Huqúqu'lláh - Ich schnall es nicht


Schon oft gefragt und wieder mal ein Thema in den aktuellen Baháí-Nachrichten. Das Recht Gottes.

Prinzipiell einfach:
Wann immer eine Vermögensvermehrung von mehr als 19 Mithqual stattfindet werden 19 % "Recht Gottes" als Spende fällig.

Mithqual ist eine Gewichtseinheit in Gold wobei 19 Mithqual 2,22456 Unzen entspricht, was wiederum 2,44034232 Feinunzen entspricht.
In Euro bedeutet das Stand aktuell 3049,43 EUR.

Soweit so gut:
Wenn ich richtig verstanden habe wären heute 3049,43 EUR der Freibetrag, also nur von dem finanziellen Zugewinn, der darüber hinaus geht werden die 19% Recht Gottes fällig.

Blöd nur:
Auf welchen Zeitraum bezieht sich das? Auf jede einzelne Zahlung?
Also meinetwegen ein Gehalt von 3500 EUR am Monatsanfang und dann eine Einmalzahlung von 2000 EUR Mitte des Monats (woher auch immer).

In Summe pro Monat wären das 5500 EUR - 3049,43 EUR = 2450,57 Vermögenszuwach = 465,61 EUR Huqúq => eine stattliche Summe.

Zählt aber jeder Zuwachs einzeln würden die 2000 EUR komplett raus fallen und nur noch die 3500 EUR wären relvant, bzw. 450,57 EUR Rest, also ein Huqúq von 85,61 EUR - ein Unterschied zu obiger Berechnung.

Und was heißt eigentlich Gehalt. Sind die 3500 EUR Brutto kommen die ja gar nicht bei dem Gläubigen an, sind also keine Vermögensmehrung und nach Abzug von Steuern und Abgabe sind es Netto weniger als der Freibetrag.

Also gar kein Huqúq ?

Ganz ehrlich. Die Texte die man zum Thema findet (auch hier im Forum) hören sich alle nett an, aber irgendwie hinterlassen die bei mir jedes mal wenn ich mich mit dem Thema beschäftige völlige Unklarheit und im Endeffekt spende ich dann immer dann irgendeinen Betrag, wenn ich meine es wird mal wieder Zeit und ich kann es erübrigen. Berechnen tu ich da nichts.

Wie handhabt ihr das und vor allem - wie rechnet ihr?
Ich bin zwar kein Bahā'ī, aber bei uns Muslimen ist es ganz ähnlich, ich bin unterwegs und ich kann es dir mit dem Ḥuqūq Aḷḷāh später erklären.

Vielleicht ist Tobias ja schneller.

Aber ein Tipp von mir:

Spende immer mehr als deine Rechnung, dann bist du auf der sicheren Seite.

Und die Taten sind entsprechend den Absichten.
@Eifelqu

Zitat:
Mithqual ist eine Gewichtseinheit in Gold wobei 19 Mithqual 2,22456 Unzen entspricht, was wiederum 2,44034232 Feinunzen entspricht.
In Euro bedeutet das Stand aktuell 3049,43 EUR.


Durch die aktuelle Kriese der Wirtschaft ist der Goldpreis sehr hoch und daher ist auch das Huququllah hoch. Das scheint generell so in Kriesen zu sein, da der Goldpreis dann immer ansteigt. Allerdings steigt in Kriesen ja auch die Summe des Freibetrags.

Zitat:
Auf welchen Zeitraum bezieht sich das? Auf jede einzelne Zahlung?
Also meinetwegen ein Gehalt von 3500 EUR am Monatsanfang und dann eine Einmalzahlung von 2000 EUR Mitte des Monats (woher auch immer).

In Summe pro Monat wären das 5500 EUR - 3049,43 EUR = 2450,57 Vermögenszuwach = 465,61 EUR Huqúq => eine stattliche Summe.

Zählt aber jeder Zuwachs einzeln würden die 2000 EUR komplett raus fallen und nur noch die 3500 EUR wären relvant, bzw. 450,57 EUR Rest, also ein Huqúq von 85,61 EUR - ein Unterschied zu obiger Berechnung.

Und was heißt eigentlich Gehalt. Sind die 3500 EUR Brutto kommen die ja gar nicht bei dem Gläubigen an, sind also keine Vermögensmehrung und nach Abzug von Steuern und Abgabe sind es Netto weniger als der Freibetrag.


Nach meinem Verständnis zählt nur jenes Vermögen, welches du tatsächlich erwirtschaftest. Also nach allen verpflichtenden Abgaben und notwendigen Ausgaben und auch wirtschaftlichen Verlusten. Siehe dazu mal die Erläuterung 125 zum Heiligsten Buche, wo auch auf die einschlägigen Verse verwiesen wird.

In den Bahai-Nachrichten stehen übrigens immer Kontaktdaten von entsprechenden Beratern, welche sich mit dem Thema natürlich praktisch und theoretisch sehr gut auskennen.
Tobias hat folgendes geschrieben:
In den Bahai-Nachrichten stehen übrigens immer Kontaktdaten von entsprechenden Beratern, welche sich mit dem Thema natürlich praktisch und theoretisch sehr gut auskennen.


Stimmt, werde da einfach mal nachhören und das ganze aber auch mal heute Abend beim 19-Tage-Fest ansprechen.
Da ich noch nicht lange Bahai bin, habe ich einen Bahai-Freund gefragt, der es schon 40 Jahre lang ist und sich auskennt. Der sagte, man soll von dem abgeben, was ü b r i g ist. Also nach Abzug von Steuern, Miete, Lebensunterhalt.
Das ist meine Info dazu...