Das wirkliche Leben zu leben heißt....


Deas hat folgendes geschrieben:
Das wirkliche Leben zu leben heißt....

Auch über Trübsale, selbst wenn sie im höchsten Maße über uns kommen,
sich freuen, weil sie Gnade und Gunst Gottes sind.


Abdu'l-Baha


Also wenn jemand später mein Kind vergewaltigen und töten sollte, soll ich mich freuen, weil das eine Prüfung von Gott für mich ist? Oder wie ist Trübsal hier zu verstehen, wenn nicht so, dass ich niemals niedergeschlagen oder negative Gedanken haben soll?
aqua hat folgendes geschrieben:
Also wenn jemand später mein Kind vergewaltigen und töten sollte, soll ich mich freuen, weil das eine Prüfung von Gott für mich ist? Oder wie ist Trübsal hier zu verstehen, wenn nicht so, dass ich niemals niedergeschlagen oder negative Gedanken haben soll?


Da denke ich spontan an die Baha'i-Freunde und jetzt auch die Babys, die in iranischen Gefängnissen sind und unendlich leiden, obwohl sie mit einem Satz ihr Leiden sofort beenden könnten.
Warum hat Baha'u'llah auf eine erstklassige Stellung verzichtet und ein Leben im Gefängnis, auf der Flucht vorgezogen?
Da muss es also doch noch eine andere Welt geben, für die man das tut.
Da muss doch noch eine Instanz sein, der man Treue schuldet.
Leider glauben zu wenig Menschen an diese Tatsache, leben nur hier im Materiellen, Grobstofflichen und werden dadurch mit Schicksalsschlägen nicht leicht fertig.

Baha'i-Freunde von mir verloren z.B. ihren Sohn kurz nach dessen Promotion durch einen Unfall. Sind sie daran zerbrochen oder haben sie Gott aus ihrem Leben verbannt? Nein, im Gegenteil; natürlich trauerten sie um den Sohn, natürlich war es ein schwerer Schlag; dennoch findet man im Glauben Trost, indem man Gottes Ratschluss vertraut. Wer weiß, was dem jungen Mann erspart geblieben ist in dieser Welt? Wer weiß, wie die geistige Entwicklung der Eltern dadurch gefördert wurde, wer weiß, welch hohe glückliche Position der Verstorbene in der geistigen Welt hat, wieviel er dort bewirken kann - auch ins Diesseits hinein?

Sicher braucht es eine ganze Zeit, bis man wirklich glücklich damit leben kann, aber diese Familie hat es geschafft.

Ich finde, jeder, der nur an dieser materiellen Welt hängt, macht sich selbst arm. Arm an Trost, Hoffnung, Vertrauen.

LG,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Wie fange ich an?

Gottes Gesetz - ja eine wichtige Sache, die Grundlage für jede Erkenntnis Gottes. Es vollständig einzuhalten - dann wären wir perfekt, vollkommen - so wie im Eingangspost - endlich würdig Gott wirklich erhobenen Hauptes gegenüberzutreten.
Genau diesen Anspruch hatten die Gläubigen des Alten Bundes: Da auf der einen Seite die Gesetze Gottes, offenbart von ihm - vollkommen und gut. Auf der anderen Seite - schwache Menschen, die sich nach Kräften anstrengen müssen alles so penibel wie möglich zu erfüllen und auf Gottes Barmherzigkeit hoffen müssen, wo sie versagen.

Aber ist es das wirklich? Ein Gesetz absolut gut sein zu sollen - und auf der anderen Seite die Realität des Menschen, der sich zwar redlich bemüht, aber dennoch nie voll entsprechen wird? War das alles? Pech gehabt, wir können halt nicht besser, bemühen uns und wenn wir einst vor Gott stehen, wird es hoffentlich reichen, er ist ja barmherzig und gütig.

Das ist alles, was im Leben "drin ist"?

Die Pharisäer - eine Gruppe von gottgläubigen Menschen, die "es richtig wissen wollten". Die alle Gesetze mit voller Kraft erfüllen wollten - rigide. Ihr Urteil über Außenstehende? Hart - die "Anderen" sind eben draußen. Ihr Urteil in den eigenen Reihen? "Zudecken", die Hand drüberhalten - die Angst der Anderen, die noch dabei sind, auch einmal bei den "Versagern" zu sein, die wächst unaufhörlich, wenn auch oft verblümt und übertüncht - "es beginnt zu stinken" - Realitätsverweigerung, der nächste Schritt: "Bei uns? Da gibt es so etwas nicht, wir sind die, die alles verstanden haben und uns redlich bemühen - besser als die Anderen!" Was die Ausgeschlossenen erzählen, vergiss es! Versager, die nicht zu uns gehören, die "es verspielt" haben, die es nicht "richtig verstanden" haben.

Paulus, ehemals Saulus, einer von Ihnen, einer der genauesten und ehrgeizigsten Diener des Gesetzes, der alle menschenmöglichen Anstrengungen unternommen hat, dem Gesetz zu entsprechen, kommt nach all den Jahren zu einer ernüchternden Erkenntnis:

Durch das Gesetz wurde die Sünde mächtiger (Römer 5,20; Römer 7,7). Der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz (1. Korinther 15,56).

Was - warum das? Ist doch Unsinn - oder nicht?

Ja, klingt paradox. Aber genau das: Religiöse Systeme mit einem "Perfektionsanspruch" dienen im Endeffekt der Sünde.
Denn was passiert, wenn die Realität von fehlerhaften Menschen über dieses Systeme zwangsläufig hereinbricht? Zwei Möglichkeiten: Die Menschen in "gut und schlecht" einteilen, die Versagenden "kleinmachen" und ausschließen aus der "erwählten Gruppe" oder - wenn es die eigenen Reihen betrifft oder gar "hohe Tiere" - dann kommt das "Zudecken".
"Perfekte Systeme" dienen der Sünde, eine hartes Urteil des Paulus. Nach genauer Betrachtung und Zeit des Sich-Hineinmeditierens, aber ja, es stimmt: Perfektionsanspruch an Menschen zu stellen, ist der Nährboden der Sünde.

Aber - was heißt das jetzt für Christen, die an die Erlösung durch Jesus Christus, den einzigen Vollkommenen glauben? Zurücklehnen und "Teamwork" (TEAM - Abkürzung für "Toll ein anderer machts!").

Mitnichten, der Perfektionsanspruch absolut gut zu werden bleibt zu 100% aufrecht - das sagt auch Jesus "Ihr sollt vollkommen sein!".
Nur das Entscheidende: Die "Polung" wird umgedreht durch Jesus Christus, der das fleischgewordene Gesetz ist. Nicht mehr wir arbeiten an der (aussichtslosen) Erfüllung des Gesetzes - sondern umgekehrt: Das Gesetz - Jesus - "arbeitet an uns".

Wiederum - toll, ein anderer macht die Arbeit - oder?
Wiederum - mitnichten. Wer schon einmal wegen einer schmerzhaften Erkrankung beim Arzt war, weiß wie schwer es ist, sich "ihm auszuliefern", an sich "herumdoktern" zu lassen. Das bedarf Vertrauen, dass er schon das richtige mit mir macht, das bedarf Geduld, wenn die "Therapie" länger dauert, das Bedarf der Fähigkeit zum Ertragen von Unangenehmen und Schmerzhaften, wenn es der Behandlungserfolg bedarf. Das Ziel dieser Behandlung, ist die Vollkommenheit, das hohe Ziel wird nicht aufgegeben, aber es liegt "in den Händen des Arztes" - die gelähmte Hand, das gelähmte Bein muss ich von mir aus Jesus "hinstrecken" - Mach was aus mir, mein Herr und Arzt, ich glaube, dass alles, was du machst richtig und gut für mich ist, auch wenn es zunächst oder sogar lange weh tut und sinnlos erscheint!

Leicht ausgesprochen, schwer getan, sich immer mehr "aufzugeben", dem Arzt immer mehr zu vertrauen, selbst wenn er Stücke aus mir herausschneiden will. Den Arzt, den einzig wirklich Heilen, den Heiland Jesus, immer mehr an sich arbeiten lassen - ja das führt dem Ziel näher! Da habe ich es nicht mehr notwendig, meine "Blößen zu bedecken" - er darf alles von mir wissen, muss es, um die richtige "Therapie" machen zu können.

"Nicht das »Tun«, sondern das »Lassen« führt zum wahren Leben. Wer loslassen kann, sich lösen kann, der wird gelassen und kann sich einlassen auf Gottes Geschenk ewigen Lebens."

Anton Rotzetter (* 1939; Theologe und Kapuziner)
Guten Morgen alle zusammen,

hallo Burkl!

Vielen Dank für deinen interessanten und für mich persönlich bereichernden Beitrag. (Wirklich vieles davon begeistert mich vor Allem die Passage mit dem Loslassen!)

Darf ich noch eine Anmerkung machen, die wie ich finde nicht außer Acht gelassen werden darf...

Man darf nicht vergessen, daß die "geistige" Entwicklung eines Jeden nicht nur auf dieses kurze irdische Leben beschränkt ist.
Auch in der nächsten "geistigen Welt" wird die Entwicklung und die Vervollkommnung weiter gehen.

Das Leben hier sollten wir so gut es geht nutzen um uns bestmöglich auf das nächste, also das geistige Leben vorzubereiten.

Ähnlich wie in der Schule

Wenn man sich da bemüht und versucht die bestmöglichen Noten zu erzielen, umso eher wird man in die nächste Stufe versetzt und umso leichter wird man es in der höheren Klasse dann haben. (Kurioser vergleich ich weiß )

Wollte nur sagen, daß es wenige Schüler gibt die in jedem Fach die Note "sehr gut" erhalten, aber ich denke wenn man eine Aufgabe beginnt, dann sollte man immer versuchen das beste Ergebnis zu erzielen, um so auch mehr erreichen zu können als man sich sogar vorstellt.

Also ist das Streben nach Vollkommenheit das was wirklich am Ende das beste Ergebnis für mich bringt man sollte sich nicht entmutigen lassen indem man sagt, "das Beste erreich ich sowieso nicht und deshalb bemühe ich mich erst gar nicht oder nicht mit ganzer Kraft."
(Muss mir da regelmäßig an die eigene Nase fassen )

Habt einen schönen Tag und liebe Grüße
Tim
Tim schreibt:
Zitat:
Das Leben hier sollten wir so gut es geht nutzen um uns bestmöglich auf das nächste, also das geistige Leben vorzubereiten.

Was kannst Du hier lernen, was Du in der geistigen Welt nicht lernen kannst ?
Wozu kommst Du dann überhaupt hier auf die Erde zur Welt, wenn man sowieso alles in der geistigen Welt lernen kann ?

http://www.geistigenahrung.org/ftopic69781-30.html

Mir würde das nicht genügen, ich würde weiter forschen.

netten Gruß von ikarus
aus angerer der ältere - bilder
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Liebe Ikarus,

vielleicht gehört ja das Loslassen, also die Loslösung von dem Stofflichen und dem ein oder anderen "irdischen" Bedürfnis oder Wunsch zu den Dingen die man in diesem Leben lernen kann.

Aber ist eine interessante Frage wo es sich drüber nachzudenken lohnt.

Vielleicht fällt euch ja was ein?

Danke und lieben Gruß
Tim
Lieber Tim, wer Steiners "Inkarnationsvorgang" ein wenig 'studiert' hat, weiß, wie komplex das Thema ist. Denn dazu bedarf es eines Glaubens an eine außersinnlich wahrnehmbare Welt, die auch Energie hat und noch sehr latent untergründig wirkt. Da gibt es Verfechter und vehemente Gegner dieser Art des Glaubens.

http://www.geistigenahrung.org/ftopic60224.html
http://www.geistigenahrung.org/ftopic51972-10.html

Mir persönlich ist klar, daß es diesbezüglich des Themas sehr viele Mißverständnisse gibt, was da überhaupt weiter lebt.

Entweder gibt es eine geistige Welt, dann ist alles möglich, oder es gibt sie nicht, daß ist alles, aber auch alles nur Koholores.

Man kann sich entscheiden und man sich selbst öffnen, was man zu glauben bereit ist.

Was soll man weiter dazu sagen ?

Nettigkeiten des Tages
gewünscht von Ikarus für
die Leutli hier und dort
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Da geb ich Dir recht Ikarus,

das ist jedem selber überlassen woran er glaubt, was mir geholfen hat meinen Glauben an eine "geistige Welt" bzw. ein Leben nach dem Tod in eine Art Gewissheit zu wandeln ist, dass ich mich mit Nahtoderfahrungen beschäftigt hab (Bücher gelesen und Dokumentationen geschaut) und natürlich auch die Aussagen der Gottesoffenbarer und zudem haben mich die Einsichten die ich über das Leben der göttlichen Offenbarer bekommen konnte überzeugt.

Aber wie Du schon sagst jeder mit eigenen Augen und eigenen Ohren und eigenem Verstand.

Lieben Gruß
Tim
aqua hat folgendes geschrieben:
Deas hat folgendes geschrieben:
Das wirkliche Leben zu leben heißt....

Auch über Trübsale, selbst wenn sie im höchsten Maße über uns kommen,
sich freuen, weil sie Gnade und Gunst Gottes sind.


Abdu'l-Baha


Also wenn jemand später mein Kind vergewaltigen und töten sollte, soll ich mich freuen, weil das eine Prüfung von Gott für mich ist? Oder wie ist Trübsal hier zu verstehen, wenn nicht so, dass ich niemals niedergeschlagen oder negative Gedanken haben soll?


@aqua!

Alles ist vorgegeben wie auch Schicksalschläge. Darum sollte man nach einer kurzen Zeit der Trauer wieder voll im Leben stehen, denn es ist gut so wie alles geschieht.

Ausserdem gibt es eine Möglichkeit alles, was geschieht, sehr nüchtern zu betrachten. Das ist die Einkehr in sein eigenes Herz, die den Himmel bringt, und in der man immer in der Liebe ist, weswegen Verzeihen und alles annehmen oberstes Gebot ist.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!