Eltern, die die eigene Religion ablehnen


Hallo alle zusammen,

ich habe gerade ein kleines persönliches Problem: Meine Eltern haben drei Jahre nach meiner Konversion zum Bahai-Glaube immer noch Probleme. Heute wurde ich schon wieder gefragt, ob die Bahai nicht eine Sekte sind. Dabei habe ich meinen Eltern schon eine ORF-Doku zum Thema gezeigt, in der ein Katholischer Theologe zu Wort kommt.
Ich habe erzählt, dass die Bahai den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes erhalten haben, habe ihnen ein Buch gegeben, Fragen beantwortet und auch schon von ihnen gehört, dass ich mich seit ich Bahai bin positiv entwickelt hätte.

Ich erzähle auch oft, was wir in der Gemeinde machen, wer dort aktiv ist und wer meiner Freunde auch Bahai ist. Ich versuche dabei, nicht zu nerven und schweige lieber, als dass ich etwas erzähle. Verschweigen tue ich es auch nicht.

Wenn man mich (auch teilweise sehr kritisch und negativ klingend) fragt, warum ich bspw. keinen Alkohol trinke, nicht gerne lüge oder dies und jenes mache, dann versuche ich, darauf hinzuweisen, dass dies nichts spezifisch Bahaiisches ist, sondern dass viele der ethischen und moralischen Gebote auch in der Bibel stehen.

Trotzdem kommt immer nur eine latent negative Haltung gegenüber den Bahai zum Ausdruck, was sich meistens darin äußert, dass das Thema ignoriert wird. Auch in meiner restlichen Familie bekomme ich oft nur Ablehnung und Vorurteile zu höre, obwohl ich schon viel Aufklärung gemacht habe (eigentlich genauso wie oben beschrieben).

Wieso gibt es in meiner Familie immer nur so viel Verachtung und Ablehnung gegenüber den Bahai? Was kann ich denn da noch tun? Vielleicht reagiere ich auch über, aber irgendwann kann ich keine Gedld, kein Verständnis und keine Toleranz mehr zeigen, da es auf dauernd so verachtend ist.

LG Yahia
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https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Liebe Yahia,
sind Ihre Eltern rk?

Punkt 1 - nicht rechtfertigen

Punkt 2 - Fragen Sie Ihre Eltern, was denn eine Sekte ist?

Punkt 3 - Fragen Sie Ihre Eltern, wie sie zu ihren Glauben gefunden haben?
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"Die Wahrheit richtet sich nicht nach meinem Glauben, ich muss mich nach der Wahrheit richten."
Hallo,

nein, meine Eltern sind Protestantin und Atheist.

Nun, wir haben schon darüber gesprochen, was eine Sekte ist. Und sie meinen mit 'Sekte' immer die allgemeinsprachliche Definition, d.h. eine Gruppe, die dogmatisch-fanatische Glaubenssätze haben, sich abkapseln und anders leben als der Rest der Gesellschaft.

Wir hatten auch schon darüber gesprochen, wie ich Bahai geworden bin. Und wie lange ich gesucht habe und geprüft habe.

LG Yahia

PS: Ich bin ein Kerl
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https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Yahia, wenn Sie ein Kerl sind, dann sagen Sie Ihren Eltern: Ich liebe Euch so wie Ihr seid und wenn ihr wollt, könnt ihr mich auch lieben so wie ich bin.

Ich gehe meinen Weg und ihr geht Euren Weg. So ist das Leben, ob ihr wollt oder nicht!
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"Die Wahrheit richtet sich nicht nach meinem Glauben, ich muss mich nach der Wahrheit richten."
Ich glaube, dass das nicht das Problem ist. Das Problem ist, dass sie diesen Teil meines Lebens ignorieren und ausblenden, obwohl dieser 'Teil' sehr wichtig ist für mich und sie ihn so negativ besetzen. Nun gut, vielleicht ergibt sich eine Lösung auf anderem Wege.

Danke erstmal.
Hast du deine Eltern schonmal einzeln gefragt, warum sie diese ablehnende Haltung einnehmen?
geistigenahrung macht Zicken...

also nochmal *g*

Lieber Yahia,

ich kenne dieses Verhalten aus meinem Umfeld zwar nicht in dieser Intensität, nur das Übliche "Achso ja, kein Alkohol, da war ja was." Oder "Oh ja, das Thema hatten wir ja schon mal, deine Meinung dazu kenne ich ja schon, lassen wir das lieber." (z.B., wie du schon erwähnt hast, das Thema Lügen).

Es tut mir leid, dass deine Eltern in dieser Weise auf deine Entscheidung - und deinen Glauben - reagieren. Und es tut mir auch leid, dass ich dir nicht mehr Tipps geben kann als übe dich in Geduld und bete...
Ich weiß, das ist schwierig, besonders, wenn man schon so lange geduldig war. Alles, was ich dir anbieten kann ist, dass ich eine Runde für dich mitbete.

Ich hoffe, du bekommst noch hilfreichere Tipps als den meinen.

Alles Liebe,
Riki
Hallo Yahia,

mir geht es in der Familie ähnlich wie Dir. Da ist massive Ablehnung bis hin zu verbalen Attacken.
Ich habe aus diesen Erfahrungen gelernt, dass , wenn ich gut und friedlich mit der Familie auskommen will, ich besser das Thema "Religion" nicht anspreche. Die geistigen Themen hebe ich mir für die Baha'i-Treffen auf.
Ich denke, es ist nicht Sinn der Sache, Menschen überzeugen zu wollen; das gilt auch für die Familie. Am besten ist es, den Glauben vorzuleben, was Du ja sichtlich schon tust, da Deine Eltern Deine positive Entwicklung sehr wohl bemerken.
Mein Tip: bleib' locker, die Eltern haben eben andere Ansichten. Lass' sie Deine Liebe spüren und störe Dich nicht an ihrer Sichtweise. Vielleicht kommen sie ja eines Tages mit Fragen auf Dich zu.

Alles Liebe,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Hallo Yahia,

mir geht es in der Familie ähnlich wie Dir. Da ist massive Ablehnung bis hin zu verbalen Attacken.
Ich habe aus diesen Erfahrungen gelernt, dass , wenn ich gut und friedlich mit der Familie auskommen will, ich besser das Thema "Religion" nicht anspreche. Die geistigen Themen hebe ich mir für die Baha'i-Treffen auf.
Ich denke, es ist nicht Sinn der Sache, Menschen überzeugen zu wollen; das gilt auch für die Familie. Am besten ist es, den Glauben vorzuleben, was Du ja sichtlich schon tust, da Deine Eltern Deine positive Entwicklung sehr wohl bemerken.
Mein Tip: bleib' locker, die Eltern haben eben andere Ansichten. Lass' sie Deine Liebe spüren und störe Dich nicht an ihrer Sichtweise. Vielleicht kommen sie ja eines Tages mit Fragen auf Dich zu.

Alles Liebe,
Minou



Minou, Yahia, ein grosses Thema dabei ist immer die Angst.

Angst vor:

* Verlust
* Unser Kind entwickelt sich weg, wir verlieren ihn/Sie
* Gehirnwäsche
* dem Unbekannten
* Minderwertigkeit
*.........

Versucht Euren Eltern die Angst zu nehmen. Sprecht die Ängste an.
Holt sie an die Oberfläche.


PS: Lebt Ihr noch bei Euren Eltern?
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"Die Wahrheit richtet sich nicht nach meinem Glauben, ich muss mich nach der Wahrheit richten."
Lieber Yahia,

wenn ich mich recht entsinne kommst du - wie ich - aus Ostdeutschland? Die Sache ist halt, dass man hier nur wenige Menschen selbst religiös sind, über Religionen allgemein wenig bekannt ist und zugleich die Menschen sehr negativ gegenüber Religionen eingestellt sind. Das gilt besonders gegenüber Nichtchristlichen Religionen. Damit haben wir Bahai leider schon einmal schlechte Karten. Bahai sind hier einfach "das Fremde" für viele Leute, welche sich sowieso schon überfremdet fühlen. Unsere kosmopolitische Grundeinstellung macht das dann auch nicht besser.

Wenn Religion dann auch noch Verhaltensweisen auferlegt, welche von der allgemeinen Norm abweichen wird es noch schlimmer.

Ich frage inzwischen Leute die so angekommen eigentlich nur noch ob sie wirklich über das Thema sprechen wollen oder nur ihre Intoleranz und ihr Unwissen zur Schau stellen wollen. In der Regel vergeht den Leuten dann die Lust, wenn sie kein ernsthaftes Interesse an dem Thema haben. Natürlich sollte man so, wenn überhaupt, nur reagieren, wenn einem bereits aggressiv entgegengetreten wurde. Manche Leute sind zudem auch zufrieden mit ihrer Ignoranz. Die sollte man dann auch lassen.

In der Verwandtschaft und im Freundeskreis ist sowas natürlich sehr belastend. Ich hatte dahingehend insgesamt ziemliches Glück.

Letztlich wird nur nachhaltiges vertraut machen helfen, so das sich deine Identität als Bahai natürlich in dein Umfeld einfügt. Es sei denn du willst offensiv gegen Vorurteile, Xenophobie und Religionshass angehen.


Liebe Grüße
Tobias

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