Über Die Frauen & Töchter


Zitat:
War mir jetzt ein Anliegen das noch anzufügen.


Ja, und ich wollte noch dazu sagen, dass man ja bei der Entscheidung, ob Sohn oder Tochter studieren soll, auch die Lernfähigkeit bzw. Lernfreude der beiden berücksichtigen wird. Wenn das Mädchen gar kein Interesse am Studium zeigt, wird man sie wohl nicht dazu zwingen, nur weil sie ein Mädchen ist.

LG,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Namaste liebe Mitwesen!

Lieber Dtrainer,

Wenn es tatsächlich so ist das man an eueren 19 Tage Feiern so offen gegenüber "Andersgläubigen" ist und ich dann auch wirklich nicht störe würde ich so eine Feier sehr gern mal besuchen. Bei uns, also meiner Theravada Sangha, sind die Regeln bzgl. Besuch an speziellen Feiertagen ein wenig anders. Unser deutsches Hauptkloster ist aber auch recht offen in solchen Dingen. (http://www.wat-p.de/index.htm)


Zitat:
Wo wohnst du denn, daß es da keine Baha'i gibt?


Ich wohne sehr sehr ländlich in Osthessen. Die nächste größere Stadt ist Fulda. Früher wohnte ich eine Zeit in Frankfurt, da kannte ich die Bahai Religion jedoch noch gar nicht.

Liebe Linde,

Vielen Dank für die sehr verständlich formulierte Aufklärung. In der Tat hatte ich eher eine Beratungsstelle oder zumindest eine Art "hohes Verfahren" erwartet, so kenne ich es nämlich aus meinem Glaubensalltag. Ein gemütliches Gespräch bietet natürlich nochmal ganz andere Möglichkeiten der "Zusammenarbeit auf Augenhöhe".

Liebe Minou,

Ein sehr guter Einwand. Fragt sich bloß ob die Eltern oder auch das (meist ja noch unerfahrene) Kind die gesamte Situation oder das Kindpotential bestmöglich einschätzen können. Ich plädiere in Sachen Bildungssystem ohnehin für eine "R. Steiner- Variation". Sozusagen also eine gewisse Grundbildung für jeden und das bis zu einem gewissen Alter (z.B. 12 vielleicht gar später) mit anschliessender Individuallehre je nach Interessen, Charakter, Stärken des Kindes.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Lieber Tiro
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

Wenn es tatsächlich so ist das man an eueren 19 Tage Feiern so offen gegenüber "Andersgläubigen" ist und ich dann auch wirklich nicht störe würde ich so eine Feier sehr gern mal besuchen. Bei uns, also meiner Theravada Sangha, sind die Regeln bzgl. Besuch an speziellen Feiertagen ein wenig anders. Unser deutsches Hauptkloster ist aber auch recht offen in solchen Dingen. (http://www.wat-p.de/index.htm)

Zitat:
Wo wohnst du denn, daß es da keine Baha'i gibt?


Ich wohne sehr sehr ländlich in Osthessen. Die nächste größere Stadt ist Fulda. Früher wohnte ich eine Zeit in Frankfurt, da kannte ich die Bahai Religion jedoch noch gar nicht.

Nun, ein 19Tagefest ist eine gesellige Veranstaltung, meist in einr privaten Wohnung, ein Vergleich mit einem Kloster passt da wohl nicht. Ich sehe da nur ein räumliches Problem, in dünn besiedelten Gegenden finden sich eher kleinere Gruppen oder Einzelne. Hier mal ein Link:
http://www.bahai.de/deutsche-gemeinde/oertliche-gemeinden.html
- Emaildressen unter Baha'i.de haben natürlich eher die größeren Gemeinden.
Nach einem Blick auf Google maps vermute ich daß Friedberg oder Frankfurt wohl die räumlich nächsten Gemeinden sein dürften, es ist aber eigentlich egal an welche Gemeinde du mal eine Mail schickst - vielleicht besuchst du ja öfter eine andere größere Stadt, dann eben die. Gastfreundschaft kennt ja keine räumliche Zuständigkeit

Hoffe das ist hilfreich...
Gruß
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Lieber Dtrainer,

Vielen Dank für diesen hilfreichen Link! Du lagst richtig, die nächste gut erreichbare Gemeinde ist Friedberg. Allerdings werde ich nächste Woche für ein Gruppenretreat in Düsseldorf sein und habe gerade dank deiner verlinkten Liste herausgefunden das dieses keine 2 Straßen vom dortigen Bahai Zentrum stattfindet! Da ich ohnehin zurzeit etwas Leerlauf habe werde ich meinen Aufenthalt dann einfacch um 1 Tag verlängern und dort einmal vorbeischauen.

LG Tiro
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Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
die Organisation der Bahai betrachte, so sehe ich [...] noch erstaunlich viel zutun gibt in Sachen Gleichberechtigung.


Was meinst du konkret? Besonders wenn da "noch erstaunlich viel zutun" sein soll?
Lieber Tobias,

"erstaunlich viel" bezog sich mitnichten nur auf die Bahai. Dein Zitat meines Beitrags siebt passender weise aus das ich im gleichen Atemzug von den Muslimen in der Gemeinde hier vor Ort sprach. Gründe habe ich im bisherigen Threadverlauf aufgeführt und das ich bei den Bahai zum Teil einer Falschinformation aufgesessen bin hat sich ja Dank Dtrainer, Minou und Linde geklärt.

Trotzdem bleibe ich bei meiner Ansicht das eine völlige Gleichberechtigung auch bei den Bahai noch nicht erreicht ist. Stimmt es eigentlich das einer eurer Heiligen festlegte das es in eurem höchsten Gremium keine Frau geben darf? Denn dann ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau bei Euch wohl nie zu erreichen, denn diese "Gesetze" haben ja kein "Haltbarkeitsdatum", oder?

LG Tiro
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Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
"Organisation" bezog ich eher auf die generelle Organisation eurer geistigen Räte und Häuser in denen, soweit mir bekannt, bis heute keine Frauen vertreten sind.


Stimmt so nicht. Frauen sind in jede Institution wählbar oder ernennbar, außer dem Universalen Haus der Gerechtigkeit. Wobei sie auch für dieses das aktive Wahlrecht haben. Wobei es auch andere Punkte in der Bahai-Lehre gibt wo Frauen mehr Rechte haben als Männer.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Nein das nicht, es schränkt es nur soweit ein das von einer tatsächlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht die Rede sein kann.


Das kommt darauf an was du unter "einer tatsächlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau" verstehst? Was sind die Bedingungen dafür?

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Gleiches gilt für den Fakt das in der Bahai Erziehung Mädchen vorrangig vor Jungs "gebildet" werden.


Das stimmt so auch nicht ganz. Abdulbaha sagte, dass Mädchen im Notfall bei absolut grundlegender Bildung vorzuziehend sind. Das Modell mag belächelt werden, führt aber in der Praxis dazu, dass Bahai innerhalb weniger Generationen einen enormen Bildungsaufstieg erleben. Grundlegend - so hat es Bahaullah verordnet - haben die Eltern - und wenn sie es nicht können die Gemeinschaft - für die bestmögliche Bildung, Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder zu sorgen.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Für mich ist die Benachteiligung eines Geschlechts gegenüber dem anderen einfach nur ein klarer Hinweis das eine Gleichberechtigung beider Geschlechter noch nicht realisiert ist.


Welche konkreten Benachteiligungen meinst du denn bitte?

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Kannst Du mir erklären inwiefern "ungebildete" Mütter ein höheres Armutsrisiko für ihre Kinder darstellen als dies "ungebildete Väter" tun?


Weil Mütter auf das Schicksal und die Erziehung des Kindes einen deutlich größeren Einfluss haben als Väter. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Tatsache zieht sich aber fast wie eine conditio humana durch die gesamte Menschheit. Das wird übrigens auch in Entwicklungsprojekten heute beachtet. Je ärmer und zerrüttelter eine Gesellschaft ist, um so mehr trifft dieser Zusammenhang übrigens zu.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Eine sehr vernünftige These und ich bin bereit dir beizupflichten. Aber damit wird dann auch mehr als deutlich das "Gleichberechtigung/Gleichstellung beider Geschlechter" nicht immer, unter allen Umständen und für jeden das Beste sein muß, oder?


Bahai verstehen unter Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit auch keine Gleichmacherei. Zudem bedienen Bahai sich in der Praxis meist oft eher eine Verantwortungsethik als einer Gesinnungsethik, allerdings im Rahmen ihrer Gesinnung als Bahai.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
In sekundärer Sicht mag deine Annahme zutreffen, zumindest wenn man von einer Durchschnittsfamile ausgeht (s.h. keine Scheidung, nicht ausschließlich weibliche Nachkommenschaft, keine "Patchworkfamilie", etc). Primär gesehen bleibt aber erstmal der Nachteil den ein Junge einer armen Bahai Familie gegenüber seiner Schwester erfährt. Und dieser Nachteil bleibt ja bestehen, da die Schwester ihren Bruder wohl kaum heiraten wird.


Ziel des Ganzen ist es doch so schnell wie Möglich einen hohen Bildungsstand zu erzeugen. Es schlicht in der Praxis nicht so, dass männliche Bahai ungebildet durch die Welt laufen. Du erklärst hier ein Instrument zur Verbreitung von Bildung irgendwie zum eigenartigen Selbstzweck und baust darauf dann seltsame Schlussfolgerungen die eben in der Praxis nicht zutreffen.

Nebenbei sei auch mal auf den Fakt hingewiesen, dass man als männlicher Bahai eine weibliche Bahai aus einer Bahai-Familie heiraten kann...

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Eine gute Frage. Der einzig wirklich gerechte Weg, im Sinne einer geschlechtlichen Gleichbehandlung und bei ebenso viel männlichem wie weiblichem Nachwuchs, wäre dann wohl der klassische Münzwurf. Natürlich rede ich hier von der Theorie und bin mir ob einer praktishen Umsetzung etwas unsicher.


Inwiefern soll "Zufall" Gerechtigkeit hervorbringen? Da finde ich ein Modell das Bildung und Erziehung möglichst schnell und möglichst weit verbreiten will deutlich gerechter.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Eben das meinte ich bzw. sehe ich es auch so. Eben deswegen bin ich vehement gegen ein dogmatisches Regelwerk in Religion und Philosophie. Aber wie Du ja betonst handelt es sich bei den Bahai und in diesem Fall nur um eine "Empfehlung".


Es gibt in der Bahai-Religion schon eindeutige und klare Gebote. Allerdings gilt es diese mit Weisheit und Nachsicht umzusetzen. Das ist übrigens selbst ein zentrales Gebot der Bahai-Religion.

Zitat:
Sich bei komplexen Entscheidungen von Familie, Sangha und Freunden beraten zu lassen kann ich mir für mich auch noch vorstellen. Meine privaten Probleme jedoch zwecks Entscheidungshilfe vor einem mir nur mäßig bekannten Gremium auszubreiten kann ich mir kaum vorstellen.


Ein Geister Rat ist in der Bahai-Gemeinde nicht nur ein nur mäßig bekannte[s] Gremium". Davon abgesehen muss Beratung nicht gleich immer mit dem Geistigen Rat stattfinden. Beratung geht schon in der Familie los.
Lieber Tobias,

Die meisten Dinge/Fragen die Du hier ansprichst/beantwortest haben wir im Verlauf der ersten 3 Seiten schon ausdiskutiert, trotzdem danke für deine zusätzlichen Informationen.

Nun zu dem ungeklärten Teil...

Zitat:
Das kommt darauf an was du unter "einer tatsächlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau" verstehst? Was sind die Bedingungen dafür?


Jeder Mensch darf alles tun was legal/ethisch vertretbar ist und in jeder legalen Organisation/Gremium/Firma.. etc. Mitglied sein und gleiche Rechte geniessen, unabhängig vom Geschlecht.

Zitat:
Für mich ist die Benachteiligung eines Geschlechts gegenüber dem anderen einfach nur ein klarer Hinweis das eine Gleichberechtigung beider Geschlechter noch nicht realisiert ist.


Welche konkreten Benachteiligungen meinst du denn bitte?


Keine Frau darf ins Universale Haus gewählt werden. Ein Junge der eine Schwester ungefähr gleichen Alters hat und dessen Eltern "zu arm" sind um beiden Bildung zukommen zu lassen muß zurückstehen.

Zitat:
Weil Mütter auf das Schicksal und die Erziehung des Kindes einen deutlich größeren Einfluss haben als Väter. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Tatsache zieht sich aber fast wie eine conditio humana durch die gesamte Menschheit. Das wird übrigens auch in Entwicklungsprojekten heute beachtet. Je ärmer und zerrüttelter eine Gesellschaft ist, um so mehr trifft dieser Zusammenhang übrigens zu.


Siehe hierzu meine Erläuterungen zur mStrukturmöglichkeit moderner Familien, z.B. Scheidung, Patchwork. Außerdem ist es in der Moderne unlogisch anzunehmen das eine solchermaßen gebildete Frau zwangsläufig noch den Haupteinfluss auf die Kinder hat. Diese Frau würde nämlich wahrscheinlich nicht nur arbeiten gehen wollen, sondern es vielleicht auch müssen, da sie den besser dotierten Job hat.

Zitat:
Nebenbei sei auch mal auf den Fakt hingewiesen, dass man als männlicher Bahai eine weibliche Bahai aus einer Bahai-Familie heiraten kann...


Was hat dieser Hinweis mit der Thematik unserer Diskussion zutun?


LG Tiro
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