Sexuelle Neigung


Hallo seachz,

es ist sehr verantwortungsbewusst, dass du deine sexuelle Neigung als problematisch erkannt hast und deswegen in Therapie gehst. Respekt.

Natürlich bist du auf der anderen Seite ein Mensch, vielleicht sogar ein sehr netter, über dessen Freundschaft man sich freuen dürfte.

yogi schrieb
Zitat:
Das ist leider kein kleines "nur". Für die Menschen bist du mit so einer Neigung eine Bedrohung und zwar für den schutzlosesten Part in ihrem Leben. Das ist nicht zu unterschätzen. Gerade weil es sich um einen Trieb handelt und die haben generell das Potential sich über alles hinwegzusetzen.


Dies ist auch meine Meinung.
Es ist vermutlich sehr schwer für dich, zu akzeptieren, dass alle Menschen, die deine Neigung nicht teilen, sie auch niemals als gerechtfertig anerkennen werden. Vielleicht ist das der Knackpunkt: Zu akzeptieren, dass deine Neigung keine Anerkennung finden kann.
Die Angst um Wohlergegen und Leben unserer Kinder steht über allem Verständnis für die Empfindungen Pädophiler. Daher bin ich auch unbedingt der Meinung, dass Pädophile niemals mit Kindern arbeiten sollten, ganz egal was Therapeuten dazu sagen. Ich finde, der gesunde Menschenverstand sagt in diesem Fall mehr als die wohlwollenden Prognosen der Therapeuten für ihren Klienten.

Rikki schrieb:
Zitat:
Nun, ich muss gestehen, ich würde mich auch nicht trauen, meine Kinder mit dir allein zu lassen. Nur dass man in den meisten Fällen von der Neigung des Gegenübers nichts weiß, und daher die Kinder leider ohnehin nicht vor allem und jedem beschützen kann.
Ich weiß allerdings nicht, wie ich auf jemanden reagieren würde, der mir das direkt sagt. Ich habe die Hoffnung, dass ich dann sage: OK, Freundschaft unter uns Erwachsenen ist drin, aber wehe, du kommst meinen Kindern zu nahe.
Anstatt die Person zu verstoßen...


Dem schließe ich mich an.

Alles Gute
Helle
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Hermann Kern
Warum habe ich das Gefühl, dass seachz hier unterschwellig vorgeworfen wird, ein Vergewaltiger zu sein?
seachz81 hat folgendes geschrieben:
Ich habe zu dem Zeitpunkt damals zwar ein Ziel gehabt, aber das Falsche und bin nun im Prinzip wieder am Anfang und das nachzuholen ist schwierig.

Und gerade das letzte halbe Jahr hat mich ziemlich in meinen Gedanken durcheinandergewirbelt.

Ich habe schon noch ein paar Ideen und möchte da auch nicht aufgeben, aber es ist sehr schwierig im Computerbereich noch eine angemessene Tätigkeit zu finden.
Viele Bewerbungen verliefen sich im Sande oder waren Absagen.
Das schwächt nur noch mehr die Motivation.


Das mag ein Problem sein, aber das passiert auch anderen Menschen. Dann ist es eben schwierig sich neu zu orientieren. Wenn du etwas in deinem Leben ändern willst, muss du da durch.

Ich weiß nicht warum deine Bewerbungen gescheitert sind, vielleicht solltest du ein Bewerbungstraining machen oder eine Weiterbildung.

seachz81 hat folgendes geschrieben:
Verständlich und ich sehe das ein.
Es ist eben der Blick der die Gesellschaft hat.
Man sieht aber nicht das Gesamtbild.


Da muss ich auch nicht das Gesamtbild sehen. Analog dazu lässt man einen Alkoholiker auch nicht ein Flugzeug fliegen, auch wenn vielleicht eine tragische Geschichte hinter seinem Alkoholismus steckt.

seachz81 hat folgendes geschrieben:
Ich habe meinen Therapeuten erzählt, das ich ehrenamtlich mit Kindern arbeite.
Ich konnte dabei aber nur kurzzeitig ein Unmut erkennen, sie sind nicht gänzlich dagegen, solange ich mich von sexuellen Sachen distanzieren kann.


Ich würde das Thema mit dem Therapeuten mal intensiv durchsprechen.
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Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.
Sigmund Freud
@ luschn, das Gefühl habe ich nicht. Schließlich hat er ja nichts getan, im Gegenteil, er stellt sich seinem Problem sogar und hat sich in Therapie begeben.

Dennoch war ein offener Diskurs erbeten, und der findet hier statt. Bislang habe ich an der Form der Diskussion nichts zu bemängeln.
Eben, er hat ja nichts getan. Deswegen auch meine Aussage.

Ich bin heterosexuell. Hättest du Bedenken dich mit mir in einem Raum zusammenzusetzen, weil du eine Frau bist und dementsprechend einen sexuellen Übergriff meinerseits fürchten musst?

Nur weil man pädophil veranlagt ist, kann man trotzdem Recht von Unrecht unterscheiden ...
Da muss ich dir vollkommen recht geben, aber ein heterosexueller Mensch ist dazu in der Lage (üblicherweise zumindest) seine Sexualität in einem legalen Rahmen auszuleben, und hat daher womöglich weniger angestautes Lustpotential als ein pädophiler Mensch.

Ich gehe mal davon aus, dass du nie versucht warst, eine Frau zu vergewaltigen. Aber dich einer Frau anzunähern, sie zu umgarnen, oder mit ihr eine Beziehung eingehen wollen, ich nehme an, in der Lage warst auch du schon das ein oder andere mal.

Ein Pädophiler vergewaltigt ja üblicherweise ein Kind nicht einfach so. Er baut eine Beziehung auf, in deren Rahmen dann eben auch sexuelle Akte stattfinden (können).

Und ja, es gibt Männer, in deren Gegenwart ich mich unwohl fühle - nicht, weil sie potentielle Vergewaltiger sind, sondern weil sie "auf der Suche" sind, und in ihrem Werben oftmals zu weit gehen, zu aufdringlich werden, ... Das muss nicht mal was Sexuelles sein. Ganz zu schweigen davon, dass ich glücklich verheiratet bin.
Riki hat folgendes geschrieben:
Schließlich hat er ja nichts getan, ....


Ohne etwas zu unterstellen, dazu hat er weder was gesagt, noch hat jemand gefragt. (Es sei denn ich hätte was überlesen.)

luschn hat folgendes geschrieben:
Ich bin heterosexuell. Hättest du Bedenken dich mit mir in einem Raum zusammenzusetzen, weil du eine Frau bist und dementsprechend einen sexuellen Übergriff meinerseits fürchten musst?


Der Verglich hinkt. Vor allem besteht nicht so ein krasses Machtgefälle zwischen Täter und Opfer. Ein Pädophiler hat zudem nur wenige Möglichkeiten seine Sexualität auszuleben, was eine vergleichbare Situation prekärer macht.


luschn hat folgendes geschrieben:
Nur weil man pädophil veranlagt ist, kann man trotzdem Recht von Unrecht unterscheiden ...


Das hat auch niemand bestritten.
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Hi

Riki hat folgendes geschrieben:
[...]
Ein Pädophiler vergewaltigt ja üblicherweise ein Kind nicht einfach so. Er baut eine Beziehung auf, in deren Rahmen dann eben auch sexuelle Akte stattfinden (können).
[...]


Ja eben, die Situation ist nicht vergleichbar, da es sich bei dem "Umworbenen" um ein Kind handelt welches besonderer Fürsorge bedarf und welches auch nicht dazu in der Lage ist die Siuation einzuschätzen.

Vom Themenstarter wurde ja der Wunsch geäussert mit Kindern arbeiten und zusammensein zu wollen.

Im Augenblick möchte ich meinen dass seachz81 ein verantwortungsbewusster netter Mensch ist.

Allerdings dürfen wir nicht übersehen, dass es in der "verqueren" Welt der Pädophilen vorkommt, dass diese nachdem es zu einer Tat gekommen ist, gerne behaupten dass alles im gegenseitigen Einvernehmen passiert ist.
Das behaupten Vergewaltiger auch gerne, aber im Fall von Kindesmissbrauch steht diese Frage garnicht im Raum.

Selbst wenn ein Kind einen Erwachsenen eindringlich zu sexuellen Handlungen animieren oder auffordern würde, steht es nicht zur Debatte ob man die Situation dann ein wenig abwägen müsste.

Der Erwachsene muss wissen was er tut und er ist in der Verantwortung.
Wenn er sich dieser Problematik nicht bewusst ist, dann kann das eine Gefahr darstellen.

Gruss Grubi
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
yogi hat folgendes geschrieben:

luschn hat folgendes geschrieben:
Ich bin heterosexuell. Hättest du Bedenken dich mit mir in einem Raum zusammenzusetzen, weil du eine Frau bist und dementsprechend einen sexuellen Übergriff meinerseits fürchten musst?


Der Verglich hinkt. Vor allem besteht nicht so ein krasses Machtgefälle zwischen Täter und Opfer. Ein Pädophiler hat zudem nur wenige Möglichkeiten seine Sexualität auszuleben, was eine vergleichbare Situation prekärer macht.


Auch ein Pädophiler kann seine grundlegenden Triebe in einer erwachsenen Beziehung ausleben. Nur seine größte Erfüllung eben nicht. Nur weil man pädophil ist, bedeutet es nicht, dass man sich an Kindern vergreift oder asexuell lebt.
luschn schrieb:
Zitat:
Nur weil man pädophil ist, bedeutet es nicht, dass man sich an Kindern vergreift oder asexuell lebt.


woher weißt du das, wenn du gar nicht pädophil bist?
Woher weiß ein heterosexueller Mensch wie ein homosexueller fühlt und umgekehrt? Woher weiß ein heterosexueller Mann was ein pädophiler Mann fühlt?
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