Eine Geschichte aus dem Zohar (Glanz)


Rabbi Aba saß einmal vor einem der Tore von Lydda. Da sah er einen Menschen kommen, der legte sich in die Höhlung eines Erdhügels und schlief, des Weges müde, ein. Während er schlief, kroch eine Schlange an ihn heran, aber in demselben Augenblick löste sich ein Baumstumpf vom Boden und fiel auf die Schlange. Der Mann erwachte und erblickte vor sich die getötete Schlange. Da trat er aus der Höhlung heraus, und in dem gleichen Augenblick stürzte die Decke jener Höhlung zusammen - und er war gerettet. Da ging Rabbi Aba zu ihm und fragte ihn: "Was sind deine Taten, daß der Allheilige zwei Wunder da für dich bereitet hat ? Das kann keine geringe Sache sein." Und jener Mann erwiderte: "Niemals in meinem Leben hat mir ein Mensch Böses getan, ohne daß ich mich mit ihm versöhnt und ihm verziehen hätte. Und weiter - wenn keine Gelegenheit war, mich mit ihm auszusöhnen, so ging ich doch nicht eher schlafen, als bis ich ihm und allen, die mir Schmerz bereitet, verziehen hatte, und ich gedachte nicht mehr des mir angetanen Schlimmen. Aber nicht genug daran: ich bemühte mich von jenem Tage an, ihnen Gutes zu bereiten." Da weinte Rabbi Aba und sprach: "Höher sind seine Taten als die Josefs. Denn Josef ward bewegt vom Erbarmen mit jenen, die seine Brüder waren. Was dieser Mann getan, ist mehr als die Tat Josefs und wert, daß der Allheilige ihm Wunder über Wunder bereite." * Zohar
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Danke, für diese weise Geschichte, Azmuto. Solches Handeln wird wohl in allen Heiligen Schriften empfohlen. Wäre einfach ideal, wenn wir Menschen das immer beherzigen würden.

Liebe Grüße,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ja da hast du recht hab Dank
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Die schlechte Bitte

Der Rabbi erzählte: „Zur Zeit der Belagerung Sebastopols ritt der Zar Nikolaj einen der Wälle entlang, als ein feindlicher Bogenschütze auf ihn anlegte. Ein russischer Soldat, der das aus der Ferne bemerkte, scheuchte mit einem Schrei das Pferd des Kaisers zur Seite, und der Pfeil verfehlte sein Ziel. Der Zar sagte dem Mann, er solle sich eine Gunst ausbitten. „Unser Feldwebel“, brachte der Soldat hervor, „hat ein grausames Gemüt und schlägt mich immerzu. Wenn ich doch unter einen andern kommen könnte!“ „Narr“, rief Nikolaj, „sein selbst Feldwebel!“ So flehen wir um die kleinen Dinge der Stunde und wissen nicht zu beten, daß uns Erlösung werde.“
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Das Leiden

Als Rabbi Schmelke und sein Bruder zum Maggid von Mesritsch gekommen waren, brachten sie folgendes vor: „Unsere Weisen haben ein Wort gesprochen, das uns keine Ruhe läßt, weil wir es nicht fassen können. Das ist das Wort, der Mensch solle Gott für das Übel lobpreisend danken wie für das Gute und soll es in gleicher Freude emfangen. Ratet uns, Rabbi, wie wir es fassen.“ Der Maggid antwortete: „Geht in das Lehrhaus, da werdet ihr Sussja finden, wie er seine Pfeife raucht. Er wird euch die Deutung sagen.“ Sie gingen ins Lehrhaus und lrgten Rabbi Sussja ihre Frage vor. Er lachte: „Da habt ihr euch den Rechten ausgesucht! Ihr müßt euch schon an einen anderen wenden, und nicht an einen wie ich, dem zeitlebens kein Übel widerfuhr.“ Sie aber wußten: es war Rabbi Sussjas Leben vom Tag seiner Geburt an bis zu diesem Tag aus Not und Pein ohne andern Einschlag gewoben. Da verstanden sie, was es heißt, Leid in Liebe empfangen.

Die Gewänder der Gnade

Man fragte Rabbi Sussja: „Wir beten: „Erweise uns gute Gnaden“ und „Der gute Gnaden erweist“. Sind denn nicht alle Gnaden gut?“ Er erklärte: „Freilich sind alle Gnaden gut. Aber die Wahrheit ist, daß alles, was Gott tut, Gnade ist. Nur daß die Welt die nackte Fülle seiner Gnaden nicht zu ertragen vermöchte. Darum hat er sie in Gewänder gekleidet. Und so bitten wir ihn, daß auch das Gewand ein gutes sein möge.“
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Hallo AZMUTO, möchte Dir mal generell für all Deine vielen Super-Beiträge danken.
Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh