Lebenssinn


Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

Was würde wohl "Sein" sein wenn wir es nicht geschaffen hätten, dieses Universum? Würde es ohne unsere Annahme des Seins überhaupt ein Sein geben? Was passiert wenn die Illusion fällt? Was betrachten wir, wenn wir nichts mehr betrachten? Wie sieht das Universum aus auf dessen Leinwand wir unser Universum vor und seit Jahrtausenden mal(t)en? Und noch wichtiger: Ist das von Bedeutung?


Wie hat mein Opa immer gesagt: "Es ist halt so, wie es ist. Und wenns nicht so sein soll, dann ist es eben so. Und du hast jetzt eine Reise gewonnen!"

(Reise gewonnen bedeutet übersetzt, dass ich in den Keller gehen durfte ihm ein Bier holen)

Ich glaube, bei der zitierten Stelle von dir Tiro, steht das "wir" zu sehr im Zentrum, mMn sind wir nur ein kleiner Nebenschauplatz im Irgendwo.
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Lieber Erich,

Eben das sage ich ja und genau das versucht auch Norbert und versucht ebenfalls Pauli klar zu machen. Glück ob nun im Kleinen oder im Großen ist relativ. Daher existiert weder ein "Absolut" noch ein "einzig wahres" ohne Bezug zur Person. Das Objektiv hat kein "absolut".

LG Tiro


Liebe Tiro!

Für mich gibt es nur drei Arten von wahrem Glück: Das aus der Verbindung mit Gott existierende, das aus der von Gott gegebenen Berufung, und das aus der von Gott gegebenen Liebe zu dem richtigen Lebenspartner mitsamt der von Gott gegebenen Liebe zu den Kindern aus dieser Beziehung.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Lieber Erich,

Du schreibst:
Zitat:
Für mich gibt es nur drei Arten von wahrem Glück: Das aus der Verbindung mit Gott existierende, das aus der von Gott gegebenen Berufung, und das aus der von Gott gegebenen Liebe zu dem richtigen Lebenspartner mitsamt der von Gott gegebenen Liebe zu den Kindern aus dieser Beziehung.


Sicher nicht die schlechteste Sichweise, die Du da hast. Am schönsten, daher von mir auch hervorgehoben, finde ich aber deine Erkenntnis das dieses "wahre" nicht für jeden oder auch nur einen anderen gelten muß.

LG Tiro
_________________
„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Zitat:
Ich glaube, bei der zitierten Stelle von dir Tiro, steht das "wir" zu sehr im Zentrum, mMn sind wir nur ein kleiner Nebenschauplatz im Irgendwo.


Lieber Luschn,

Kannst Du das näher ausführen? Im Moment wirkt es auf mich etwas rätselhaft, da ich mit "wir" den gesamten Bestand von "zu abstraktem Denken fähigen-" Wesen meinte. Wie kann diese Masse aan Existenz einen "Nebenschauplatz im Irgendwo" darstellen?

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Ich glaube, bei der zitierten Stelle von dir Tiro, steht das "wir" zu sehr im Zentrum, mMn sind wir nur ein kleiner Nebenschauplatz im Irgendwo.


Lieber Luschn,

Kannst Du das näher ausführen? Im Moment wirkt es auf mich etwas rätselhaft, da ich mit "wir" den gesamten Bestand von "zu abstraktem Denken fähigen-" Wesen meinte. Wie kann diese Masse aan Existenz einen "Nebenschauplatz im Irgendwo" darstellen?

LG Tiro


Weil ich glaube, dass nicht wir (allgemein alle Wesen, egal ob zu abstraktem Denken fähig oder nicht) der Grund sind warum das was exisitert, sondern das was warum wir exisiteren.

Ich hoffe etwas verständlicher
[quote="luschn"]
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

Wie hat mein Opa immer gesagt: "Es ist halt so, wie es ist. Und wenns nicht so sein soll, dann ist es eben so. Und du hast jetzt eine Reise gewonnen!"

(Reise gewonnen bedeutet übersetzt, dass ich in den Keller gehen durfte ihm ein Bier holen)

Ich glaube, bei der zitierten Stelle von dir Tiro, steht das "wir" zu sehr im Zentrum, mMn sind wir nur ein kleiner Nebenschauplatz im Irgendwo.


Jepp, da bin ich eher bei dir, Luschn.
Das ist auch das, was wir im Daoismus sagen: Zuviel Philosophie/Spekulation (ist im Endeffekt dasselbe) füllt nur deinen Kopf mit Bildern, die du selbst gebastelt hast. Das bringt dir nichts. "Leben im Dao" bedeutet für uns, täglich Konzepte über Bord zu werfen (und sie nicht durch neue zu ersetzen). Eine tägliche Reduktion, soweit es uns möglich/bestimmt ist. Bis am Ende nur noch das "rohe" Leben übrigbleibt.
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http://www.indogermanisch.com
Lieber Luschn,

Ich verstehe deine Sicht, teile sie aber nicht wirklich.

Lieber Norbert,

Findest Du nich das Du hier "den Daoismus" etwas zu einseitig beschreibst?
Oder meintest Du "dein Daoismus", denn dann solltest Du vielleicht nicht das Wort "wir" verwenden oder es zumindest vorher definieren.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

Lieber Norbert,

Findest Du nich das Du hier "den Daoismus" etwas zu einseitig beschreibst?
Oder meintest Du "dein Daoismus", denn dann solltest Du vielleicht nicht das Wort "wir" verwenden oder es zumindest vorher definieren.

LG Tiro


Hey lieber Tiro,

nein, das ist der ursprüngliche Daoismus. Vor allem Chuangzu war in dieser Hinsicht radikal. Im ursprünglichen Daoismus zählen sämtliche Konzepte nichts. Das ist sehr klar. Im Dao De Ching steht dazu wohl der beste Vers:

"Verfolge den Weg des Wissens, täglicher Zuwachs
verfolge das Dao, täglicher Verlust
Verlust und immer mehr Verlust,
bis du das Nicht-Handeln erreichst"



Wei Wu Wei sagte mal:

"Die Praxis der Meditation wird von den drei Affen repräsentiert, die Augen, Ohren und Mund bedecken, um die Welt der Erscheinungen zu meiden.

Die Praxis der Nicht-Meditation ist es, aufzuhören der Sehende zu sein, der Hörende zu sein oder Sprechende zu sein, während Augen, Ohren und Mund ihre Funktion im täglichen Leben erfüllen."


Liebe Grüße,
Norbert
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Lieber Norbert,

Du hast folgendes formuliert:
Zitat:
Das ist auch das, was wir im Daoismussagen ... "Leben im Dao" bedeutet für uns... soweit es uns möglich/bestimmt


Hier durch implizierst Du mehrere Dinge die so nicht stimmen. Zum einen das es nur einen "den Daoismus" gibt, wo doch allgemein bekannt ist das es dutzende Strömungen, Schulen usw. gibt und das außerdem zwischen philosophischem und religiösem Daoismus unterschieden werden muß. Zum anderen das jeder Daoist so denkt/glaubt wie Du, was allein schon wegen erwähnter unterschiedlicher Schulen nicht möglich ist.
Entschuldige bitte wenn ich es so genau nehme, aber ich finde das uns Sprache schon genug behindert und in Mißverständnis führt.

Zitat:
Vor allem Chuangzu war in dieser Hinsicht radikal. ... Im Dao De Ching steht dazu wohl der beste Vers:

"Verfolge den Weg des Wissens, täglicher Zuwachs
verfolge das Dao, täglicher Verlust
Verlust und immer mehr Verlust,
bis du das Nicht-Handeln erreichst"


Soweit mir bekannt waren Laotse und Zhuangzi in vielen Punkten radikal gegensätzlicher Meinung. Ich verstehe daher nicht wie Du dich zum einen auf Zhuangzi und zum anderen auf Laotses Hauptwertk das Daodejiing berufen kannst. Könntest Du mir das begreiflich machen?

LG Tiro
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(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Lieber Norbert,


Moin Tiro,

Zitat:
Hier durch implizierst Du mehrere Dinge die so nicht stimmen. Zum einen das es nur einen "den Daoismus" gibt, wo doch allgemein bekannt ist das es dutzende Strömungen, Schulen usw. gibt und das außerdem zwischen philosophischem und religiösem Daoismus unterschieden werden muß.


Lieber Tiro, ich habe doch jetzt in dieser Diskussion schon einige Male klargestellt, welche Seite des Daoismus ich vertrete! Ich war es ja auch, der drauf aufmerksam gemacht hat, daß man zwischen philosophischem und religiösem Daoismus unterscheiden muß... ich will und werde aber nicht jedes Mal, wenn ich über Daoismus schreibe, wie ich ihn praktiziere, schreiben: "das gilt nur für den philosophischen Daoismus". So viel Verkürzung muß erlaubt sein, wenn ich x Male drauf hingewiesen habe.

Zitat:
Soweit mir bekannt waren Laotse und Zhuangzi in vielen Punkten radikal gegensätzlicher Meinung. Ich verstehe daher nicht wie Du dich zum einen auf Zhuangzi und zum anderen auf Laotses Hauptwertk das Daodejiing berufen kannst. Könntest Du mir das begreiflich machen?


Laozi und Chuangzi waren alles andere als "radikal gegensätzlicher Meinung"! Wo hast du das denn her? Laozis größter Unterschied zu Chuangzi war sein Augenmerk auf politische Gegebenheiten -- das ist ein Thema, das Chuangzi nicht interessiert, weil der rein auf die persönliche Ebene abzielt.

Ich gebe ungern Lesetips, aber ich kann dir nur empfehlen, das Dao De Ching und den Chuanzi zu lesen. Dann erkennst du am einfachsten, was ich meine.

In der Tat geben sich Laozi und Chuangzi die Hand, wenn es um "philosophischen Daoismus" geht.

Liebe Grüße,
Norbert
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