Die Feinde des Göttlichen


Mose hatte den Pharao

Zarathustra hatte Grahamay

Buddha hatte Devadatta

Jesus hatte Judas

Mohammed hatte Abu Sufyan

Bahaullah hatte Abdu’l-Husayn

usw.

Wieso hatte jeder religiöse Offenbarer einen erbitterten Erzfeind?
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Hoi Pommes,... ja... wieso das denn?
Weil mann von kuscheln nicht wach wird vielleicht?
Eine Offenbarung ist eine Äusserung von Kontrast.
Ein Erzfeind verpersönlicht dieses Kontrast.
Er ist ein notwendiges Teil der Offenbarung.
Es macht Offenbarungen interessant.
Wer schaut sich schon ein Film an woin alles gut geht?

Du merkst es auch hier im Forum.
Al das Glauben geht nicht von sich irgendwo hin, es braucht etwas um sich gegen abzusetzen, ein Feindbild, etwas unerwünschtes. Oft sind Beiträge nicht eine Reaktion auf Argumenten aus andere Beiträge, sondern ein Abwehr gegen das Feindbild was mann darin meint sehen zu müssen. Das ist sogar sehr oft der Fall, wenn ich es mich überlege. Ich finde mich als Freiglauber oft unfreiwillig in diese Feindbildecke wieder.

Auf eigener Kraft irgendwo hingehen gibt es in Religionen nicht. Religion ist ja kein Luxusartikel. Mann konfirmiert sich nicht aus Spaß, sondern weil mann das braucht. Ohne Lehre geht dabei nichts. Also muss das Feindbild in die Lehre schon mit drin sein. Ergo Erzfeind als Teil der konstruktive Unterhaltung einer Ersatzwahrheit, notwendig weil die eigene unausreichend Halt bietet. Zwingend Teil einer durchaus vernünftige Lösung einer aktuelle persönliche geistliche Not.
Alles kosher also.

LG
Parrot
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Bleib Glücklich und Gesund, und deine Seele treu.
Jedem Jing sein Jang, meinst du also.
Ich finde viel mehr das all diese Feinde, in ihrer Gemeinsamkeit, all das Schlechte der damaligen Zeitepoche repräsentierten und somit automatisch Feinde des Neuen belebenden Impulses sein mussten.

Mose war als Volksbefreier das absolute Gegenstück zu dem unterdrückerichen Pharao.

Jesus als asketischer Bettelmönch war das absolute Gegenstück zu dem raffgierigen materialistischen Judas. usw
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Nein, ich glaube das ich diesmal doch ziemlich genau das gleiche meine wie du. Also das sehe ich auch so.
Ich habe mich wahrscheinlich nur falsch ausgedrückt.

LG
Parrot
Guten Morgen wünsche ich euch,

finde deine Frage super interessant Pommes.

Ein Gedanke den ich habe ist der, daß sich die "Wahrheit" immer gegen "Widerstände" durchsetzen muss bzw. wird.

Denke das hast Du mit deinem Vergleich der Gegenstücke Moses & der Pharao, Jesus & Judas auch schon angedeutet.

Herzliche Grüße
Tim
Jede Geschichte hat ihren Helden. Und um Helden glänzen zu lassen, braucht man einen Gegenspieler, einen Bösewicht. Nur im echten Leben ist es etwas anders. Da gibt es jede Menge Grau und wenig Schwarz/Weiß.
@ Pommes
Zitat:
Wieso hatte jeder religiöse Offenbarer einen erbitterten Erzfeind?

Also, diese Frage habe ich mir bisher noch nie so ganz bewusst gestellt, warum es da immer einen Gegenspieler gab.

Was mir spontan dazu einfällt ist, dass der Mensch nicht fähig wäre Gesundheit zu erkennen, wenn er niemals erfahren hat, dass es Krankheit gibt.
Dass er nicht wissen könnte was Helligkeit ist, wenn er noch keine Dunkelheit "gesehen" hat.

Ob es wichtig ist für unsere Erkenntnisfähigkeit?
Das könnte ein Aspekt sein von wahrscheinlich vielen.
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Danke liebe Linde. Das sehe ich auch so.
Man erkennt meine These auch immer daran dass die "Feinde" eine jeweilige Position vertreten haben, gegen jene die Offenbarer absolut entgegen traten. Womit die Offenbarer also absolut mit den Zeitgeist gebrochen hatten.

Abu Sufyan war, meines Wissens, ein absoluter Götzendiener. Was das praktische Sinnbild allen Aberglaubens symbolisiert. Mohammed war ein konsequenter Verfechter des Monotheistischen Glaubens und gegen jegliche Götzenverehrung.

Oder man nehme Buddha und Devadatta. Devadatta hatte drei Mordanschläge auf Buddha verübt gehabt, weil er so versuchte in Sangha die Macht zu übernehmen. Diese extreme Machtgier und der Neid auf Buddhas Position war das genaue Gegenstück zur bescheidenen enthaltsamen Lehre Buddhas.

Beide "Feinde" repräsentierten immer die gerissenste Form all dessen wogegen die Offenbarer zu wirken versuchten. Zufall?
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Judas war aber kein erbitterter Erzfeind von Jesus, sondern ein Jünger, Anhänger von ihm.

Die Frage an und für sich finde ich aber sehr interessant.
Rosenblüte hat folgendes geschrieben:
Judas war aber kein erbitterter Erzfeind von Jesus, sondern ein Jünger, Anhänger von ihm.


Man könnte bei der Geschichte Jesu auch den hetzenden Pharisäer nehmen (dessen Namen mir einfach nicht einfallen will). Aber auch Devadatta war ein Jünger Buddhas.

Judas repräsentierte im Grunde auch den Zeitgeist der damaligen Juden. Nach Außen hin ein frommer Anhänger des Gottwohlgefälligen, doch innerlich gierig und verbittert. Wer verkäuft seinen Freund und Meister für ein paar Groschen ans Kreuz?
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