Die innere Seelenburg


Teresa von Avila (Karmeliterorden):

1.Selbsterkenntnis

JEDER Mensch hat ein äußeres Selbst und ein inneres SELBST. Wir sahen, dass das äussere Selbst "das Selbst, das gesehen werden kann" ist, während das innere Selbst (oder transzendentale Selbst) niemals ein Objekt oder eine Sache jeglicher Art ist, sondern ein Gefühl von Freiheit und eine große Befreiung aus dem bekannten, endlichen, dem empirischen Ich.

2.Beharrliche Freiheit

Das innere Selbst lebt in einem zeitlosen, ewigen Jetzt.

Eternity bedeutet nicht ewige Zeit, aber einen Moment ohne Zeit, der genau diesen Moment, wenn er korrekt als eine endlose Gegenwart passiert, alle Zeit mit einbezieht.

Das wahre Selbst ist sich dieses allgegenwärtigen, nie endenden, ewigen Augenblicks bewusst, durch den alle Zeit vergeht - und sich dabei aber nie in den Strom der Zeit selbst begibt, sondern als unbewegter Zeuge bleibt.

3.Trockenheit

Das innere SELBST ist ein großes Geheimnis oder reine Leerheit und Unwissenbarkeit.
Gerade, weil es nie bekannt sein kann oder ein Objekt sein kann, ist das wahre Selbst no-thing-ness, pures mysterium, ein laufendes unbekanntes Knowingness oder Erkennen der Leere, oder einfach, das große Mysterium des eigenen Seins.

4.Demut

Das innere Selbst ist göttlich oder perfekt eins mit dem unendlichen Geist.
Und diese unendliche und ewige Selbst ist die Heimat des Geistes in euch und in jedem fühlenden Wesen.

Jeder Mensch fühlt sich genau gleich in seinem eigenen Sein.

Das gleiche strahlende Göttliche scheint in dir und mir und allen Geistes-Kreationen.

5.Loslassen

Die Hölle ist die Identifikation mit dem Äusseren Selbst.
Die Hölle IST kein Ort;
die Hölle IST kein Ort, wo wir hingehen, wenn wir tot sind, die Hölle IST keine Bestrafung, die Hölle ist das Sterben von uns selbst.
Die Hölle ist das aktive Trennen, die Wahl, sich mit dem falschen Selbst zu identifizieren.

Die Hölle ist ein schrecklicher Fall von Verwechslung.

Wir haben vergessen, wer und was wir sind, statt angeschlossen zu sein an das transzendentale Selbst direkt im Geist, im Gespräch mit den Worten Gottes und glänzend mit dem Glanz der Göttin.

6.Ekstase

Der Himmel IST Die Entdeckung und Erkenntnis des Inneren Göttlichen SELBST, der Höchsten Identität.

Die Mystiker im Osten und Westen haben seit Langem gesagt "das Königreich Gottes IST in mir".

Die ICH BINheit IST Christus-Bewusstsein, Geist an sich.

Das wahre Selbst in Jedem Menschen IST das wahre Selbst, das Jesus von Nazareth erkannte - "Ich und der Vater Sind eins" - und diese Erkenntnis hat IHN umgewandelt vom zeitlichen Jesus in der Höhle zum ewigen Christus.

Er bittet UNS, sich an diese Wandlung zu Erinnern und SIE selbst zu wiederholen.

7.Seelengrund

Das Göttliche Selbst ist eins mit dem All.
Der Geist ist nicht nur das Selbst aller Wesen, sondern das Sosein oder Ist-ness oder Soheit aller Dinge.

Zur Freiheit von jedem Objekt wird damit die Fülle des Seins mit allen Objekten hinzugefügt.

Ich bin nicht mehr Zeuge der Berge, ich bin die Berge, ich bin nicht mehr das Gefühl für die Erde, ich bin die Erde, ich sehe nicht mehr das Meer, ich bin das Meer bin, ich bitte nicht mehr um Geist, ich bin Geist.

So nahtlos ist die Welt, heilig und profan, in einem Stück der Welt kann ich keine Grenze finden - nicht eine einzige grundlegend wirkliche Grenze - überall im ganzen Universum.

Es gibt nur das strahlende, alles durchdringende, tief göttliche ICH BIN, in dem alle Welten entstehen und fallen.

Das Konzept der Seelenburg beschreibt sieben Wohnungen.
Die Ersten Drei wirken im aktiven Bereich des Betens.

Das passive Gebet, ausgedrückt als innere Sammlung, beginnt ab der vierten Wohnung.
Es folgen das Ruhegebet, sterbende Einheit mit Gott (Unio mystica) und das Verlöbnis, die sterbende »geistliche oder göttliche Hochzeit« in der siebten 7. Wohnung.

Hier schaut die sterbende Seele Gott.


http://de.spiritualwiki.org/Wiki/Mystik
Das gefällt mir sehr gut, soraja.

Und das hier auch:

Ein Philosoph sucht in einem dunklen Raum nach einer schwarzen Katze.
Ein Psychologe hilft anderen, in einem dunklen Raum nach einer womöglich nicht vorhandenen schwarze Katze zu suchen.
Ein Theologe spricht von einer schwarzen Katze in einem dunklen Raum. Ohne sie zuvor gesucht zu haben, behauptet er, sie gefunden zu haben.
Ein Mystiker schaltet das Licht ein, das den dunklen Raum erhellt.
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Frage mich nur was für einen Sinn es macht in einem dunklem Raum nach einer schwarzen Katze zu suchen.