Brief an die Christen


Hallo Pommes,
Zitat:
Schau dich doch nur mal hier auf der Seite um. Du hast dir so ein religiöses Zombiszenario konstruiert. Doch jeder Baha'i hier ist eine ganz individuelle schöne Seele mit eigenen Ideen und Wegen mit dem Leben und ihrem Glauben umzugehen. Wie passt das zu deiner Vorstellung?


hmm, mir gehen deine "schönen Seelen" manchmal zu sehr mit ihrer Phantasie durch.
Im Ernst, ich untersuche Religionen nach ihrem möglichen Konfliktpotential.
Dieses halte ich im Islam für sehr hoch, im Christum nach heutiger Auslegung für geringer werdend, im Buddismus und bei den Bahais für ziemlich gering.
Mich interessieren nicht meine Übereinstimmungen mit einer Religion, einer Philosophie oder auch einer Ideologie, sondern die Schriftstellen, an denen ich für mich sage: "Hier habe ich eine vollkommene oder auch nur teilweise andere Auffassung."
Ich gebe auch zu, dass ich mich nicht mehr allzu tief in Religionen oder Ideologien einarbeite, weil ich es für mich als Zeitverschwendung betrachte.
Wenn man einmal einen Weg für sich selbst gefunden hat, wird man ihn nicht mehr so schnell verlassen. Gebote und Verbote anderer Richtungen werden dann automatisch daraufhin geprüft, ob sie sich mit meiner eigenen Vorstellungswelt vertragen. Passen sie hinein (wobei ich Geboten und Verboten in Bereichen der Privatshäre sehr skeptisch gegenüber bin), werden sie akzeptiert, passen sie nicht hinein, werden die Gründe dafür dargelegt.
Dies geschieht nicht, um irgend jemand von seinem Glauben abzubringen, sondern um meine eigene Haltung zu überprüfen und ob ich sie noch mit Argumenten begründen kann, die nicht durch Gegenargumente total entkräftet werden bzw. ich die Gegenargumente als für mich weiterhin nicht schlüssig betrachten kann.

Zitat:
Bündnesbrecher sind Baha'i welche dogmatische Sekten gründen und diese als "wahre" Baha'i bezeichnen, wärend die anderen Baha'i einem Irrweg aufgesessen sind. Also Menschen welche aktiv für einen Spalt innerhalb der Baha'i sorgen.

Bis heute haben noch alle grösseren Religionen Abspaltungen erlebt. Das wird auch nicht an den Bahais vorübergehen. Soweit ich informiert bin, gibt es bereits im Internet Seiten von "abtrünnigen" Bahais.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Bis heute haben noch alle grösseren Religionen Abspaltungen erlebt. Das wird auch nicht an den Bahais vorübergehen. Soweit ich informiert bin, gibt es bereits im Internet Seiten von "abtrünnigen" Bahais.


Wenn ein paar Leute eine Webseite machen kann man das wohl kaum als Abspaltung oder eigene Religionsgemeinschaft bezeichnen. Dazu müsste die Gemeinschaft zumindest aus sich selbst heraus bestehen können und auch ein aktives Gemeindeleben haben.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ich gebe auch zu, dass ich mich nicht mehr allzu tief in Religionen oder Ideologien einarbeite, weil ich es für mich als Zeitverschwendung betrachte.


Dann solltest du vielleicht aber auch die Urteile über Religionen unterlassen.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Wenn man einmal einen Weg für sich selbst gefunden hat, wird man ihn nicht mehr so schnell verlassen. Gebote und Verbote anderer Richtungen werden dann automatisch daraufhin geprüft, ob sie sich mit meiner eigenen Vorstellungswelt vertragen. Passen sie hinein (wobei ich Geboten und Verboten in Bereichen der Privatshäre sehr skeptisch gegenüber bin), werden sie akzeptiert, passen sie nicht hinein, werden die Gründe dafür dargelegt.


Das ist zumindest eine ehrliche Aussage. Wie das vom Standpunkt des ehrlichen Diskurses her zu bewerten ist, dass ist dann wieder eine ganz andere Sache.
Hallo Tobias,
die Religion der Bahais ist noch jung und hat relativ wenig Anhänger. In Statisken läuft sie unter "ferner liefen".
Warten wir es ab.

Pjotr Kala

PS Ich habe hier nie Gesamt-Urteile über eine Religion abgegeben, sondern immer nur Einzelaspekte einer Religion benannt, die mich persönlich an einer Religion stören würden.
Soviel Kritik sollten vor allem die Bahai vertragen, die sich ja die Toleranz so hochheilig auf die Fahne geschrieben haben.
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Zitat:
PS Ich habe hier nie Gesamt-Urteile über eine Religion abgegeben, sondern immer nur Einzelaspekte einer Religion benannt, die mich persönlich an einer Religion stören würden.
Soviel Kritik sollten vor allem die Bahai vertragen, die sich ja die Toleranz so hochheilig auf die Fahne geschrieben haben.


Kritik klar...aber man darf ja auf Kritik antworten. Kritisieren ist easy, ich kann alles und jeden auseinander nehmen. Ob ich aber dann die Wahrheit sage oder meine Kritik berechtigt ist, muss sich dann im Austausch herausfinden lassen

LG
Burkl schrieb:

Zitat:
Würde ich niemals tun. Allerdings kennen wir "weder den Tag noch die Stunde". Deshalb mache ich mir darüber keinen Kopf, wenn er kommt, werden wir es alle sehen.


Bibel:

Zitat:
Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. [...] Also lasst uns nun nicht schlafen wie die Übrigen, sondern wachen und nüchtern sein! (1Thess 5,2.6)


Ich hab manchmal das Gefühl dass das, worauf uns Jesus hinweisen will, vollkommen ignoriert wird, um sich eigene Wahrheiten zu kreiren und an Traditionen zu klammern...Geschichte wiederholt sich
Es gibt viele religiöse Lehren, bei denen Jesus einen Stellenwert besitzt. Sie alle können ihre Ansichten mit Bibelzitaten belegen.
Nach christlichem Glauben gebührt Jesus Christus alleine der höchste Platz - der zur Rechten Gottes, also die Gottgleichheit. Und nur diese Wahrheit kann - sofern sie "einen hat" - wirklich frei machen. Mir gefällt die Aussage, die ich einmal gehört habe: "Nicht wir haben die Wahrheit, sondern die Wahrheit hat uns.". So kann man christlichen Glauben eigentlich, wenn auch hinkend, recht gut in Worte fassen - es ist sozusagen ein "Hinaufgezogenwerden", das geschenkhaft kommt, und wovon wir glauben, dass es nur Jesus geben kann.

Es geht also im Kern im christlichen Glauben um ein Beziehungsgeschehen, das nicht primär ins Transzendente hineinzielt - weil Gott eben der ganz Ferne und Andere ist, unbegreiflich für uns von seinem unendlichen Wesen her, wird die Beziehung mit ihm über die wirkliche und reale geschichtliche Person Jesus von Nazareth geführt - und auch ganz wichtig für den christlichen Glauben: die Initiative zur Beziehung geht von Gott aus, der uns in Jesus "Freunde" genannt hat, er streckt sozusagen die Hand "hinunter", nicht wir "hinauf". Und damit steht im Kern des christlichen Glaubens eine menschliche Beziehung, die aber zugleich völlig von Gott durchdrungen ist. Der an sich unüberbrückbare Unterschied zwischen Mensch und Gott ist in Jesus aufgehoben - das ist das Große am christlichen Glauben. Eine Wahrheit, angesichts deren unbegreiflicher Größe mir selbst manchmal die "Luft auszugehen" droht, einen auch das Schaudern überkommen kann. Eine Wahrheit, die "einen hat", die man niemals "selbst haben" kann.

O Jesu, all mein Leben bist du, ohne dich nur Tod. Meine Nahrung bist du, ohne dich nur Not.
Meine Freude bist du, ohne dich nur Leid. Meine Ruhe bist du, ohne dich nur Streit, o Jesu!

O Jesu, all mein Glaube bist du, Ursprung allen Lichts. Meine Hoffnung bist du, Heiland des Gerichts. Meine Liebe bist du, Trost und Seligkeit. All mein Leben bist du, Gott der Herrlichkeit, o Jesu!



Gotteslob Nr. 472
Hallo Hitman,
Zitat:
Kritik klar...aber man darf ja auf Kritik antworten. Kritisieren ist easy, ich kann alles und jeden auseinander nehmen. Ob ich aber dann die Wahrheit sage oder meine Kritik berechtigt ist, muss sich dann im Austausch herausfinden lassen


Na, ja! Religionen, die sich im Besitz der absoluten Wahrheit glauben, dürften eigentlich gar nicht kritisierbar sein. Sind sie es doch, besitzen sie wohl doch nicht die absolute Wahrheit.
Ich hab dir auch früher schon mal geschrieben, dass wir uns über Gemeinsamkeiten nicht streiten brauchen. Viel interessanter sind die Weggabelungen, an denen die Ansichten auseinander gehen.
Ausserdem hat Tobias geschrieben:
Zitat:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Ich gebe auch zu, dass ich mich nicht mehr allzu tief in Religionen oder Ideologien einarbeite, weil ich es für mich als Zeitverschwendung betrachte.

Tobias antwortet:
Dann solltest du vielleicht aber auch die Urteile über Religionen unterlassen.

Alles, was ich von der Bahai-Religion weiss, stammt aus diesem Forum.
Wenn es also Kritik-Punkte gibt, sind sie hier irgendwann von jemand anderem erwähnt worden und ich habe sie als möglichen Kritikpunkt aufgenommen. Tobias stellt es allerdings meines Erachtens so hin, als würde ich versuchen, eine Religion (hier meint er wahrscheinlich besonders die Bahai) herauszupicken und besonders schlecht hinzustellen.
Es ist für keinen Religionsanhänger angenehm, sich auf mögliche Unstimmigkeiten oder sogar Fehler in seiner Religion hinweisen zu lassen. Da wird sehr oft sehr emotional reagiert mit den üblichen Abwehrverhalten (es ist nicht die Religion, sondern es sind die Menschen, die sich falsch verhalten; der Zeitpunkt ist noch nicht gekommen; dies und jenes ist früher falsch verstanden worden; die Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie mental stehen; wir verstehen heute noch nicht was uns der Offenbahrer damit sagen will; usw).
Jede Religion und jede Philosophie oder Weltanschauung muss sich der Kritik stellen. Entweder sie kann die Kritik ein für allemal verbindlich entkräften, oder sie bleibt in diesen Punkten fragwürdig.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Na, ja! Religionen, die sich im Besitz der absoluten Wahrheit glauben, dürften eigentlich gar nicht kritisierbar sein. Sind sie es doch, besitzen sie wohl doch nicht die absolute Wahrheit.


Wo behauptet die Baha'i Religion die absolute Wahrheit zu haben? Religiöse Wahrheit ist niemals absolut. Sie ist immer relativ. Das ist eine der zentralen Aussagen der Baha'i.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes
Zitat:
...Religiöse Wahrheit ist niemals absolut. Sie ist immer relativ. Das ist eine der zentralen Aussagen der Baha'i.

Immer?
Auf welche Art der Wahrheiten/Aussagen der Baha'i Religion bezieht sich denn das relativ?
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ஜ ♥ ஜ www.tempel.in ღ ஜ ღ
Obstbaum hat folgendes geschrieben:
Pommes
Zitat:
...Religiöse Wahrheit ist niemals absolut. Sie ist immer relativ. Das ist eine der zentralen Aussagen der Baha'i.

Immer?
Auf welche Art der Wahrheiten/Aussagen der Baha'i Religion bezieht sich denn das relativ?


An der Zeit und dem Menschen. Wahr bleibt wahr. Trotzdem ist deine Wahrheit vielleicht eine andere Wahrheit als meine. Trotzdem war die Botschaft immer die selbe. Die Baha'i bezichtigen die anderen Religionen ja nicht der Lüge. Sie wurde halt je nach Fassungsvermögen der jeweiligen Zeit verteilt.
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