Gottesfurcht


Namaste

Busshari schrieb:
Zitat:
Klingt vernüftig. Man sollte allerdings bedenken, dass so mancher Grundsatz oder so manches Prinzip, dass man hat, auf falschen Auffassungen, schlechten Erfahrungen und fehlerhaften Einsichten basieren kann.


Erstmal willkommen hier bei Uns, Busshari!

Dein Einwand ist nachvollziehbar in seiner Motivation, jedoch in letzter Konsequenz trotzdem unhaltbar. Zum einen benutzt Du hier Bwertungen wie "falsch" oder "schlecht" ohne diese wirklich zu definieren. Dies liegt wahrscheinlich daran das Du zeitweise vergessen hast das diese Werte oft subjektiver Natur sind und ihre Anwendung/Fremdbewertung immer in Zusammenhang mit dem eigenen soziokulturellen Habitat steht. Zum anderen ignorierst Du in gewisser Weise den persönlichen Charakter meiner Prinzipien. Solang sich der Wohlfühlfaktor bei mir einstellt ist es maximal von sekundärer Bedeutung was andere dazu sagen oder auf was diese Prinzipien beruhen. Aus diesem Grunde haben wir, sozusagen als reglementierende Kräfte, die Philosophie und die Religion. Beide fungieren als Brücke um unser persönliches Verständnis von Wahrheit, Gerechtigkeit, etc. mit dem des lokalen, regionalen, nationalen, transnationalen, globalen und schließlich universellen Verständnis der gleichen Werte zu verbinden. Unsere Entscheidungsprozesse und unsere Alltagsgestaltung sind ein Wechsel bedingter Charakterform und kollektiver Schwarmintelligenz und bei mir haben meine Prinzipien die Oberhoheit über diesen Wechsel. Sehr gut wird das u.a. im Dekonstruktivismus beschrieben.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Lieber Carl Reed!

Wissen kann man es natürlich nicht, denn was weiss der Mensch schon ausser sich an Spekulationen festzuhalten.

Und obwohl ich es nicht weiss, vertraue ich meinen göttlichen Eingebungen, das jede Ursache eine Wirkung nach sich zieht und auf jede Wirkung eine Rückwirkung folgt. Das muss nicht in ein- und demselben Leben sein, das kann auch in zukünftigen Leben sein.

Ausserdem kann bei einem Verbrecher, der nie erwischt wird, die Strafe ganz eine andere sein, wie zum Beispiel eine schwere Erkrankung.

Unter anderem verhalte ich mich deshalb gegenüber anderen so, wie ich mir wünsche, dass sich andere gegenüber mir verhalten.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Zum einen benutzt Du hier Bwertungen wie "falsch" oder "schlecht" ohne diese wirklich zu definieren. Dies liegt wahrscheinlich daran das Du zeitweise vergessen hast das diese Werte oft subjektiver Natur sind und ihre Anwendung/Fremdbewertung immer in Zusammenhang mit dem eigenen soziokulturellen Habitat steht.


Ich meine falsch im Sinne von falsch. Vielleicht wird jemandes Menschenbild maßgeblich von frühkindlichen Erfahrungen geprägt, die sehr speziell waren, doch man generalisiert sie einfach, obwohl das so nicht stimmt.

Vielleicht macht man eine Erfahrung im Leben, die sehr prägend ist, vielleicht lernt man so eine falsche Lektion, weil man das Verhalten des anderen falsch interpretiert, eine andere als die tatsächliche Motivation annimmt oder, oder, oder...

Auch unsere fundamentalsten Prinzipien und Ansichten können Fehlschlüsse sein. Warum auch nicht?

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Zum anderen ignorierst Du in gewisser Weise den persönlichen Charakter meiner Prinzipien. Solang sich der Wohlfühlfaktor bei mir einstellt ist es maximal von sekundärer Bedeutung was andere dazu sagen oder auf was diese Prinzipien beruhen.


Und wenn jemand so argumentieren würde, der sich wohl fühlt, wenn er Drogen nimmt und dies seinen Prinzipien nicht widersprechen würde? Wären die Prinzipien dann noch von sekundärer Bedeutung, nur weil diese Person sich so wohl fühlt? Wäre das nicht ein fahles, hohles Wohlfühlen?
Liebe Busshari, Liebe Caput Tiro!

Ich glaube schon, dass man den Wertmassstäben richtig und falsch objektiv sehr nahe kommen kann, wor allem dann wenn man in sein Herz eingekehrt ist, denn dort steht die absolute Wahrheit niedergeschrieben.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Zitat:
Ich meine falsch im Sinne von falsch. Vielleicht wird jemandes Menschenbild maßgeblich von frühkindlichen Erfahrungen geprägt, die sehr speziell waren, doch man generalisiert sie einfach, obwohl das so nicht stimmt.

Vielleicht macht man eine Erfahrung im Leben, die sehr prägend ist, vielleicht lernt man so eine falsche Lektion, weil man das Verhalten des anderen falsch interpretiert, eine andere als die tatsächliche Motivation annimmt oder, oder, oder...

Auch unsere fundamentalsten Prinzipien und Ansichten können Fehlschlüsse sein. Warum auch nicht?


Weil sich jede dieser Entscheidungen "schlecht" anfühlen würde. Wenn ich aber entscheide nur zutun was sich gut anfühlt handle ich auch gut im Sine des regionalen Kollektivs. Wir sind alle im größten Teil Produkte unserer Umgebung. Daher mein Hinweis auf die Dekonstruktion. Da Du damit wohl nichts anfangen kannst versuch ichs auf rein wissenschaftlicher Ebene mal mit dem Schlagwort "Schwarmintelligenz".

Zitat:
Und wenn jemand so argumentieren würde, der sich wohl fühlt, wenn er Drogen nimmt und dies seinen Prinzipien nicht widersprechen würde? Wären die Prinzipien dann noch von sekundärer Bedeutung, nur weil diese Person sich so wohl fühlt? Wäre das nicht ein fahles, hohles Wohlfühlen?


Das widerspräche zwar der Theorie der Dekonstruktion der Charakterbildung, deren Unterstützer und Fan ich nun mal bin, wäre aber immer noch kein Grund diese Entscheidungen für den beispielhaften Menschen an sich für "schlecht" zu halten. Schlecht können höchstens die Folgen für seine Umgebung sein.

Ganz nebenbei.. auch Menschen unter Einfluss von Drogen können gesellschaftlich ertragbare Entscheidungen treffen. Wäre dem nicht so wäre unser Gesellschaftssystem schon längst am Ende.

LG Tiro
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(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Liebe Caput Tiro!

Das Schlagwort "Schwarmintelligenz" trifft das ganze recht gut. Shri Mateji, die Gründerin von Sahajayoga spricht dabei von Konditionierungen, welche wir ablegen sollten.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Lieber Erich,

Ich persönlich wüßte nicht was die Schwarmintelligenz (in unserem Bezug speziell der rückwärtige Effekt der Schwarmintelligenz) mit Konditionierung zutun haben sollte. Ablegen bzw. abgewöhnen kann man sich den Vorgang der Wechselwirkung zwischen Funktion und Multifunktion, Ich-Intelligenz und Kollektiv- Intelligenz, jedenfalls nicht. Ebenso gut könntest Du versuchen dir das Atmen abzugewöhnen oder den Vorgang des Denkens abzulegen. In der modernen wie in der antiken Systemtheorie ist Schwarmintelligenz einer der elementaren Vorgänge der Existenz mehr als X Lebewesen gleicher Evolution.

LG Tiro
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(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Weil sich jede dieser Entscheidungen "schlecht" anfühlen würde.


Wie denn, wenn Du nicht weiß, dass deine Prinzipien auf Fehleinschätzungen beruhen?

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Wenn ich aber entscheide nur zutun was sich gut anfühlt handle ich auch gut im Sine des regionalen Kollektivs.


Ich kann mir gut Situationen vorstellen, in denen das Individuum etwas tut, was sich gut anfühlt und es nicht im Sinne des Kollektivs gut ist - oder andersherum.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Wir sind alle im größten Teil Produkte unserer Umgebung.


Beim "größten Teil" wäre ich vorsichtig. Letztendlich prägt uns unsere Umwelt sicherlich, aber deine Umwelt ist eine andere (gewesen) als meine oder die eines dritten. Und die des dritten kann ihn völlig verquere Ansichten vermittelt haben. Umwelt beinhalten auch nicht eine feste Menge an Personen oder Entitäten, Umwelt kann auch nur Mama sein.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Daher mein Hinweis auf die Dekonstruktion. Da Du damit wohl nichts anfangen kannst versuch ichs auf rein wissenschaftlicher Ebene mal mit dem Schlagwort "Schwarmintelligenz".


Ich kann damit was anfangen, Schwarmintelligenz trifft es jedoch nicht wirklich - wir sind kein Schwarm. Wir sind nichtmal eine Herde.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Das widerspräche zwar der Theorie der Dekonstruktion der Charakterbildung, deren Unterstützer und Fan ich nun mal bin, wäre aber immer noch kein Grund diese Entscheidungen für den beispielhaften Menschen an sich für "schlecht" zu halten.


Ich sage ja nicht, dass die Entscheidung schlecht ist, ich sage nur, dass Prinzipien nicht unbedingt gut und richtig sind, weil man sich gut fühlt oder andere sich durch einen gut fühlen. Jede Menge Menschen fühlen sich wohl in Samsara.
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Da ich aber an den Dhamma und die Karmalehre Shakyamunis glaube und einige gute Gründe habe mir des Samsara verdammt gewiß zu sein
LG Tiro


Das Samsara ist der Zyklus des Seins, der Kreislauf von Werden und Vergehen. Nicht zu vergessen die Wiedergeburt.
Der Ausstieg aus dem Samsara ist das Nirwana.
Was aber kommt nach dem Nirwana? Ist man dann richtig tod?
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Pauli
Gott weiß alles und sieht alles aber wie tolerant ist er?
Carl Reed hat folgendes geschrieben:
Mara-Devi hat folgendes geschrieben:
Carl Reed hat folgendes geschrieben:

Es gibt "böse" Taten, für die die Täter nie zur Verantwortung gezogen werden, und es gibt "gute" Taten, für die die Täter nie Lohn und Dank erhalten.

Woraus schließt du, dass jemand in diesem Leben beispielsweise nie Lohn und Dank erhalten hat ? - Vielleicht hat es nur niemand bemerkt.

Alleine das Wort "vielleicht" zeigt, daß du dir selbst nicht sicher bist. Genauso gut kann ich sagen: "Vielleicht hat es jeder bemerkt". Was macht deine Aussage wahrscheinlicher als meine?

Damit wollte ich nur deutlich machen, dass wir davon ausgehen können, viele Folgen von Taten gar nicht als solche zu erkennen.

Zitat:
Zitat:
Dass mein Verhalten über mehrere Leben Konsequenzen hatte, ist für mich eine Gewissheit.

Da frage ich mich ganz ehrlich, wie du "Gewißheit" über "mehrere Leben" haben kannst. Das sind Kopfbilder, liebe Mara. Und die stammen wiederum nur aus deinem Hirn. Hirnbilder. Hirngespinste? Die Gehirnforschung zeigt mittlerweile recht unmißverständlich, daß selbst Erinnerungen, die wenige Wochen zurückliegen, bereits verfälscht erinnert werden.

Zur Antwort, die du selbst auf deine Frage gegeben hast: Es waren keine Hirngespinste, sondern teilweise recht detaillierte Erfahrungen, die mir bewusst wurden und die mit meinem derzeitigen Leben nichts zu tun haben. Da es keine im Gehirn gespeicherten Eindrücke gewesen sein können , weil das Hirn ja nicht mitgenommen wird, habe ich die These, dass es Bewusstsein und Erinnerungsspeicher auch außerhalb des Gehirns gibt.

Zitat:
Wenn du sagst, deine "Gewißheit" kommt von deinem Glauben und deiner Lektüre und deiner Beschäftigung mit bestimmten Theorien über Wiedergeburt -- damit habe ich kein Problem. Aber "wissen", wirklich wissen, kann das kein Mensch.

Da ich mich mit diesem Thema überhaupt nicht beschäftigt hatte und noch nicht mal wirklich daran gelaubt habe, bleibt dein Problem bestehen.

Für mich sind konkrete Konsequenzen in diesem Leben konkreten Ursachen in früheren Leben zuordenbar und das Wissen darüber und über manches drumherum sind meine Erfahrungen, eben nur nicht aus diesem Leben.

Dass du Zweifel daran hast, kann ich verstehen und ich werde sie dir voraussichtlich genauso wenig nehmen können, wie du mir meine allmählich gewachsene Gewissheit.

LG
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.