Ratlos


wie fang ich am besten an... ich bin hier im Internet auf der Suche nach einem Bahai der mir vielleicht weiterhelfen kann! Ich komme mit den Ansichten meiner Familie nicht ganz klar!

Mein Vater ist schon sehr lange Bahaigläubig was mich noch nie störte, ich kannte es ja noch nie anders! Er betet regelmäßig, fastet und das ganze Zeug eben! Seit ca zwei Jahren sind meine Mutter und mein Bruder dem Glauben übergetreten, was ja so weit auch für mich keine Problem darstellt!

Zu der damaligen Zeit wo mein Bruder anfing sich für den Bahaiglauben zu interessieren hatte ich einen Freund! Er war nie großartig an dem Glauben interessiert aber dafür an meinem Vater, mir kam es so vor als ob er für meinen damligen Freund eine Vorbildsfunktion abgab! Er hatte in seiner eigenen Familie nie richtig halt oder Gesprächsthemen die sich nicht auf belangloses beschränkten!

Nachdem ich mich trennte hat ihn das glaub ich schon getroffen dass der Kontakt zu meinem Vater nun dahin ist!

Mit der Zeit stellte sich herraus das mein Exfreund dem Bahaiglauben nachging! Er wandte sich zuerst an meinen Bruder und dann an meinen Vater!

Und nun zu meinem eigentlichen Problem:

Mein Vater beantwortete ihm jede Frage es ging soweit das er auch zu dem Glauben übertrat.

Es gab sehr viele Streitigkeiten zwischen mir und meinem Vater. Es wurden regelmäßg 19 Tagefeste abgehalten und er wurde wieder in meine Familie zurückintigriert.

Wie kann ein liebender Vater mir sowas antun? ER weiß genau wie sehr dieser Mensch mich damals verarsch und verletzt hat und verlangt von mir das ich das ganze neutral und aus sicht der Bahai sehen soll. ICH BIN KEIN BAHAI und ich kann es nicht verstehen und ertragen das dieser Mensch der mich damals so verletzt hat zuhause bei meinen Eltern am Tisch sitzt. Ich bin jetzt seit einem Jahr ausgezogen und habe einen neuen Freund. Den hätte ich gerne meinen Eltern diesen Freitag vorgstellt, was allerdings nicht geht weil ja 19 Tagefest ist und mein Exfreund bei meinen Eltern ist...

Ich bin total am Ende und am heulen. Ich kann nicht verstehen warum mein Vater das tut und meinen Exfreund mir vorzieht!

Mein Vater meinte einmal zu mir "Dieser Glaube wird Familien entzweien..."

Ich finde das ganze einfach nurnoch unfassbar und bin enttäuscht und verletzt! Ich habe garkeine Lust mehr meinen neunen Freund vorzustellen und in nächster Zeit vorbeizuschauen!

Was bitte ist das für ein Glaube der meinen Vater dazu bringt lieber mich loszulassen als meinen Exfreund der sich in meine Familie durch Häuchelei reinschleimt! Wie kann man nur so ignorant sein?

Ich hoffe ich konnte es einigermaßen verständlich rüberbringen!

Gruß
Hallo, liebe Ratlos, möchte Dir als erstes ein herzliches Willkommen hier im Forum sagen. Schön, dass du hierher gefunden hast.

Sorry, aber im Moment bin ich echt zu müde und fertig (hatte einen sehr anstrengenden Tag) als dass ich so spät noch einen brauchbaren Rat geben könnte. Aber du sollst wenigstens wissen, dass Du hier wahrgenommen wirst, daher schreibe ich Dir wenigstens kurz.

Ich bin sicher, dass Dein Problem eine gute Lösung finden wird. Du bist verletzt und da sieht Manches oft schlimmer aus als es tatsächlich ist. Ich glaube, ich kann Dich verstehn.

Erstmal alles Liebe für Dich.
Wünsche dir von Herzen, dass Du gemeinsam mit anderen die beste Lösung für Euch alle finden darfst.
Sei zuversichtlich!

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Ratlos00 hat folgendes geschrieben:

Wie kann ein liebender Vater mir sowas antun? ER weiß genau wie sehr dieser Mensch mich damals verarsch und verletzt hat und verlangt von mir das ich das ganze neutral und aus sicht der Bahai sehen soll. ICH BIN KEIN BAHAI und ich kann es nicht verstehen und ertragen das dieser Mensch der mich damals so verletzt hat zuhause bei meinen Eltern am Tisch sitzt. Ich bin jetzt seit einem Jahr ausgezogen und habe einen neuen Freund. Den hätte ich gerne meinen Eltern diesen Freitag vorgstellt, was allerdings nicht geht weil ja 19 Tagefest ist und mein Exfreund bei meinen Eltern ist...
Ich bin total am Ende und am heulen. Ich kann nicht verstehen warum mein Vater das tut und meinen Exfreund mir vorzieht!
Ich finde das ganze einfach nurnoch unfassbar und bin enttäuscht und verletzt! Ich habe garkeine Lust mehr meinen neunen Freund vorzustellen und in nächster Zeit vorbeizuschauen!
Was bitte ist das für ein Glaube der meinen Vater dazu bringt lieber mich loszulassen als meinen Exfreund der sich in meine Familie durch Häuchelei reinschleimt! Wie kann man nur so ignorant sein?
Ich hoffe ich konnte es einigermaßen verständlich rüberbringen!


Tja, scheint mir gerade so, als wärst du der Meinung, dein Exfreund wäre eher sowas wie ein Satanist als ein Gottgläubiger, der euch allen nur was vormacht
Naja: Auch wenn er vielleicht einmal nicht so ganz ehrlich war, so ist es doch menschlich. Ich denke, du solltest ihm vergeben, anstatt ihn zu verfluchen. Denn sonst handelst du nicht in der Liebe, wie Gott es letztlich möchte. Du musst ja deswegen keine partnerschaftliche Beziehung zu ihm haben. Dein neuer Freund kann ja trotzdem vorbeikommen. Ich meine, dass man einen Expartner nicht unbedingt als gottverdammten Taugenichts ansehen soll, nur, weil es nicht immer so geklappt hat.
Schwamm drüber
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Also ich bin keine typische exfreund Hasserin! Ich versteh nur net das es im Sinne des Bahiaglaube seine kann den Expartner vorzuziehen als die eigene Tochter?
Moin

Ratlos00 hat folgendes geschrieben:
Also ich bin keine typische exfreund Hasserin! Ich versteh nur net das es im Sinne des Bahiaglaube seine kann den Expartner vorzuziehen als die eigene Tochter?


Das ist wohl ein klassisches Dilemma.
Wenn sich jemand von einem Partner trennt, dann sind nunmal sehr häufig auch andere Familienmitglieder betroffen, die zu der betreffenden Person ein gutes Verhältnis aufgebaut haben.
Auch Freunde sind davon betroffen.

Meine Schwester hat sich von ihrem Freund getrennt, ich habe mit ihm zusammen gearbeitet, wir kommen bestens miteinander aus und die Schwierigkeiten der beiden betrafen uns absolut garnicht.
Nun sind die beiden getrennt und das gute Verhältnis zwischen mir und ihrem Ex-Freund ist nicht mehr wie vorher.
Warum soll ich aus Solidarität eine Freundschaft beenden die eigentlich ganz angenehm ist?

Das passiert bei uns übrigens völlig unabhängig von einer Glaubenswelt, daher möchte ich annehmen, dass sowas unabhängig von religiösen Überzeugungen passieren kann.
Ich bin kein Bahai, kann mir aber unmöglich vorstellen, dass im Bahai Glauben Gründe zu finden sind, die das Problem in deiner Familie fördern oder rechtfertigen könnten.

Wenn jemand beschliesst ein gutes Verhältnis mit seinen Mitmenschen zu pflegen, dann kann es durchaus passieren dass dabei jemand anderes zu kurz kommt, aber das liegt wohl in der Natur menschlicher Beziehungsgeflechte.

Und Eltern sind auch nur Menschen, die tatsächlich verdammt schwierig und anstrengend sein können...
Das behaupten die übrigens auch von ihren Kindern;)
In deinem Fall würde ich die Geschichte nicht auf religiöse Gründe fixieren, das sind eher nur Begleitumstände.
Wir neigen schon dazu, Menschen die hohen religiösen Idealen nacheifern, ziemlich viel tadelloses Verhalten abzuverlangen.
Vermutlich ist religiöses Leben aber eher der Wunsch hohe Ideale erreichen zu können und weniger ein idealer Zustand in dem man sich befindet sobald man ein konkretes Glaubensbekenntnis abgelegt hat.

Ich hoffe dir nun eine andere Sicht auf die Umstände gegeben zu haben die dich weiterbringt...

Gruss Grubi
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
Ratlos00 hat folgendes geschrieben:
Also ich bin keine typische exfreund Hasserin! Ich versteh nur net das es im Sinne des Bahiaglaube seine kann den Expartner vorzuziehen als die eigene Tochter?


Vielleicht solltest du noch etwas mehr über die Situation erzählen. Momentan ist es da ein bisschen schwierig durchzusteigen.

Wenn ich es richtig verstanden hat, ist es in der Gemeinde in der deine Eltern und dein Bruder sind (wie in den meisten deutschen Gemeinden) üblich, dass das 19-Tage-Fest bei Gläubigen zu Hause gefeiert wird. Regelmäßig findet das wohl bei deinen Eltern statt. Wenn dein Ex-Freund sich nun dazu entschieden hat, den Bahai-Glauben anzunehmen ist es also selbstverständlich, dass er da auch erscheinen kann wie er will. Das 19-Tage-Fest steht ja jedem offen, selbst nicht Bahai (vom administrativen Teil abgesehen)

Eure Beziehung spielt dabei doch überhaupt keine Rolle und das Verhältnis zwischen Dir und Deinem Vater doch auch nicht, oder erwarstest du, dass die Gemeinde jemanden verstößt, der sich eigentlich nichts hat zu Schulden kommen lassen, dass die Gemeinde etwas angehen würde, nur weil er mal der Ex der Tochter eines Gemeindemitgliedes war?

Das die Situation für dich natürlich "Blöde" ist verstehe ich, aber was spricht zum Beispiel dagegen, deinen neuen Freund am Samstag oder Sonntag vorzustellen, wenn keine Gemeindeaktivitäten statt finden (wieso ist das 19-Tage-Fest eigentlich bei deinen Eltern am Freitag?) . Sollte dein Ex dort außer der Reihe auch auftauchen, dann musst du das halt vorher klipp und klar deinen Eltern sagen, dass du nicht mit deinem neuen Freund kommen wirst, wenn dein Ex dort auf der Couch hockt.

Wie gesagt. Bei offiziellen Gemeindeaktivitäten die bei deinen Eltern statt finden, bleibt dir nichts anderes übrig, als das zu tollerieren - bei Treffen rein privater Natur außer der Reihe sieht das aber ganz anderes aus. Hier solltest du klare Grenzen ziehen und das auch deinen Eltern so ganz deutlich sagen!

Als weiteren Punkt solltes du deinen Vater mal darauf ansprechen, wie er darauf kommt, der Bahaiglaube würde Familien entzweien. Das mag zwar in Einzelfällen so sein - gerade bei Konvertiten aus streng gläubigen Familien andere Konfessionen, ist aber eigentlich das exakte Gegenteil des Zieles der Lehre Baha'u'llahs. Bahai sollen alles dafür tun die Familie zusammen zu halten - nicht sie zu trennen!
Liebe Ratlos,

ich sehe das ganz genau so wie Eifelqu.

Ich bin auch mit der Exfreundin meines Sohnes (sie waren fünf Jahre zusammen) nach eineinhalbjähriger Trennung noch immer gut befreundet. Sie berät sich mit mir sogar in Fragen, einen neuen Partner betreffend. Mein Sohn hat auch gar nichts dagegen.
Allerdings trenne ich die Besuche schon. Wenn mein Sohn mit seiner neuen Freundin da ist, wird die Ex natürlich nicht mit eingeladen.
Wenn sie aber jetzt Baha'i wäre, wäre sie selbstverständlich auch bei den Baha'i-Festen dabei. Das müsste mein Sohn dann auch akzeptieren. Was vergangen ist, ist vorbei, er hat einen neuen Lebensabschnitt begonnen. Er sorgt sich sogar noch um die Ex, damit sie auch wieder glücklich werden kann.

Dein Exfreund mag Fehler gemacht haben, Du hast die Konsequenzen gezogen. Damit sollte die Sache erledigt sein. Es bringt nichts, ihm immer weiter negative Gefühle entgegenzubringen, schadet Dir sogar, weil Abneigung und Hass der Seele absolut nicht gut tun. Wenn er jetzt als Baha'i einen neuen Lebensabschnitt beginnt, sollte man das nicht nur tolerieren sondern auch schätzen, weil er anscheinend an sich arbeiten will. Sollte er tatsächlich unehrlich sein, so wird sich das auf ihn selbst auswirken. Wir haben nicht das Recht, das zu beurteilen. Gott allein sieht ins Herz.
Wenn Du selbst nicht an den Baha'i-Festen interessiert bist, sollte das doch überhaupt kein Problem darstellen.

Ich wünsche Dir alles Liebe und vor allem, dass Du über Deinen eigenen Schatten springen und Deinem Exfreund endgültig verzeihen kannst.

Liebe Grüße,
Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo, Ratlos.

Es kann sein, dass dein Ex neben seiner Orientierung zu einem Glauben die Situation aalglatt ausnutzt, um Einfluss auszuüben und dich mit dem Mittel "Sozialzwang" zurückgewinnen will.
Du hast es bereits angedeutet.
Meine Ex hat da einiges versucht und über allem hinweg nicht begriffen, dass sie und ihre Defizite der Grund für meinen Abschied von ihr war.
Manipulation ist mein Stichwort.
Sie fragte permanent und dabei "unauffällig" nach mir, wenn sie mit meiner Mutter sprach.
Das ist im Grunde ja nicht verdächtig. Doch die vielen, kleinen Zeichen mehrten sich. Sie instrumentalisiert unser Kind, das ihr berichten soll, wenn wir uns etwas Neues angeschafft haben sollten.
Sie lässt unser Kind bei befreundeten Nachbarn auf dem Spielplatz zurück um mehrere Blocks weiter zu schauen, ob mein Auto irgendwo parkt.
Sie ahnt nicht, was wir inzwischen wissen. Sie spielt ihr Spiel und denkt, sie würde Kontrolle haben.

Du solltest nicht tun, das dir nicht gut tut.
Klingt einfach, ich weiß.
Du weißt, was du willst: Du hast einen Freund und willst Spaß im Leben.
Wenn du deinen Freund vorstellen magst, ist das Anlass für ein Treffen der Familie. Hierzu lässt sich vortrefflich klar stellen, dass Familientreffen nichts mit deinem Ex zu tun haben.
Du kannst genauso deinem Ex klar machen, dass er sich verziehen soll, wenn er unbedarft zum Familientreffen auftaucht.
Direkt mit der Wahrheit konfrontieren, die da heißt:
"Du gehörst nicht mehr zur Familie! Stell´ dich gefälligst hinten an!"

Umgekehrt hast auch du die Möglichkeit, deine Lieben zu euch einzuladen - wer will dir vorschreiben, dass du am Tisch deiner Eltern sitzen musst?
Du hättest dann den Heimvorteil, der dir Sicherheit verleiht.
Und wem du die Tür öffnest, entscheidest du dann selbst.
So brichst du keinen Kontakt ab und dein Vater wird sich wohl mit der Situation arrangieren müssen.

Du schriebst nicht, dass dein Vater auf dich direkt einzuwirken versuchte, die Beziehung mit deinem Ex aufzunehmen.
Wenn dem so ist, zeigt er durchaus Willen zur Akzeptanz - wenn auch mit Missfallen.
Dies ist dann die "Schwachstelle", die du für ein familiäres Zusammensein nutzen kannst

Meine Eltern waren auch nicht begeistert, wenn ich mich trennte. Sie fanden es schade und akzeptierten es.
Andersherum verstand ich ihre Sympathien, die sie für meine Ex-Freundin empfanden.
Natürlich betrifft das auch deinen Vater, Bruder und Ex-Freund, die neben Sympathien auch den Glauben als Gemeinsamkeit verstehen.

Du wirst deinen Ex vermutlich nicht gänzlich los werden - aber du kannst die Linie ziehen.
Unsere Linie endet übrigens vor der Türschwelle. Meine Ex ist in der Wohnung nicht erwünscht - aus gutem Grund.
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"Das ganze Leben bestand doch schon aus Warten. Warten aufs Leben, warten aufs Sterben.
Wozu war der Mensch auf der Welt? Zum Sterben. Und was hieß das? Rumhängen und warten. "
Charles Bukowski
Vergesst es
Erstmal danke für eure zahlreichen kommentare.

Ich bekomme immer zu hören das ich das eine (Glaube) und das andere (Familie) trennen muss aber ich bin kein Bahai und sehe das eben nicht so, ich sehe meine Familie und meinen Exfreund und dass geht einfach nicht!

Aber meine Eltern sehen das eben anders!
Ich finds schade dass mir wohl nichts anderes übrig bleibt als das zu akteptieren oder den Konatk einzustellen!