Personen treiben nach einem Schiffbruch auf dem Meer und haben zu zweit eine einzige Planke, die aber nur einen tragen kann. Wenn A zur Rettung seines eigenen Lebens den B ins Meer stürzt im Wissen, dass sonst beide untergehen, so ist diese Tat nicht moralisch gerechtfertigt, ihm aber dennoch aufgrund der besonderen Umstände subjektiv nicht vorwerfbar.
Zitat:
Ich kenne hier im Werk junge Supernumerarier und Numerarier bzw. Kandidaten im Alter von 15-25 - die haben derartig viel Charakter, Eigenverantwortung und Reife in ihren Lebensentscheidungen und Ansichten zu allen möglichen Themen - beeindruckend.


gg, da würde ich gerne bei einigen mal die Untersuchung von unabhängigen Psychologen haben, ob da nicht doch bei einigen eine grundlegende psychische Störung vorhanden ist. Bekannt ist ja auch die tendenziöse Berichterstattung von journalistischen Mitgliedern des Opus Dei.

Zitat:
Die eheliche Vereinigung zielt - im Unterschied zur tierischen Kopulation, der sie rein äußerlich ähnlich ist - darauf ab, dass die zwei getrennten komplementären Hälften des einen Menschseins, Mann und Frau, zusammengefügt werden, sodass zwei menschliche Personen "ein Fleisch werden", d.h. auf einer tiefen existenziellen Ebene eine Einheit werden, in eine gemeinsame Wirklichkeit eintreten, die sie auf einzigartige und exklusive Weise zu einer umfassenden Lebensgemeinschaft verbindet, die ihrerseits das Leben weitergeben kann und dadurch Anteilhabe an der Schöpfermacht Gottes hat.


Eine vollkommen falsche Interpretation, die nichts der Auslegung der Schrift zur Entstehungszeit zu tun hat.
Der Begriff "ein Fleisch werden" war zur damaligen Zeit nur eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr und hat nichts mit den gesülzten Auslegungen konservativer Christen zu tun. Genau so wenig hatten die Menschen zur damaligen Zeit großartige Veranlassung zur
Selbstbefriedigung, da sie ja bereits direkt nach der Geschlechtsreife verheiratet wurden. Männer hatten sowieso kaum Probleme, da die Frauen ihnen auf jeden Fall für den Sexualverkehr zur Verfügung sthen mußten. Der Patriarch mit 10 oder 20 Kindern war das Leitbild dieser Gesellschaft. Und für die Kinderschar mußten dann halt auch mehrere Frauen oder auch Sklavinnen herhalten.

Zitat:
Deshalb kann sich die leibliche Einswerdung nicht durch jede beliebige Sexualpraktik vollziehen, sondern nur durch das Eindringen des Gliedes des Mannes in die Scheide der Frau. So - und nur so - werden zwei Menschen, Mann und Frau, "ein Fleisch". Darum ist ja das, was homosexuelle Paare tun, auch niemals die ganzheitliche personale Einswerdung.


Das ist schlicht und einfach "religiöser Schmus" der nichts mit der Realität des Geschlechtsverkehrs zur damaligen und auch zur heutigen Zeit zu tun hat.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

gg, da würde ich gerne bei einigen mal die Untersuchung von unabhängigen Psychologen haben, ob da nicht doch bei einigen eine grundlegende psychische Störung vorhanden ist. Bekannt ist ja auch die tendenziöse Berichterstattung von journalistischen Mitgliedern des Opus Dei.

Das wäre durchaus interessant. Aber bitte keine "Staatspsychologin" des Zuschnittes wie diejenige, die neulich meinen 12-jährigen Sohn angesichts eines unfallbedingten Krankenhausaufenthaltes "in die Mangel" genommen hat. "Highlights" ihrer Fragen - "Hast du oft sexuelle Tagträume?", "Wärst du lieber eine Frau?"
Darüber hinaus ist die Frage, inwieweit es ganz objektive Psychologie - d.h. völlig weltanschauungsneutrale Methodik - überhaupt geben kann. Ich behaupte nein.