Hier,da und niergendwo..


Hallo alle zusammen
ich finde diesen Forum sehr schön und schaue gerne hier rein.Gebürtig komme ich aus Kroatien/Bosnien und lebe schon seit 1988 in Deutschland,bin 42 Jahre alt und schon immer Katholisch gewesen.Als junges Mädchen war ich in Kloster, weil ich unbedingt Nonne werden wollte,vor ein Paar tagen bin ich aus der Kirche ausgetreten.Ich kann mich schon lange nicht mehr mit der Kirche identifizieren,also habe ich diesen Schritt gewagt.Ein komisches Gefühl,weiß jetzt irgendwie nicht mehr wo ich hin gehöre.
In der Zwischenzeit habe ich durch meinen Hausarzt die Bahai Religion etwas kennengelernt, zur Zeit machen wir auch Ruhi Kurs.Es sind tolle Gesprächspartner da,aber wir treffen uns einmal in der Woche und das ist mir zu wenig.Was ich bis jetzt erfahren habe gefällt mir sehr gut,allerdings hatte Jesus schon immer einen besonderer Platz in meinem Herzen.Und jetzt ?
Ich weiß einfach noch nicht wie ich damit umgehen soll,habe das Gefühl das ich mit meine Begeisterung für die Bahai Religion Jesus verrate..
Ich hoffe und bete dass das nicht so ist.Vielleicht könnt ihr mir auf der Suche nach Wahrheit etwas helfen.Wäre sehr dankbar..
Hallo und willkommen im Forum.
Es ging mir ganz ähnlich, mit Jesus hatte ich kein Problem, aber mit der Kirche. 41 Jahre später kann ich nur sagen, ich habe nichts verloren als ich Baha'i wurde, aber viel dazugewonnen. Eher ist es so daß ich durch Baha'u'llah Jesus besser verstehe als damals, als es mehr um Formen und Riten ging, als um Inhalte.
Das sollte dir keine Sorgen machen, lies dich mal in Ruhe hier ein.
Gruß
Liebe Mirjana,

schön, dass Du hier bist!

Bestimmt war es schwierig für Dich, deine "Heimat" aufzugeben, wenn Du so lange in der katholischen Kirche warst. Wahrscheinlich kann ich mir nicht wirklich vorstellen, wie das ist.

Zu Jesus kann ich Dir nur sagen, was Dir vermutlich auch andere Baha'i schon gesagt haben: Du musst Jesus ja gar nicht aufgeben, wenn Du Baha'i wirst!

Immerhin wird auch im Baha'i-Glauben Jesus als Manifestation Gottes und Jungfrauengeburt angesehen. Und er steht auch nicht eine Stufe niedriger als Baha'u'llah, denn Baha'u'llah selbst hat gesagt, alle Manifestationen Gottes sind ein und dieselbe, sie alle sind wesensgleich und man solle keinen Unterschied zwischen ihnen machen.

Bestimmt wäre es also nicht schlecht, wenn Du selbst als Baha'i einen besonderen Platz in Deinem Herzen für Jesus behältst.

Ich selbst Suche gelegentlich in den Evangelien Trost, obwohl ich Baha'i bin. Oder auch in buddhistischen Schriften. Gerade das finde ich so wunderbar am Baha'i-Glauben: Weil alle großen Religionen göttlich sind, muss man keine davon verwerfen und kann überall nach Wahrheit suchen.

Dabei ist es vermutlich ganz natürlich, wenn einem die Schriften bzw. Offenbarer einer Religion mehr sagen als andere. Z.B. habe ich mit dem Koran so meine Schwierigkeiten (ich lese aber gelegentlich in ihm) und finde, dass mir Jesus irgendwie viel näher steht. Das bedeutet nicht, dass ich Mohammed nicht achte, aber die Evangelien sagen mir einfach mehr.

Hm, das sind nur meine spontanen Gedanken zu dem Thema ... es würde mich sehr freuen, noch von Dir zu lesen.

Liebe Grüße,
Bernhard
Ganz herzlich willkommen hier im Forum, liebe Mirjana-Maria. Schön, dass Du da bist.
Was für ein wunderschöner Name!

Wollte Dir nur ganz kurz sagen, dass ich nie zuvor eine innigere Beziehung zu Jesus hatte, als ab dem Zeitpunkt als ich Bahai wurde.
Ich denke, jetzt habe ich Ihn in letzter Konsequenz erst richtig anerkannt.

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Die Kirche ist eine menschliche Institution, die prinzipiell auch Fehler machen kann. Ich will da nicht konkret urteilen, aber auch ich habe so meine Meinungsverschiedenheiten mit streng dogmatischem Katholizismus im römischen Sinn, bin allerdings evangelisch AB.
Hallo Mirjana-Maria,

die kurze Schilderung deiner Suche nach Wahrheit hat mein Interesse sehr geweckt.
Ich freue mich, dass du du hier schreibst und hoffe noch oft von dir zu lesen.

Ganz liebe Grüße
ziraki
Einen wunderschönen guten Morgen und lieben Dank,für die Antworten und herzliche Begrüßung
ich meine gehört zu haben , das Baha'u'llah gesagt haben soll...
" wer ernsthaft nach der Wahrheit sucht,den wird Jesus an die Hand nehmen und zur den Bahai führen",oder so ähnlich..
Stimmt das ? Und wenn ja ,wo kann ich das nachlesen ?
Liebe Mirjana-Maria,

erst einmal heiße ich dich hier im Forum herzlich willkommen. Schön, dass du hier hin gefunden hast.

Zunächst sei gesagt, dass das was du fühlst, die inneren Ängste "Jesus Christus" zu verraten, wohl etwas ganz normales ist, was wohl alle gläubigen Christen, die zum ersten mal, mit Bahá'u'lláh konfrontiert werden, empfinden. Einem Muslim dürfte es mit Mohammed ähnlich gehen.

Ich persönlich habe diese Angst erst überwunden (bin ehemals auch römisch-katholisch), als ich für mich persönlich die Erkenntnis erlangt habe, dass ich Jesus in keinster Weise verrate, sondern im Gegenteil, ihm folge und seinen und somit Gottes Willen tue. Man muss einfach verstehen, dass für Baháí das Erscheinen Bahá'u'lláhs eben nicht eine völlig neue Religion, bzw. Botschaft darstellt, sondern vielmehr die Erfüllung dessen, was in den großen Religionen der Welt voraus gesagt wurde. Ähnlich wie Jesus Christus die Erfüllung dessen war, was von den Propheten des Alten Testaments vorausgesagt wurde (also die Erfüllung des Judentums), ist Bahá'u'lláh für uns die Erfüllung des Prophezeiungen des Christentums, des Islams und der anderen großen Religionen.

Baháí verstehen, dass was man im Christentum "Den Tag des jüngsten Gerichts", die "Apokalypse" oder sonst wie nennt, nicht als einen bestimmten Tag, an dem es knallt und alles vorbei ist, sondern als einen Prozess, eine Zeit der Wandlung. Eine Zeit die sicherlich schmerzvoll, voller Gräuel, Ungerechtigkeit und Leid ist. Am Ende dieses Prozess aber wird eine geeinte Menschheit stehen, in der die Unterschiede, Ungerechtigkeit und Kriege überwunden sein werden. Am Ende wird das entstanden sein, was die Bibel das tausend-jährige Reich Gottes ist.

So ist es Gottes Wille und so wurde es schon immer in den heiligen Büchern verkündet. Durch Bahá'u'lláh verkündet Gott uns die Mittel, die Wege, die Notwendigkeiten die nötig sind, dieses Ziel des Friedens auf Erden zu erreichen - einfach weil jetzt die Zeit reif ist - weil die Zeit gekommen ist, in der die Menschheit überhaupt zu dieser großen Tat fähig ist, durch Technik, Wissenschaft, Globalisierung usw.

Man muss einfach zu der Erkenntnis erlangen, dass wer zum Baháí Glauben findet, nicht nein sagt, sondern im Gegenteil. Man sagt Ja zu Jesus Christus, Ja zu Mohammed, Ja zu Moses, Abraham und den vielen anderen Offenbarern, Propheten, Aposteln usw.

Diese Erkenntnis liebe Mirjana-Maria kannst du aber nur für dich selber erlangen. Eines der wichtigsten Prinzipien der Baháí ist die "selbstständige Suche" nach Wahrheit. In keiner anderen Religion ist es so wichtig die Schriften selber zu lesen, selber darüber nach zu denken, darüber zu meditieren oder zu beten.

Du fragtest danach wo du die Worte Bahá'u'llás zu Jesus Christus nachlesen kannst. Nun Bahá'u'lláh hat ein sehr umfangreiches Schriftwerk hinterlassen, von dem aktuelle aber leider nur ein Bruchteil ins deutsche übersetzt ist. Trotzdem gibt es bereits heute eine Vielzahl von Schriften die sich auf Jesus oder auch konkret auf Christen beziehen.

Allen voran steht der Kitab-i-Iqan, welcher ganz dem Anspruch Bahá'u'lláhs gewidmet ist, aber auch nicht ganz einfach zu lesen wobei sich das Buch nicht nur an Christen, sondern auch an Muslime und Juden richtet. Das Christentum, also Jesus nehmen ca. 20-25 % des Buches ein. Keine leichte Kost, aber für jemanden mit religiöser Bildung wohl durchaus verständlich.
Gratis online hier:
http://www.holy-writings.com/?a=SHO.....aullah%2FKitab-i-Iqan.txt
oder als echtes Buch hier:
http://www.bahai-verlag.de/Deutsche.....-Buch-der-Gewissheit.html

Da das ganze etwas viel am Anfang ist, wäre auch dieses hier interessant:
http://www.holy-writings.com/?a=SHO.....FBotschaften+aus+Akka.txt
oder als echtes Buch hier:
http://www.bahai-verlag.de/Deutsche.....Botschaften-aus-Akka.html
Hier bitte die Lawh-i-Aqdas (Die heiligste Tafel) lesen, die auch den Titel »Sendbrief an die Christen« trägt. Hier richtet sich Bahá'u'lláh direkt aus seiner Gefangenschaft in Akka an die Christen der Welt. Sehr eindrucksvoll und mit wenig Zeitaufwand zu lesen (als guter Einstig).

Darüber hinaus wäre auch die Textauswahl von Abdu'l-Bahá "Christ sein heißt ..." ein sehr guter Einstieg:
http://www.holy-writings.com/?a=SHO.....%2FChrist+sein+heisst.txt

Ich wünsche dir alles Gute bei deiner Suche.

Liebe Grüße,

Eifel
Herzlichen Dank lieber Eifelqu für deine Antwort,ich bin begeistert
Zitat:
Baháí verstehen, dass was man im Christentum "Den Tag des jüngsten Gerichts", die "Apokalypse" oder sonst wie nennt, nicht als einen bestimmten Tag, an dem es knallt und alles vorbei ist, sondern als einen Prozess, eine Zeit der Wandlung. Eine Zeit die sicherlich schmerzvoll, voller Gräuel, Ungerechtigkeit und Leid ist. Am Ende dieses Prozess aber wird eine geeinte Menschheit stehen, in der die Unterschiede, Ungerechtigkeit und Kriege überwunden sein werden. Am Ende wird das entstanden sein, was die Bibel das tausend-jährige Reich Gottes ist.

Diese Ansicht ist so befreiend,wenn man die Offenbarung in der Bibel liest,stellt man sich die schlimmsten Ereignisse vor
Zum Nachschlagewerk: Baha´u´llahs Brief an die Christen lese ich jetzt zum zweiten mal,Das Buch der Gewissheit und auch Christus und Baha´u´llah habe ich mir zugelegt.

Diese Erkenntnis liebe Mirjana-Maria kannst du aber nur für dich selber erlangen. Eines der wichtigsten Prinzipien der Baháí ist die "selbstständige Suche" nach Wahrheit.
..auch richtig,bin dabei muss mich nur etwas in Geduld üben.
Wünsche noch einen schönen Tag,muss gleich zur Arbeit
Zitate markieren irgendwie bekomme ich das nicht hin....