'Abdu'l-Bahá


Wien
Am Tage vor der von ‘Abdu’l-Bahá geplanten Rückreise nach Stuttgart, dem 23. April 1913, fragte ein Besucher den Meister, ob Baronin Berta von Suttner am Nachmittag beim Ihm vorsprechen dürfe. Berta von Suttner war eine bekannte Vorkämpferin für den Weltfrieden; sie hat das vielgelesene Buch „Die Waffen nieder!“ geschrieben. Der Meister freute sich sehr über den bevorstehenden Besuch und sandte der Mitarbeiterin an der großen Aufgabe zur Errichtung des Völkerfriedens durch einen Seiner Sekretäre einen herrlichen Strauß Rosen. ‘Abdu’l-Bahá empfing die Baronin am Nachmittag überaus herzlich. Mit größtem Interesse folgte sie Seinen Worten; es schien, als ob zwei längst Befreundete beisammen seien. Der Meister erinnerte sie daran, dass sie im vergangenen Jahr zu gleicher Zeit in Chicago und Los Angeles gewirkt hatten, ohne einander zu begegnen. Die Baronin war sichtlich ergriffen von seinen Worten und dankte Ihm unter Tränen für die Impulse, die sie von Ihm empfangen durfte. (Alice Schwarz, „Zeiten, die mein Herz berührten“, S. 123/4)



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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Wien 1913

Am Donnerstag, dem 24. April, bestieg ‘Abdu’l-Bahá den Nachtzug, um zurück nach Stuttgart zu fahren.





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Bahá'u'lláh
Freitag, 25. April 1913 – Rückkehr nach Stuttgart / Veranstaltung im Bürgermuseum

Von Seinen Getreuen sehnlich erwartet, traf 'Abdu'l-Bahá in früher Morgenstunde in Stuttgart ein. „Mit Seinem Kommen ging in unserem Herzen die Sonne wieder auf, denn die Tage, die Er ferne von uns geweilt, waren uns endlos erschienen. In der Erwartung Seiner Rückkehr war wohl in mancher Seele die Erkenntnis des tiefen Sinnes Seiner Worte herangereift und der feste Entschluss gefasst worden, für immer Sein zu werden.“ schrieb Alice Schwarz in ihr Tagebuch.

Da Seine Gesundheit sehr angegriffen war, verblieb 'Abdu'l-Bahá während des ganzen Tages im Hotel. Der behandelnde Arzt hatte ihn ausdrücklich gebeten, das Zimmer nicht zu verlassen und sich sehr zu schonen. Für diesen Abend war eine große öffentliche Versammlung im Bürgermuseum geplant und durch die Presse bekanntgegeben worden. Kurz vor Beginn des Vortrages rief 'Abdu'l-Bahá Seine Sekretäre und einige vertraute Freunde zu sich „Meine Gesundheit erlaubt mir nicht, in der Versammlung heute Abend zu sprechen. Gehet ihr und redet! Der Segen aus dem Reiche El Abhás wird mit euch sein!“ Er bat Wilhelm Herrigel, den Vortrag an Seiner statt zu halten. Er ermutigte ihn mit den Worten: „Sei gewiss, wenn du dich mit vollem Vertrauen zu Seinem Königreich hinwendest, werden deine Worte Erfolg haben!“

Im Saal des Bürgermuseums hatten sich inzwischen mehrere hundert Menschen eingefunden; sie sahen erwartungsvoll der Ansprache des hohen Besuches entgegen. Als die Sekretäre 'Abdu'l-Bahás den überfüllten Saal betraten, fühlten sie sich verpflichtet, Ihm von dem großen Interesse zu berichten, das Ihm und Seinem Vortrag galt. Sie wollten Ihn bitten, sich dem Auditorium kurz zu zeigen. Wenn Er auch wegen Seiner angegriffenen Gesundheit keine Ansprache halten könne, so würde doch Seine persönliche Anwesenheit einen tiefen Eindruck machen. Mit den Worten „Dem Arzt habe Ich versprochen, mich zu schonen. Aber gerne gebe ich meine Gesundheit hin für die Heilige Lehre im Dienst für die Freunde von Bahá’u’lláh.“ stand 'Abdu'l-Bahá auf und begab sich ins Bürgermuseum. Als Er in den Saal trat, ging eine Bewegung tiefer Ergriffenheit durch die Reihen. Die Anwesenden erhoben sich, um Ihm ihre Ehrerbietung und Sympathie zu zeigen.

'Abdu'l-Bahá begann Seine Ansprache mit den Worten: „Es ist mein größter Wunsch, dass ihr sehr glücklich und freudig seid! Möge die Güte Gottes euch alle umgeben! Wenn ich mich auch nicht wohl fühle, bin ich heute Abend doch hierhergekommen, da ich so viel Liebe für euch empfinde. Ich bin sehr glücklich, mich in dieser vergeistigten Versammlung zu befinden. – Ich muss mich kurz fassen, weil ich krank bin; verzeihen Sie mir dies.“

Dann sprach Er über die Bedeutung dieser Zeit: „Jedes Zeitalter hat seine eigene große Note. Das neunzehnte Jahrhundert wird in die Geschichte als das der demokratischen und republikanischen Freiheit eingehen. Doch ein noch höheres Ziel ist der internationale Friede. Dieses ist das Jahrhundert des Lichtes! Das Zeitalter des Wissens! Alle Errungenschaften dieses Zeitalters sollen zur internationalen Versöhnung führen! ...“

Er sprach darüber, wie sehr Er Deutschland schätze. „Es ist Mein größtes Hoffen, dass Deutschland der Mittelpunkt werde zur Verbreitung des Weltfriedens.“ Und Er begeisterte die Zuhörer mit Seiner Vision: „Das Jahrhundert des Lichtes ist angebrochen! Das Jahrhundert des Wissens dämmert herauf! Das Zeitalter der Veredlung der Menschheit steht vor uns! Das Zeitalter der einigenden Liebe unter den Menschen ist angebrochen! Ost und West werden sich in Liebe und Freundschaft einen! Die ganze Menschheit ist eine Familie – alle Menschen sind Nachkommen von Adam! Die ganze Erde ist ein Vaterland! Erkennet doch, wie beglückend dies ist! Ich bin Orientale, ihr seid Abendländer, dennoch sind wir in Liebe heute Abend beisammen und bringen uns Güte und Zuneigung entgegen. Euch alle betrachte ich als die Glieder meiner Familie und empfinde größte herzlichste Zuneigung zu euch. Ich bitte Gott, dass Er mir die Kraft verleihe, eure Augen der Wahrheit zu öffnen! Möge ich zum Mittler des Glückes eurer Herzen werden! Das ist dem Herrn der Menschheit wohlgefällig!“

„Als ‘Abdu’l-Bahá Seine Ansprache beendet hatte, erhoben sich wieder alle Anwesenden, um ihren Dank auszudrücken. … Zum Ansporn aller Freunde hatte der Meister durch Seine aufopfernde Hingabe wieder bewiesen, dass es für Ihn keine Ruhe und Schonung gab, wenn Er der Heiligen Lehre dienen konnte – gestützt und getragen durch die Geistesnähe der Gesegneten Vollkommenheit.“ (vgl. Alice Schwarz, „Zeiten, die mein Herz berührten“, S. 138, 140-141, 142)

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Bahá'u'lláh
Tolle Seite, danke, kannte diese gar noch nicht. Wunderbare Bilder.

Zitat:
(...) "Es ist Mein größtes Hoffen, dass Deutschland der Mittelpunkt werde zur Verbreitung des Weltfriedens.“ (...)

Wurde dies von 'Abdu'l-Bahá auch in anderen Ländern ausgesprochen?
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@Obstbaum
Zitat:
(...) "Es ist Mein größtes Hoffen, dass Deutschland der Mittelpunkt werde zur Verbreitung des Weltfriedens.“ (...)

Wurde dies von 'Abdu'l-Bahá auch in anderen Ländern ausgesprochen?


Dazu weiß ich jetzt nichts Näheres. Was 'Abdu'l-Bahá in anderen Ländern alles ausprach ist z.B. nachzulesen in
Hasan M. Balyuzis Buch
'Abdu'l-Bahá
Der Mittelpunkt des Bündnisses Bahá'u'lláhs

Schöne Grüße
Linde

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Bahá'u'lláh
Samstag, 26. April 1913
Stuttgart


„Alle ergebenen Freunde in Stuttgart wussten wohl, wie groß das Opfer war, das der Geliebte mit Seiner Ansprache am vergangenen Abend Seinen Zuhörern gebracht hatte. Alle waren voll Sorge, wie Ihm der Abend bekommen sei. Von einer großen Last waren wir befreit, als wir den Meister etwas besser antrafen. Er sprach zu uns: ‚Gestern Abend war ich sehr krank. Obwohl ich wusste, dass es gefährlich war, das Zimmer zu verlassen, machte ich mich doch auf, um zu sprechen. Die Hilfe Gottes und Sein Schutz waren mit mir! … Die Versammlung gestern Abend war beste Medizin für mich; ich fühle mich wohl! Ich glaube, es liegt etwas Geheimnisvolles in meinem Hiersein. Freundschaft und Liebe der Freunde wird mir entgegengebracht.‘“ (Alice Schwarz, „Zeiten, die mein Herz berührten“, S. 142-143, 144)

Später sprach Er von geistiger Gesundheit: „Wahres Glück der Menschen ruht in geistiger Harmonie, nicht im körperlichen Wohlbefinden.“

Als ‘Abdu’l-Bahá vom Fenster aus eine Abteilung Soldaten in Reih und Glied vorbeimarschieren sah, sprach Er: „Diese sind bereit, für ihr Vaterland zu kämpfen! Wie grausam ist es doch, Menschen, die einander fremd sind, auf das Schlachtfeld zu kommandieren mit dem Befehl zu töten! Die große Armee der Bahá’í sind unsichtbare Engel der erhabenen Heerscharen! Unser Schwert ist das Wort des Lichtes! “

Später sprach Er mit einigen Freunden über die Wirren der Politik: „Das Notwendigste ist das Zusammentreten eines europäischen Kongresses, bei welchem die Delegierten der Großmächte die Möglichkeit einer langsamen Abrüstung zu beraten hätten. Aber auf eine solche Weisung wollen sie nicht hören!“ Niemand der Anwesenden ahnte, dass ‘Abdu’l-Bahá mit diesen Worten den in Jahresfrist ausbrechenden Weltkrieg andeutete. (Zitate: a.a.O., S. 147, 148)

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Bahá'u'lláh
Hier ein Artikel aus der Wiener Zeitung, der die Bedeutung des Besuches Abdu'l Bahas in Wien erwähnt.

Wien. Obwohl die Religionsgemeinschaft der Bahai eine vergleichsweise kleine Gemeinde ist - sie umfasst kaum mehr als 1300 Mitglieder in Österreich - kann sie hierzulande auf eine lange Tradition zurückblicken. Der erste Kontakt zu Österreich geht auf das Jahr 1911 zurück: Damals siedelte sich die erste Bahai-Familie aus dem Iran in Wien an. Zwei Jahre später bekam die Glaubensgemeinschaft mit dem hohen Besuch von Abdul-Baha (1844-1921) einen festen Stellenwert. Abdul-Baha war Nachfolger und ältester Sohn des Bahai-Religionsstifters Baha-ullah (1817-1892).



Abdul-Baha bereiste damals Europa und Nordamerika. "Er wollte die Religion in die Welt hinaustragen", erzählt Alex Käfer, Autor eines Buchs über die Geschichte der österreichischen Bahai-Gemeinde. Schlagzeilen wie "ein Lehrer des Weltfriedens" begleiteten Abdul-Baha dabei. "Mit seinem historischen Besuch in Wien legte er das geistige Fundament für die Entfaltung des Bahai-Glaubens in Österreich. Heute erfreuen wir uns in Österreich einer großen Wertschätzung - das fällt angenehm auf." Alex Käfer ist seit 1960 Mitglied der Bahai.

http://www.wienerzeitung.at/themen_.....sellschaft/?em_cnt=461765
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ja linde, dies sollte man erforschen. Vllt ist es ja wichtig:
Also Abdu'l-Bahá spricht von seiner Hoffnung das Deutschland zum Mittelpunkt zur Verbreitung des Weltfriedens wird im Superlativ
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Sonntag, 27. April 1913
Stuttgart



Es war ein strahlender Sonntagmorgen, die Freunde strömten unaufhaltsam ins Hotel. 'Abdu'l-Bahá fühlte sich besser. Jedem Besucher reichte Er mit großer Herzlichkeit die Hand. „Wenn ich euch verlassen habe, werde ich mit Sehnsucht gute Nachricht von euch erwarten. Ich hoffe, die Botschaft zu erhalten, dass ihr vom Feuer der Liebe Gottes durchglüht seid! Tag um Tag werdet ihr Gott näher kommen! Wenn die Strahlen der Sonne Licht und Wärme spenden und der Regen zur rechten Zeit fällt, werden sich alle gut entwickeln! Ich hoffe, dass ihr euch Tag für Tag mehr entfaltet, durch die große Gnade des allbarmherzigen Gottes! Bemühet euch, allen Menschen größte Liebe und herzliches Entgegenkommen zu erweisen! ... “ (Zitate: Alice Schwarz, „Zeiten, die mein Herz berührten“, S. 149, 150)

Am Nachmittag wurde mit dem Auto ein Ausflug in die Umgebung von Stuttgart zum Schloss „Solitude“ unternommen, einem im 18. Jahrhundert erbauten Jagdschloss im Rokokostil. Auf der Rückfahrt machte 'Abdu'l-Bahá einen kurzen Besuch im Heim von Edwin Fischer. Am späten Nachmittag besuchte Er das 19-Tagefest (Einigkeitsfest), welches regelmäßig in den Räumen des Frauenclubs abgehalten wurde.

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Bahá'u'lláh


'Adu'l-Bahá in Amerika


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Ich lasse alles los was nicht Liebe ist . Für alles was
ich tun will ist Zeit und Raum vorhanden !
Louise L. Hay

Suche nichts-finde alles !
Dr.Frank Kinslow

Wir erleben mehr als wir begreifen .
(Mystisches Erleben , Intuitives Verstehen) !
Hans-Peter Dürr