Was tun gegen Vorurteile?


Ein Motor läuft nicht ohne Spritt, und der Spritt der negative Vorurteile heist Angst.

Die Realität ist wie sie ist, aber wie wir sie erfahren ist unser Weltbild. Ein Weltbild wird geformt aus Gefühle. Introduziere in ein Weltbild ein neues Thema und der Eigner dieses Weltbild wird es, wenn überhaupt, unabwendbar als Bedrohung erfahren. Nur wie er mit diese Bedrohung umgeht ist pro Person unterschiedlich.

Es wird erst klar wenn mann sich Vorurteile anseht die nicht persönlich bedrohlich sind. Die sind erst recht schwer zu überwinnen. Zumal weil nichts das notwendig macht. Als Vorbild nehme ich mal meine eigene emotionale Haltung zu schwarze, arabische, türkische und asiatische Frauen. Frauen generell sind meine Meinung nach das einzige was diese Planet überhaupt bewohnenswert macht. Lebenswichtig also. Desnichtzutrotz, obwohl auch ich an eine schöne Schwarze Frau sehen kann das sie schön ist, ist das jedoch ein Schönheitserlebniss wie für ein Gemälde. Meine Hormonhaushalt kriegt nichts mit. Die sonnst vollautomatisch zwangsläufig hochkommende Gedanke sie zu ein Teil meiner Lebenserfahrung machen zu wollen ist nicht existent.

Ich bin mich klar darüber dass das nicht nur ein Vorurteil ist, sondern sogar ein rassistisches Vorurteil. Es stört aber keiner, also lass ich es so. Ich benutze es nur um meine sonnstige Vorurteile besser verstehen zu können.

LG
Parrot
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Bleib Glücklich und Gesund, und deine Seele treu.
Hallo ihr Lieben,

ich finde ihr schreibt alle so tolle, anregende Sachen - danke dafür!

Ich bin auch dafür, daß man immer "selber sehen" muss um die anderen Menschen/Kulturen/Religionen usw. kennen und evtl. verstehen zu lernen.

Aber dennoch reicht das kennen Lernen meiner Meinung nach nicht aus um Vorurteile zu verhindern.

Bezogen auf den Menschen ist der größte Fehler einfach die Verhaltensweisen oder Dinge zu verallgemeinern.

Nur weil ein Mensch oder ein paar Menschen nach einem bestimmten Muster handeln, kann man nicht sagen, daß alle so sind.

In gewisser Weise verhält es sich z.B. in Punkto Religionen auch so, aber nur wenn man die Religion anhand der "Gläubigen" festmacht, (die alle nur Menschen sind und nicht immer alles richtig machen) anstatt sich mit dem Ursprung oder der Quelle des jeweiligen Glaubens zu befassen um so ein besseres, genaueres Urteil fällen zu können.

Ganz liebe Grüße
Tim
Hallo Ihr Lieben,
mich würde mal ganz konkret interessieren, wie und wo der Einzelne entdeckt, dass er oder sie hier noch immer ein Vorurteil pflegt und wie er/sie dann lernt oder gelernt hat, dieses Vorurteil abzubauen.

Es ist so einfach die Vorurteile des anderen zu sehen.

Ich möchte lernen meine eigenen zu finden.
Vielleicht kannst Du mir einen Tipp geben wie Du es gemacht hast und mir anhand eines ganz konkreten Beispiels aus Deinem Leben Hilfestellung geben.

Ich glaube, das stärkste aller Vorurteile ist es, zu glauben, ich hätte keine Vorurteile. (Vorurteile haben immer nur die andern.)

Ich freu mich auf Eure Antworten aus denen ich hoffentlich etwas lernen kann.

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Vorurteile haben wir vor allem bei Gruppen von Menschen, die wir nicht kennen, die anders sind als wir. Das erzeugt Angst.

Lerne ich jedoch einige Menschen aus dieser Gruppe persönlich näher kennen, so verschwindet das Vorurteil meist sehr schnell und die Angst auch.
Dar machst du meines Achtens der richtige Wahl. Das einzige gute Vorurteil, ist das Vorurteil gegen Vorurteile.

LG
Parrot
Minou hat folgendes geschrieben:
Ich empfinde es so, dass Vorurteile nicht nur Brücken zerstören können, sondern sogar verhindern, dass welche gebaut werden.

Abdu'l Baha sagt:

Zitat:
Der Nährboden all dieser Tragödien ist das Vorurteil: das Vorurteil der Rasse und Nation, der Religion, der politischen Meinung; und die Wurzel des Vorurteils ist die blinde Nachahmung der Vergangenheit - die Nachahmung in der Religion, bei Einstellungen zu anderen Rassen, bei nationalen Vorlieben, in der Politik. Solange dieses Nachäffen der Vergangenheit anhält, werden die Grundlagen der Gesellschaftsordnung in alle Winde verweht, und die Menschheit wird ständig den schrecklichsten Gefahren ausgesetzt sein.
Abdu'l Baha, Briefe und Botschaften


Was sollen wir also tun, um gegen Vorurteile anzugehen?

LG,
Minou

Ist es ein Vorurteil, die Taliban, als Vertreter des Lebenszerstörungssymbol, nicht zu mögen ?

Fakten:
http://www.3sat.de/page/?source=/ku...../themen/167528/index.html

Zitat:
Zitat:
Für die Völkerverständigung
Die aktuelle Lage im Land und die Erfolge der Franzosen lassen hoffen, dass die Musik in Mali weiterhin ihren wichtigen Platz behalten darf. Doch selbst wenn der Staat bald ganz befreit sein sollte: Der Konflikt im Norden hat die Spannungen zwischen den Völkern im ganzen Land verstärkt. Kouyaté wirbt deshalb im Video für Verständnis und zeigt sich offensiv mit vielen verschiedenen Völkern. "Es gibt so viele verschiedene Ethnien in unserem Land", so der Musiker. "Jede hat ihre eigene Musik, eigene Kultur und ich habe diese Party veranstaltet, damit wir alle zusammen kommen. Denn ich sehe jetzt, dass es ethnische Probleme gibt, die auf Mali zukommen. Das ist nicht gut für unser Land. Deshalb habe ich dieses Lied geschrieben, um die Solidarität unter uns zu stärken. Damit wir wieder die Gemeinschaft aller Völker sind, die wir davor waren."

Außerdem gilt es die Tradition der Griots zu retten. Seine Söhne sind von Geburt an die Nachfolger. Ohne Musik reißt ein jahrtausende altes Band, das die Gesellschaft verbindet. "Musik bei uns ist wie ein Medikament", sagt Bassekou Kouyaté. "Ich bin über meinen Vater hinausgewachsen und ich möchte, dass auch meine Kinder über mich hinauswachsen dürfen. Im Moment sieht es so aus, als das sie über mich hinauswachsen dürfen. Sie werden es tun. Das ist sicher."


Musik hat in der malischen Gesellschaft eine zentrale Funktion: Sie ist wie eine gemeinsame Sprache und verbindet so die vielen verschiedenen Ethnien. Gibt es Streit, wird ein Griot, ein Lobpreissänger und Streitschlichter wie Bassekou Kouyaté gerufen. Die Griots sind Mediatoren mit politischen Einfluss - und genießen großen Respekt. "Singen, Musik machen" sagt er, "das ist unsere Botschaft, um noch mehr schnelle weltweite Hilfe zu bekommen, um die bewaffneten Banditen zu vertreiben. Die sind gerade dabei, unsere Kultur zu zerstören, alles, was unsere Eltern und Großeltern während mehrerer Jahrhunderte aufgebaut haben. Sie wollen alles zerstören. Das ist, als wenn man jemanden in die Hölle bringt, Gott hat das niemals gesagt."

Islamisten bedrohen die Tradition der Musik
"Wenn die Islamisten die Musik zum Schweigen bringen, dann reißen sie Mali das Herz heraus", sagt Bassekou Kouyaté, einer der bekanntesten Sänger des Landes. Er hat erlebt, wie die Rebellen im Norden das Land einnahmen. Wie die meisten Künstler fürchtet auch er die islamischen Rebellen, die Musik, Schriften und Bilder verbieten wollen und damit drohen, Musikern die Finger abzuschneiden. Dennoch stellt er sich ihnen entgegen: mit einem Friedenslied, das er als Video veröffentlicht hat. Das kann zurzeit lebensgefährlich im fünfstärmsten Land der Erde sein.


Hoffen wir, daß der "Spuk" bald wieder vorbei ist.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
linde hat folgendes geschrieben:
Hallo Ihr Lieben,
mich würde mal ganz konkret interessieren, wie und wo der Einzelne entdeckt, dass er oder sie hier noch immer ein Vorurteil pflegt und wie er/sie dann lernt oder gelernt hat, dieses Vorurteil abzubauen.


Ich habe, glaube ich, mehr (unrechte) Vorurteile als der Tag Minuten hat. ZB war ich früher der festen Überzeugung Homosexualität ist grundfalsch, da es nicht dem "normalen" Ablauf der Natur entspricht. Inzwischen weiß ich, dass Homosexualität nix mit gestörter Kindheit, falscher Erziehung oder sonstigem zu tun hat, sondern einfach da ist. Genauso hatte ich ewig lange unterschwellige Aggressionen gegenüber dem Islam, wegen dem Kopftuchzwang. Inzwischen kenne ich viele Moslems, arbeite mit ihnen täglich zusammen und schwups, kenn ich auch die Beweggründe. Wenn ich einen Ostdeutschen im richtig sächsischen Dialekt sprechen höre, schaltet sich mein Hirn aus und derjenige wird als "dumm" abgestempelt, einfach weil sich die Sprache für mich so anhört. Daran kämpfe ich zur Zeit, aber da finde ich keinen Zugang zu meinem inneren Schweinehund.

Jedenfalls konnte ich einen Großteil meiner Vorurteile dadurch aus dem Weg räumen, dass ich mit möglichst offenen Augen diesem Thema begegnet bin, versucht hab, mir unvoreingenommen einen anderen Blickwinkel zu verschaffen. Oftmals hats auch erst im x-ten Anlauf funktioniert, aber so wird mir zumindest nie Langweilig. So gesehen zählen meine Vorurteile zu meinen Hobbies. Wie sich das wohl auf einer Bewerbung machen würde?
Ikarus hat folgendes geschrieben:
Ist es ein Vorurteil, die Taliban, als Vertreter des Lebenszerstörungssymbol, nicht zu mögen ?


Das ist m.E. kein Vorurteil, denn da urteilen wir ja aufgrund von schlechten Erfahrungen. Es wäre ein Vorurteil, dadurch gleich den ganzen Islam zu verurteilen.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Ikarus hat folgendes geschrieben:
Ist es ein Vorurteil, die Taliban, als Vertreter des Lebenszerstörungssymbol, nicht zu mögen ?


Das ist m.E. kein Vorurteil, denn da urteilen wir ja aufgrund von schlechten Erfahrungen. Es wäre ein Vorurteil, dadurch gleich den ganzen Islam zu verurteilen.


Aber vielleicht gibts auch Taliban die anderes Gedankengut haben und einfach nur im falschen Land zur falschen Zeit geboren wurden, durch falsche Ehre und Stolz (oder welche Umstände auch immer, Familienbande zB) dort gebunden sind ... Da ist die Frage, wo beginnt ein Vorurteil und wo endet es ...
Rosenblüte hat folgendes geschrieben:

Vorurteile haben wir vor allem bei Gruppen von Menschen, die wir nicht kennen, die anders sind als wir. Das erzeugt Angst.


Es gibt da ein hochinteressantes Experiment, das 2006 in Harvard durchgeführt wurde (Baron & Banaji):

Kinder (6 und 10 Jahre alt) und Erwachsene – alles "Weiße" - mussten auf einem Computer nacheinander auftauchende Gesichter und Begriffe mit Hilfe von zwei Tasten entweder nach links oder nach rechts ordnen – die Gesichter nach Hautfarbe (hell oder dunkel), die Begriffe (good, nice, fun, happy, bad, mean, yucky und mad) nach gut und böse. Es wurde ihnen gesagt, dass es schnell gehen muss, man aber keine Fehler machen soll.

Im ersten Durchgang musste man dunkle Gesichter und positive Begriffe auf dieselbe Seite ordnen (und helle Gesichter und negative Begriffe auf die andere Seite). Im zweiten Durchgang war es dann umgekehrt (hell und positiv, dunkel und negativ).

Es zeigte sich, dass es den Testpersonen durchwegs schneller von der Hand ging – also, so die Interpretation, leichter fiel -, die guten Begriffe den hellen Gesichtern zuzuordnen als den dunklen. Das war bei den 6jährigen ebenso der Fall wie bei den 10jährigen und den Erwachsenen. Die Forscher sehen darin den Beweis, dass sich schon früh im Kindesalter eine implizite Präferenz für die eigene Rasse herausbildet und diese auch im Erwachsenenalter bestehen bleibt.

Dann gab es aber noch einen weiteren Durchgang: Die Teilnehmer bekamen nur noch Gesichter zu sehen und zwar jeweils ein Paar (hell-dunkel). Sie wurden aufgefordert, das sie mehr ansprechende Gesicht des jeweiligen Paares zu nehmen. Und dabei hatten sie Zeit, es ging also nicht auf Schnelligkeit. Und siehe da: Die Kinder bevorzugten auch hier deutlich die Hellhäutigen, bei den Erwachsenen aber gab es keine eindeutig zu erkennende Präferenz mehr.

Es scheint also tief im Menschen angelegt zu sein zu unterscheiden zwischen "die Meinen" und "die Anderen". Die Erwachsenen haben die Möglichkeit diese erste tiefere Ebene mit dem Verstand zu "überlagern". In Notsituationen, also wenn es "Hart auf Hart" scheint aber wieder die "tiefere intuitive Ebene" - eben die mit den Ängsten vor "den Anderen" die Herrschaft zu übernehmen.

Noch etwas ist bei Baron und Banaji interessant, obwohl ihr Test gar nicht darauf abgestellt ist: Eine vorbereitende Testphase, sozusagen zum Einüben, ist genauso angeordnet wie der Haupttest. Nur gibt es statt hellen und dunklen Gesichtern Insekten und Blumen. Siehe da: 96 Prozent der 6jährigen Mädchen bevorzugten Blumen, aber nur 43 Prozent der Buben. (Bei den Erwachsenen gab es auch hier keine eindeutige Präferenz.) Mädchen und Buben sind also doch verschieden. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Link zur Studie:

http://www2.psych.ubc.ca/~abaron/do.....s/Baron_Banaji_PS2006.pdf