Alternativen


Heraklit hat folgendes geschrieben:
Der Homosexuelle Mann möchte in seiner Ganzheit angenommen werden, nicht nur teilweise.


Ich glaube, dass es zur Ganzheit des Menschseins darauf ankommt, alle Dinge dieser Welt, in den Sinnzusammenhang zu stellen, der in sie hineingelegt wurde. Als Christen glauben wir ja, dass alles, was ist, auf die absolute Vernunft - den Logos - Gott - zurückgeht. Es ist also ein Sinn in allen menschlichen Attributen und Fähigkeiten gelegen - und die Bestimmung des Menschen ist es diesem Sinn zu entsprechen. Die Sexualität erhält ihren eigentlichen Sinn erst dort, wo sie Mittlerin des Lebens ist. Das kann sie im Rahmen des gleichgeschlechtlichen Verkehrs wesensimmanent nicht leisten. Aus spiritueller Sicht sollte daher diese Form der Sexualität nicht "verworfen" oder "unterdrückt" werden, sondern umgewandelt werden - fruchtbar gemacht werden - "hinaufgehoben" werden in eine Liebe, die "breitenwirksam" wird und so "fruchtbar".

Dieser Gedanke der "Umwandlung" der sexuellen Energie ist übrigens auch dem Grundgedanken des Zölibats innewohnend. Es geht darum die sexuelle Energie aus Liebe zu Gott frei zu machen und zur Vergrößerung der Liebe sie nicht auf eine Person zu "konzentrieren", sondern diese Kraft als verstärkte Nächstenliebe für Alle zur Verfügung zu stellen.
Freilich ein großer Schritt - aber einer der sich sehr auszahlen kann und tausendfach belohnt wird, wenn man es aus Liebe zu Gott tut.
Und genau das lege ich jedem homosexuell empfindenden Menschen ans Herz - aus Liebe zu Gott seine sexuelle Kraft zu "transzendieren" auf eine höhere Ebene - und sie dienstbar zu machen in Form einer verstärkten Liebe zu den Nächsten und zu Gott.
Als Christen glauben wir entgegen dem Zeitgeist, dass der Verzicht auf die köperliche Auslebung der Sexualität nicht mit einem glücklichen, erfüllten und gelungenen Leben im Widerspruch steht - ja im Gegenteil: Sogar dazu führen kann, dass das Leben ein solches wird.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Als Christen glauben wir entgegen dem Zeitgeist, dass der Verzicht auf die köperliche Auslebung der Sexualität nicht mit einem glücklichen, erfüllten und gelungenen Leben im Widerspruch steht - ja im Gegenteil: Sogar dazu führen kann, dass das Leben ein solches wird.


Also ich halte es für genauso gefährlich die natürlichen Gefühle gänzlich verleugnen zu wollen.

http://diepresse.com/home/panorama/.....t-Mitschuld-an-Missbrauch

Zumal bist du nicht der Repräsentant der Christenheit, weshalb ich dich bitten würde nicht im Namen aller Christen zu sprechen. Es gibt unzählige Christen die ein gesundes Sexualleben geniesen und den Zölibat absolut ablehnen.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes hat folgendes geschrieben:

Also ich halte es für genauso gefährlich die natürlichen Gefühle gänzlich verleugnen zu wollen.


Du hast mich da leider gründlich missverstanden, lieber Pommes.

Es geht nicht um "Verleugnung", sondern um Kanalisierung und Lenkung der sexuellen Kraft auf eine "höhere Ebene". Und alle Christen und viele andere Religionen - nicht nur Katholiken, die den Zölibat für eine wichtige und gute Sache halten - glauben, dass es eine spirituelle Eigenschaft des Menschen ist, Herr über seine Triebe sein zu können - sie nutzbar und fruchtbar zu machen, und nicht ihnen ausgeliefert zu sein. Das adelt ja den Menschen, ein geistige Wesen zu sein und kein reines Triebwesen.

Im christlichen Mönchstum ist die sexuelle Kraft zu mobilisieren geradezu Voraussetzung, um das Gebet mit noch größerer Inbrunst und Hingabe zu verrichten. Ganz weit weg von jeder "Verleugnung" geht es sogar um "Bewusstmachung" und "Lenkung" der sexuellen Kraft.

Dass dieser Weg nicht für jeden Menschen leicht zu gehen ist, ist klar. Aber auszahlen kann er sich auf jeden Fall - da bin ich mir ganz sicher.
Nach meiner Überzeugung kann man auch Herr über seine Triebe werden ohne gleich zölibatär leben zu müssen. Genauso wie ein fettleibiger Mensch nicht für immer das Essen aufgeben muss. Der Mensch muss nur einen bewussten Umgang mit seiner Sexualität erlernen.
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Hallo Burkl,
Zitat:
Die Sexualität erhält ihren eigentlichen Sinn erst dort, wo sie Mittlerin des Lebens ist. Das kann sie im Rahmen des gleichgeschlechtlichen Verkehrs wesensimmanent nicht leisten. Aus spiritueller Sicht sollte daher diese Form der Sexualität nicht "verworfen" oder "unterdrückt" werden, sondern umgewandelt werden - fruchtbar gemacht werden - "hinaufgehoben" werden in eine Liebe, die "breitenwirksam" wird und so "fruchtbar".

Diese Aussage wird in ähnlicher Form schon seit dem Fall der Strafbarkeit der Homomsexualität benutzt, um den betreffenden Menschen ihr Recht auf Sexualität möglichst abzusprechen, so nach dem Motto: "Wir aktzeptieren euch, wenn ihr möglichst eure Sexualität nicht auslebt!".

In der Evolution ist es eigentlich vollkommen gleichwertig, wie Gene an die Nachfolgegeneration weitergegeben werden. Dabei werden wahrscheinlich in jeder Generation auch Varianten erzeugt, die in der Regel nicht weiter zum Genpool beitragen. (Schliesslich ist Homosexualität wahrscheinlich schon ein Problem der "ersten Menschen" gewesen und ist nie ausgestorben, obwohl dies eigentlich nach den Prinzipien von Mutation und Selektion her zu erwarten wäre).

Es ist zwar richtig, dass der Geschlechtsakt primär hauptsächlich der Weitergabe der Gene an die Nachfolgegeneration dient. Dazu sind aber weder die Aufteilung in zwei Gechlechter noch eine transzendentale Überhöhung des eigentlichen Aktes erforderlich (wie das ja die Natur so überaus eindeutig beweist).
Erst durch die Entwicklung von Sozialstrukturen und den damit verbundenen moralischen Konzepten und der Loslösung der sexuellen Vereinigung von dem Willen zur Reproduktion entsteht ein Raum, in dem eine "Moral" über sexuelle Verhaltensweisen bestimmt oder bestimmen will.
Da Moral aber immer auch zeitlichen Wandlungen unterworfen ist, werden Erkenntnisse aus Evolutions- und Sexual-Forschung irgendwann auch ihren Ausdruck in den moralischen Konzepten der Zukunft finden.

Dieses moralische Konzept wird sicher nicht bedeuten, dass sexuelle Randgruppen möglichst auf einvernehmlichen Sex verzichten sollen (weil es ja nicht der Mehrheit entspricht), sondern, dass es zur Bereicherung ihres persönlichen Bereiches und der dazu gehörigen Personen dient. Wer will, kann sicher auch eine transzendentale Überhöhung (Liebe) hier mit hineinfliessen lassen (auch ohne den Willen zur Reproduktion und zu Gott!).

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
so nach dem Motto: "Wir aktzeptieren euch, wenn ihr möglichst eure Sexualität nicht auslebt!".


Lieber Pjotr,

Da es mir fernliegt deine intellektuelle Redlichkeit in Frage zu stellen, muss ich leider davon ausgehen, dass du meine Beiträge nicht genau liest. Und da ich vom Guten auszugehen pflege, gehe ich davon aus, dass du sie dir jetzt noch einmal durchliest und sehen wirst, dass das dort nirgends so herauszulesen ist. Ich fühle mich ausdrücklich nicht wiedergegeben durch deine Zusammenfassung - es sind deine eigenen Worte, nicht meine.
Hallo Burkl,
Zitat:
Es geht nicht um "Verleugnung", sondern um Kanalisierung und Lenkung der sexuellen Kraft auf eine "höhere Ebene".


Nein, ich glaub ich hab dich schon richtig verstanden.
Profan ausgedrückt: "Wenn du das Pech hast, homosexuell zu sein, so übe diese Abart möglichst nicht aus, sondern versuche, sie durch Gebete und "geistige Übungen" auf eine höhere (asexuelle) Ebene zu heben (was immer das auch sein mag).

Klar, das ist jetzt sehr zugespitzt gesagt. Aber es trifft den Kern.
Ausserdem ist bekannt, dass diese "Kanalisierung und Lenkung der Sexualität" auch beim Zölibat zu keiner Zeit für alle Priester funktioniert hat.
Nicht umsonst werden keine Statistiken über Priester in eheähnlichen Verhältnissen, augeschiedene Priester oder Priester mit Kindern veröffentlicht.
Ausserdem bezweifle ich, dass du homosexuellen Menschen, die unbedingt einen transzendentalen Bezug benötigen, mit dem Ratschlag auf eine Lebensweise möglichst ohne Sexualität wirklich helfen kannst.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ausserdem ist bekannt, dass diese "Kanalisierung und Lenkung der Sexualität" auch beim Zölibat zu keiner Zeit für alle Priester funktioniert hat.


Hat die Ehe zu irgendeiner Zeit für alle Eheleute funktioniert?

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Ausserdem bezweifle ich, dass du homosexuellen Menschen, die unbedingt einen transzendentalen Bezug benötigen, mit dem Ratschlag auf eine Lebensweise möglichst ohne Sexualität wirklich helfen kannst.


Glaube ich auch, darum habe ich den Ratschlag in dieser unreflektierten und apodiktischen Form auch nicht erteilt. Weil es nicht meiner Art ist schwarz/weiß zu malen, habe ich das sehr differenziert ausgeführt und du hast es wie ein billiges Boulevard-Blatt verstümmelt und roh zusammengefasst, ohne meine Intentionen dabei einzufangen.
Was ich bis jetzt noch nicht verstanden habe ist! Diese ewige Fragerei was welche Religion zu dem oder dem Thema sagt?
Erstens! Was ist Religion? Ein Glaube an etwas! Aber was? Jeder nennt etwas anderes : Gott, Allah, donai, Abraxas, Jahwe, Elohim, Schöpfer, oder was auch immer!
Hallo glaubt wirklich jemand das ein Schöpfer-so es ihn gibt-sich einen kopf macht ob Herr sowiso mit Herrn sowiso irgend etwas macht? Religionen sind nichts anderes als Verdummung ähnlich einem Protektorat- einer Staatswillkür gleichkommend. Ich mag Homosexualität genauso wie rohes Fleisch zum Frühstück!. Aber gut wem's schmeckt! Nur möchte ich es nicht dauernd sehen! Aber etwas zu verbieten! wie es Religionen gerne an sich haben ( siehe Vollverschleierung/Burka für Babys wie es von einem Saudi Imam gefordert wird) Zöllibat ect-ect ist mit Sicherheit alles aber nicht im Sinne Gottes! Wir sollen Leben! und uns nicht das Leben Schwer machen mit Sinnlosen Kleingeisterei und Dummschwätzen! nur damit man mal was gesagt-geschrieben hat.
Lebt jetzt und im hier und gut iss! Ich sehe jeden Tag Verletzte und Tote! ( Bin Sani ) und glaubt mir! denen wäre alles egal wenn nur nichts passiert wäre! -und dann kommt ihr mit solchen Unsinnigen Fragen daher!
LEBT! Und Lasst LEBEN! alles andere ist doch sowas von egal! Am letzten Tag habt ihr solche Fragen nicht mehr.Und der könnte schneller kommen als euch lieb ist.
@Mara-Devi
Ja die evangelische Kirche scheint es bedeutend neutraler zu sehen. Auf jeden Fall sind mir keine Fälle bekannt, wo Menschen wegen ihrer Homosexualität gekündigt wurden. Eine Gleichstellung der Homo-Ehe sehen sie jedoch kritisch. Sie sprechen sich zwar für eine Stärkung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft aus. Betonen aber deutlich, dass sie eine Gleichstellung mit der Ehe ablehnen.
https://www.ekd.de/homosexualitaet/presse/972.html

@Long Road
Das es da welche gibt, die es negativ sehen, sagt so noch nichts aus.
Vom Buddhismus weiss ich nicht sehr viel. Werde mich mal schlau lesen.

@Pjotr Kala
Zitat:
Ich glaub nicht, dass es heute Religionen gibt, die der Homosexualität positiv (im Sinne einer Förderung) gegenüber stehen.

Das glaube ich leider auch.

Zitat:
Islam, Christentum, Judentum und alle deren Ableger haben sich als "Sündenbock" hauptsächlich die männliche Homosexualität ausgesucht

Naja ich dachte vielleicht an Untergruppen. Es steht ja von verschiedenen Seiten auch zu verschiedenen Themen Kritik im Raum. Ich dachte daran, dass sich eventuell mal Menschen zusammengetan haben, um eine Gemeinschaft zu bilden, die es "besser" macht.

@Burkl
NadjaB hat folgendes geschrieben:
man weiß im Allgemeinen, dass sich die katholische Kirche

Da du hier eine Klarstellung verfasst hast, siehst du anscheinend einen Angriff. Ich muss zugeben es ist auch schlecht formuliert. Ich hatte beim Formulieren einen etwas ironischen Unterton als Kritik gegen mich und Teile meiner Mitstreiter. Das wird in meinem Geschriebenen aber nicht mit übermittelt. Ich habe in letzter Zeit die katholische Kirche übermäßig angegriffen. Dieses Verhalten wurde durch Wut ausgelöst. Wut die zwar an vielen Stellen provoziert wurde, aber nicht weiterhilft wenn man voran kommen will. Die katholische Kirche fällt in dieser Thematik immer wieder auf. Daher hat die Allgemeinheit, mich eingeschlossen, den Eindruck, es würde alles aus dieser Richtung kommen. Das versuche ich mir immer wieder bewusst zu machen. Das klappt auch, aber auch nicht. Du kennst das Thema und es ist auch immer sehr Emotionsgeladen. Also - ich will niemanden Angreifen - aber danke, dass du mich auf meine unglückliche Formulierung mit deinem Beitrag aufmerksam gemacht hast.

In diesem Zusammenhang auch: Danke für deine nette IM die Tage

Burkl hat folgendes geschrieben:
Eine gegen Menschen gerichtete grundsätzliche Ablehnungshaltung ist niemals christlich rechtfertigbar. Das Christentum lehrt grundsätzlich allen Menschen mit Liebe zu begegenen, was nicht bedeutet Alles zu lieben, was Menschen tun.

Argx - das ist so schwer. Ich würde so gerne jetzt auf deine Erklärungen antworten. Mach ich aber nicht. Naja hatte ich schon zum Teil, habe ich aber wieder gelöscht.

Es geht mir hier nicht um eine Grundsatzdiskussion. Ich möchte nicht in die übliche Diskussion abrutschen wer nun recht hat. Es geht mir hier wirklich darum, zu ergründen, ob es auch Glaubensrichtungen oder Religionen gibt, die sich mit meinem Anspruch vereinbaren lassen.

Vielleicht sollte ich an dazu noch meinen Anspruch genauer erklären:
Die gesuchte Glaubensrichtung sollte eine Ehe unter gleichgeschlechtlichen Menschen genauso durchführen, anerkennen und ehren, wie die klassische Ehe. Die Religion oder Glaubensrichtung ist mir hierbei erst einmal zweitrangig.

Liebe Grüße
Nadja

PS: Boah seit ihr fleißig. So viele neue Beiträge. Sorry, aber jetzt gehen wir erst mal tanzen. Vielleicht schreib ich später noch was. Mich würden auch noch ein paar Ideen zu meiner Frage interessieren
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GUNKL: Wüstenreligionen, Wissen, Respekt und Kränkungen
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Humanistischer Pressedienst
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