Was tun gegen Vorurteile?


Ich empfinde es so, dass Vorurteile nicht nur Brücken zerstören können, sondern sogar verhindern, dass welche gebaut werden.

Abdu'l Baha sagt:

Zitat:
Der Nährboden all dieser Tragödien ist das Vorurteil: das Vorurteil der Rasse und Nation, der Religion, der politischen Meinung; und die Wurzel des Vorurteils ist die blinde Nachahmung der Vergangenheit - die Nachahmung in der Religion, bei Einstellungen zu anderen Rassen, bei nationalen Vorlieben, in der Politik. Solange dieses Nachäffen der Vergangenheit anhält, werden die Grundlagen der Gesellschaftsordnung in alle Winde verweht, und die Menschheit wird ständig den schrecklichsten Gefahren ausgesetzt sein.
Abdu'l Baha, Briefe und Botschaften


Was sollen wir also tun, um gegen Vorurteile anzugehen?

LG,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Zitat:
Was sollen wir also tun, um gegen Vorurteile anzugehen?


Dies ist ein sehr weites Feld.

Damit wir dies lösen können sollten wir uns zumindest einmal zeitweise frei von jeglichen Gedankengut machen welches uns ausfüllt. Dann können wir zunächsteinmal erkennen in weit wir nicht selbst dem Nachahmung in der Religion, bei Einstellungen zu anderen Rassen oder div Ansichten, bei nationalen Vorlieben, in der Politik unterliegen.

Solange wir dies nicht vermögen (wollen), solange werden Vorurteile der Knebel der Menschheit bleiben.
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ஜ ♥ ஜ www.tempel.in ღ ஜ ღ
Zitat:
Was sollen wir also tun, um gegen Vorurteile anzugehen?


Wo immer es möglich ist aus der eigenen Sichtweise und vor allem aus der eigenen Erfahrung heraus erzählen und argumentieren ohne darauf hinzuweisen dass man der Meinung ist dass das geäußerte Vorurteil nicht oder nur bedingt berechtigt ist? Dadurch hat das Gegenüber die Möglichkeit über seine Sichtweise nachzudenken ohne sich angegriffen zu fühlen.

Schönen Abend noch
Licht und Freude
Zahira
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Möge Liebe, Licht und Frieden sich überall verbreiten
"Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs.
Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh!" (Joh 1,45 u. 46)

"Komm und sieh!" - Philippus hat hier die wirksamste Formel ausgesprochen, die es gegen das Vorurteil gibt: Hingehen, selbst ein "Bild machen". Das Mittel zur Neutralisierung des Vorurteils ist die Begegnung. Bringen wir also Menschen dazu aufeinander zuzugehen, dann werden die Vorurteile verschwinden. Niemand wird mehr so leicht über "die Muslime", "die Katholiken", "die Türken" reden - wenn er selbst einmal echte zwischenmenschliche Begegnungen hatte.
Denke mir, daß das beidseitig passiert und hier bereits die Karten für kommende Zeiten gelegt werden-es geht letzendlich oft um Macht.

Um die Macht zwischen den Religionen. Und das ist jetzt schon absehbar, wie sich die Zeiten ändern werden.

Ob so oder so.

http://www.morgenpost.de/vermischte.....-Volksverhetzung-vor.html

Denn die Welt ändert sich rasant.

http://news.feed-reader.net/2773-muslime.html

http://www.welt.de/reise/nah/articl.....ompass-statt-Alkohol.html
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
@Ikarus

Was du hier z.B. gerade tust, ist eine klassische Methode des Schürens von Vorurteilen, nämlich Selektionieren von Zeitungsartikeln und Meldungen, die ein "geschlossenes Bild" über eine ganze Gruppe von Menschen erzeugen sollen - und somit Gräben weiter aufgerissen werden.

Nur um das konkret zu machen: Du verweist auf eine kritische Presseaussendung der "Türkischen Kulturgemeinde Österreich" zu einem Star-Wars-Spielzeug, das nach deren Einschätzung negative Konnotationen hinsichtlich des orientalischen Kulturkreises erzeugen könne. Gleichzeitig führst du an, dass es dabei um Macht zwischen den Religionen ginge und "sich die Zeiten ändern" werden. Liest man jetzt aber die andere Presseaussendung auf der Homepage der "Türkischen Kulturgemeinde Österreich" wird klar, dass hier ein Islambild vertreten wird, das überhaupt gar nicht in das Bild passt, das du zeichnen willst:

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=287

Also - manchmal genügt schon eine genau intellektuelle Beschäftigung mit den Inhalten. Das beste Gegenmittel wäre wohl einmal die Gastfreundschaft einer Moscheengemeinde in Anspruch zu nehmen und dich wirklich mit diesen Menschen zu unterhalten. Du müsstest dann nämlich nicht mehr in Schwarz/Weiß-Kontrasten leben.

LG Burkl
Burkl, der Inhalt Deines Links ist genau das, was ich meine. Es kommen verschiedene Kulturen zusammen, die erst mal lernen müssen, miteinander klar zu kommen.

Zitat:
Darauf sollten eigentlich alle Muslime sehr stolz sein, doch leider tritt häufig das Gegenteil zu. Dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen sollen, hat ein wichtiger Teil der islamischen Intellektuellen bereits begriffen ? leider können wir Präsident Sanac nicht zu diesem Kreis zählen, denn dieser behauptet mit bedenklichen Beispielen genau das Gegenteil.


Wobei die verschiedenen Meinungen jeweils eigener Interpretation erlegen ist, was heißt, daß jede Seite glaubt, sie sei im Recht.

Und solange jede Seite glaubt, sie sei im recht, wird es weiterhin Vorurteile geben - gegeben hat es sie seit Jahrtausenden und sie wird so schnell nicht abgeschafft werden.

Ich benenne nur Tatsachen, die existieren.

Zitat:
Der Islam der Traditionen, also der ?falsche Islam?, setzt alle islamischen Grundlagen und Werte, die den Menschenrechten und damit auch der Demokratie den Weg bahnen und sie stärken könnten, außer Kraft. Diese Entwicklung begann, als die despotische Monarchie quasi zur Religion erklärt wurde, eine Ideologie, die uns bis nach Österreich verfolgt. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wiederum wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit bezeichnet (siehe hierzu Sure 27, Vers 34). Dass dieses System in der Vergangenheit dennoch die Oberhand gewann, wurde möglich, weil man den Laizismus bzw. Säkularismus in einen Gegensatz zur Religion stellte. ?Säkularismus? bedeutet aber nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Säkularismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht von Gott abzuleiten, sondern vom Willen des Volkes.

Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen ist. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet: Das Zeitalter ist beendet, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen. Der Koran ist das einzige heilige Buch, das verkündet, dass die Theokratie, der politisierte Glaube, aus dem Leben der Menschen weichen soll. Nicht einmal der Prophet Mohammed ist nach den koranischen Prinzipien der Wächter oder Verwalter über die Menschen und das sollte auch in Österreich so gelten.


Kann jeder selbst nachlesen.

Man kann die alltäglichen Dinge/Probleme nicht wegwischen, sie existieren und sind dazu da, um angegangen bzw. bearbeitet zu werden.
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Zitat:
"Komm und sieh!" - Philippus hat hier die wirksamste Formel ausgesprochen, die es gegen das Vorurteil gibt: Hingehen, selbst ein "Bild machen". Das Mittel zur Neutralisierung des Vorurteils ist die Begegnung. Bringen wir also Menschen dazu aufeinander zuzugehen, dann werden die Vorurteile verschwinden. Niemand wird mehr so leicht über "die Muslime", "die Katholiken", "die Türken" reden - wenn er selbst einmal echte zwischenmenschliche Begegnungen hatte.


Burkl, was Du hier geschrieben hast, das finde ich sehr gut und sehr wichtig.
Die Begegnung ist etwas sehr Wertvolles und hier kann ich anderen vielleicht liebevoll dazu verhelfen etwas anders zu sehen.

Was mich aber auch brennend interessiert ist, wie kann ich erkennen, wo ich selbst noch in meinen Vorurteilen gefangen bin.

Es ist meist sehr leicht die Vorurteile der anderen zu erkennnen. Wenn ich ihnen behilflich sein kann ihre Vorurteile abzulegen, dann macht es auch Sinn diese erstmal zu sehen.

Wenn es nicht möglich ist anderen beim Ablegen ihre Vorurteile zu helfen, dann brauch ich aber auch nicht mit Fingern darauf zeigen, denn dann schür ich ja auch wieder nur Unfrieden.

Also für mich stellt sich jetzt in erster Linie die Frage, wie kann ich (können wir) meine/unsere eigenen Vorurteile sehen?
Bevor ich sie ablegen kann, muss ich sie ja erstmal sehen.

Wieviel Vorurteile ich auch schon abgelegt haben mag, ich kann mir doch nie sicher sein auf dem einen oder anderen Gebiet weiterhin meine Vorurteile zu haben.

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben:
Wieviel Vorurteile ich auch schon abgelegt haben mag, ich kann mir doch nie sicher sein auf dem einen oder anderen Gebiet weiterhin meine Vorurteile zu haben.


Wir müssen uns immer selbst gut im Auge behalten, wo sich in unserem Denken und Fühlen Dinge einschleichen und verfestigen, die nicht gut sind. Das regelmäßige Gebet und das bewusste Reflektieren über sich selbst, sich sozusagen - auch unter Zuhilfenahme Anderer - "aus der Perspektive Gottes" anzuschauen sind da wichtige Helfer.
Burkl hat folgendes geschrieben:
"Komm und sieh!" - Philippus hat hier die wirksamste Formel ausgesprochen, die es gegen das Vorurteil gibt: Hingehen, selbst ein "Bild machen". Das Mittel zur Neutralisierung des Vorurteils ist die Begegnung. Bringen wir also Menschen dazu aufeinander zuzugehen, dann werden die Vorurteile verschwinden. Niemand wird mehr so leicht über "die Muslime", "die Katholiken", "die Türken" reden - wenn er selbst einmal echte zwischenmenschliche Begegnungen hatte.


Ja, Burkl, das wäre es natürlich.
Aber zuerst muss man selbst dazu bereit sein, sich den Gegenstand seines Vorurteils genauer anzusehen.
Wie Linde schon schreibt, jeder muss da bei sich selbst anfangen.
Was meiner Meinung nach wichtig wäre, ist, in Gesprächen diese Vorurteile anzusprechen und aufzuklären, eben zu veranlassen oder, besser gesagt, dazu beizutragen, dass die Menschen sich dann selbst genauer informieren. Keinesfalls sollte man aus Harmoniegründen den vorhandenen Vorurteilen zustimmen.

Burkl hat folgendes geschrieben:
Wir müssen uns immer selbst gut im Auge behalten, wo sich in unserem Denken und Fühlen Dinge einschleichen und verfestigen, die nicht gut sind. Das regelmäßige Gebet und das bewusste Reflektieren über sich selbst, sich sozusagen - auch unter Zuhilfenahme Anderer - "aus der Perspektive Gottes" anzuschauen sind da wichtige Helfer.


Danke, Burkl, diese Worte von Dir möchte ich ganz dick unterstreichen.
Sind wir doch alle mit Vorurteilen aufgewachsen und müssen daran 'knabbern'.

LG,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten