Hilfeee


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin zur Zeit im großen Zwielspalt und suche nach Rat.
Ich bin seit 6 Monaten in einem Betreuungseinrichtung für behinderte Menschen zuständig und liebe meinen Job,der Umgang mit den Menschen und generell der Alltag erfüllt mich mit liebe .
Nun ist das Problem,dass die Einrichtung eine Christliche Einrichtung ist und durch mein glaube als Moslima niemals eine Chance habe einen Festvertrag zu bekommen und blad gekündigt werde,falls ich mich nicht zum Christentum taufen zu lassen.
Ich spiele mit dem gedanken mich taufen zu lassen,aber nur auf Papier aber weiterhin nach dem Islam zu leben,also das nur auf Papier steht,dass ich Christin.
Und jetzt kommt meine Frage: ist es eine Sünde dies zu tun ? Obwohl ich weiterhin 5 mal am Tag bete,zu Fasten und so gut wie möglich nach dem Koran gehe aber auf dem Papier Christen bin?
Habe mit einem Farrer gesprochen er würde mich dabei unterstützen mich zu Taufen,trotz meine Ehrlichkeit,dass ich weiterhin nach dem Koran leben werde und dies nur wegen meinem Job mache,also sprich der Farrer weiß von meine Überlegungen bescheid und würde mich unterschtützen.

ich würde mich freuen wenn ihr mir heute noch Antworten würdet,da ich morgen meine entscheidung meine Chefin abgeben muss.
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As Salamu Alaykum
Liebe lilly,

lilly hat folgendes geschrieben:
Obwohl ich weiterhin 5 mal am Tag bete,zu Fasten


Das zu tun ist sicherlich kein Widerspruch zum christlichen Glauben.

lilly hat folgendes geschrieben:
gut wie möglich nach dem Koran gehe aber auf dem Papier Christen bin?


Da gibt es schon eine ganz entscheidende Unvereinbarkeit. Die Taufe besteht nämlich darin, dass du bekennst, dass Jesus nicht "nur" ein Prophet ist, sondern eben der eingeborene Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist um alle Menschen vor dem Tod zu erretten und Gott mit den Menschen zu versöhnen.

Wenn du diese Kernwahrheit des Christentums nicht glaubst und dich dennoch taufen lässt ist die ganze Taufe ungültig und nichtig. Wenn man so eine "Taufe" bewusst inszeniert und alle wissen es, ist das sogar ein schwerer und entsetzlicher Missbrauch eines Sakraments. Ich würde dringend davon abraten - auf einer Lüge kann nichts Gutes wachsen.

lilly hat folgendes geschrieben:
Und jetzt kommt meine Frage: ist es eine Sünde dies zu tun ?


Ja - sowohl von dir als auch vom beteiligten Pfarrer, der das "Sakrament" spendet. Lügen ist eine Sünde - sowohl im Christentum als auch im Islam.

Meine Empfehlung wäre einen ehrlichen Weg zu suchen - das mag zwar jetzt schwer klingen, weil es geht immerhin darum einen guten Job anzunehmen oder eben nicht. Aber Ehrlichkeit ist letzlich immer der beste Weg, wenn auch manchmal nicht der am leichtesten scheinende, führt er am sichersten zum Ziel.

Ich wünsche dir Gottes Segen für deine Zukunft.
Eine echt komplexe Situation.
Einerseits muss ich Burkl zustimmen. Wenn du den Katholischen Glauben annimmst dann sollte dies eine lebenseinschneidene Gültigkeit besitzen und keine rein formelle. Christ sein ist eine Herzensangelegenheit.
Allerdings sollten berufliche Glaubensvorschriften in diesem Land längst ausgestorben sein und es ist eine Unverschämtheit dies als Berufsvorschrift in eurem Behindertenheim zu setzen.

Das dies in islamischen Ländern noch der Fall ist ist schon ungeheuerlich genug, aber hier?
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Ich muss bei der Taufe kein Bekenntnis geben,ich müsste nur sagen,dass ich an gott glaube und das tu ich ja also sprich wäre das keine lüge.Dies alles habe ich mit dem Priester besprochen und meine Chefin wie auch meine Kollegen wissen,dass ich weiterhin nach dem Koran leben würde.Ich habe so einiges probiert um anderweitig den Job zu behalten,auch meine Chefin hat so einiges probiert um mir dies zu ermöglichen,nur das alles wurde von der Diakonie abgelehnt.Auch wenn ich gekündigt werden sollte,hätte ich in anderen Behinderteneinrichtungen oder Kindergärten Probleme einen Job zu bekommen,da die meisten Einrichtungen Kirchlich sind.
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As Salamu Alaykum
@lilly

Tut mir leid, dass das so ist - die Sache ist im Prinzip einfach nur zum Genieren.
Ich wusste nicht, dass das in Deutschland derart rigoros gehandhabt wird. In Österreich ist es selbstverständlich, dass in kirchlichen Einrichtungen der Caritas und Diakonie auch Nichtchristen eine Anstellung erhalten.

http://www.wienerzeitung.at/themen_.....-Glaube-trennt-nicht.html

Da du wahrscheinlich jetzt nicht nach Österreich auswanderst - nur ein schwacher Trost.

Dennoch alles Liebe und Gute,
Burkl
Hallo lilly,

meinst Du aber nicht daß Du auch mit Deinen Glaubensschwestern und Brüdern Probleme bekommst?
Hmm ... eine Arbeit die einem Freude macht, noch dazu unkündbar hat schon was, aber die Voraussetzungen sind nicht optimal.
Das kann nicht gut gehen, ich würde mich nicht taufen lassen wenn Dein wahrer Glaube der Islam ist. Nein!
Steh zu Deinem wahren Glauben - Gott wird Dir den richtigen Weg weisen, ich wünsche es Dir jedenfalls


alles Liebe für Dich
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Das ist eine sehr schwierige Frage.
Ich kenne solche Einrichtungen. In der Regel wird eine formale Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche erwartet.
Ob die einzelnen Mitarbeiter dann eher Atheisten oder Agnostiker sind, oder sich zu einer anderen Religion hingezogen fühlen, spielt in der Regel keine Rolle. Außer man stellt sich aktiv gegen christliche Lehrinhalte.

Müsstest du bei der Taufe tatsächlich kein christliches Glaubensbekenntnis ablegen?

Es gibt auch Träger in der Behindertenhilfe, die nicht kirchlich sind. Die "Lebenshilfe" gehört z.B. dazu.

Du bist ja unter starkem Zeitdruck, ich wünsche dir sehr, dass du für dich Klarheit findest.

Alles Liebe
ziraki
Das hatte ich für Dich schon im anderen Thread geschrieben.
Kopier es nochmal hierher.

Hallo Lilly, da sprichst Du eine Sache an mit der ich schon lange meine Schwierigkeiten habe.

Ich habe einen Sohn, der auch in eine Tageseinrichtung geht, die christlich geprägt ist und das ist ganz ok.
Allerdings lese ich auch hier immer wieder bei Stellenanzeigen, dass Voraussetzung ist, dass der Bewerber einer christlichen Kirche angehört.

Was ich ganz wichtig finde ist natürlich, dass die Angestellten christliche Werte mitbringen, wie Mitmenschlichkeit, Mitgefühl etc. Aber das kann jeder andere Mensch auch haben.

Ich kenne Menschen, die deswegen auf dem Papier einer kirchl Gemeinde angehören, aber nur da.
Rein theoretisch hat also ein Mensch der einer Kirche angehört die Chance eingestellt zu werden, egal wie viel oder wenig Mitmenschlichkeit er mitbringt und der andere der es mitbringt und nicht der Kirche angehört hat diese nicht.

Für mich ist auch Ehrlichkeit ein christlicher Wert und der wird hier mit Füßen getreten.

Ich weiß nicht was ich Dir raten soll. Das musst Du mit Deinem Gewissen ausmachen.
Ich weiß nur, dass einige meiner Glaubensbrüder und Schwestern, ich bin Bahai, sich schweren Herzens nach einer anderen Arbeit umschauten.
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Da fehlte ja noch ein Stück:

Wenn ein Mensch wie Du, der so eine Arbeit gerne und gut macht, wegen seines Glaubens nicht eingestellt wird, dann sollte uns das schon sehr nachdenklich machen.

Wünsch Dir von Herzen alles Gute, mögest Du im Sinne Gottes/Allahs handeln, dass Du vor IHM grade stehen kannst.

Liebe Grüße Linde
Zitat:
Es gibt auch Träger in der Behindertenhilfe, die nicht kirchlich sind. Die "Lebenshilfe" gehört z.B. dazu.


Leider nicht, liebe ziraki. Mein Sohn geht in eine Einrichtung der Lebenshilfe.

Liebe Grüße
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Bahá'u'lláh