Tod


Mich würde mal interessieren, wie andere Menschen mit dem Tod umgehen.

Als ich noch jünger (16) war (bin jetzt 23) sind über einen gewissen Zeitraum in meinem Bekanntenkreis gute Freunde gestorben.

Wir waren zu dritt und haben ein Baumhaus in Arheilgen am Rande einer Wiese gebaut - auch mal gerne etwas Marijuhana geraucht - Netzwerktreffs Zuhause veranstaltet, sind oft skaten gegangen, und haben das Leben möglichst individuell gelebt (gerne Nirvana, Metal und eigentlich alle Musikrichtungen gehört) und unsere Eltern haben sich gut verstanden.

Das Merkwürdige war an dieser Stelle, dass er, der eigentlich immer guter Dinge und äußerst lebensfroh war, uns (Tim und mir) völlig hanebüchene Fragen gestellt hat, die immer mit der Möglichkeit zu Sterben zusammenhingen.
Z.b. "Kann ich sterben, wenn mir ein Gummibärchen in der Nase stecken bleibt?" ( Diese Frage hat unteranderem wirklich gestellt) Er hatte es tot ernst gemeint - wir haben uns darüber immer lustig gemacht, weil es ja zunächst völlig unlogisch und paranoid rüberkam.
Er blieb auch immer relativ kindisch und kreativ, mit der Begründung, er wolle nicht so früh schon einen auf Erwachsen machen d.h. er konnte rational denken, wollte aber seine Ausführungen und Handlungen nicht rational untermauern- sein Gesichtsausdruck dabei war immer, dass er irgendwas schlechtes erwarte, wenn er erwachsen würde. So blieb er halt einfach "offen" und inspirierend - aber auch nervig.

Und auf einmal wurde Robin eines Wochenendabends von einem Taxi überfahren und starb zwei Tage später im Krankenhaus an einer Blutvergiftung. Der Sarg wurde aufgebahrt und wir wussten erst gar nicht welcher Anblick uns erwartet... Es war schrecklich. Ein Jahr später beging ein anderer Freund im Bekanntenkreis Selbstmord, indem er auf einer Houseparty aus dem fünften Stock kopfüber sprang und einige Tage danach ebenfalls im Krankenhaus starb.
WalterW. hat folgendes geschrieben:
Mich würde mal interessieren, wie andere Menschen mit dem Tod umgehen.




Wie gehst du mit dem Tod um? Hast du getrauert?


Ich weiß bis heute nicht, wie ich mit Tod "umgehen" könnte.

Natürlich, intellektuell gäbe es allerhand "Richtlinien", Stufenpläne, Bewältigungsstrategien usw.


Emotional aber nichts. Das Fühlen hört auf, wenn jemand stirbt, so als würde die Welt still stehen.

Und dann irgendwann dreht sich eine andere Welt weiter.
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Wahrer Trost kennt keine Gefühlsduselei.
© Thomas Holtbernd
Herzlich willkommen, Fritzie

Mit dem Tod eines lieben Menschen umzugehen ist für mich wirklich schwer. Ich vermisse meine Mutter nach so langer Zeit immer noch. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass sie ihr Leben in geistiger Form weiterlebt und dass ich sie bei meinem Tod wiedersehen werde.

LG,
Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Herzlich willkommen, Fritzie

Mit dem Tod eines lieben Menschen umzugehen ist für mich wirklich schwer. Ich vermisse meine Mutter nach so langer Zeit immer noch. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass sie ihr Leben in geistiger Form weiterlebt und dass ich sie bei meinem Tod wiedersehen werde.

LG,
Minou


Daran kann man mal sehen, wie relativ alles ist. Meine Lebensgeschichte ist derart, daß mir der Tod meiner Mutter und nachher der Tod meines Vaters relativ wurscht war. Die Verletzungen, die ich in der Kindheit erlitten habe wirken bis heute nach.
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...und die Menschen auf der Erde machen Wumtata!
Zitat:
Wie gehst du mit dem Tod um? Hast du getrauert?


Getrauert ist vielleicht die falsche Bezeichnung. Ich merkte halt plötzlich, dass alles und wirklich alles endlich ist.
[quote]Daran kann man mal sehen, wie relativ alles ist. Meine Lebensgeschichte ist derart, daß mir der Tod meiner Mutter und nachher der Tod meines Vaters relativ wurscht war. Die Verletzungen, die ich in der Kindheit erlitten habe wirken bis heute nach.[quote]

Ach Helmut, ebenso erging es mir mit meinem Vater. Ja, die Folgen der Verletzungen in der Kindheit wird man, denke ich, nie richtig los.
Meine Mutter war mein Alles in der Kindheit, leider starb sie, als ich erst 22 war.

Liebe Grüße,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Minou hat folgendes geschrieben:
Herzlich willkommen, Fritzie



Dankeschön, Minou


@Hexler: meiner Überzeugung nach spielt es nicht so sehr eine Rolle, ob der Tod eines nahestehenden Menschen durch negative Erfahrungen "relativiert" wahrgenommen wird oder nicht. Du schreibst, deine Kindheitsverletzungen wirken bis heute nach.

Ich behaupte, alle Erlebnisse wirken so lange nach, bis wir uns mit ihnen auseinandersetzen, um sie letzten Endes zu verabschieden - sei es in Form von Trauer, von Aussöhnung oder wie auch immer.

Einen Menschen, der gestorben ist, muß man irgendwann gehen lassen - das gilt auch für Verletzungen, wenn wir das nicht tun, bleiben wir gefesselt.


Ich weiß - leichter gesagt als getan.
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© Thomas Holtbernd
Also nach dem natürlichen Tod ist es natürlich nicht vorbei, sondern kommt was Neues, das dir angemessen ist. Manchmal haben Menschen scheinbar so eine Vorahnung, dass jetzt was passieren soll, was dann auch irgendwie eintritt.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Also nach dem natürlichen Tod ist es natürlich nicht vorbei, sondern kommt was Neues, das dir angemessen ist. Manchmal haben Menschen scheinbar so eine Vorahnung, dass jetzt was passieren soll, was dann auch irgendwie eintritt.


Stirbt man keinen natürlichen Tod ist alles vorbei?
Zitat:
Also nach dem natürlichen Tod ist es natürlich nicht vorbei, sondern kommt was Neues, das dir angemessen ist.


Dieser Glaube ist ebenso erbärmlich, wie der Glaube an einen Gott. Wenn ein physischer Körper stirbt, stirbt in der Lebensrealität auch das Bewusstsein, welches ihm immanent war, entgültig. Alles ist endlich. Die Erde, unser Sonnensystem und sogar das ganze Universum hat eine begrenzte Zeitspanne.