Bahai sind keine Sekte


Grüß`GOTT,
allen, die sich einmal ernsthaft mit der Funktionsweise von kultischen/spirituellen Kulten usw. auseinandersetzen wollen, sei Dan Shaw empfohlen.
http://www.danielshawlcsw.com/culticgroups.html

Daniel war fast ein Jahrzehnt member in führender Position bei Siddha Yoga, einer weltweit verbreiteten `Sekte`.
Nach Bekanntwerden mehrerer Missbrauchsfälle u.a. durch den spirituellen Führer, ist er ausgestiegen und hat darüber geschrieben.
Dan ist heute Psychotherapeut in New York und arbeitet u.a. mit AussteigerInnen aus destruktiven Kulten.
Ich will hier keineswegs verkünden, Bahaii seien auch nur ansatzweise dort einzuordnen.
Ich habe durch Dan verstanden,wie diese Anbindung an einen Religionsstifter funktioniert, wie das eigene Denken `eingestellt`wird, sodass die Betroffenen ernsthaft davon ausgehen, unabhängig und frei zu entscheiden.
Ich war fast 4 Jahre mit einer klugen, weltoffenen Frau zusammen, die sich Transpersonale Psychotherapeutin nennt- nach C.G. Jung u.a. - , die in christlichen Zen-Zirkeln verkehrt, Seminare veranstaltet.Es war nicht möglich, mit ihr ein ernsthaftes Gespräch über Siddha Yoga und die Machenschaften im movement zu sprechen.
Was will ich damit sagen !
Nun- ich bin mir dessen bewusst,dass ich Gefahr laufe in eine destruktive Abhängigkeit zu geraten, wenn ich das eigene Denken aufgebe.
Die Schriften nutze ich, um mir über meinen Weg klar zu werden.
Jedes auch noch so sanft vorgetragene `Du musst aber... Du solltest mal...` stammt von `InterpretInnen`, die nicht zwangsläufig die Absicht verfolgen müssen, Abhängigkeit zu erzeugen, es aber `tun`- weil sie wahrscheinlich selbst etwas zu bewältigen haben.
Letztendlich bin ich es selbst, der diese Abhängigkeit zulässt, oder eben nicht !
Ich brauche keinen `Mittler` zwischen mir und GOTT.
Den Text von Dan kann man bei Google übersetzen lassen...
Sei mir nicht böse, aber irgendwie schaffe ich nicht den von dir geschriebenen Text mit der Überschrift in Verbindung zu bringen?
Hallo,

Bin mir auch gerade nicht sicher, ob ich den Thread objektiv-neutral auffassen oder als indirekte Beleidigung ansehen sollte...

Lieber Mr. Keating,

du schreibst,
Zitat:
Ich brauche keinen `Mittler` zwischen mir und GOTT.

Nun gut, lassen wir diese these mal im Raum stehen. Erkläre mir doch bitte, wie du darauf kommst, dass Gott Sich jedem Menschen offenbaren kann?
Wenn wir als Menschen jeder einen direkten Draht zu Gott hätten (abgesehen davon, dass wir natürlich eine persönliche Beziehung zu Ihm aufbauen können), dann müssten wir doch alle die gleichen ethischen Lehren vertreten, die gleichen Ansichten zu moralischen Dingen haben, unser Gottesbild müsste gleich sein und wir wären alle perfekt, da ja jeder direkt aus erster Hand wissen müsste, was Gottes Will ist. Ist dies nicht so?

Dann schaue ich mir an, was Leute, die behaupten, direkt von Gott Anweisungen zu bekommen, alles so anstellen:
von Personen, die meinen, mit jedem schlafen zu müssen, um ihre Spritiualität zu erhöhen und dies als höchstes Gut unter den Lehren Gottes sehen bis hin zu Personen, die andere steinigen, weil sie außerehelichen/unehelichen Sex haben ist da nahezu alles dabei.

Hmm, wenn wir alle einen direkten Draht zu Gott haben und Seinen Willen direkt, unverfälscht und rein vermittelt bekommen, dann sollten doch solche großen Unterschiede nicht auftreten, oder?

LG Yahia
_________________
https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
PS: Dass du versuchst, die Baha'i mit Psychosekten in Verbindung zu bringen, ignoriere ich jetzt mal. Ich gehe davon aus, dass du (aufgrund eines anderen Threads) dich schon umfassend mit der Baha'i Religion beschäftigt hast und dich sicherlich auch allgemein- und religionswissenschaftlicher Literatur bedient hast, die eindeutig die Stellung der Baha'i untersucht hat.
@Mr.Keating:

Sei mir jetzt bitte nicht böse, wenn ich das sage, aber ich habe das Gefühl, dass deine Texte überhaupt nicht mit deinen Threadüberschriften übereinstimmen.

Ich verstehe nicht, was du uns sagen willst.
Hallo,

ich wollte keineswegs jemanden beleidigen.
Zur Sache:
dies soll ein offenes Forum sein.
WaBekenntnisse gibtrum entsteht dann bei mir der Eindruck,dass da ganz plötzlich still und sanft `was Sektenhaftes `rüberkommt !
Sobald man an dem Selbstverständnis kratzt,ändert sich der Ton dieser doch so sanften, friedliebenden Menschen ...
Zur Sache mit GOTT:
die Mennoniten z.B. sehen allein in der Bibel die lebensbegleitende `Instanz`.
Ich frage mich, warum es hunderte christliche Bekenntnisse und `Kirchen` gibt und alle von der jewqeils richtigen Auslegung der Bibel ausgehen ?
Die Vorstellungen von GOTT sind doch auch bei den Bahaii menschliche Vorstellungen, wie vom omnipotenten Papa - das ist mir lange nicht aufgefallen :
irgendwie ist ER immer da, dann wieder nicht, d.h. verborgen, dann quält ER jene,die IHn erkennen, was die ganz toll finden,dann stirbt SEIN Sohn am Kreuz für alle Menschen-Frage: was ist mit denen, die vor dem Tod am Kreuz gelebt haben ? - dann taucht ER wieder auf bzw. schickt einen Boten...und alles exklusiv für ChristInnen und Bhaii...
Ich bin erwachsen und kann denken !
Vielleicht ist GOTT gar nicht `verborgen`,sondern immer gegenwärtig, und wir erkennen das nicht !
Vielleicht war Jesus ein Mann, der für SEINE Überzeugung gestorben ist und vielleicht ist `das Reich GOTTES` , von dem wir im Vater unser sprechen, die Welt in dem Zustand,wenn wir alle nach der Bergpredigt lebten ?
Sobald `Kirchen`entstehen, entsteht Zwist,Streit,Gewalt.
wer das nicht glaubt, sollte sich mal mit ex-Bahaii unterhalten oder kritischen Bahaii.
Dann fällt der Schleier der Sanftmut.
Lieber Mr. Keating,

Mr-Keating hat folgendes geschrieben:

dies soll ein offenes Forum sein.
[...]
Sobald man an dem Selbstverständnis kratzt,ändert sich der Ton dieser doch so sanften, friedliebenden Menschen ...


Hmm, ich finde nicht, dass ich böse geworden bin, als ich auf deinen Thread geantwortet hatte. Ich bin nur sachlich geblieben und habe versucht, eines deiner Argumente aufzugreifen, um darüber zu diskutieren. Aber, und das habe ich jetzt von vielen Seiten gehört, bist du nicht wirklich darauf eingegangen (bis jetzt).

Zu der Sache mit der Sekte: Ich beschäftige mich zur Zeit mit Literatur über die Baha'i, die von Evangelischen Theologen verfasst wurde*
Dort werden all deine indirekten Vorwürfe nicht einmal im kleinsten Satz zur Ansprache gebracht.


Mr-Keating hat folgendes geschrieben:

Zur Sache mit GOTT:
die Mennoniten z.B. sehen allein in der Bibel die lebensbegleitende `Instanz`.
Ich frage mich, warum es hunderte christliche Bekenntnisse und `Kirchen` gibt und alle von der jewqeils richtigen Auslegung der Bibel ausgehen ?
Die Vorstellungen von GOTT sind doch auch bei den Bahaii menschliche Vorstellungen, wie vom omnipotenten Papa - das ist mir lange nicht aufgefallen :
[...]
Vielleicht ist GOTT gar nicht `verborgen`,sondern immer gegenwärtig, und wir erkennen das nicht !


Hmm, insofern ich das weiß, ist Gott für Baha'i die unerforschliche Wesenheit. Baha'u'llah schreibt dies so:
Zitat:
Jedem verständigen und erleuchteten Herzen ist es offenbar, daß Gott, die unerforschliche Wesenheit, das göttliche Sein, unermeßlich erhaben ist über jedes menschliche Kennzeichen wie körperliches Dasein, Aufstieg und Abstieg, Ausgang und Rückkehr. Fern sei es Seiner Herrlichkeit, daß des Menschen Zunge angemessen Sein Lob künden oder des Menschen Herz Sein unergründliches Mysterium erfassen könnte. Er ist und war von jeher in der altehrwürdigen Ewigkeit Seines Wesens verhüllt und wird in Seiner Wirklichkeit dem Schauen der Menschen ewiglich verborgen bleiben. »Keine Schau erfaßt Ihn, Er aber erfaßt alle Schaut Er ist der Scharfsinnige, der Allsehende.«


An anderer Stelle erklärt Er:
Zitat:
Betrachte den einen, wahren Gott als Einen, der anders als alles Erschaffene und unermeßlich darüber erhaben ist. Das ganze Weltall strahlt Seine Herrlichkeit wider, während Er selbst von Seinen Geschöpfen unabhängig ist und sie weit überragt. Dies ist die wahre Bedeutung göttlicher Einheit. Er, die ewige Wahrheit, ist die eine Macht, welche unbestrittene Herrschaft über die Welt des Seins ausübt, eine Macht, deren Bild im Spiegel der ganzen Schöpfung zurückgeworfen wird. Alles Dasein hängt von Ihm ab, und aus Ihm strömt der Lebensquell aller Dinge. Dies ist die Bedeutung göttlicher Einheit, dies ist ihr Grundgedanke.

(Beide Zitate sind aus der Ährenlese)
Gott hat für mich persönlich viele Attribute, doch trotzdem kann ich Ihn auf keinen Fall auch nur ansatzweise fassen oder begreifen. Er liegt außerhalb meines Verständnisses und deshalb habe ich ein anderes Bild von Ihm als mein Nächster. Natürlich ist Er väterlich, aber auch mütterlich. Er ist der Offenbarste des Offenbaren und der Verborgenste des Verborgenen (Baha'u'llah, Baha'i-Gebete 155).


Mr-Keating hat folgendes geschrieben:
Vielleicht war Jesus ein Mann, der für SEINE Überzeugung gestorben ist und vielleicht ist `das Reich GOTTES` , von dem wir im Vater unser sprechen, die Welt in dem Zustand,wenn wir alle nach der Bergpredigt lebten ?

So ist es doch auch aus Baha'i-Sicht: Gott reicht uns Menschen die Werkzeuge, das Reich Gottes auf Erden zu erbauen. Die Menschheit muss nur zugreifen und das 'Baumaterial' (sprich uns Menschen selbst sowie die Welt als ganzes) richtig formen und ausbauen. Die Werkzeuge dazu finden sich in den Heiligen Schriften der Hochreligionen (vor allem in den ethischen Regeln) als auch in Baha'u'llahs Heiligen Schriften, in denen sie konkretisiert werden.


Mr-Keating hat folgendes geschrieben:

Sobald `Kirchen`entstehen, entsteht Zwist,Streit,Gewalt.
wer das nicht glaubt, sollte sich mal mit ex-Bahaii unterhalten oder kritischen Bahaii.
Dann fällt der Schleier der Sanftmut.

Baha'u'llah hat doch Selbst die Verwaltungsordnung entworfen und verordnet. Er hat doch Selbst im Kitáb-i-Aqdas und in Seinem Buch des Bundes Seinen Sohn Abdu'l Baha als Seinen Nachfolger als Leiter der Baha'i und als Ausleger Seiner Schriften bestimmt. Er gab Ihm die Aufgabe, die Baha'i-Gemeindeordnung, wie Baha'u'llah sie in Seinen Schriften grundlegend bestimmt hat, zu erbauen und zu konkretisieren. Diese Verantwortung ging dann an Abdu'l Bahas Enkel Shoghi Effendi über, der dazu durch Abdu'l Bahas Willen und Testament bestimmt wurde.

Es religionshistorisch einmalig, dass ein Religionsstifter eindeutig festgelegt hat, wie die Ordnung der Gemeinde nach Dessen Tod aussehen soll. Das sage ich nicht als Baha'i, sondern das sage ich als jemand, der Vergleichende Religionswissenschaftler als Freunde hat, die sich damit auskennen und die Geschichte der Religionen kennen.

Wenn du mit Ex-Baha'i Personen wie Francesco Ficcicchia meinst, dann kann ich verstehen, wieso du auf Vergleiche mit Psycho-Sekten kommst. F. Ficcicchia schloss sich den Baha'i an, da er vor allem Interesse für die Gemeindeordnung hegte. Vor Wahlen brach er immer Baha'i-Gesetze: er machte Werbung für sich. Er bat andere Baha'i, ihn zu wählen und pries sich als geeignetes Mitglied im Geistigen Rat an. Dies ist nicht mit der Bahai-Ethik und den Baha'i-Geboten der Wahl vereinbar.

Als er nach wiederholter Beratung darüber immer noch so vorging, wurden ihm die administrativen Rechte entzogen, da er wiederholt Baha'i-Gebote gebrochen hat und nicht einsehen wollte, dass dies von Baha'u'llah, Abdu'l Baha und Shoghi Effendi strikt verboten wurde. Seine Intention war vermutlich, eine möglichst hohe Position innerhalb der Baha'i zu erreichen. Er trat kurz daraufhin aus der Gemeinde aus und verfasste anschließend sein Buch, welches großen Schaden über die Baha'i brachte. Die Kirchen nutzten viele Jahre dieses Buch, um über die Baha'i als Sekte zu sprechen. Die DDR-Regierung selbst erlaubte nur dieses Buch als Referenz über die Baha'i in ihrem Hoheitsgebiet.

Mitte der 1990er Jahre wurde dann eine Gegendarstellung seitens der Baha'i veröffentlicht ( Desinformation als Methode: Die Baha'ismus-Monographie des F. Ficcicchia von Udo Schaefer, Nicola Towfigh und Ulrich Gollmer). Nach Veröffentlichtung dieser Gegendarstellung nahmen die Kirchen die Darstellung Ficicchias aus ihren Büchereien und betrachteten die Baha'i nicht mehr als Sekte, sondern als eigenständige Religion. Seit Anfang/Mitte der 1990er ist auch der theologische und religionswissenschaftliche Forschungsstand über die Baha'i, d.h. objektive Fremddarstellungen durch Nicht-Baha'i, gewachsen, da es erst seit diesen Jahren eine wirklich wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Thema gibt.

Aber dies ist nur eine vermutung, dass du Ficcicchia meinst. daher die lange Antwort.
Natürlich steht es jedem frei, die Baha'i-Gemeinde zu verlassen und sie zu kritisieren. Aber genauso steht es den Baha'i frei, Sachen zu erklären, richtigzustellen bzw. sich zu verteidigen auf argumentative Art und Weise. Dazu verweise ich auf die Schriften Baha'u'llahs, Abdu'l Bahas und auf Sekundärliteratur eigener oder fremder Herkunft.

Liebe Grüße,

Yahia

*Fremdliteratur:
Handbuch Baha'i von Prof. Dr. phil. Dr. theol. Manfred Hutter
Globale Religionen: Ein Lesebuch zum interreligiösen Gespräch: Bahá'i, Christentum, Islam von Ulrike Elsdörfer (Ev. Theologin/Dr.phil.)
ebenfalls empfehlenswert: Theologische Realenzyklopädie (Band 5 / Eintrag "Baha'ismus")
Ein weiterer Autor, der sich mit den Baha'i beschäftigt hat, ist Prof. Dr. Johann Figl (Dr. theol. [kath.], Religionswissenschaftler, Religionsphilosoph)
_________________
https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
@Yahia:

Ja das Handbuch von einem der renommiertesten Religionswissenschaftlern Manfred Hutter über die Bahá'i ist wirklich klasse.

Wirklich empfehlenswert, wenn man eine objektive und sachliche Quelle benötigt.

Zitat:
Die Bahá'i-Religion ist der Trost der Menschheit - Mahatma Gandhi
Zitat:
Wirklich empfehlenswert, wenn man eine objektive und sachliche Quelle benötigt.


Joah. So kann man auch missionieren.