Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama.


Ein sehr interessanter kritischer Vortrag von Colin Goldner über den derzeitigen Dalai Lama.

http://www.youtube.com/watch?v=SDuqayOx2Nw&feature=related

Würde mich über ein Paar Meinungen, besonders von Buddhistischer Seite, sehr freuen.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
1,5 Stunden sind mir zuviel zum anschauen, vielleicht magst du ein paar Punkte zusammenfassend aufschreiben.

Von buddhistischer Seite wirst du hier nicht viel hören, ich glaube es sind keine Anhänger seiner tibetischen Schule hier vertreten. Der User lumen war glaub ich einer, der war aber schon ewig nicht mehr da.
Jeder hat das Recht über Seine Heiligkeit zu denken was und wie er will. Ich persönlich lasse mich von negativer Hetze so wenig beeindrucken wie von positiver Propaganda.

Edit: Lumen war nicht direkt ein Anhänger des Dalai Lama, viel mehr ist er ein Mitglied des Diamantwegs. Ein kleiner, aber vielleicht feiner Unterschied.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Bin dabei mir den Vortag anzuhören, hmm ...

Colin Goldner greift ja auch Mutter Theresa an ...

vermutlich hat er in vielem Recht ... aber er kommt mir irgendwie auch radikal rüber ... hmm ...

Gruß
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Seine Vorträge sind eine geschickte Mischung aus Wahrheit und Verschwörungstheorie. Als fraglich empfinde ich nur noch seine Intention. Schmückt er die Fakten mit Radikalisierungen bunt aus um Interesse zu wecken und somit ein höheres Medienecho zu erzielen weil er eine Aufmerksamkeitssüchtige Person ist oder tut er es um sich dadurch besser gegen die Pro Strömung Gehör zu verschaffen.

Ich bin kein Anhänger des tibetischen Buddhismus, habe ihn aber einige Zeit studiert und fand viele Aspekte als zwar skurril doch auch interessant. Keinesfalls verdient er es in seiner Gesamtheit wie ein reiner, auf Ausbeutung ausgelegter, prämoderner Naturglaube beurteilt zu werden. Natürlich ist er nicht auf einer mit dem Theravada gleichzusetzenden Stufe der Erkenntnis anzusiedeln, aber enthält durchaus mehr als nur Mechanismen zur Unterdrückung ungebildeter Massen in totalitären Systemen.

Zur Person Seiner Heiligkeit kann ich nur sagen das ich ihn vor Jahren in Frankfurt a.M. treffen durfte und das ich selten einen derart selbstbewußten Charakter der Bescheidenheit erlebt habe. Ob ich nun auf eine "Maske für die Öffentlichkeit" hereingefallen bin, dazu kann ich wenig sagen. Vermutungen kann man immer anstellen, aber ich halte mich an den Dhamma. Mein Glaube diktiert mir hier basierend auf eigener Erfahrung und Fakten zu urteilen und, wenn ich denn überhaupt urteile, den Geist eines Menschen zu beurteilen. Seine Weisheiten, eine davon befindet sich ja auch in meiner Signatur, halte ich größtenteils für brilliant in ihrer Selbstverständlichkeit, Einsicht und Einfachheit. Diese Weisheiten respektiere ich. Wenn der Mann von dem sie stammen diese nicht lebt so wird er sehen was er davon hat.

LG Tiro
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"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Einerseits macht Goldner völlig klar, daß er aus einer antireligiösen Haltung heraus urteilt. Was er also zu Religion an sich sagt, ist klar Meinung und somit seine Sache.

Er spricht aber auch über Tatsachen, vor allem, wenn es um den Dalai Lama als Anführer einer Widerstandsbewegung geht, und um deren Ziele. Das tut er nicht ohne Kenntnis
http://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Goldner

Mir war auch schon aufgefallen, wen er als Freund bezeichnet - und daß es dabei häufig um Personen geht, mit denen ich persönlich lieber nichts zu tun haben möchte. Das ist nachprüfbar.

Was du Tiro, zu seinen Weisheiten und deren Praxis sagst, kann ich nur unterschreiben. Den Lohn gibt es nicht für Worte...
Du sagst es, lieber Dtrainer. Ich bin beileibe niemand der den Unterschied zwischen Wort und Tat nicht begreifen kann. Für mich ist dies nur beim Dalai Lama, ebenso wie bei Mutter Teresa, sehr schwer möglich da ihr "Wirkungskreis" sehr weit von meinem entfernt ist. Wenn ich bspw. den Pabst höre dann weiß ich aus eigener Beobachtung was seine Worte an positivem aber auch an negativem in der Tat nach sich ziehen und kann "halbwegs" beurteilen wieviel seiner Worte auch Taten sind oder ob überhaupt. Diese Möglichkeit bleibt den meisten von uns, ob nun in Deutschland oder Österreich, bei oben Erwähnten schon aus geografischen Gründen verwehrt.

Für den Lama spricht in meinen Augen die Empfindungen die ich hatte als ich ihn traf, gegen ihn sprechen etliche nchprüfbare Fakten in seiner Vergangenheit und Gegenwart. Hr. Goldner ist in meinen Augen (feststellbar an Ausdruck, Wortwahl und Einseitigkeit seiner Reportagen) ein radikaler Fanatiker für den Atheismus, daher kann und will ich mit ihm und seinen Werken ebenso wenig zutun haben wie mit religiösen Fanatikern und deren Werken.

Fanatismus ist in jeder Form abzulehnen, das trifft auf einen scheinheiligen Friedensbringer mit Leiche im Keller ebenso zu wie auf einen hasserfüllten Glaubensfeind der Befreiung von Vorurteilen predigt ohne zu merken das gerade diese ihn motivieren.

LG Tiro
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Long Road hat folgendes geschrieben:
1,5 Stunden sind mir zuviel zum anschauen, vielleicht magst du ein paar Punkte zusammenfassend aufschreiben.


Dann müsste ich aber 1,5 Stunden tippen Herr Golder ist ein rhetorisch sehr begabter Mensch und sein Vortrag ist praktisch eine Informationsflut.

Ich möchte vorab sagen das ich nicht gänzlich Herrn Glodners Meinung bin. Auch für meinen Geschmack sind seine Reden Teils zu aggresiv. In einem Interview mit der TAZ gab er auch Stellung, bezüglich seiner radikalität.

Zitat:
taz: Herr Goldner, warum schreiben Sie so aggressiv gegen den Dalai Lama?

Colin Goldner: Angesichts der Flut an Publikationen zum Dalai Lama, von ihm und über ihn, stehen die Kritiker der tibetischen "Heiligkeit" auf ziemlich einsamem Posten. Daher ist pointierte Formulierung unverzichtbar, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Mein gelegentlich polemischer Unterton ist wohl Erbe meiner 68er-Sozialisierung: Mir geht die vorauseilende Ehrerbietung irgendwelcher Kutten- und Soutanenträger gehörig auf den Geist. Im Übrigen bin ich völlig unaggressiv.


Man möge mir also bitte keine Antilamaische (gibts das Wort überhaupt?) Haltung unterstellen. Ich habe nichts gegen tibetische Buddhisten Ich möchte schlicht ein paar andere Gedanken dazu hören. Ich finde einige Punkte, in seinem langen Vortrag, einfach spannend. Ich hörte schon von anderen Quellen das das Vorchinesische Tibet keineswegs eine friedliche Oase der Spiritualität gewesen sein soll. Sondern ein hartes theokratisches totalitäres Monarchensystem. Da der Lama sich besagte Welt zurück erhofft, was er öffentlich auch permanent sagt, empfinde ich ihn schon kritikwürdig.

Man siehe auch folgenden Panorama Bericht:
http://www.youtube.com/watch?v=PEyGxEiZ1LE
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Kritikwürdig sind viele. Die Fragen die man sich stellen muß sind folgende:

Wird aufgrund der Tatsache das ich negativ über einen anderen schreibe oder berichte irgend etwas besser oder anders?

Ist das Wort, die Botschaft einer Person automatisch schlecht und falsch weil diese Person es vielleicht ist?

Kann es in dieser Wirklichkeit ein Ding oder eine Person geben die/das nur gut oder nur schlecht ist?

Wieviel Gutes bin ich zu opfern bereit damit das schlechte verschwindet/ Wieviel Gutes muß entstehen um die weitere Existenz einer schlechten Sache oder Person zu akzeptieren?

Das sind die gleichen Fragen die ich mir stelle wenn ich mal wieder in Rage gerate über eine andere Heiligkeit in einem anderen kleinen Staat und die Institution die er vertritt....

Wer tatsächlich glaubt das Tibet, oder in diesem Sinne überhaupt ein Land in dieser Wirklichkeit, jemals eine Art friedliches Schlaraffenland war der glaubt auch an den Weihnachtsmann und das Schneballsystem. Das es auch unter tibetischer Regierung in Tibet schlimme Zustände gab ist seit Jahren Allgemeinwissen. Aber das rechtfertigt für mich in keiner Weise das Vorgehen der VRC dort. Die Zustände in Irak und Afghanistan waren vor dem Natoeinmarsch und der amerikanischen Überflutung auch nicht das Gelbe vom Ei und trotzdem verurteile ich den Einmarsch in diese Länder und den Umgang mit der örtlichen Bevölkerung, geprägt von Verachtung und angeblichem Befehlsrecht.

Kurz und knapp: 2 Mal Unrecht bedeutet nicht Recht.

LG Tiro
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Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Kritikwürdig sind viele. Die Fragen die man sich stellen muß sind folgende:

Wird aufgrund der Tatsache das ich negativ über einen anderen schreibe oder berichte irgend etwas besser oder anders?


Möglich. Golders konkrete Punkte empfinde ich schon als sehr gewichtig. Immerhin zeigt er klar auf wie uns dieser Freiheit für Tibet Wahn uns Westlern breit flächig eine vorgefertigte Antichina Haltung beschert hat. Schauen wir uns alleine die Berichterstattung im öffentlichen Tv an. Sobald im Fernsehen über China berichtet wird erinnert dies schon stark an die Antisovietpropaganda zu Zeiten des kalten Krieges. Alles oft sehr kalt. Mit Panzern und marschierenden Roten. Was uns den Eindruck von militanter Herrschaftswillkür vermitteln soll.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Ist das Wort, die Botschaft einer Person automatisch schlecht und falsch weil diese Person es vielleicht ist?


Das nicht. Aber es geht ja auch primär um die Unterstützung solcher Personen. Es ist absurd gegen heftige Kommunistenregime zu wettern, während man als Alternativsmodel eine viel härtere theokratische Diktatur anpreist.

Die gleichen Menschen würden aluthals aufschrein wenn in einem westlichem Land ein Katholisches Herrschaftssystem gefördert werden würde. Leicht paradox. Das was wir über das alte Tibet wissen, an Berichts und Bildmaterial usw. haben, ist eine eingefrorene Zeitkapsel, welche uns vor Augen führt worunter unsere Vorfahren so alles gelitten haben.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Kann es in dieser Wirklichkeit ein Ding oder eine Person geben die/das nur gut oder nur schlecht ist?


Nein Tiro ^^
Natürlich nicht.

Ich bin kein wirklicher Fan von Golder. Generell bin ich kein Fan von diesen ganzen Hopsern der Giordano Bruno Stiftung (allerdings ein großer von Giordano Bruno). Jedoch ist sein Vortrag nicht Inhaltsleer und regt zum nachdenken an.

Ich selber behaupte auch nicht das der Lama ein per se schlechter Mensch ist. Jedoch denke ich auch das sein politisches Denken in dieser Welt untragbar ist. Auch in keinster Weise von keinem gefördert werden sollte.
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