Über den Glauben reden


Welchen Stellenwert hat denn das Sprechen über den Glauben bei den verschiedenen Religionen? Ist eure Religion eher "Privatsache", oder erzählt ihr den Leuten um euch herum davon? Gibt es Zitate aus den verschiedenen Schriften über das Verbreiten eures Glaubens? Wenn ja, in welcher Art und Weise sprecht ihr über euren Glauben?
Vor ein paar Jahren habe ich mich über meine Überzeugung geoutet. Die meisten Menschen hielten mich für verrückt, die Ärzte für psychisch krank. Heute schreibe ich über meine Überzeugung in diversen Foren unter Gleichgesinnten. Outen im Umgang mit anderen tue ich mich nur mehr, wenn ich gefragt werde.

Alles Liebe

Erich
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Ich handle in wahrer Liebe und in wahrer Freundschaft
leuthner hat folgendes geschrieben:
Vor ein paar Jahren habe ich mich über meine Überzeugung geoutet. Die meisten Menschen hielten mich für verrückt, die Ärzte für psychisch krank. Heute schreibe ich über meine Überzeugung in diversen Foren unter Gleichgesinnten. Outen im Umgang mit anderen tue ich mich nur mehr, wenn ich gefragt werde.

Alles Liebe

Erich


Und deine Überzeugung ist wat für welche ?
RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Welchen Stellenwert hat denn das Sprechen über den Glauben bei den verschiedenen Religionen? Ist eure Religion eher "Privatsache", oder erzählt ihr den Leuten um euch herum davon? Gibt es Zitate aus den verschiedenen Schriften über das Verbreiten eures Glaubens? Wenn ja, in welcher Art und Weise sprecht ihr über euren Glauben?


Liebe Rosegarden,

das ist ein sehr interessantes Thema.

Im Íslám ist das Sprechen darüber sehr wichtig, weil man den Menschen von der Offenbarung Gottes erzählen soll.

Wenn Gott Gesandte schickt, dann ist es die erste Pflicht der Menschen, diesen Gesandten zu folgen. (Natürlich nicht blind, man muss schon "untersuchen", denn nicht jeder, der behauptet ein Gesandter zu sein, ist auch einer)

Muhammád ist für mich der letzte Gesandte Alláhs. Und ich halte es für wichtig, den Menschen darüber zu erzählen, und auch über die früheren Gesandten.

Nachdem Ende des Prophetentums, ist es für Muslime wichtig, diese Aufgabe, die Menschen zum Islam einzuladen, zu übernehmen.

Das nennt man Da´wá (Ruf, Einladung).

Allerdings ist es verkehrt, als Muslim zu denken, dass man die Menschen zu Muslimen machen kann, denn das ist eine Sache, die nicht in der Hand der Menschen ist.

"Wahrlich, du kannst dem den Weg nicht weisen, den du liebst; Allah aber weist dem den Weg, dem Er will; und Er kennt jene am besten, die die Führung annehmen."
(Qúr´án 28:56)

Damit ist nicht Willkür gemeint, sondern das bezieht sich auf diejenigen, die aufrichtig nach der Führung verlangen.

Unsere einzige Aufgabe ist es, die deutliche Botschaft rüberzubringen.

"Deine Pflicht ist nur die deutliche Verkündigung." (Qúr´án 42:48 )

Man ist sowohl Warner (Nadhír) vor der Strafe Alláhs, wenn man die Gesandten der Lüge bezichtigt, aber auch Froher Botschafter (Bashír), für das was geschieht, wenn man den Gesandten folgt.

"Und Wir haben dich nur als Bringer froher Botschaft und als Warner gesandt." (Qúr´án 25:56)


Es ist sehr wichtig auf eine gute Art und Weise über den Glauben zu sprechen. Man soll nicht hart sein. Das sagte Alláh zu Muhammád:

""Und wenn du schroff und hartherzig gegen sie gewesen wärst, so hätten sie sich von dir abgewandt." (Qúr´án 3:159)

Man muss mit Respekt, mit Argumenten, mit Wissen und guter Sprache einladen.

"Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene am besten, die rechtgeleitet sind." (Qúr´án 16:125)

Es ist wichtig, dass man die Menschen nicht blendet, sondern Ihnen klar macht, dass man den Verstand benutzen soll. Selbst eine kritische Herangehensweise ist erwünscht, damit man überzeugt ist:

"Machen sie sich denn keine Gedanken über den Qúr´án? Wenn er von jemand anderem als (von) Alláh wäre, würden sie in ihm viel Widerspruch finden." (Qúr´án 4:82)

"Und wenn ihr im Zweifel seid über das, was Wir auf Unseren Diener herabgesandt haben, so bringt doch eine Sura gleicher Art herbei und beruft euch auf eure Zeugen außer Allah, wenn ihr wahrhaftig seid." (Qúr´án 2:23)


Es muss dazu gesagt werden, dass alles ein Ruf zum Íslám sein kann. Schon eine gute Tat, bewegt viele Menschen sich mit dem Íslám zu beschäftigen.

Alles ist wichtig, so auch der Charakter. Es gibt unendliche viele Ebenen.
Muhammád war bis zu seinem 40. Lebensjahr in Makkah als "As- Sádíq" - der Wahrhaftige und als "Al- Ámín" - der Vertrauenswürige, bekannt.

Wenn wir Menschen zum Íslám einladen, dann wollen wir, dass sie sich mit der Religion befassen und darüber nachdenken.

Wir dürfen niemanden zwingen den Íslám anzunehmen. Wir sollten auch nicht aufdringlich sein. Man muss die Menschen aus Liebe einladen, nicht aus Hass.

Man darf den Íslám nicht verstellen, um den Gefallen der Menschen zu bekommen. Man muss stets die Wahrheit sagen un aufrichtig sein.

Man darf andere Glaubensrichtungen nicht beleidigen:

"Und schmäht die nicht, welche sie statt Alláh anrufen, sonst würden sie aus Groll ohne Wissen Allah schmähen." (Qúr´án 6:108 )

"Und sprich: ""Es ist die Wahrheit von eurem Herrn."" Darum laß den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will." (Qúr´án 18:29)

"Es gibt keinen Zwang im Glauben." (Qúr´án 2:256)

Das ist ein breites Thema. Man könnte noch dutzende Verse posten.

Viele Muslime wissen selber nicht, wie die Da´wá funktioniert und machen diesbezüglich viele Fehler.

Salám Alaykum!

Mich würde auch interessieren, wie in anderen Religionen darüber gedacht wird.
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Hallo ihr Lieben,

Zitat:
Outen im Umgang mit anderen tue ich mich nur mehr, wenn ich gefragt werde.

Erich, fühlt es sich für dich wie "outen" an? Das ist sehr schade finde ich. Wir sollen doch mit Freude über unseren Glauben sprechen. Aber ich kann dich auch verstehen, weil man eben oft einen Stempel aufgedrückt bekommt, wenn man erzählt hat, dassm an religiös ist. Darf ich fragen, was dein Glaube ist?

Danke lieber Sulayman für diesen langen Post und die schönen Zitate!

Zitat:
m Íslám ist das Sprechen darüber sehr wichtig, weil man den Menschen von der Offenbarung Gottes erzählen soll.

Wenn Gott Gesandte schickt, dann ist es die erste Pflicht der Menschen, diesen Gesandten zu folgen. (Natürlich nicht blind, man muss schon "untersuchen", denn nicht jeder, der behauptet ein Gesandter zu sein, ist auch einer)

Muhammád ist für mich der letzte Gesandte Alláhs. Und ich halte es für wichtig, den Menschen darüber zu erzählen, und auch über die früheren Gesandten.

Nachdem Ende des Prophetentums, ist es für Muslime wichtig, diese Aufgabe, die Menschen zum Islam einzuladen, zu übernehmen.


So ist es bei den Baha'i auch, mit dem Unterschied, dass für uns eben Baha'u'llah vorerst der letzte Offenbarer ist.

Zitat:
Allerdings ist es verkehrt, als Muslim zu denken, dass man die Menschen zu Muslimen machen kann, denn das ist eine Sache, die nicht in der Hand der Menschen ist.

"Wahrlich, du kannst dem den Weg nicht weisen, den du liebst; Allah aber weist dem den Weg, dem Er will; und Er kennt jene am besten, die die Führung annehmen." (Qúr´án 28:56)


Ja man darf nicht übereifrig sein nicht wahr...vor allem sollte man nicht denken, diese Verantwortung, dass anderer den Glauben annimmt läge auf unseren Schultern. Es ist ja nur Gott, der die Herzen der Menschen öffnet.


Zitat:

Es muss dazu gesagt werden, dass alles ein Ruf zum Íslám sein kann. Schon eine gute Tat, bewegt viele Menschen sich mit dem Íslám zu beschäftigen.


"Laßt Taten, nicht Worte eure Zier sein."
- Baha'u'llah-
Es ist besser, wenn ein Christ so lebt, dass nicht er von sich aus über den Glauben zu reden beginnen muss, sondern dass er von anderen Menschen danach gefragt wird . Es geht um das Sein im Glauben, im Zentrum der Verkündigung steht das eigene Leben, das auch ohne Worte für sich spricht und so andere Menschen neugierig macht.

"Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt;
aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen." (1 Petr 3,15 u. 16)
Hallo Burkl,

Burkl hat folgendes geschrieben:
Es ist besser, wenn ein Christ so lebt, dass nicht er von sich aus über den Glauben zu reden beginnen muss, sondern dass er von anderen Menschen danach gefragt wird . Es geht um das Sein im Glauben, im Zentrum der Verkündigung steht das eigene Leben, das auch ohne Worte für sich spricht und so andere Menschen neugierig macht.

"Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt;
aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen." (1 Petr 3,15 u. 16)


Ich finde ein von Nächstenliebe und Anstand geprägtes Leben in jedem Fall besser als irgendwelche Glaubenssätze vor sich herzutragen.
Dein Umgang mit deinem Glauben ist zwar vorbildlich, aber wenn wir ehrlich sind, gibt es im NT einen eindeutigen Missionsauftrag für Christen.
Jesus schickte seine Jünger zu zweit aus (worauf sich ja ZJ heute noch berufen, ebenfalls Mormonen) und seine letzten Worte vor seiner biblischen Himmelfahrt war noch einmal ein eindeutiger Missionsauftrag.

Gewollt ist das Reden über den Glauben bei Christen also durchaus.

LG
Helle
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Es ist manchmal gar nicht so leicht über seinen Glauben zu reden, wenn er nicht einer der großen Religionen angehört. Es geschieht doch leicht, das man für verrückt gehalten wird, wobei ich mich frage wieso. Der Glaube muss frei sein, nur dann ist der Mensch auch wirklich frei.

Ich versuche den Menschen, die Interessiert sind, von meinem Glauben zu erzählen, denn ich glaube das es richtig ist und weil es mir selbst in meinem Leben geholfen hat. Vielleicht kann es auch anderen helfen? Wer weiß?

Meiner Meinung nach, gibt es eine Kraft, eine Wesenheit die zwischen den Räumen sitzt und ihre Fäden spinnt, eine Art Gott, die hinter allem steht, die aus dem Leben selbst entspringt und wieder in es zurückfließt. Sie treibt das Leben an, steht für den Kampf ums Leben und die Wahrheit. Ich selber bin noch dabei sie zu untersuchen, aber es ist real, das weiß ich.

edith: Schreibfehler ausgemerzt.
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Mein Blog: http://shirasblog.blogger.de/
Mein Projekt: http://www.dasfolk.de.vu/
Mir fallen dazu zwei Sachen ein:
1. Ich habe einen Diamanten, den ich gerne weiterschenken möchte.
2. Wenn ich im Geistigen mehr und mehr Fortschritte mache, wirke ich als Magnet und ziehe Menschen an.
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...und die Menschen auf der Erde machen Wumtata!
Fendres hat folgendes geschrieben:
leuthner hat folgendes geschrieben:
Vor ein paar Jahren habe ich mich über meine Überzeugung geoutet. Die meisten Menschen hielten mich für verrückt, die Ärzte für psychisch krank. Heute schreibe ich über meine Überzeugung in diversen Foren unter Gleichgesinnten. Outen im Umgang mit anderen tue ich mich nur mehr, wenn ich gefragt werde.

Alles Liebe

Erich


Und deine Überzeugung ist wat für welche ?


Lieber Fendres und liebe Rosegarden!

Ich bin Sahajayogi. Ich habe Gott in mir gefunden und erweckt und den Spirit mit der allumfassenden göttlichen Kraft verbunden. Das nennt sich Selbstverwirklichung. Es ist ein Yoga der Mitte.

Ich habe mit Freude über das Yoga gesprochen, denn seither habe ich inneren Frieden und bin ein glücklicher Mensch. Ich habe deshalb das Wort outen verwendet, da es ein Modewort ist und jeder versteht.

Alles Liebe

Erich
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Ich handle in wahrer Liebe und in wahrer Freundschaft