Neues Kindergebetbuch aus dem Esslemont Verlag


Zitat:
Merkst dus was? Jede hervorgebrachte gute Eigenschaft wird der übergeordneten Macht zugeschrieben, jede schlechte Eigenschaft dem Menschen. Diese Zuordnungen findest du in fast allen Religionen, insbesondere in den monotheistischen.


Lieber Pjotr,

ja genau so sehe ich das. Es stimmt, dass dies in allen Religionen betont wird.

Zitat:
Im Menschen sind zwei Naturen: seine geistige oder höhere und seine materielle oder niedere Natur. ln der einen nähert er sich Gott, wogegen er in der anderen nur der Welt lebt. Von beiden Naturen finden sich im Menschen Zeichen.

In seiner materiellen Art bringt er Lüge, Grausamkeit und Ungerechtigkeit zum Ausdruck, die alle seiner niederen Natur entspringen.

Die Eigenschaften seiner göttlichen Natur erscheinen als Liebe, Erbarmen,
Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit, und sie sind eine wie die andere Ausdruck seines höheren Wesens. Alles gute Gebaren, jeder edle Zug, gehört der geistigen Natur des Menschen an, wogegen alle seine Unzulänglichkeiten und bösen Taten aus seiner materiellen Wesensart heraus geboten werden.

Überwiegt bei einem Menschen die göttliche Natur gegenüber der menschlichen, so haben wir einen Heiligen. Abdu'l-Baha


Das Ziel der Religion ist, dass der Mensch sich seiner göttlichen Natur bewusst wird und dass diese in seinem Leben überwiegt. Das bedeutet nicht, dass die niedere Natur unterdrückt werden soll, aber die andere soll überwiegen. Das ist das einfache Ziel der Religion.

Schöne Grüße,
Deas
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
Hallo Deas,
Zitat:
Das Ziel der Religion ist, dass der Mensch sich seiner göttlichen Natur bewusst wird und dass diese in seinem Leben überwiegt.


Da ich nicht davon ausgehe, dass der Mensch "zweigeteilt" ist, sondern "ganzheitlich" betrachtet werden muss, kann ich mich mit einer solchen Aussage nicht anfreunden. Der Mensch allein kann und muss Verantwortung übernehmen, ob er dies dann religiös begründet oder nicht ist eigentlich zweitrangig, solange keine fehlerhaften Aussagen vertreten werden.

Sinngemäss gilt dies auch für die Erziehung von Kindern.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Zitat:
Da ich nicht davon ausgehe, dass der Mensch "zweigeteilt" ist, sondern "ganzheitlich" betrachtet werden muss, kann ich mich mit einer solchen Aussage nicht anfreunden.


Der Mensch hat aber eine tierische (Körper) und eine geistige Seite (Vernunft, Geist etc.). In der Sozialwissenschaften spricht man von Sozialisation, wenn die zweite Seite das Leben prägt.

Eine ganzheitliche Betrachtung bedeutet beide Seiten zu berücksichtigen. So muss sich ein Mensch sowohl körperlich, als auch geistig wohl fühlen um gesund zu sein.

Das ist Grundlage der Medizin, der Psychologie oder jeder therapeutischen Ausbildung.

So sagt Deas richtigerweise, dass gerade die Religion den Menschen bewusst macht, das da eben noch mehr ist, als nur Körper und Eigentrieb.
Zitat:
So sagt Deas richtigerweise, dass gerade die Religion den Menschen bewusst macht, das da eben noch mehr ist, als nur Körper und Eigentrieb.


Das es einen Geist, eine Geistige Seite, gibt macht die Philosophie genauso gut klar. Diese braucht dazu aber nicht zwingend einen Gott oder eine Intelligenz innerhalb des universalen Design. Nicht einmal in der Metaphysik wird etwas als derart gesichert vorausgesetzt wie es die monotheistischen Religionen tun. Und ich finde das man sich hier ernsthaft mit der Frage befassen muß ob allzu schnelle und /schein-)starke Sicherheit nicht viel mehr Denkfaulheit oder Einfallslosigkeit kaschiert als sichere Antworten serviert.
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Zitat:
So sagt Deas richtigerweise, dass gerade die Religion den Menschen bewusst macht, das da eben noch mehr ist, als nur Körper und Eigentrieb.


Das es einen Geist, eine Geistige Seite, gibt macht die Philosophie genauso gut klar. Diese braucht dazu aber nicht zwingend einen Gott oder eine Intelligenz innerhalb des universalen Design. Nicht einmal in der Metaphysik wird etwas als derart gesichert vorausgesetzt wie es die monotheistischen Religionen tun. Und ich finde das man sich hier ernsthaft mit der Frage befassen muß ob allzu schnelle und /schein-)starke Sicherheit nicht viel mehr Denkfaulheit oder Einfallslosigkeit kaschiert als sichere Antworten serviert.


Nun, bevor ich religiös wurde beschäftigte ich mich intensiv mit Philosophie. Besonders Aristoteles, Karl Marx und Sokrates. Wirklich befriedigen konnten diese mich jedoch nicht. Seltsamerweise gestehen wir "Monotheisten" den Philosophen genau den Platz zu, in welchem du diese gerne sehen würdest. Da gibt es absolut keine Dissenz. Ich würde mich freuen wenn mein Kind sich später mal mit Philosophischen Größen beschäftigen würde. Ich denke der Kern liegt bei dir wo anders. Du hast prinzipiell eine Abneigung gegenüber Monotheistische Religionen. Warum gestehst du den Menschen nicht zu das sie eben diese besagte Abneigung nicht haben müssen?

Ich denke du steckst in dieses einfache Kinderbuch zu viel Emotion rein. Viele Kinder wachsen innerhalb Religiöser Familien auf und werden später trotzdem Atheisten. Es geht doch hierbei nicht um Brainwash. Sondern um das Vermitteln von Geistigkeit und Ethik.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Was erstaunt dich an dem "hellen" Gefühl? Jeder mit dem ich mich bisher ausgetauscht habe, unabhängig von Alter, Glaube, Herkunft.. hatte dieses Gefühl wenn er half. Du selbst gestehst ja hier auch ein das Du dich freust wenn Du helfen kannst/helfen konntest.

@Tiro
Ich freue mich, weil es dem betreffenden Menschen jetzt besser geht, nicht deswegen, weil ich helfen konnte. Ich helfe fast lieber anonym, wenn das möglich ist.
Aber für dieses Thema sollten wir einen anderen Faden aufmachen.

Liebe Grüße,
Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Grubi hat folgendes geschrieben:
Was ist denn dann deine Motivation, wenn nicht die Freude jemandem geholfen zu haben und anschliessend festzustellen dass es zu einer befriedigenden Situation für beide Seiten gekommen ist?

@Grubi
Sie meine Antwort an Tiro.
Oft versucht man auch zu helfen ohne Erfolg. Wie ist dann Dein Gefühl?
LG,
Minou
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Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Was erstaunt dich an dem "hellen" Gefühl? Jeder mit dem ich mich bisher ausgetauscht habe, unabhängig von Alter, Glaube, Herkunft.. hatte dieses Gefühl wenn er half. Du selbst gestehst ja hier auch ein das Du dich freust wenn Du helfen kannst/helfen konntest.

@Tiro
Ich freue mich, weil es dem betreffenden Menschen jetzt besser geht, nicht deswegen, weil ich helfen konnte. Ich helfe fast lieber anonym, wenn das möglich ist.
Aber für dieses Thema sollten wir einen anderen Faden aufmachen.

Liebe Grüße,
Minou


Liebe Minou,

Selbst wenn Du anonym hilfst, z.B. durch eine Spende, bleibt das gute Gefühl das Du in dir verspürst Tatsache. Um das zu ändern müßte die Anonymität deine eigene Person mit einschliessen, soll heißen Du selbst dürftest nicht wissen das Du geholfen hast. Das ist ja eben die Crux an der Geschichte. Aber Du hast Recht, das sollten wir bei Zeiten in einem eigenen Faden diskutieren.

Hallo Pommes,

Ich habe durchaus kein Problem mit den Monotheistischen Religionen per Se. Ich habe auch keine objektive Abneigung gegen eine dieser Religionen. Subjektiv gesehen jedoch, also nur für mich selbst und meinen Weg betreffend, lehne ich jede monotheistische Religion ab. Wäre dem anders wäre ich wohl noch Christ.

Was ich aber subjektiv wie objektiv ablehne und wem ich mich entgegenstelle ist Manipulation, Freiheitsbeschränkung und Fremdlenkung unschuldiger Menschen, insbesondere wenn es sich um Kinder handelt.

Einem Kind die Religionen, den Atheismus und die wissenschaftlich/philosophischen Ebenen vorstellen und als Wahlmöglichkeiten präsentieren, kein Einwand von meiner Seite. Ein Kind dogmatisch in eine bestimmte Richtung schieben und mit lustigen bunten Kinderbüchern manipulieren, da schaue ich nicht ohne Einwände zu.

Wenn Du oder andere meinen mir deshalb eine Feindschaft gegenüber bestimmten Religionen vorwerfen zu müssen, so nehme ich das in Kauf.

LG Tiro
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(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Hm.. war das in "deinem Sinne"? Über diese Variante als negative Folge von "zu früher religiösität" haben wir hier noch gar nicht gesprochen. Vielleicht schneiden wir uns als Gläubige (egal welcher Religion) ins eigene Fleisch wenn wir unseren Nachwuchs zu schnell und früh oder reichlich in unsere Lehren einführen? Vielöleicht werden Kinder dann erst Recht von der Religion der Eöltern abgestossen oder von Religionen generell... höchst interessant.


Lieber Tiro,

in meinem Sinne war es immer, dass meine Kinder selbstständige aufrechte verantwortungsbewusste Menschen werden mit der Fähigkeit selbst zu urteilen und auch im spirituellen Bereich ihren Weg zu finden. Das ist uns als Eltern Gott sei Dank gelungen. Wir hatten nie ein Problem mit ihrer religiösen Entscheidung. Auch unsere Baha'i-Freunde akzeptieren das.

Liebe Grüße von Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Zitat:
Ein Kind dogmatisch in eine bestimmte Richtung schieben und mit lustigen bunten Kinderbüchern manipulieren, da schaue ich nicht ohne Einwände zu.


Ein Kind in einer Bahá'i-Familie wird zwangsläufig mit Werten wie Liebe, Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Liebe und Respekt zu Eltern, Liebe zu Mitmenschen (egal ob religiös oder nicht) erzogen. Natürlich erfährt er auch etwas aus dieser Quelle.

Gleichzeitig hab ich z.B. als Kind den evangelischen Religionsunterricht der Schule besucht und war mit Freunden auch des öfteren in einer Moschee. In meinem Freundeskreis waren alle Religionen vertreten, meine Eltern haben immer darauf Wert gelegt, dass ich selbständig mir meine Meinung bilde.

Ich muss sagen, dass ich ihnen unendlich dankbar bin, dass sie mich auch Inhalte des Bahá'i-Glaubens gelehrt haben. Dadurch konnte ich wirklich vergleichen, verschiedene Lebenskonzepte mir anschauen und so zu einem glücklichen und zufriedenen Menschen werden.

Hätten Sie deine Argumentation gefolgt und jeglichen potentiell "dogmatisch-angehauchten" Inhalt verwehrt, dann wäre mein Leben subjektiv nicht so erfreulich verlaufen.

Zitat:
Wenn Du oder andere meinen mir deshalb eine Feindschaft gegenüber bestimmten Religionen vorwerfen zu müssen, so nehme ich das in Kauf.


Feindschaft nicht direkt, aber ich kenne eben die Bahá'i-Erziehung und deine Befürchtungen haben mit der Realität eben nicht viel zu tun. Unsere Schuldezernentin will unbedingt das Konzept der Bahá'i-Kinderklassen hier für die Schulen implementieren und ist in Gesprächen mit dem Bürgermeister. Ich will da nicht ins Detail gehen, aber man muss sich wirklich in Theorie und Praxis damit über einen längeren Zeitraum auseinandersetzen, sonst urteilt man in der Regel nach seinem eigenen Verständnis und trifft die Wirklichkeit einfach nicht.

Deshalb lade ich jeden ein, sich wirklich sukzessive mit dem Konzept der Bahá'i-Kindererziehung auseinanderzusetzen und es auch praktisch zu analysieren. Dann ist das Urteil über solche Kinderbücher eben fundiert und nicht einfach dem eigenen Weltbild unterworfen.