Der Ichsinn ertastet den anderen Menschen


Wir hatten auch lange über das Ich/Ego diskutiert. Und deshalb fand ich den Beitrag so interessant,daß ich ihn für die User einsetzen möchte und frage, wie seht Ihr das ?

Brauchen wir das Ego ?

Auszüge aus:
http://www.erziehungskunst.de/artik.....tet-den-anderen-menschen/

Zweiter Weltkrieg: Paris ist von den Deutschen besetzt. Jacques Lusseyran, noch Schüler und schon Student, engagiert sich im Widerstand. Er ist blind. Ihm werden die Menschen vorgeführt, die sich der Widerstandsbewegung anschließen wollen, seine Freunde wissen, dass er hinter die Oberfläche schaut.

Eines Tages wird ihm ein junger Mann vorgestellt. Als dieser »eintrat und ein überfreundliches ›Bonjour‹ ertönen ließ, war mir sofort ohne eine Spur von Zweifel klar: ›Diesen Menschen fallenlassen! So schnell wie möglich sich von ihm trennen!‹« Die eigene Wahrnehmung schildert Lusseyran sehr differenziert: »Seine warme Stimme, seine wohl geformten Worte passten zu dem Gesicht, das ich ihm zunächst gegeben hatte. Sofort aber kam unter diesem Gesicht ein anderes zum Vorschein. Das wich alsbald und verkroch sich, und kam alsbald unversehens wieder hervor. Es blähte sich gleichsam auf. Dieser Kerl hatte Blasen in der Stimme«. Die Präzision, mit der der Blinde seine Wahrnehmungen beschreibt, ist bemerkenswert. Es scheint, als sei er durch das Fehlen seines Augenlichts weniger abgelenkt als andere Menschen, so dass er eine neue Art des Sehens entwickeln konnte, die dem Tastsinn ähnlich ist. Mit dieser Wahrnehmungsfähigkeit gelang es ihm offenbar, das Wesen anderer Menschen exakter zu erkennen, als es seinen Mitstreitern möglich war.

Können wir den innersten Wesenskern eines Menschen, sein Ich, sinnlich wahrnehmen, wie Rudolf Steiner es beschreibt? Er schildert die Tätigkeit des Ichsinnes als ein Wechselspiel zwischen mir und dem anderen Menschen: Auf einen Moment der Hingabe an den Anderen folgt ein innerliches Widersetzen, und in dem Vibrieren der Seele zwischen diesen beiden Gesten, zwischen Sympathie und Antipathie, entsteht der Eindruck des fremden Ich in mir. Es ist wie ein behutsames Ertasten des anderen Wesens durch das wiederholte Berühren und Loslassen. Und wie uns der Tastsinn die Oberfläche unseres ganzen Leibes im Verhältnis zur Umgebung erfahren lässt, ist, wie es Rudolf Steiner in der »Allgemeinen Menschenkunde« formuliert, »das Organ der Wahrnehmung der Iche … über den ganzen Menschen ausgebreitet und besteht in einer sehr feinen Substanzialität, und daher reden die Menschen nicht vom Ich-Wahrnehmungsorgan«.


Was spüren wir am anderen Menschen und erkennen wir Ehrlichkeit und andere Merkmale so deutlich oder trügt nur der äußere Schein ?
_________________
Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Zitat:
Wie der Tastsinn eine Grundlage vielfältiger Sinneserfahrungen bildet, so stellt der Ichsinn offenbar eine Zusammenfassung und Steigerung aller anderen Modalitäten dar.

Wenn etwa eine Klassenlehrerin morgens einen ihrer Schüler begrüßt, entsteht dabei eine Fülle verschiedener Sinneswahrnehmungen: Sie sieht seine Gestalt, Bewegung und Haltung, hört die Stimme, berührt beim Händedruck seine Haut, spürt deren Wärme, nimmt einen Geruch wahr. Aber eine Wahrnehmung des anderen Ich entsteht doch vor allem, wenn sich die Blicke der beiden begegnen. Alle anderen Sinnesempfindungen werden transparent und lassen den Gesamteindruck des Gegenübers durchscheinen. Es ist der Wesenskern des Anderen, dem wir begegnen wollen – nicht ein Gebilde, das sich aus einer Summe von Einzelmerkmalen verschiedener Modalitäten zusammensetzt.

Durch das System der Spiegelneuronen kann die Tätigkeit und der emotionale Ausdruck eines Gegenübers im Gehirn simuliert werden. So erfahre ich in der Begegnung die aufrechte Haltung des Anderen durch meine eigene Haltung, den Händedruck durch meinen Zugriff, den Blick durch mein eigenes Blicken. Mein ganzer Leib und alle meine Sinnesorgane sind an der Wahrnehmung des anderen Menschen durch meinen Ichsinn beteiligt.


Ernst L. ist der Meinung, wir müßten das Ich/Ego loslassen. Aber was wird dann mit uns ? Was bleibt von uns ? Was macht uns aus und worüber definieren wir uns ? Genügt uns, zu erfahren, wir seien göttliche Wesen und fühlen es doch nicht ?

http://www.sein.de/
_________________
Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Hi Ikarus!
Zitat:
Ernst L. ist der Meinung, wir müßten das Ich/Ego loslassen. Aber was wird dann mit uns ?

Ich denke, dann werden wir nurnoch benutzt?
Außer es ginge um ein gemeinsames Ziel.
Sich einzulassen ist halt immer auch risikobehaftet.
_________________
"
Das ist das Verhängnis
zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.
"
Erich Kästner
Über das Ich und das Ego hatten wir bereits viele Threads, weil wir uns nicht einig werden konnten, ob beide gleich ist oder beides getrennt zu betrachten ist.

Ist das Ich das Ego ? Was ist das Ego und was das Ich ?

archiv-suche: das ich das ego

http://www.geistigenahrung.org/ftopic70977-30.html
http://www.geistigenahrung.org/ftopic68578-20.html
http://www.geistigenahrung.org/ftopic68578-130.html

Und wir sind uns nie richtig einig geworden.

http://www.steinerverlag.com/warenk.....od/das-integrale-ich.html

Eine einfache Antwort wird es wohl nicht geben.

http://www.knabe-sebastian.de/Sinneslehre_Sebastian_Knabe.shtml

Zitat:
Die zwölf Sinne des Menschen:

1. Ich-Sinn
2. Gedanken-Sinn
3. Wort-Sinn
4. Hör-Sinn
5. Wärme-Sinn
6. Seh-Sinn
7. Geschmacks-Sinn
8. Geruchs-Sinn
9. Gleichgewichts-Sinn
10. Eigenbewegungs-Sinn
11. Lebens-Sinn
12. Tast-Sinn


Wieder ein Thema für sich oder hängt alles zusammen ?
_________________
Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Unser Ego brauchen wir nicht unbedingt.

Es zu überwinden und zu transformieren wäre für uns alle gut,
damit wir zu Werkzeugen Gottes werden.

Denn wie heißt es so schön? Gott hat keine Hände, nur unsere Hände.
Wirklich nicht ?

http://www.geistigenahrung.org/ftopic68578-20.html

Zitat:
"Das Ich ist der bewußte Teil der Seele, das Zentrum des Bewußtseins und das Zentrum der Person.


Kann es so viele Meinungen und Ansichten darüber geben ?

archiv-suche: das ich die person das ego

Zitat:
"Schwierig ist dieser Verzicht, weil die Identifikation mit dem Ich und die Einbeziehung der Dinge in die Ichsphäre auf den unteren Entwicklungsstufen natürliche Vorgänge sind. Es ist für den Menschen auf disem Entwicklungsnivau selbstverständlich, daß er in seinem Ich zentriert ist. Er fühlt und empfindet, denkt und handelt von seinem Ich aus und bezieht alles, was er für sich bezieht, auf sein ich, und er bezieht alles, was er in Besitz nimmt, in seine Ichsphäre ein. Er kann nicht anders."


Nehmen wir mal an, Du schaust ein halbes Jahr nicht in den Spiegel, siehst Dich nicht, was würdest Du empfinden ? Weißt Du, wer Du noch bist ?

Und was sagt Dir dann Dein Bewußtsein ?

Nur mal so überdacht.
_________________
Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Rosenblüte hat folgendes geschrieben:
Unser Ego brauchen wir nicht unbedingt.

Es zu überwinden und zu transformieren wäre für uns alle gut,
damit wir zu Werkzeugen Gottes werden.


Ich brauche es auf jeden Fall. Damit kann ich mich abgrenzen und meine Individualität ausleben, die ich für nichts freiwillig aufgeben würde. Und ich glaube kaum, dass ein (allmächtiger) Gott irgendwelches Werkzeug braucht.
Zitat:
Ist das Ich das Ego ? Was ist das Ego und was das Ich ?

Also für mich bedeutet Ego Ich, eins ist deutsch, das andere latein.
Beides meint das gleiche.
Warum denn immer so kompliziert?
Da wird dann so lange schwadroniert, bis keiner mehr weiß,
was gemeint ist.
Und mit Gewißheit behaupte ich, daß das jeder Mensch hat.
Niemand springt aus dem Fenster, wenn ich den Wunsch äußere,
er möge das doch bitte tun, z.B. weil er mir auf den Keks geht.
Eigentlich erwarten wir doch auch Selbstbewußtsein vom Anderen.
Mit devoten Leuten umzugehen stelle ich mir eklig vor.
Menschen ohne Ich oder Ego sind Rückradlos.
Ich erwarte von Anderen, daß die auf sich selbst achten,
sich selbst für Wert halten, eine Persönlichkeit darstellen
und sowas geht nicht ohne Ich.
_________________
"
Das ist das Verhängnis
zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.
"
Erich Kästner
Ein Mensch der sein Ego transformiert hat, ist doch nicht devot und auch nicht rückgradlos und lässt sich auch nicht alles gefallen. Er achtet selbst auf sich. Er sieht nur die Welt mit anderen Augen.

Ich glaube, du hast eine falsche Vorstellung von Menschen die das Ego überwunden haben.
Rosenblüte hat folgendes geschrieben:
Ein Mensch der sein Ego transformiert hat, ist doch nicht devot und auch nicht rückgradlos und lässt sich auch nicht alles gefallen. Er achtet selbst auf sich. Er sieht nur die Welt mit anderen Augen.

Ich glaube, du hast eine falsche Vorstellung von Menschen die das Ego überwunden haben.


Auf sich selbst achten und das Ego überwinden widerspricht sich in meiner Welt. Vllt sollte man hier mal definieren was Ego bedeutet um eine gemeinsame Gesprächsbasis zu haben?