Frage an Baha'is : Verborgene Worte


Hallo!


Viele Verborgene Worte beginnen mit "O Sohn des Menschen, O Sohn des Geistes...etc"

Jemand hat mir gesagt, dieses "Sohn" wäre im Arabischen geschlechtsneutral. kann mir das gar nicht vorstellen...
Kennt jemand die arabische Übersetzung?
Und was ist mit den persischen Verborgenen Worten?
Wie ist da die Übersetzung?

Danke im Voraus!
Guten Morgen, liebe RoseGarden,
also genau kann ich das nicht erklären, aber auf alle Fälle ist der Mensch allgemein mit "O Sohn" gemeint.

Scheint so eine Redewendung zu sein, wie es ja auch bei uns sehr viele gibt.

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Übrigens gibt es ein Super-Buch von Dariush Maani

Ein Schatz an Mysterien

Die "Verborgenen Worte" und ihre Geheimnisse


Bahai-Verlag


Ich finde, das muss man unbedingt gelesen haben. Erst dann kann man Vieles was in den Verborgenen Worten ausgesagt ist verstehn, wenn man diese Hintergründe kennt.

Muss ich als Nächstes wieder studieren.

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
http://de.wikipedia.org/wiki/Verborgene_Worte
Zitat:
Baha’u’llah betitelte die Verse auch anfänglich als das "Verborgene Buch der Fatima". Er identifiziert das Werk mit dem Buch gleichen Titels, „dass nach Meinung des schiitischen Islams im Besitz des verheißenen Qaim sein und Trostworte enthalte, die der Engel Gabriel auf Geheiß Gottes für Fatimih sprach und dem Imam Ali diktierte.“[18] Die Schiiten glauben, dass der Verheißene mit verschiedenen Gegenständen und Büchern, die der Familie des Propheten Mohammad gehören, zurückkehren werde. Eines ist das „Buch der Fatima“. Indem Bahá’u’llah die Bezeichnung „Verborgene Buch der Fatima“ wählte, wurde der Bezug auf die um die Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende echatologische Erwartungen im schiitischen Islam hergestellt. Später wurde die Sammlung von Bahá’u’lláh „Die Verborgenen Worte“ genannt.


Es geht in erster Linie um den islamischen Kulturkreis.

Zitat:
Die heutige gebräuchliche deutsche Übersetzung stammt aus dem Jahr 2007, veröffentlicht vom Nationalen Geistigen Rat der Bahai in Deutschland.


Zitat:
In einigen „Verborgenen Worten“ sind Bezüge zu Begriffen des Sufismus, nachweisbar die einen enormen Einfluss auf die persische Literatur hatten. Beispielsweise bezieht sich das persische Verborgene Wort Nr. 4 auf das bekannte Thema der Suche des Liebenden nach seiner Geliebten. Die Vereinigung des Menschen, des Liebenden, mit dem Geliebten wird als (geistiges) „Leben“ und die Trennung als (geistiger) „Tod“ aufgefasst


Zitat:
Mit dieser Symbolik knüpft Bahá’u’lláh an das Evangelium an, das auch klar zwischen geistigem Leben und Tod unterscheidet und erweitert dadurch den Horizont der Symbolik in der persischen und der mystischen islamisch Literatur. Ein weiteres Beispiel ist die Interpretation des mystischen Vogels Phönix (Mythologie) aus dem ersten persischen Verborgenen Wort (pers. Simurgh, arab ‘anqá) einmal als der unsterbliche, freie menschliche Geist auf dem Weg zu Gott, aber auch als Offenbarer Gottes[13].


Zitat:
Die Menschen erkennen den Offenbarer an und halten sich an die Gebote Gottes. Gott lässt den Menschen seine geistlichen Segnungen zukommen. Das Ergebnis ist die geistig-charakterliche Vervollkommnung der Menschen,[14] in den Worten Meister Eckhards der „Adel der Seele“. In diesem Sinne leitet Bahá’u’lláh die Verborgenen Worte ein. Sie sind ausgestattet mit „Kraft und Macht“ und werden den Menschen mitgegeben, damit sie „dem Bunde Gottes die Treue halten“ und „den Edelstein göttlicher Tugend erlangen mögen“. Aus diesem Grunde sind die Verborgenen Worte kurz und in symbolischer Sprache gehalten[15], damit die Menschen sie leicht aufnehmen und ihrem Leben umsetzen können.


Also sind die Menschen wertvoller, die alle Offenbarer anerkennen, als diejenigen, die sie ablehnen oder ihnen gleichgültig gegenüber stehen.

Erheben also die Menschen, die sich in Religionen begeben und sich an alle Worte der Propheten oder Gurus oder Offenbarer oder Miester halten (bedingunglos), einen Anspruch an Höherwertigkeit ihres Seins gegenüber Suchenden oder Atheisten oder Agnostiker ?

Fragt sich: wer ist besser und wer ist schlechter ?

Das macht nachdenklich.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
http://bahairesearch.com/german/Bah.....27llah/Kitab-i-Aqdas.aspx

Zitat:
Die Zahl der Gesetze, die für die Bahá'í schon bindend sind, wird durch die Veröffentlichung der vorliegenden Übersetzung nicht erhöht. Zu gegebener Zeit wird die Bahá'í-Gemeinde darüber informiert werden, welche weiteren Gesetze für die Gläubigen verbindlich sind. Ihr wird alle Führung und gegebenenfalls auch die ergänzende Gesetzgebung zuteil werden, die für die Anwendung der Gesetze erforderlich ist.
17.

Im allgemeinen sind die Gesetze des Kitáb-i-Aqdas kurz und bündig. Die Knappheit des Stils zeigt sich unter anderem darin, daß viele Gesetze so formuliert sind, als gälten sie nur für den Mann. Doch aus dem Schrifttum des Hüters wird deutlich, daß, wo Bahá'u'lláh ein Gesetz für das Verhältnis von Mann und Frau gibt, dieses mutatis mutandis auch zwischen der Frau und dem Mann gilt, sofern der Kontext dies nicht ausschließt. So verbietet beispielsweise der Text des Kitáb-i-Aqdas dem Mann, seine Stiefmutter zu heiraten. Der Hüter weist jedoch darauf hin, daß ebenso auch der Frau verboten ist, ihren Stiefvater zu heiraten. Dieses Rechtsverständnis hat im Lichte des fundamentalen Grundsatzes von der Gleichheit der Geschlechter weitreichende Auswirkungen, was beim Studium des heiligen Textes beachtet werden sollte. Daß Mann und Frau sich voneinander in gewissen Merkmalen und Aufgaben unterscheiden, ist eine unausweichliche Gegebenheit der Natur, die einander ergänzende Rollen in bestimmten Gesellschaftsbereichen möglich macht. Bedeutsam ist jedoch die Feststellung Abdu'l-Bahás, daß in dieser göttlichen Offenbarung "die Gleichberechtigung von Mann und Frau, abgesehen von einigen unwesentlichen Ausnahmen, umfassend und kategorisch verkündet ist".


http://bahairesearch.com/german/Bah....._den_Sohn_des_Wolfes.aspx

Zitat:
1:145 , (24/3)

In seinem Brief an die Römer hat der heilige Paulus geschrieben (Kap.13) : »Jedermann soll sich übergeordneten Gewalten unterwerfen; denn es gibt keine Gewalt, es sei denn von Gott, die bestehenden aber sind von Gott angeordnet. Wer sich darum der Gewalt widersetzt, hat sich wider die Anordnung Gottes aufgelehnt.« Und weiter: »Denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zum Zorn an dem, der Böses betreibt.« Er sagt, daß die Erscheinung der Könige, ihre Majestät und Macht von Gott sind.
1:146 , (24/4)

Auch in den alten Überlieferungen sind Hinweise, welche die Geistlichen sehen und hören. Wir flehen zu Gott - gesegnet und verherrlicht sei Er -, Er möge dir, o Shaykh, helfen, dich fest an das zu halten, was vom Himmel der Gaben Gottes, des Herrn der Welten, herabgesandt wurde. Die Geistlichen müssen sich unbedingt mit seiner Majestät dem Sháh verbinden und sich an das halten, was für den Schutz, die Sicherheit, die Wohlfahrt und das Gedeihen der Menschen Gewähr bietet. Ein gerechter König erfreut sich näheren Zugangs zu Gott als sonst ein Mensch. Dies bezeugt Er, der in Seinem Größten Gefängnis spricht. Bei Gott! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Einen, dem Unvergleichlichen, dem Allmächtigen, dem Allwissenden, dem Allweisen.


Es ist eben fast 200 Jahre her, heute haben Religionen eher einen schweren Stand in unserer modernisierten Welt und einiges paßt eben nicht mehr.

http://prosveta.de/tagesgedanken/
Zitat:
Die Stille eines Meisters kann den Schüler ebenso unterrichten wie seine Worte. Dann empfängt seine Seele, sie sieht, fühlt und zeichnet die Gedanken des Meisters auf. Wenn er nicht sofort weiß, was die Seele empfangen hat, so deshalb, weil sein Gehirn Zeit braucht, sich damit zu durchtränken. Aber später, eines Tages, werden ihm Gedanken kommen, er wird Entdeckungen machen, er wird Erinnerungen haben, deren Ursprung er nicht einmal kennt. Das ist dann ganz einfach etwas, was er vor langer Zeit bereits bei seinem Meister aufgenommen hatte.


Wir bekommen viel gesagt, jeden Tag werden Zitate vermittelt, doch vielleicht sind es ein paar Zitate zuviel, was dem Menschen zuviel wird.

Dann reagiert er darauf.

Und was ist neu ?

Seit der Antike haben Philosophen aller Zeiten alles Mögliche gesagt und geschrieben.

Der Mensch im Allgemeinen pickt sich halt heraus, was ihm gefällt, was ihm entspricht, womit er hausieren gehen kann.

Was ist wirklich neu ?
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Liebe Ikarus,

wo leitest Du das denn ab, daß Menschen wertvoller sind als andere?

Zitat:
"O Menschenkinder!
Wißt ihr, warum Wir euch alle aus dem gleichen Staub erschufen? Damit sich keiner über den anderen erhebe. Bedenket allzeit in eurem Herzen, wie ihr erschaffen seid. Da Wir euch alle aus dem gleichen Stoff erschufen, ziemt es euch, wie eine Seele zu sein, auf selbem Fuße zu wandeln, in gleicher Weise zu essen und im selben Lande zu wohnen, auf daß aus eurem innersten Wesen durch eure Werke die Zeichen der Einheit und das Wesen der Loslösung offenbar werden. Solches rate Ich euch, o Scharen des Lichts. Achtet wohl auf diesen Rat, damit ihr die heiligen Früchte vom Baume wundersamer Herrlichkeit erlanget."
Baha'u'llah, Ährenlese


Herzliche Grüße
Tim
http://bahairesearch.com/german/Bah.....h/Worte_der_Weisheit.aspx

Zitat:
Das Volk Bahás muß dem Herrn mit Weisheit dienen, andere durch sein Leben belehren und das Licht Gottes

in seinen Taten offenbaren. Die Wirkung der Taten ist wahrhaft mächtiger als die der Worte.

Der Fortschritt des Menschen ist abhängig von Ehrlichkeit, Weisheit, Keuschheit, Klugheit und Taten. Durch

Unwissenheit, mangelnden Glauben, Unwahrhaftigkeit und Selbstsucht wird er immer erniedrigt.


Zitat:
Wahrlich, der Mensch wird nicht Mensch genannt, ehe er nicht von den Eigenschaften des Barmherzigen durchdrungen ist.


Ab wann wird der Mensch Mensch genannt ? Ohne bedingungslose Anpassung, bedingungslosen Gehorsam ?
Und wie lange braucht er dafür ?
20 Jahre, 40 oder 60 Jahre oder schafft er es nie ?

Zitat:
Er ist nicht Mensch wegen seines Reichtums und Schmuckes, seiner Gelehrsamkeit und seiner feinen Sitten. Gesegnet, wer über Namen erhaben ist, wer das Ufer der See der Reinheit sucht und die Melodie der Taube der Tugend liebt.


Man könnte auch Abschnitt für Abschnitt durchgehen und schauen, welche Aussagen auf unsere Zeit paßt und welche Aussagen überholt sind.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Zitat:
wo leitest Du das denn ab, daß Menschen wertvoller sind als andere?


Es kommt manchmal durch User mit Bahai Religion so rüber. Deshalb wohl auch teilweise keine besondere Resonanz seitens anderer User.

Wären alle einverstanden, würde es ein großes Hurrah geben.

Mir sind diese Schriften, ehrlich gesagt, auch etwas zu langatmig. Ich bevorzuge mehr Sachlichkeit und Konkretisierung in den Aussagen, wenn ich etwas lese, egal, was ich lese, in welcher Geistesrichtung auch immer.

Gruß von Skeptiker Ikarus
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Haha auch wenn bislang nur virtuell, ich mag dich Ikarus... und ich kann nur sagen, daß ich selber auch nicht immer in der Lage bin lange Texte voll konzentriert zu lesen. Aber ich teile mir das dann gerne auf.

Eins ist mir noch wichtig, die "verschieden Gottesoffenbarungen" sind alle perfekt aber man darf nicht vergessen, daß die Anhänger nicht perfekt sind und auch Fehler machen - egal ob es eine ältere oder die aktuelle Gottesoffenbarung ist.

Lieben Gruß
Tim
RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Hallo!


Viele Verborgene Worte beginnen mit "O Sohn des Menschen, O Sohn des Geistes...etc"

Jemand hat mir gesagt, dieses "Sohn" wäre im Arabischen geschlechtsneutral. kann mir das gar nicht vorstellen...
Kennt jemand die arabische Übersetzung?
Und was ist mit den persischen Verborgenen Worten?
Wie ist da die Übersetzung?

Danke im Voraus!


Im arabischen Teil heißt es immer "Ibn" da wo "Sohn" im Deutschen steht. Wörtlich heißt es "Sohn von". "Tochter von" würde "Bint" heißen. Insofern ist es eine wörtliche Übersetzung. Wenn dort allerdings "Sohn des Geistes" (etc.) steht, dann durchbricht diese Formulierung gerade die bestehende Ordnung, welche auf Familien, Sippen, Stämme und Völker ausgerichtet war. In diesem war man nämlich immer "Sohn des XYZ". Wenn man sich die Verborgenen Worte inhaltlich anschaut, dann ist es ziemlich klar, dass damit beide Geschlechter gemeint sind. Shoghi Effendi hat ja deutlich gesagt, dass immer beide Geschlechter (unter logisch bedingter Anpasssung) gemeint sind.

Die dort beschriebenen Inhalte gelten also auch für weibliche Bahai. Sie werden in den heiligen Schriften ja auch zitiert, wenn die Schrift selbst an einen weiblichen Adressaten gerichtet war.

Wozu mein Arabisch (das ohnehin allenfalls fragmentarisch ist) nicht reicht ist um zu sagen ob man "Ibn" auch einfach als "Kind von", also geschlechtsneutral, übersetzen könnte. Zudem müsste man beachten, dass Bahaullah in sehr vielen Schriften ein sehr "persisches" Arabisch benutzt. Zudem halten sich die Verborgenen Worte sind die Verborgenen Worte in einem ganz bestimmten Sprachstil formuliert.

Im persischen Teil ist es immer "Ai Pusar" was soviel wie "Sohn von" oder "ein Junge" heißt. Letzteres macht aber in den Zusammenhängen keinen Sinn.