Das wirkliche Leben zu leben heißt....


Das wirkliche Leben zu leben heißt....

Nie die Ursache des Kummers für irgend jemand werden.

Gütig sein gegen alle Menschen und sie mit reinem Geiste lieben.

Widerstände und Beleidigungen geduldig ertragen und so freundlich
wie möglich sein.

Auch über Trübsale, selbst wenn sie im höchsten Maße über uns kommen,
sich freuen, weil sie Gnade und Gunst Gottes sind.

Über die Fehler anderer schweigen, für sie beten und ihnen aufs
freundlichste behilflich sein, ihre Fehler abzulegen.

Immer auf das Gute sehen und nicht auf die Fehler. Wenn ein Mensch zehn gute
und eine schlechte Eigenschaft hat, so blicke nur auf die zehn guten und
nicht auf die eine schlechte; hat er aber zehn schlechte und eine gute
Eigenschaft, so sieh nur auf die eine gute, nicht auf die zehn schlechten.

Sich nie erlauben, ein unfreundliches Wort über einen anderen zu sprechen, selbst wenn er unser Feind wäre.
Alles, was wir tun, in Freundlichkeit vollbringen.

Unsere Herzen von uns selbst und von der Welt lösen.

Demütig sein, den anderen dienen und uns stets geringer achten als irgend einen anderen Menschen.
Sein wie EINE Seele in vielen Körpern, denn je mehr wir einander lieben,
desto näher sind wir Gott.

Daher ist zu bedenken, daß unsere Liebe, unsere Einigkeit und unser Gehorsam nicht in Worten allein, sondern in der Wirklichkeit bestehen müssen.
Mit Vorsicht und Weisheit handeln, wahrhaftig sein, gastfreundlich sein,
ehrerbietig sein.

Ein Arzt sein für die Kranken, ein Tröster für die Betrübten, ein
erquickendes Wasser für die Durstigen, ein himmlisches Mahl für die
Hungrigen, ein Führer für die Irrenden, ein Stern für jeden Horizont, ein
Licht für jede Lampe, ein Herold für alle, die auf das Königreich Gottes
warten.

Abdu'l-Baha
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
Habe ich mir mal durchgelesen und meine Meinung dazu:

Zitat:
Das wirkliche Leben zu leben heißt....

Nie die Ursache des Kummers für irgend jemand werden.

Sollte man möglichst versuchen, aber ein ehrliches Wort zur rechten zeit ist notwendig. Öfter mal. Alles vertuschen und unter den Teppich kehren bringt keinem was.

Zitat:
Gütig sein gegen alle Menschen und sie mit reinem Geiste lieben.

Dafür sind wir Menschen heutigentags noch nicht gemacht - denke mal an die Menschen, die Opium anbauen müssen, weil sie mit dem Anbau von Feldfrüchten fast verhungern. Die Welt ist zu komplex, um nur gütig sein zu können. Denke da an die Kriege in Afrika, in denen Kinder eingesetzt werden, an Frauen, die von ihren Männern fast erschlagen werden und keine Rechte erhalten und vieles mehr.
Das sind Vorstellungen, die alle wunderbar sind und die man auch bei Aivanhov und anderen Mystikern findet, aber bei allem Theoretischen - die Praxis sieht halt immer anders aus. Weltweit.

Zitat:
Widerstände und Beleidigungen geduldig ertragen und so freundlich
wie möglich sein.

Also, wenn der Chef auf gut deutsch "ein Muffel" ist, der die Leute antreibt und ihnen das Leben schwer macht, muß Widerstand sein.
Sich alles gefallen lassen, sollte und dürfte nicht sein, ich erinnere mich an einen Fall in der russischen Armee, wo es ganz besonders schlimm zugeht, da ist ein Soldat geflohen, suchte Schutz bei orthodoxen Priestern, die ihn aber an die Armee auslieferte. Was ihm blühte, stand auch in der Zeitung - ich glaube, es war die "Publik-Forum" vor einigen Jahren, was aber russische Mütter auf den Plan rief, die sich organisierten und protestierten - weil es um ihre Söhne ging.

Zitat:
Auch über Trübsale, selbst wenn sie im höchsten Maße über uns kommen,
sich freuen, weil sie Gnade und Gunst Gottes sind.

Über manche persönlichen Krisen denke ich heute anders nach als früher, aber weil ich den Reinkarnationsgedanken mit einfließen lasse und ich würde mir von keiner Religion vorschreiben lassen, daran nicht glauben zu dürfen - da wäre man bei mir aber fehl am Platz - da würde ich gar nicht erst eintreten. Nur bedingungslos auf jemanden zu hören, weil er etwas vorschreibt, das ist nicht meine Sache - da bin ich viel zu streitbar.
Die Worte " das steht so geschrieben und da haben wir zu gehorchen" rauschen durch´s Gehör. Wäre nie mein Ding - meine Sache - ich mußte schon mal gehorchen, welchen Sender man hören darf und welche nicht - da war man noch feiges "Schäfchen in Herde" - hat sich nicht getraut, aufzubegehren, weil man die Folgen kannte und staatlicherseits gebranntmarkt worden wäre. Heute darf man hoffentlich sagen was man will: hört bloß keiner hin.

Zitat:
Über die Fehler anderer schweigen, für sie beten und ihnen aufs
freundlichste behilflich sein, ihre Fehler abzulegen.

Wenn mir ein Maler die Tapeten verkehrt herum anklebt und die Ausmerzung seiner Fehler noch mein Geld kosten würde, dann könnte man mich aber mal von der nicht gerade "feinsten" Art kennen lernen.
Damit ein Mensch seine Sache/Arbeit richtig angeht, muß es auch Kritiker aller Art geben, die mit ihren Argusaugen auf die Mißstände schauen und so den Menschen darauf hinweisen. Schlimm wäre es, wenn Kritik verboten werden würde. Dann müßte man aufhorchen.

Zitat:
Immer auf das Gute sehen und nicht auf die Fehler. Wenn ein Mensch zehn gute
und eine schlechte Eigenschaft hat, so blicke nur auf die zehn guten und
nicht auf die eine schlechte; hat er aber zehn schlechte und eine gute
Eigenschaft, so sieh nur auf die eine gute, nicht auf die zehn schlechten.

Eine Freundin sagte mir mal, daß sie zuerst nur Pessimist ist, sich dann aber freuen kann, wenn sich alles positiv gestaltet.
Wer zu blauäugig vertraut, dem kann ganz schnell was passieren, da gibt es so richtige "Luchse" unter die Menschen, die das riechen, wenn sie jemanden über`s Ohr hauen können. Manchmal aus Not, manchmal brutal und aus Gier. Und davon gibt es leider gar zu viele - auf dieser Welt - man muß sich auch zu schützen verstehen und nicht alles glauben, was einem so "aufgetischt" wird. "Holzauge" sei wachsam, heißt es im Volksmund - und dabei lächeln die Leute so anständig unanständig.

Zitat:
Sich nie erlauben, ein unfreundliches Wort über einen anderen zu sprechen, selbst wenn er unser Feind wäre.
Alles, was wir tun, in Freundlichkeit vollbringen.

Manchmal muß man sich arg zusammen reißen, wenn einem die Leute Dinge an den Kopf werfen, um zu streiten. Manchmal kann man sich zurück nehmen, aber wenn es zuviel wird, dann platzt dem Normalo halt auch mal der Kragen. Und dann kann er sich "befreien", indem er mal die "große Lippe" riskiert und endlich mal ein paar Worte sagt, die ihm wohltuende Ruhe vor solchen Leuten verschaffen.
Eine Freundin von mir ist nie auf den "Kopf gefallen", die gibt immer Antworten, da sind die frechen Leute sehr schnell ruhig.

Zitat:
Unsere Herzen von uns selbst und von der Welt lösen.

Wie das ?

Zitat:
Demütig sein, den anderen dienen und uns stets geringer achten als irgend einen anderen Menschen.

Demut fordert die Kirche auch und Karl Marx sprach von der Religion als Opium und dem Versprechen auf ein besseres Leben im Jenseits, während die Kirchenoberen in allen Zeiten mit gut ausgestatteten Gehältern schon im Hier und Jetzt gut lebten und leben. Nicht umsonst gab es den Weberaufstand, weil die ausgemergelten Körper der Weber von der Not zeigten, in der die Masse der Arbeitenden lebte. Gab es da mal nicht ein Bild vom Weberaufstand ?

Zitat:
Sein wie EINE Seele in vielen Körpern, denn je mehr wir einander lieben,
desto näher sind wir Gott.

Das sagte mal ein Schauspieler, der da meinte, daß er bereits viele Leben lebt, in seinen Rollen.
Zitat:

Daher ist zu bedenken, daß unsere Liebe, unsere Einigkeit und unser Gehorsam nicht in Worten allein, sondern in der Wirklichkeit bestehen müssen.

Wer soll wem gehorsam sein ?

Zitat:
Mit Vorsicht und Weisheit handeln, wahrhaftig sein, gastfreundlich sein,
ehrerbietig sein.

Das muß man lernen. Im Laufe der Inkarnationen. In einem Leben schafft man es nicht, kommt auf die Grundbedingungen, bzw. den Start ins Leben an.

Zitat:
Ein Arzt sein für die Kranken, ein Tröster für die Betrübten, ein
erquickendes Wasser für die Durstigen, ein himmlisches Mahl für die
Hungrigen, ein Führer für die Irrenden, ein Stern für jeden Horizont, ein
Licht für jede Lampe, ein Herold für alle, die auf das Königreich Gottes
warten.

Haben wir dafür nicht so viele spirituelle Meister in allen Zeiten ?

Wer viele Freunde im Leben hat, die ihm im wirklichen Leben - nicht nur fiktive Personen im Internet - mit Rat und Tat zur Seite stehen, dann lebt man diese Anforderung bereits.

Ich wünsche allen Usern für das Jahr 2013 alles Gute, Gesundheit und die Erfüllung aller Wünsche.

Gruß Ikarus
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Das wirkliche Leben zu leben heist für mich erst mal glücklich sein.
Das ist meines achtens eine sehr gesunde und eigentlich ganz normale Zustand.
Nicht nur zufrieden oder ganz euforisch, nicht problemfrei oder erleuchtet, aber die ganz ruhige Geisteszustand die langsahm über dich kommt und einfach gut anfühlt, wovon du erst denkt, was ist das? Bis du es erkennt.
Mensch, ich bin glücklich.
Das ist für mich so wie Leben aussehen sollte.
Ich war mal dar.
Schon 'ne Weile her.
Aber ich war dar.

LG
Parrot
Heute habe ich etwas Interessantes gehört:

The secret to be happy is to be grateful.

Wie wahr!
Hm...
Schwierig... schön aber schwierig.
Ich bin schon dankbar, für was ich habe und bin.
Nur nicht für was mir fehlt.
Das schaf ich nicht.
Wenn ich das könnte wäre ich glücklich,...
...glaube ich.
Aber das schaf ich nicht.
Dafür fehlt es mir zu sehr.


LG
Parrot
Stimmt! Letztendlich zählt nur Güte bzw. Vergebung. Darauf kommt es im Leben an.
Ja Peter.Trim

seh ich auch so.

Wichtig ist dass das Herz keinen Hass schiebt, das wirkt selbstzerstörend.

Frieden im Herzen gibt es nicht zu Dreiviertel Sonden nur
frei
hundertpro frei von Hass, Wut, Zorn Eifersucht,Neid, Gier ,Geiz
Ich muss Ikarus vollinhaltlch recht geben. Das ist auch meine Meinung.
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Carpe Diem
So rein im Herzen wie im Eingangspost von Deas - eine Illusion.
Im täglichen Alltag klingt vieles fast wie Hohn.

Tja, wer schafft das schon alles?
Wir sind doch alle mit unserem eigenen Ego beschäftigt, sind doch damit oft genug mehr als überfordert ...
Für mich sind das gesalbte Worte aus einer anderen Zeit, die selbst wenn sie ganz ehrlich gemeint sind in mir sowas wie Widerstand auslösen.

Wo doch unser aller Leben aus Ellenbogen, unsinnigen Vorschriften, Ausgrenzungen, Erniedrigungen, subtilen feindsinnigen Sticheleien und dergleichen mehr, besteht. Und da soll ich nur milde drüber hinweglächeln und Gott dafür danken? Wer das tut ist in meinen Augen ein gehirngewaschenes Dummerchen. Echt!
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Zitat:
Sollte man möglichst versuchen, aber ein ehrliches Wort zur rechten zeit ist notwendig. Öfter mal. Alles vertuschen und unter den Teppich kehren bringt keinem was.


Das widerspricht sich nicht. Der Ton macht die Musik. Wenn ich Jemanden gegenüber ehrlich bin, so nutzt es ihm und die Absicht ist rein. Wenn ich aber jemanden einfach verletzen möchte, so ist das wirklich schlimm, denn Worte können unverheilbare Narben hinterlassen

Zitat:
Dafür sind wir Menschen heutigentags noch nicht gemacht - denke mal an die Menschen, die Opium anbauen müssen, weil sie mit dem Anbau von Feldfrüchten fast verhungern. Die Welt ist zu komplex, um nur gütig sein zu können. Denke da an die Kriege in Afrika, in denen Kinder eingesetzt werden, an Frauen, die von ihren Männern fast erschlagen werden und keine Rechte erhalten und vieles mehr.
Das sind Vorstellungen, die alle wunderbar sind und die man auch bei Aivanhov und anderen Mystikern findet, aber bei allem Theoretischen - die Praxis sieht halt immer anders aus. Weltweit.


Du vermischst hier soziale Missstände mit individueller geistiger Entwicklung. Es geht hierbei um eine innere Haltung gegenüber den Mitmenschen. Das heißt aber nicht, dass man blind alles und jeden für gut heißen sollte.

Zitat:
Also, wenn der Chef auf gut deutsch "ein Muffel" ist, der die Leute antreibt und ihnen das Leben schwer macht, muß Widerstand sein.


Du kannst ja versuchen mit deinem Chef in einem persönlichen Gespräch darüber zu sprechen bzw. zu beraten. Also ich hab noch nicht die Erfahrung gemacht, dass wenn mich jemand anschreit und ich zurückschreie, dadurch das Problem gelöst ist. Vielmehr sollte man selbst mit Beispiel vorangehen, das hat mittelfristig Einfluss auf die Menschenherzen, auch wenn man es vielleicht zunächst nicht sieht.

Zitat:
Wenn mir ein Maler die Tapeten verkehrt herum anklebt und die Ausmerzung seiner Fehler noch mein Geld kosten würde, dann könnte man mich aber mal von der nicht gerade "feinsten" Art kennen lernen.


Ich glaub, dass die Beispiele hier nicht auf die Zitate wirklich zutreffen. Man sollte immer Weisheit in seinen Handlungen walten lassen. Kein Bahá’í würde sich nicht beschweren, wenn der Maler sein Haus verunstaltet. Es geht vielmehr um die Schwächen die andere Menschen vorweisen. Wie oft kennen wir das, dass man über andere Menschen lästert und üble Nachrede begeht. Das ist wie Gift auf die Herzen der Menschen. Sich davon frei zu machen und sich auf die positiven Eigenschaften der Menschen konzentrieren ist ein so wichtiger Bestandteil. Wenn man mit so einer Haltung durchs Leben geht, fangen auch die anderen Menschen an einen zu vertrauen. Sie wissen, dass du nicht schlecht über sie hinter deren Rücken sprichst. Sie sind beeindruckt von der inneren Souveränität und der wahrhaftigen Liebe zum Mitmenschen.

Zitat:
Demut fordert die Kirche auch und Karl Marx sprach von der Religion als Opium und dem Versprechen auf ein besseres Leben im Jenseits, während die Kirchenoberen in allen Zeiten mit gut ausgestatteten Gehältern schon im Hier und Jetzt gut lebten und leben.


Zitat:
„O Volk Bahás! Seid achtsam, dass ihr nicht auf den Wegen jener wandelt, deren Worte sich von ihren Taten unterscheiden. Lasst euere Taten Führung für die ganze Menschheit sein, denn bei den meisten Menschen unterscheidet sich das Bekenntnis vom Verhalten."