Über Die Frauen & Töchter


Nun, Eltern geben weiter was sie wissen und können. Mütter sind in den ersten Jahren sehr wichtig für das Kind, erst später gleicht sich das an, dann kommt es auch auf die Väter an.

Die ersten Jahre bilden u.A. die Gefühlswelt heran, was wichtig ist für die soziale Intelligenz. Diese widerum ist ein wichtiger Faktor, wenn es um beruflichen Erfolg geht. mangelnde Bildung der Mutter führt leicht dazu, daß sie falsch mit dem Kind umgeht, was dann diese Gefühlswelt beschädigt, die im Erwachsenenalter nur schwer zu korrigieren ist.

Es ist natürlich nicht gut wenn Familien überhaupt vor so einer Frage stehen. Aber wenn das nun mal so ist, verbessert es die Chancen des Kindes schon, wenn die Mutter eine gute Bildung hat.

Und, bitte, das ist kein Gesetz, sondern eine Empfehlung. Wenn eine Familie so aufgebaut ist daß der Vater in den ersten Jahren die wichtigste Kontaktperson ist, was seltener ist, dann paßt sie eben nicht.
Zitat:
Die ersten Jahre bilden u.A. die Gefühlswelt heran, was wichtig ist für die soziale Intelligenz. Diese widerum ist ein wichtiger Faktor, wenn es um beruflichen Erfolg geht. mangelnde Bildung der Mutter führt leicht dazu, daß sie falsch mit dem Kind umgeht, was dann diese Gefühlswelt beschädigt, die im Erwachsenenalter nur schwer zu korrigieren ist.


Eine sehr vernünftige These und ich bin bereit dir beizupflichten. Aber damit wird dann auch mehr als deutlich das "Gleichberechtigung/Gleichstellung beider Geschlechter" nicht immer, unter allen Umständen und für jeden das Beste sein muß, oder?

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Tja, welche Empfehlung kann überall, immer und ohne nachdenken angewandt werden? Werte stehen nie für sich allein, sie sind immer Teil eines Wertekanons, und Entscheidungen wie dieser nun in einer konkreten Situation richtig anzuwenden ist, bleiben uns nicht erspart.

Ich sehe allerdings in diesem konkreten Beispiel keine Aufweichung der Gleichberechtigung. Es kommt ja auch den männlichen Kindern zugute (und den Ehemännern) wenn eine Mutter eine gute Ausbildung bekommen hat.

Dabei steht allerdings das Wohlergehen der größeren Einheit (Familie) höher als das Wohl der kleineren (Individuum). Auch das ist eine Werteabwägung, wenns allen gut geht, gilt das auch für die Teile des Ganzen...
Zitat:
Ich sehe allerdings in diesem konkreten Beispiel keine Aufweichung der Gleichberechtigung. Es kommt ja auch den männlichen Kindern zugute (und den Ehemännern) wenn eine Mutter eine gute Ausbildung bekommen hat.


In sekundärer Sicht mag deine Annahme zutreffen, zumindest wenn man von einer Durchschnittsfamile ausgeht (s.h. keine Scheidung, nicht ausschließlich weibliche Nachkommenschaft, keine "Patchworkfamilie", etc). Primär gesehen bleibt aber erstmal der Nachteil den ein Junge einer armen Bahai Familie gegenüber seiner Schwester erfährt. Und dieser Nachteil bleibt ja bestehen, da die Schwester ihren Bruder wohl kaum heiraten wird.


Zitat:
Tja, welche Empfehlung kann überall, immer und ohne nachdenken angewandt werden? Werte stehen nie für sich allein, sie sind immer Teil eines Wertekanons, und Entscheidungen wie dieser nun in einer konkreten Situation richtig anzuwenden ist, bleiben uns nicht erspart.


Soll heißen Du plädierst für eine moralische Attitüde mit einer bestimmten Anpassungsfähigkeit, jedenfalls außerhalb strikter Grundwerte (Liebe, Ehrlichkeit, Respekt,etc), verstehe ich das richtig?

LG Tiro
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"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

In sekundärer Sicht mag deine Annahme zutreffen, zumindest wenn man von einer Durchschnittsfamile ausgeht (s.h. keine Scheidung, nicht ausschließlich weibliche Nachkommenschaft, keine "Patchworkfamilie", etc). Primär gesehen bleibt aber erstmal der Nachteil den ein Junge einer armen Bahai Familie gegenüber seiner Schwester erfährt. Und dieser Nachteil bleibt ja bestehen, da die Schwester ihren Bruder wohl kaum heiraten wird.

Scheidung ist ja nun grundsätzlich nichts positives. Baha'i-Gesetze sollen ja die Ehe stärken, Empfehlungen wie diese sind auch in diesem Kontext zu sehen. ich frage dann mal nach einem Gegenvorschlag, also bei bestehender Finanzlücke, wie sollte man deiner Meinung nach verfahren? Die perfekte Gerechtigkeit wird sich nicht herstellen lassen...Gleichheit in schlechter Bildung wäre ja auch kein Vorteil.


Zitat:
Tja, welche Empfehlung kann überall, immer und ohne nachdenken angewandt werden? Werte stehen nie für sich allein, sie sind immer Teil eines Wertekanons, und Entscheidungen wie dieser nun in einer konkreten Situation richtig anzuwenden ist, bleiben uns nicht erspart.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

Soll heißen Du plädierst für eine moralische Attitüde mit einer bestimmten Anpassungsfähigkeit, jedenfalls außerhalb strikter Grundwerte (Liebe, Ehrlichkeit, Respekt,etc), verstehe ich das richtig?
LG Tiro

Das klingt mir etwas zu radikal, aber ich gehe schon davon aus daß man nicht in ein Buch gucken kann und dort das fehlerlose Rezept findet, das man einfach so anwenden kann. Es ist immer genau hinzuschauen, wie wende ich Leitlinien auf eine konkrete Situation an? Es ist ja auch nicht gerecht, wenn ich stur Prinzipien reite, sozusagen dem Buch gerecht werde - nicht aber den konkreten Menschen.

Das heißt nun aber nicht, pfeif auf Prinzipien, wurschtel dich durch. Das kanns auch nicht sein, eben deshalb sind Überlegungen und Beratung angesagt, wenn eine Situation sich als schwierig erweist.
Beratung spielt im Baha'i -Leben eine zentrale Rolle, so funktionieren die geistigen Räte, so funktionieren die Familien. Eben weil man nicht das "goldene Rezept" für alle Fälle stricken kann.
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Zitat:
... ich frage dann mal nach einem Gegenvorschlag, also bei bestehender Finanzlücke, wie sollte man deiner Meinung nach verfahren? Die perfekte Gerechtigkeit wird sich nicht herstellen lassen...Gleichheit in schlechter Bildung wäre ja auch kein Vorteil.


Eine gute Frage. Der einzig wirklich gerechte Weg, im Sinne einer geschlechtlichen Gleichbehandlung und bei ebenso viel männlichem wie weiblichem Nachwuchs, wäre dann wohl der klassische Münzwurf. Natürlich rede ich hier von der Theorie und bin mir ob einer praktishen Umsetzung etwas unsicher.

Zitat:
Das klingt mir etwas zu radikal, aber ich gehe schon davon aus daß man nicht in ein Buch gucken kann und dort das fehlerlose Rezept findet, das man einfach so anwenden kann. Es ist immer genau hinzuschauen, wie wende ich Leitlinien auf eine konkrete Situation an? Es ist ja auch nicht gerecht, wenn ich stur Prinzipien reite, sozusagen dem Buch gerecht werde - nicht aber den konkreten Menschen.

Das heißt nun aber nicht, pfeif auf Prinzipien, wurschtel dich durch.


Eben das meinte ich bzw. sehe ich es auch so. Eben deswegen bin ich vehement gegen ein dogmatisches Regelwerk in Religion und Philosophie. Aber wie Du ja betonst handelt es sich bei den Bahai und in diesem Fall nur um eine "Empfehlung".

Zitat:
Beratung spielt im Baha'i -Leben eine zentrale Rolle, so funktionieren die geistigen Räte, so funktionieren die Familien. Eben weil man nicht das "goldene Rezept" für alle Fälle stricken kann.


Sich bei komplexen Entscheidungen von Familie, Sangha und Freunden beraten zu lassen kann ich mir für mich auch noch vorstellen. Meine privaten Probleme jedoch zwecks Entscheidungshilfe vor einem mir nur mäßig bekannten Gremium auszubreiten kann ich mir kaum vorstellen.

LG Tiro
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Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

Sich bei komplexen Entscheidungen von Familie, Sangha und Freunden beraten zu lassen kann ich mir für mich auch noch vorstellen. Meine privaten Probleme jedoch zwecks Entscheidungshilfe vor einem mir nur mäßig bekannten Gremium auszubreiten kann ich mir kaum vorstellen.

Jaja, die Vorstellungen
Die erste Beratung wird wohl immer der Familienrat sein. Nur ist ein lokaler Geistiger Rat kein "mäßig bekanntes Gremium" wie du offensichtlich meinst. Alle 19 Tage trifft sich sich die Gemeinde (mindestens) zum 19-Tage-Fest. Ein Teil davon ist gemeinsame Beratung mit dem GR. Wenn man sich also an ihn wendet, spricht man mit Freunden...
Vielleicht solltest du dich mal einladen lassen, um, das kennen zu lernen. Du verwechselt da etwas.
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Hm.. in dem Fall liegen die Dinge natürlich ganz anders. Du hast Recht, ich weiß nicht sehr viel über den täglichen Zusammenhalt einer Bahai Gemeinde. Im Grunde würde ich das sehr gerne ändern wollen, leider stehen diesem Wunsch 2 Dinge entgegen. Zum einen gibt es in meiner näheren Umgebung keine Bahai, geschweige denn eine ganze Gemeinde. Zum anderen möchte ich die private Atmosphäre einer Glaubensgemeinschaft nur ungern stören. Daher bin ich für Info aus erster Hand, so wie deine, immer sehr dankbar!

LG Tiro
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"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
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Also, daß du da stören würdest, ist auch nicht richtig, das 19Tagefest ist eine gesellige Sache, nur daß Gäste am Beratungsteil nicht teilnehmen können - am Rest aber schon.

Gemeinsame Andacht und gemeinsam futtern sind nicht der Ort zum fremdeln...aber gut, ich antworte ja auch gern, kein Ding. Bin ja froh wenn man sich hier nicht gegenseitig Unkenntnis um die Ohren haut

Wo wohnst du denn, daß es da keine Baha'i gibt?
Zitat:
"Organisation" bezog ich eher auf die generelle Organisation eurer geistigen Räte und Häuser in denen, soweit mir bekannt, bis heute keine Frauen vertreten sind.


Hi Tiro, dass dem nicht so ist hat dtrainer mittlerweile ja schon klargestellt. Frauen arbeiten in allen Gremien mit.

Vor Jahren war ich mal in einem Geistigen Rat, da waren von 9 Mitgliedern 7 Frauen. Rein theoretisch könnte das aber auch genau umgekehrt sein.

Zur Beratung unter Bahai wollte ich auch noch etwas sagen, denn da wird auch oft etwas falsch verstanden.

Es ist nicht so, dass der Einzelne oder eine Familie vom Geistigen Rat beraten wird wie man das z.B. von einer Beratungsstelle kennt, sondern, dass man gemeinsam miteinander berät um in einer Angelegenheit die beste Lösung herauszufinden nachdem man die Sache von mehreren Seiten beleuchtet hat.

War mir jetzt ein Anliegen das noch anzufügen.

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh