Wahrheit als Wirklichkeit in der Beziehung


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Zitat:

Wahrheit und eigenes Wesen

Was bedeutet letztlich das Ringen um Wahrheit?

In dem Augenblick, in dem wir an uns selbst die Wahrheitsfrage stellen, beginnt ein energisches inneres Fragen, Suchen, Prüfen und Abwägen. Wer also beim Grüßen „guten Morgen“ sagt, müsste in sich in diesem Moment auch den Bezug zur Realität eines „guten Morgens“ herstellen und etwas von dessen Reinheit und Frische und Kraft empfinden. Dadurch, dass wir uns bemühen, die Wahrheit zu denken und zu sagen, rufen wir unsere Seele zu höchster Geistesgegenwart auf, zur Anwesenheit unseres Ich. Denn ohne die geistesgegenwärtige Anwesenheit des Ich kann beim Denken und Sprechen nicht der innere Bezug zu dem, worüber gedacht und gesprochen wird, hergestellt werden. Auf diesen Bezug zur Wirklichkeit, zur Realität des Gedachten und Gesagten, kommt es jedoch bei der Wahrheitsfrage ganz entschieden an: Wahrheit stellt Beziehung her, ist Begegnung, Innewerden, Verbunden-Sein. Und so verbindet sie auch Menschen miteinander und ermöglicht spirituelle Kommunion. Unwahrheit hingegen trennt und lässt einen Abgrund zwischen den Menschen entstehen – aber auch gegenüber der geistigen Welt.

Solche Einsichten helfen, ganz neue Maßstäbe anzulegen für die Pflege menschlicher Beziehungen, lassen aber auch erkennen, dass das eigene Wesen seiner Natur nach „wahr“ ist.


Ob Menschen einem wirklich die Wahrheit sagen oder das, was sie für Wahrheit halten, kommt dann zum Vorschein, wenn man prüft.

Manchmal hält sich Wahrheit wirklich nur am Subjektiven fest.

Es ist nicht so einfach, zu glauben, wenn man diese subjektive Wahrheit nicht bemerkt.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
http://www.brigitte.de/kultur/leute/silberhochzeit-545814/
google: wahrheit in freundschaften

Wir haben in unserem Leben Freundschaften, Bekanntschaften und andere Arten von Beziehunungen.

Inwieweit man sie pflegt oder pflegen möchte, ob ein langer Abstand immer die beste Möglichkeit ist, sich zu verstehen, wo Gemeinsamkeiten zu sehen sind oder Gegensätzlichkeiten, wo ein Sinn in einer Verbindung steht, alles das hat auch mit Wahrheit zu tun.

Was ist, wenn man nicht mehr glaubt oder glauben kann, wenn sich Widersprüchlichkeiten bemerkbar machen und wenn man bemerkt, daß die eventuellen Partner in diesen Freundschaften und Bekanntschaften ihre Kriterien als allgemein gültig ansehen und reagieren - die Komplexität von Beziehungen und Freundschaften ist ein weites Feld.

Löst man Verbindungen, die enttäuschend wirken können oder hält man an ihnen fest oder sieht man bei erkennbarer Unverträglichkeit doch die beste Variante der Trennung - alles das hängt auch vom Charakter ab, ob man bereit ist, neue Wege zu gehen, sich abzunabeln und Prioritäten aufzustellen, die wichtig sind.

Welche Priorität stellen die Menschen an ihre Mitmenschen, wenn es manchen genügt, sich einmal im Jahr zu melden und manche pflegen eine freunschaftlich gleichgültige Beziehung, andere eine rein sachliche und manche mögen Menschen immer um sich - hier sind so viele Schattierungen angesagt und vor allem: wie geht man mit einander um und wie geht man sich nicht auf die Nerven und hält Abstand oder fühlt sich ein Mensch vernachlässigt ?

Viele Menschen reden nicht miteinander und so entstehen auch Mißverständnisse und der Wahrheit tut es nur gut, wenn sich Menschen auch ohne Worte verstehen.

Zitat:
Wahrheit als Verhältnis zur Wirklichkeit begriffen

Dieses Beispiel kann deutlich machen, dass Wahrheit in diesem Zusammenhang nicht nur etwas absolut „Richtiges“, „So-Seiendes“, „Gegebenes“ ist, sondern unser jeweiliges Verhältnis zur Wirklichkeit zum Ausdruck bringt. Wir lernen, „in der Wahrheit“ zu leben, wenn wir uns unausgesetzt bemühen, die Welt der Erscheinungen (Sinneswelt) zu der Welt unserer Vorstellungen und Gedanken in ein den Tatsachen entsprechendes Verhältnis zu setzen. Dadurch arbeiten wir selbst mit an der Wahrheit der Welt1. Ohne diese Mitarbeit des Menschen bliebe sie unvollständig. Wer sich auf Wahrheiten beruft, ohne sie zu „erleben“ und ihre Verwirklichung zu erstreben, ist – so gesehen – bereits auf dem Weg zu lügen, so paradox das auch klingen mag.

Persönliche Verantwortung gegenüber dem, was man denkt und für wahr hält, wird meist erst im Alter von sechzehn, siebzehn Jahren erlebt (vgl. Denken: Entwicklung der Organsysteme und Denken). Besonders schön und prägnant hat dies Jacques Lusseyran in seiner Autobiographie beschrieben. Er fasste mit seinem Freund, beide 16jährig, eines Tages den Entschluss: „Wir hatten geschworen, uns die Wahrheit zu sagen, die reine Wahrheit, und wenn wir das nicht können, zu schweigen.“ 2 Dann beschreibt Lusseyran, wie er mit seinem Freund oft stundenlang in Paris spazieren ging und – beide schwiegen. Hin und wieder blickten sie sich mit einem wissenden Lächeln an, um dann wieder wegzuschauen. Keiner von beiden wagte es, unmittelbar etwas zu sagen, obwohl sie sonst stundenlang diskutierten. Das Schweigen machte ihnen bewusst, wie wenig sie genau genommen wirklich wussten. Während sie äußerlich schwiegen, arbeitete es im Inneren „auf Hochtouren“. Die Frage nach der Wahrheit verband sie und bewirkte eine beglückende Vertiefung ihrer Freundschaft.

Diese Begebenheit kann deutlich machen, in welchem Maß Wahrheit (und Lüge) die menschlichen Beziehungen mitgestalten. Sie sind nicht nur Qualitäten für sich, sie sind darüber hinaus ein wesentlicher Teil dessen, was Menschen verbindet oder trennt. Sie sind Realitäten, die zwischen Menschen Mauern aufrichten und auch wieder einreißen, die verletzen und heilen können. Es gibt wohl kaum etwas in einer menschlichen Beziehung, was sich als trennender und schmerzhafter erweist als der Eindruck, dass der andere nicht aufrichtig zu einem ist.

So drückt das Vorhaben von Jacques Lusseyran und seinem Freund, sich nur noch die Wahrheit zu sagen, gleichzeitig den Wunsch aus, eine ganz ehrliche, reine Beziehung von Ich zu Ich zu pflegen und in die zwischenmenschliche Begegnung nichts Fremdes mehr hereinzulassen. Wer sich der Wahrheit verpflichtet, wird in seinem ganzen Verhalten „wesentlicher“.

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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
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Wenn schon über Wahrheit reden dann doch über welche Wahrheit?

Kann Wahrheit eigenständig als Wahrheit bestehen?