Ich verkrafte meinen Alptraum nicht...


Hallo an alle Mitglieder,

ich habe vor ein paar Nächten etwas so Schreckliches geträumt, wo ich einfach nicht mit fertig werde. Ich hatte in der Zwischenzeit schon wieder eine Therapiestunde gehabt, aber selbst da, war ich nicht in der Lage, darüber zu sprechen. Aber aufgeschrieben habe ich ihn:
Ich hoffe, er ist nicht zu lang...

Auf einer Veranstaltung waren einige Stände aufgebaut, wo es Dinge zu kaufen und als Werbeprodukte gab. Ich kam mit ein paar Bekannten gerade aus der Schule, und da wir neugierig waren, schauten wir uns dort etwas um. Da sah ich, dass auf einem Platz eine Reihe lauter bunter Plüschbären in allen Farben aufgereiht waren. Mir hatte es ein rotes angetan, und ich hob es auf und wollte es in meine Tasche stecken. Meine Freundin hatte ein grünes in der Hand, als eine andere Freundin sagte: Ey, sagt mal, seid ihr bescheuert, ihr könnt doch nicht einfach die Bärchen einstecken, die gehören euch nicht, da drüber steht die Polizei. Wenn die das sehen? Sie sagte, ich solle das Bärchen da sofort wieder hinstellen, aber ich hatte mich so sehr darin verliebt, ich wollte es nicht mehr abgeben.
Prompt kamen auch gleich zwei Polizisten auf uns zu und meine Freundin bekam schon die Krise und verdrehte die Augen. Sie hatte es doch gleich gesagt.
Ich wurde auch gleich ziemlich derb von den Polizisten niedergemacht, was mir einfiele, und ich war sehr erschrocken und eingeschüchtert, ich hatte mir nichts Böses dabei gedacht. Als ich etwas sagen wollte, griff der Polizist mir brutal ins Gesicht, und sagte, ich solle ja aufpassen, was ich sage und ja vorsichtig sein.
Wir fuhren zur Wache.
Dort wurde ich in einen Raum geführt, wo nur ein Polizist saß.
Es war ganz komisch.
Er nahm keine Personalien auf oder so was, sondern sagte mir gleich:
Eine Anzeige oder Verhandlung wäre nicht das Richtige, ich wäre wohl vom "Rechten Weg" abgekommen und das Böse hätte von mir Besitz ergriffen. Er fragte mich, ob ich es wollen würde, dass nach meinem Tod alle meine Sünden bestraft würden? Ich bekam Panik.
Er erklärte mir, dass er mir die Möglichkeit zur Buße geben wollte, und ich in meiner Angst war bereit, jede Strafe anzunehmen.
Ich musste mich bis auf meine Shorts ausziehen und wurde über eine Platte gelegt und mit weißen Riemen, wie man sie von den psychiatrischen Kliniken kennt, dort festgeschnallt. Der Mann fing an, mich mit einem dicken Stock im Schulter- und Rückenbereich zu schlagen. Es waren sehr starke Schläge, die extreme Schmerzen verursachten. Ich habe in meiner Angst an die Fesseln gezerrt und jeder Schlag wurde mit der Belehrung des Mannes begleitet, der mir immer wieder meine "Schuld" vorhielt. Ich wäre ein schlechter Mensch, und ich solle ihm dankbar sein, die Change zur Buße zu bekommen. Vor Schmerz und Angst übermannt jedoch nahm ich seine Worte nur halbwegs wahr.
Ich wusste nicht, dass mir das Schlimmste noch bevorstand.
Nachdem er aufgehört hatte, mich zu schlagen, schmerzte mein ganzer Körper bereits und mein Körper war angespannt und mein Gesicht schmerzverzerrt. Ich versuchte, ruhig zu atmen. Ich hörte hinter mir Schritte und eine kurze Zeit passierte nichts. Man band mich aber auch nicht los. Ich bemerkte, dass der Mann ein "Gerät" holte, dass ich aber nicht kannte und ich wieder Angst bekam, weil ich nicht wusste was es ist, und was jetzt geschieht.
Er erklärte mir, dass dies ein Elektroschockgerät sei und dies zur Unterbindung und Behandlung von unerwünschten Verhaltensmustern, wie Diebstahl, Unangepasstheit, Zwänge, Unmoral, provokantes Verhalten, Autismus, usw eingesetzt würde, eben alles, was auf mich zutrifft.
Die Behandlung muss höllisch schmerzhaft gewesen sein, ich habe generell Panik vor Strom, sogar vor Steckdosen. Ich weiß nur, dass ich während der gesamten Prozedur in einem fort panisch geschrien habe, an den Fesseln gerissen und mein Körper hat die ganze Zeit über hemmungslos gezuckt. Ich wurde dann zusätzlich noch von einer weiteren Person mit einem weiteren Gerät "behandelt". Diese Stromschläge waren so stark, dass ich glaubte, innerlich zu verbrennen.
Irgendwann war der Spuk vorbei. Ich wurde losgebunden.
"Steh auf"! herrschte man mich an. Ich war nicht fähig, mich zu bewegen. "Steh auf!" herrschte man mich lauter und barscher an. Als ich mich auch jetzt nicht bewegte, riss man mich unsanft hoch und stellte mich auf die Beine. Meine Beine hielten mich nicht, mein Körper war taub und fühlte sich wie gelähmt an. Ich sackte zusammen. Der Mann hinter mir fing mich auf. Da ich mich nicht halten konnte, trug man mich auf eine Liege und schnallte mich darauf fest. Die Liege wurde aus dem Raum gefahren, es war wie eine "Krankenhausliege".
Ich kam in einen stark abgedunkelten Raum, nur ein schwacher Lichtstrahl fiel noch hinein, und ein leiser Ventilator drehte sich und summte da oben an der Decke. Die Leute gingen hinaus und ließen mich alleine.
Meine Augen fixierten die Decke. Ich nahm das leise Summen wahr, doch in meinem Kopf herrschten ein dumpfer Druck und eine große Leere. Nicht ein Wort oder ein Gedanke ging mir durch den Kopf. Mein Körper fühlte sich völlig taub an, ich fühlte keinen Schmerz mehr. Ich war wie gelähmt.
Ich starrte an die Decke an den sich pausenlos drehenden und summenden Ventilator. Dann wurde alles schwarz um mich herum...

Ich habe diese Bilder so realistisch in meinem Kopf, als wäre dies wirklich geschehen. Ich spüre noch immer meine Angst, meine Schmerzen, meine Hilflosigkeit. Ich höre die Stimmen noch in meinem Kopf und sehe die Räume noch alle vor mir...

Ich weiß nicht, was der Traum bedeutet, oder wie ich damit umgehen soll!

Liebe Grüße an alle,

die Seerose!
Liebe Seerose,

viele Menschen meinen Träume hätten höhere eine Bedeutung, wissenschaftlich gesehen ist man da tendenziell anderer Meinung. Im Schlaf arbeitet das Gehirn, es verarbeitet z.B. den ganzen letzten Tag, speichert Erinnerungen, geht Verhaltensmuster nochmal durch... und dabei entstehen nunmal Träume. Ist erstmal also kein Grund zur Beunruhigung.
Zitat:
Im Schlaf arbeitet das Gehirn, es verarbeitet z.B. den ganzen letzten Tag, speichert Erinnerungen, geht Verhaltensmuster nochmal durch...

Hallo Seerose, ich denke schon, dass es so ist wie Yogi oben geschrieben hat. In der Nacht gibt es einiges zu verarbeiten und das ist gut so.

Allerdings glaube ich auch, dass unsere Träume sehr viel mit uns selbst und unserem Denken zu tun haben. Aus einem anderen Thread von Dir weiß ich, dass Strafe bei Dir ein großes Thema ist. Ich denke, da kannst Du ansetzen. Du glaubst Strafe heißt, dass man Dir (oder Du dir selbst) Schmerzen zufügen muss/musst.

Ich selbst verstehe unter Strafe etwas anderes. Strafe ist für mich die logische Konsequenz meines Handelns. Wenn mir meine Mutter als Kind sagte, dass ich eine Jacke mitnehmen soll weil es abends kalt wird und ich gehorche nicht, dann heißt für mich Strafe nicht, dass mich meine Mutter schlägt, sondern dass ich mich erkälte.

Wenn die Mutter einem Kind sagt es solle nicht so viele Schokolade auf einmal essen und das Kind tut es trotzdem, dann ist die Strafe dafür, dass es Bauchschmerzen bekommt. Strafe heißt für mich also nicht Züchtigung, sondern logische Konsequenz.

Wenn ich die Bremsen wider besseres Wissen an meinem Auto nicht reparieren lasse, dann ist die Strafe dafür evtl. dass ich einen Unfall verursache.

Dieses "Böses tun" und dafür gezüchtigt werden gehört für mich zum Denken der Vergangenheit.

Wenn ich jemanden bestehle, dann ist die Strafe dafür, dass man mir nicht mehr vertrauen kann und natürlich werde ich vom Gesetz dafür zur Rechenschaft gezogen.

Aber natürlich muss ich mich bemühen, den anderen nicht mehr zu bestehlen. Ein Mensch kann sich ändern. Der Mensch ist ein Entscheidungen treffendes Wesen und entscheidet sich dafür was er tut oder nicht tut. Wenn er krank ist und das nicht kann muss er sich fachliche Hilfe holen.

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist solche Sachen wie diesen Traum mit Deinem Therapeuten zu besprechen.

Und Viele von uns haben in der Kindheit ganz falsche Vorstellungen von Strafe vermittelt bekommen. Zu denen gehöre auch ich.

Schuldgefühle nutzen übrigens niemandem etwas, weder mir, dem "Schuldigen" noch denen, denen ich evtl. "Schaden" zugefügt habe.

Ich reflektiere täglich über mein Verhalten und wenn ich erkenne, das war evtl. nicht ok, dann bemühe ich mich es nächstes Mal besser zu machen.

Also reflektieren, nochmal ohne Schuldgefühle drüber nachdenken und mich bemühen es besser zu machen.
Und bis heute ist noch immer kein Meister vom Himmel gefallen. Meistens geht alles mit kleinen Schritten voran.

Wünsch Dir alles Gute!

Liebe Grüße
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Ich denke mal, dass du dein Inneres erforschen sollst und prüfen, inwieweit du gewisssenhaft handelst. Wenn du nicht mit Absicht dich unrecht verhältst, meine ich, musst du nichts befürchten.
Seerose30 hat folgendes geschrieben:
Da sah ich, dass auf einem Platz eine Reihe lauter bunter Plüschbären in allen Farben aufgereiht waren. Mir hatte es ein rotes angetan, und ich hob es auf und wollte es in meine Tasche stecken. Meine Freundin hatte ein grünes in der Hand, als eine andere Freundin sagte: Ey, sagt mal, seid ihr bescheuert, ihr könnt doch nicht einfach die Bärchen einstecken, die gehören euch nicht, da drüber steht die Polizei. Wenn die das sehen? Sie sagte, ich solle das Bärchen da sofort wieder hinstellen, aber ich hatte mich so sehr darin verliebt, ich wollte es nicht mehr abgeben.
Prompt kamen auch gleich zwei Polizisten auf uns zu und meine Freundin bekam schon die Krise und verdrehte die Augen. Sie hatte es doch gleich gesagt.
Ich wurde auch gleich ziemlich derb von den Polizisten niedergemacht, was mir einfiele, und ich war sehr erschrocken und eingeschüchtert, ich hatte mir nichts Böses dabei gedacht. Als ich etwas sagen wollte, griff der Polizist mir brutal ins Gesicht, und sagte, ich solle ja aufpassen, was ich sage und ja vorsichtig sein.


Hallo Seerose,

ich interpretiere hier jetzt einfach aufs gerate wohl drauf los, und deswegen sag ich schon im Vorfeld, dass ich damit selbstverständlich nicht meine, irgend etwas zu wissen. Vielmehr reflektiere ich dir meine Gedanken und Assoziationen auf deinen Traum.

Also mir fällt hier auf, dass dein Handeln dem eines unschuldigen Kindes gleicht. Ich weiß jetzt nicht so gut, in welchen Altersstufen was fällig ist, aber - auch wenn du in deinem Traum Schülerin warst - spiegelt dein Handeln ein jüngeres Alter wieder, wo ein Kind nichts von unrecht weiß, und halt nach dem greift, was es haben will.

Und dir zur Seite gestellt waren einerseits die Stimmen "Folge deinem Herzen" (Die Freundin, die sich auch ein Bärchen ausgesucht hat) und andererseits die Stimme, die dich vor Schaden bewahren will. - Das einerseits und andererseits, das uns im Wachleben zum abwägen unserer Entscheidungen zur Verfügung steht in deinem Traum ausgelagert in die beiden Stimmen. Ich stelle mir vor, dass du auf diesem Weg dein eigenes Selbst besser wahrnehmen konntest, weil es in dem Traum nicht um die Angst vor Strafe ging, sondern um dein Bedürfnis nach so einem kuschligen kleinen Etwas zum herzen und lieb-haben.

Dann ist der Kontrast von deiner kindlichen Freude an etwas Schönem zu einer perversen Folter, wo sich eine Instanz, der du doch eigentlich schutzbefohlen bist, ungebremst und ungezügelt an dir abreagiert, dass es selbst lange nach dem Traum noch so präsent ist..

Aber ich glaube, du solltest dir den Traumanfang noch einmal vor Augen führen, und dir einmal die Phantasie gönnen, dass du dieses Bärchen aber haben darfst. Vielleicht ist da der Händler am Stand, dem deine Begeisterung so gut gefällt, und der dir das Bärchen schenkt. Vielleicht Sieht er auch die Polizisten, und macht deswegen ganz deutlich, was für eine große Freude es ihm ist, dir dieses Bärchen überreichen zu dürfen, weil DU jemand ganz besonderes bist!
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Wir lehren, was wir lernen müssen, und wir lehren es wieder und wieder, bis wir es gelernt haben. (Sraseth)
Hast Du schön ausgedrückt, Sternenkind.
Ich kann das auch so sehen.
Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Hallo liebe Forenmitglieder,

es tut mir sehr leid, dass ich Euch nicht geantwortet habe, sorry, ich hatte meinen zweiten Post ganz vergessen. Entschuldigt bitte, aber ich bin ziemlich verwirrt momentan, mir ist so viel durch den Kopf geschwirrt, ich weiß garnicht mehr, was ich alles geschrieben habe und was nicht...

Ja, ich selbst verstehe unter "Strafe" Schmerzen zufügen. Ich war ganz überrascht, als Du, linde, sagtest, was Du unter "Strafe" verstehst. Ich wäre nie darauf gekommen, dass Strafe einfach eine logische Konsequenz ist aus meinem Handeln. Für mich gibt es immer zwei Seiten:

Habe ich was gut gemacht, wird es belohnt,
habe ich was falsch oder Schlechtes gemacht, wird es bestraft.

So habe ich dies auch bei mir selbst immer gehandhabt

Z. B. wenn ich eine gute Woche hatte, also in der Schule gut war oder eine gute Klausur geschrieben habe, habe ich mich dafür "belohnt" z. B. mit einer neuen CD, oder meinen Lieblingspralinen, die ich dann z. B. am Freitag abend, wenn das Wochenende begann, vor dem Fernseher bei meinem Lieblingsfilm gegessen habe. Oder Samstags bin ich dann in meinem Lieblingspark spazieren gegangen, und habe die Natur genossen und mir vielleicht hinterher in der Stadt etwas schönes gekauft oder ein leckeres Eis gegönnt.
Das war dann mein verdienter Lohn für meine gute Woche, meine gute Note und gute Leistung.

War die Woche schlecht, oder habe ich versagt, z. B. vergessen, meine Aufgaben zu machen, meine Medikamenten vergessen zu nehmen, oder eine schlechte Note geschrieben, gab es dann eben eine Strafe, die z. B. darin bestehen konnte, dass ich mich selbst verl....zt habe, wenn ich total von mir selbst enttäuscht war, eben als körperliche Züchtigung, und die Schmerzen mich daran erinnern sollten, es beim nächsten mal ja besser zu machen. Oder aber es gab keine Pralinen oder ich bin nicht spazieren gegangen, sondern habe mich zuhause gelangweilt und mir selbstvorwürfe gemacht, ich habe mir dann praktisch selbst eine Standpauke gehalten, weil ich von mir selbst so massiev enttäuscht war.

Dann ging es mir mit dieser Erkenntnis ziemlich schlecht, und ich sagte mir dann, anders hast du es auch nicht verdient. Wenn es extrem war, wie bei den Selbstverl..., und ich richtig sauer auf mich war, ging es mir danach meistens sehr schlecht, und ich habe richtig geheult, eben wie ein Kind, dass geschlagen wurde. Meistens verging meine Wut auf mich selbst dann nach einiger Zeit, ich wurde ruhiger, und bin ohne weiteres meinem eigentichen Tagesablauf gefolgt, ohne darüber nachzudenken.

Ich weiß, es klingt bestimmt verrückt, aber ich weiß nicht, wie ich mir anders helfen soll, und wie ich es mir auch anders begreiflich machen soll.
Ich weiß ja selbst, dass ich sehr engstirnig und auch sehr altmodisch denke, aber ich weiß es nicht besser. Ich wurde nie bestraft, und habe nie Konsequenz erfahren. Ich weiß oft nicht, was ok ist und was nicht, ich erkenne es eher an den Reaktionen der Menschen, und dann merke ich meistens, sie sind sauer, aber oft verstehe ich auch nicht, warum.

Sind meine Ansichten denn falsch oder komisch oder irgentwie nicht nachzuvollziehen? Sagt es mir bitte ehrlich und auch, was ich anders oder besser machen kann, und wie ich mich verhalten kann. Es klingt vielleicht dumm, aber ich weiß und verstehe es nicht anders.

Ich danke Euch nochmals für Euer Verständnis, ich glaub, mit mir muss man viel Geduld haben, oder?
Tja, ich wünschte, mein Teich wäre mal wieder so klar, dass ich den Boden sehen könnte. Aber die Trübe des Wassers scheint mir die Sicht auf das Wesentliche zu vernebeln....
Sternen, ich möchte noch mal ganz besonders auf Deinen Beitrag eingehen, denn dieser hat mich sehr berührt. Entschuldige, dass ich hier alles etwas überlesen und übersehen habe, aber dies ist halt mein Problem, ich bekomme nicht immer alles mit.

Ich fand Deinen Beitrag sehr schön ausgedrückt, genau treffend, die kindliche Freude, die ich auch heute in meinem Alter von 30 Jahren noch sehr häufig spüre, weil ich mich oft noch fühle, wie ein Kind, wenn ich z. B. Kuscheltiere sehe, oder mich über meine Feensammlung freue, ...
Ich empfinde sehr oft kindliche Freude, was mir dann oft dadurch zunichte gemacht wird, wenn man mich dann behandelt, wie ein Erwachsener, dem das missbilligt wird, wenn er sich kindlich verhält oder sich über seine Feensammlung oder einem schönen Stofftier freut...
Ich habe oft kindliche Wünsche und Sehnsüchte und bin sehr sensibel und einfühlsam. Ich brauche meine friedliche heile Welt, eine heile Kinderwelt, ich habe so viel Gewalt als Kind und Jugendliche erlebt... im Kindergarten, in der Schule, von Schülern und Lehrern oder Kindergärtnerinnen gleichermaßen...
Zuhause war ich sehr behütet und bin mit übermäßiger Liebe behandelt worden...
In der Schule oder vorher im Kindergarten war genau das Gegenteil der Fall, dort war verbale und körperliche Gewalt für mich an der Tagesordnung...
Dann sprachs du die beiden Stimmen an, die Stimme meines Herzens, und die moralische Stimme der Freundin, und auch die perverse Handlung des Polizisten...
Ich denke, da liegt der Kern der Sache...
Ich selbst handele, weil ich eben "anders" bin, oft nach meinem Gefühl, wie ein Kind, dass sich nichts Böses dabei denkt. Die Außenwelt aber sieht in mir den erwachsenen Menschen, und glaubt, meine Absicht wäre "Böse". Und wenn mir dieses dann vermittelt wird, fühle ich mich schuldig...
Ich kann immer nur sagen, wie dankbar ich Euch für Euer Verständnis bin, und dass ihr Euch so sehr um mich bemüht...
Ich wünschte, ich könnte auch mehr zu den anderen Themen schreiben, aber momentan ist mein Kopf so blockiert...
Aber ich bleibe Euch noch erhalten, und hoffe, auch mal für jemanden von Euch einen hilfreichen Tipp zu haben...

Liebe Grüße an Euch alle,

eure verrückte Seerose!
Hallo Seerose

Seerose30 hat folgendes geschrieben:
Z. B. wenn ich eine gute Woche hatte, also in der Schule gut war oder eine gute Klausur geschrieben habe, habe ich mich dafür "belohnt" z. B. mit einer neuen CD, oder meinen Lieblingspralinen, die ich dann z. B. am Freitag abend, wenn das Wochenende begann, vor dem Fernseher bei meinem Lieblingsfilm gegessen habe. Oder Samstags bin ich dann in meinem Lieblingspark spazieren gegangen, und habe die Natur genossen und mir vielleicht hinterher in der Stadt etwas schönes gekauft oder ein leckeres Eis gegönnt.
Das war dann mein verdienter Lohn für meine gute Woche, meine gute Note und gute Leistung.

War die Woche schlecht, oder habe ich versagt, z. B. vergessen, meine Aufgaben zu machen, meine Medikamenten vergessen zu nehmen, oder eine schlechte Note geschrieben, gab es dann eben eine Strafe, die z. B. darin bestehen konnte, dass ich mich selbst verl....zt habe, wenn ich total von mir selbst enttäuscht war, eben als körperliche Züchtigung, und die Schmerzen mich daran erinnern sollten, es beim nächsten mal ja besser zu machen. Oder aber es gab keine Pralinen oder ich bin nicht spazieren gegangen, sondern habe mich zuhause gelangweilt und mir selbstvorwürfe gemacht, ich habe mir dann praktisch selbst eine Standpauke gehalten, weil ich von mir selbst so massiev enttäuscht war.


Mir scheint es so, als wäre dein persönliches "Belohnungszentrum" in Schieflage geraten.

Es ist im Prinzip so, dass du die Konsequenzen aus deinem Handeln nicht extra als "Ritual" in Form von Belohnungen oder Bestrafungen tragen solltest.

Die Konsequenz aus nicht genügend gelernt zu haben ist "schlechte Noten"
Die Konsequens aus dem Nichteinehmen von wichtigen Medikamenten, können sich gesundheitlich bemerkbar machen.
Es spricht nichts dagegen dass du dir selbst etwas gutes tust und dir etwas gönnst um deiner Freude Ausdruck zu verleihen, das musst du aber nicht ausdrücklich an vorherigen Fleiss oder besondere Achtsamkeit koppeln.Du musst dich auch nicht ausdrücklich bestrafen wenn du eine Klausur versenkt hast, die Konsequenz ist bereits erledigt und liegt dir in Form von nicht so guten Noten vor, das reicht völlig als Leistungsbewertung aus, eine darüber hinausgehende Bestrafung macht keinen Sinn und schadet dir nur.

Es scheint als wärest du in diesem Kreislauf von Belohnung und Bestrafung gefangen, ich kann dir nur empfehlen aus dem selbst gewählten "System" auszusteigen, es funktioniert so nicht.

Alles was du tust hat Konsequenzen ohne dass du diese besonders hervorheben musst.
Du wirst lernen müssen, diese Konsequenzen langfristig anders einzuschätzen und zu bewerten...

Gruss Grubi
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
O man, was sind das hier für tolle Tipps und tolle Leute hier.
Also was Grubi geschrieben hat, möchte ich auch nochmal ganz doll unterstreichen.
Häng es Dir übers Bett. (lach)
Ich hatte weiter oben ja auch schon mal sowas in der Richtung angedeutet.

Vielleicht kannst Du Dich auch mal belohnen wenn Dir etwas nicht so gut gelungen ist, oder besser gesagt Dich selbst ermutigen. Du könntest Dir sagen, dass Du ein wertvoller Mensch bist, dass Du wie wir alle nicht ständig alles richtig machen kannst und Dir vielleicht grade dann einen schönen Spaziergang oder anderes gönnen.
Vergiss nie, dass Du, wie wir alle, ein edles Wesen bist.
Alles Liebe Linde