Liebeskummer


Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
es liegt in der Überwindung jeder Anhaftung


Stellen wir dem Bild des selig lächelnden, das Leid hinter sich lassenden Buddha das Bild des schmerzgezeichneten gekreuzigten das Leid auf sich nehmenden Christus gegenüber.

Zwei völlig unterschiedliche Weisen, mit dem Leiden umzugehen. Ich denke, dass auf dem Grund des Brunnens die Angst vor dem Leid, vor dem Tod, nur im Vordringen in dessen Wesenskern besiegt werden kann - sozusagen "im Auge des Sturms".

Darum heißt es im christlichen Glaubensbekenntnis auch "hinabgestiegen in das Reich des Todes". Nicht das "Sich-darüber-Erheben" sondern der "Abstieg" in das Leid hinein, ermöglicht nach christlichem Glauben dessen Überwindung.
Zitat:
Darum heißt es im christlichen Glaubensbekenntnis auch "hinabgestiegen in das Reich des Todes". Nicht das "Sich-darüber-Erheben" sondern der "Abstieg" in das Leid hinein, ermöglicht nach christlichem Glauben dessen Überwindung.


Das habe ich schon in meinem vorvorherigen Beitrag gesagt und ebenso das dies Euer "Ding", Euer Weg ist, aber eben nicht meiner. Den Weg des Schmerzes und Leides hat Lord Buddha versucht und ist ihn bis zum Ende gegangen. Zur Befreiung jeglicher Anhaftung und zur Überwindung des Leids hat seine Zeit der Selbstkasteiung nicht geführt. Ich wünsche Euch das ihr Euer Ziel erreicht. Aber ich glaube nicht einmal das unsere Ziele Dieselben sind, daher ist es wohl auch kaum der Weg.

LG Tiro
_________________
„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Das habe ich schon in meinem vorvorherigen Beitrag gesagt und ebenso das dies Euer "Ding", Euer Weg ist, aber eben nicht meiner. Den Weg des Schmerzes und Leides hat Lord Buddha versucht und ist ihn bis zum Ende gegangen.


Christlicher Glaube ist kein Masochismus: Er bedeutet nicht den "Weg des Schmerzes und Leides" zu gehen, sondern den "Weg des Lebens". Ein Weg, der auch Leid beinhaltet, das uns zufällt. Und diesem Leid auszuweichen, es zu meiden und zu flüchten, das Lebensleid ausschließlich als sinnloses Übel zu sehen, wäre nach christlichem Glauben kein Weg, der zur ersehnten Heilung führt, sondern bloße "Anästhesie", die Schmerzen zwar zeitlich lindert, das Übel aber nicht an der Wurzel packt.

Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

Aber ich glaube nicht einmal das unsere Ziele Dieselben sind, daher ist es wohl auch kaum der Weg.


Das Ziel, das Leid und die Macht des Todes zu besiegen, das teilen denke ich alle Religionen. Sehr wohl kann es unterschiedliche Wegvorstellungen bei gemeinsamen Zielsetzungen geben. Jeder muss entscheiden, welchen Weg er nimmt auf seiner Lebenswanderung.
Zitat:
Das Ziel, das Leid und die Macht des Todes zu besiegen, das teilen denke ich alle Religionen. Sehr wohl kann es unterschiedliche Wegvorstellungen bei gemeinsamen Zielsetzungen geben. Jeder muss entscheiden, welchen Weg er nimmt auf seiner Lebenswanderung.


Mein Ziel ist nicht das "Besiegen der Macht des Todes", es ist der Ausbruch aus Samsara. An nichts anzuhaften, auch und gerade nicht am Leid, das überwinden solcher Illusion ist mein Weg dorthin. All das stellt einen erheblichen Unterschied zu deinem Ziel und selbstverständlich zu deinem Weg da. Meiner ist für mich der richtige und einzig mögliche Weg. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Lieber Burkl,

Nach meinen Glauben liegt der Weg zur Beendigung des Leidens nicht im weltlichen oder in einem Gott, auch nicht in einer Leidenden oder einem armen jungen Mann der bestialisch gemordet wird, es liet in der Überwindung jeder Anhaftung und der daraus folgenden Erkenntnis. Aber Du hast Recht, Leid existiert in dieser Welt zuhauf. Warum sollte ich es also noch vergrößern wollen? Warum es suchen, es gar anbeten? Entschuldige bitte, aber das kann ich nicht nachvollziehen. Und wenn eine Beziehung zuende geht, warum dann leiden? Warum mit "Was wäre wenn- Gedanken" hadern? Die Beziehung hat nur den natürlichen Verlauf von allem auf dieser Existenzebene vollzogen und auf einer anderen sind wir ohnehin alle verbunden.

LG Tiro


Ich will nicht für burkl sprechen, aber meine Ansicht zu dem Thema ist ebenso wie deine, dass wir weder das Leid wollen, noch anbeten, noch suchen sollen- das ist es nicht, was der Glaube von uns will.

Aber Tatsache ist, dass das Leiden da ist und wir einen Weg finden wollen, mithilfe des Glaubens- obgleich mir das Wort gar nicht gefällt, denn ich persönlich glaube niemals etwas, was ich nicht weiß, ich spreche also lieber von Erkenntnis- also mithilfe der Erkenntnis überwinden wollen.

Und der erste Fehler, den nicht wenige Menschen machen, ist, das Leiden zu leugnen.
Wenn du dein Leiden gar nicht erkennst, dann kannst du auch die Ursache deines Leidens nicht erkennen.

Es geht also zu erst mal darum, das Leiden zu erkennen und dann als von uns selbst gemacht zu akzeptieren.

Die Erkenntnis zeigt uns, dass wir alles Leiden, das wir erleben, selber geschaffen haben, indem wir durch irgendeine Art und Weise Liebe verleugnet oder verhindert haben.

Die Religion im eigentlichen Sinne, in ihrem inneren Sinne, verherrlicht also nicht das Leiden, sondern sucht die Erkenntnis im Leiden, das nun mal da ist.

Natürlich ist es das Ziel, nicht mehr zu leiden. Unbedingt. Aber die Ursachen in unserer eigenen Handlung und unserer eigenen Haltung zu finden, ist eben nicht so einfach.

Und so zeigt uns das Leiden immer, wo wir noch einen Fehler in unserer Haltung haben, wo wir immer noch nicht lieben, wo wir ablehnen statt anzunehmen, wo wir angreifen statt vergeben.

Wir können wissen, dass so lange wir leiden, wir die ganze Liebe, die Gott ist, noch nicht angenommen haben.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
es liegt in der Überwindung jeder Anhaftung


Stellen wir dem Bild des selig lächelnden, das Leid hinter sich lassenden Buddha das Bild des schmerzgezeichneten gekreuzigten das Leid auf sich nehmenden Christus gegenüber.

Zwei völlig unterschiedliche Weisen, mit dem Leiden umzugehen. Ich denke, dass auf dem Grund des Brunnens die Angst vor dem Leid, vor dem Tod, nur im Vordringen in dessen Wesenskern besiegt werden kann - sozusagen "im Auge des Sturms".

Darum heißt es im christlichen Glaubensbekenntnis auch "hinabgestiegen in das Reich des Todes". Nicht das "Sich-darüber-Erheben" sondern der "Abstieg" in das Leid hinein, ermöglicht nach christlichem Glauben dessen Überwindung.


OK. Aber nur weil zwei Bilder von zwei Heiligen zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen wurden, heißt das nicht, dass sie verschieden sind.
Auch Buddha hat gelitten und auch Christus hat gestrahlt nach der Auferstehung.

Die Bilder wollen uns einfach sagen, dass wir durch das Leiden hindurch müssen, es annehmen müssen, unsere Ursachen für das Leiden erkennen müssen und die Auferstehung, die Überwindung des Leides dadurch erlangen, dass wir die Liebe- Gott, nicht mehr verleugnen.
Auch wenn Buddha nicht ausdrücklich Gott in den Mund nimmt- aber er hat die Selbsterkenntnis mehr betont als das Christentum.
Und ob man nun Gott Gott nennt oder das Absolute, ist in meinen Augen unwichtig.
soraja hat folgendes geschrieben:
Die Bilder wollen uns einfach sagen, dass wir durch das Leiden hindurch müssen, es annehmen müssen, unsere Ursachen für das Leiden erkennen müssen und die Auferstehung, die Überwindung des Leides dadurch erlangen, dass wir die Liebe- Gott, nicht mehr verleugnen.


Ich kenne aber außer Christus niemanden, der auferstanden ist, als real existent von Menschen nach seinem Tod erkannt wurde, in einer neuen unbeschreiblich anderen Leiblichkeit, die dem Tod nicht mehr unterliegt. Diese Auferstehung, von der die Bibel berichtet, ist keine Metapher. Das ist reales Geschehen.
Burkl hat folgendes geschrieben:
soraja hat folgendes geschrieben:
Die Bilder wollen uns einfach sagen, dass wir durch das Leiden hindurch müssen, es annehmen müssen, unsere Ursachen für das Leiden erkennen müssen und die Auferstehung, die Überwindung des Leides dadurch erlangen, dass wir die Liebe- Gott, nicht mehr verleugnen.


Ich kenne aber außer Christus niemanden, der auferstanden ist, als real existent von Menschen nach seinem Tod erkannt wurde, in einer neuen unbeschreiblich anderen Leiblichkeit, die dem Tod nicht mehr unterliegt. Diese Auferstehung, von der die Bibel berichtet, ist keine Metapher. Das ist reales Geschehen.


Also komm. Die Auferstehung findet nach jeder überstandenen Grippe statt.
Auferstehung passiert immer dann, wenn ein Leid oder ein Schmerz überwunden wurde und ob Jesus auferstanden ist, weißt du auch nicht, du hast nur eine 2000 Jahre alte Geschichte gehört, die dir gefällt- das ist noch lange kein Wissen.
Auferstehung ist jede neue Erkenntnis und Auferstehung ist ein allmählich voranschreitender Prozess, der niemals endet.

Oder denkst du, selbst deine Vorstellung von Jesus bedeutet, dass er die Hände in den Schoß legt und meint, er sei nun "fertig"?
Was für eine grausame Vorstellung. Es gibt kein "fertig" in der Auferstehung.
Es gibt nur sich ewig erweiternde Entwicklung.
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

das "Besiegen der Macht des Todes", es ist der Ausbruch aus Samsara.


Das halte ich für zwei Umschreibungen für dieselbe Sache.
Denn wer keine Angst mehr vor dem Sterben hat, der haftet auch nicht daran.
Denn was uns überhaupt nur was-auch-immer anhaften lässt, ist doch am Ende immer nur die Angst vor was-auch-immer. Oder nicht?

Grundsätzlich finde ich den buddhistischen Grundsatz wahr.

Ich habe aber bisher immer nur Buddhisten getroffen, die kalt und unnahbar waren und die darum meiner Ansicht nach das Loslassen des Anhaften mit unnahbarer Kälte und Unberührbarkeit verwechselt haben- das empfinde ich als große Gefahr beim Buddhismus.

Das geschieht im Christentum weniger, da dort der Gott ein persönlicher Gott ist und der Mensch daher eine persönliche Verantwortung trägt, daher ist das wahrhafte Loslassen schwerer.
Was es auch im Buddhismus wäre, aber durch das deutliche Fehlen von Gott, -eine Missinterpretation meiner Ansicht nach-, obwohl Buddha genug deutlich vom Absoluten spricht, scheint die persönliche Verantwortung losgelassen zu werden- was einfacher ist- als das tatsächliche Anhaften.

Schlussendlich würden beide Wege zum Ziel führen, wenn die einen nicht ihr Ego durch einen ominösen Übermenschen anbeten würden und die anderen nicht durch die Ignoranz des Menschen überhaupt.

Es werden also im eigentlichen Sinne nur die zwei Abwehrmechanismen des Ego durch diese Religionen deutlich:

Angriff und Ignoranz.

Die Christen greifen alles an, was ihre Übermenschideologie kritisiert und die Buddhisten leugnen gleich Gott selbst.

Was aber nicht in der Religion selbst begründet liegt, nur in ihrer fehlerhaften Interpretation.

Was wiederum daran liegt, dass das tatsächliche Loslassen extrem schwer ist.

Aber beide Religionen könnten zum Ziel führen, wenn sie richtig verstanden würden.