Was passiert unmittelbar nachdem man stirbt?


Hallo Rosenrot,

Es gibt meines Erachtens nur eine wahre Aussage über Gott: Ich bin, der ich bin.
Aber seltsamerweise glaubt fast jeder Religionsanhänger, dass er wesentlich mehr weiss als andere.
Und, was noch viel seltsamer ist, es werden auch heute noch Terror und Kriege damit begründet.

Zitat:
Die Gottesbilder stammen aus dem Selbstverständnis des Ichs, des Ego, des Selbstes oder SELBSTes. Sie sind repräsentativ für unterschiedliche Stufen der Evolution.


Das ist wohl kaum richtig.
1. Für die Tier- und Pflanzenwelt ist ein Verständnis von "Gott" wahrscheinlich vollkommen uninteressant.
2.
Beim Menschen spricht man zwar inzwischen von sozialer und moralischer "Evolution", diese hat aber ganz andere Hintergründe (Fragen der sozialen Ordnung, Fragen zum Verständis der Welt).
3. Glaube ist in jedem Fall metaphysisch und daher nicht hinterfragbar (es sei denn, in Grenzgebieten streifen sich Glaubens- und Wissensfragen, wobei bis heute eigentlich fast immer irgendein Glaube seine Aussagen revidieren musste).
4. Die "unterschiedlichen Stufen der Evolution" werden hier wahrscheinlich wertend gemeint sein. Das ist bei der Evolutionstheorie nicht der Fall.

Pjotr Kala
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Hallo,

Soweit ich das überblicke sind bisher die tibetischen Totenlehren noch nicht zur Sprache gekommen. Das ist m.W. die einzige Quelle, die anhand der verschiedenen "Bardos" die Zwischenstadien recht detailliert beschreibt.
Dazu gibt es ein gutes Buch von Sogyal Rinpoche, "das tibet. buch vom leben und vom sterben" (Auszüge daraus sind auf meiner Seite unterm Thema 'Tod' eingestellt).
In Tibet ist es Tradition, dass dem Verstorbenen in den folgenden 40 Tagen (allgemeine Trauerzeit) aus diesem Buch vorgelesen wird um ihn durch diese heikle Zeit zu führen. "Heikel" deswegen, da sich der Verstorbene ohne die Stabilität des grobstofflichen Körpers in einem sehr labilen Zustand befindet, in dem sein Karma, Unterbewusstes oder sozusagen sein "Sündenpool" einen großen Einfluss ausüben kann (dieser Aspekt, dass jeder Mensch die Nach-Toderfahrungen gemäß seiner eigenen "Realität" erlebt, ist von "papaloo" bereits gesagt worden).
Das Ziel dieses Wissens ist es, den Verstorbenen erneut in die beste, also menschliche, Geburt zu führen.
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Hallo,
praktisch übersstzt, die Familie des Verstorbenden bewschäftigt sich 40 Tage mit der Person. Dabei dürfte es nicht nur vorlesen eine Rolle spielen sonden die Reflektion des Lesers und der Zuhörer mit dem Text und der verstorbenden Person. Also eine Festigung des Wissens und der werte die dieser Verstorbenden zu Lebzeiten an Schüler, Kinder und Angehörige vermittelte.

Eine Funktion ähnlich von Totenwache und Leichenschmaus.

Der Tote übermittelt nichts, bekommt nichts mehr mit, die Lebenden sortiern ihre Gedanken, Erinnerungen und überkommendes Wissen.
Weinberg hat folgendes geschrieben:
Hallo,
Der Tote übermittelt nichts, bekommt nichts mehr mit, die Lebenden sortiern ihre Gedanken, Erinnerungen und überkommendes Wissen.

Das tibet. Totenbuch stellt das meine ich anders dar. Im Gegenteil, der Tote weiß ganz genau was vor sich geht, bewegt sich mit sehr großer Geschwindigkeit, begibt sich an viele Orte, erkennt sogar die Gedanken der Angehörigen. Ich glaube mich an eine Anweisung des Buches an den Verstorbenen zu erinnern, gelassen zu bleiben, auch wenn er merkt, dass die Angehörigen bei der eigenen Beerdigung nicht wirklich bei der Sache sind, usw.

Gerade aufgrund des labilen Zustandes können die Angehörigen durch positive Gedanken den Verstorbenen stabilisieren. Das Totenbuch sagt also, dass eine aktive Hilfe immernoch möglich ist und ankommt.
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Hallo eddyman,
Geschrieben steht vieles und viele glauben daran. Was zählt, sind Beweise. Ansonsten ist es reine Metaphysik und damit ziemlich beliebig.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo eddyman,
Geschrieben steht vieles und viele glauben daran. Was zählt, sind Beweise. Ansonsten ist es reine Metaphysik und damit ziemlich beliebig.
Pjotr Kala

Hallo Pjotr,
natürlich. Was du meinst sind wissenschaftliche Beweise. Aber warten, bis endlich jemand ein so feines Instrumentarium entwickelt, das diese Dinge messbar werden lässt - das kann dauern.
Überzeugend an der ganzen Sache mit Religion ist aber, dass es immer lebende Beispiele gegeben hat, die das verwirklicht haben. Es ist ja auch in der Wissenschaft so, dass das Experiment jede noch so schöne Theorie über den Haufen wirft.
Aber darüber kann man immer streiten, man muss letztlich in die Praxis gehen. Das kommt uns dann auch in der Zeit unseres Todes zugute.
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Hallo eddyman,
Zitat:
Überzeugend an der ganzen Sache mit Religion ist aber, dass es immer lebende Beispiele gegeben hat, die das verwirklicht haben. Es ist ja auch in der Wissenschaft so, dass das Experiment jede noch so schöne Theorie über den Haufen wirft.

Du meinst hier sicherlich die Beispiele von den Offenbahrern. Aber dann weisst du sicher auch, dass die geschichtlichen Fakten von diesen Offerbahrern meist sehr dürftig sind (und je älter, desto dürftiger) und ein sehr grosser Teil auf Legendenbildung beruht.
Ich frage mich, ob heute überhaupt noch ein Offenbahrer eine Chance hätte, da durch Facebook und Co fast jeder Pups (oh Entschuldigung ) bekannt werden würde und somit auch das gewöhnliche Alltagsleben eines Offenbahrers stark unter die Lupe genommen werden würde.

Zwar werden wissenschaftliche Theorien manchmal durch Experimente widerlegt, das geschieht jedoch fast immer in einem sehr frühen Stadium der Theorie. Ist sie erst einmal bestätigt, gibt es fast immer nur noch Erweiterungen oder Einschränkungen in besonderen Einzelfällen (Wasser fliesst z.B. durch Druck auch bergauf).

Mit dem feinen Instrumentarium ist das so eine Sache. Seitdem es bei der Hirnforschung ein nichtinvasives Intrumentarium gibt, dass sich zur Zeit auch noch immer weiter verfeinert, gibt es riesige Fortschritte auf diesem Gebiet. Die bis heute bekannt gewordenen Ergebnisse werden von vielen "Gläubigen" vorsichtshalber erst gar nicht wahrgenommen, da sich so manche Überzeugung damit nicht mehr in Übereinstimmung bringen lassen kann.

Pjotr Kala
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Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Du meinst hier sicherlich die Beispiele von den Offenbahrern. Aber dann weisst du sicher auch, dass die geschichtlichen Fakten von diesen Offerbahrern meist sehr dürftig sind (und je älter, desto dürftiger) und ein sehr grosser Teil auf Legendenbildung beruht.
Ich frage mich, ob heute überhaupt noch ein Offenbahrer eine Chance hätte, da durch Facebook und Co fast jeder Pups (oh Entschuldigung ) bekannt werden würde und somit auch das gewöhnliche Alltagsleben eines Offenbahrers stark unter die Lupe genommen werden würde.

Hallo,
wir sind ab vom Thema, daher nur kurz: "Offenbarer" klingt recht charismatisch. Ich meine die ununterbrochene Linie von Weisen, Heiligen, Mystikern, Meistern zu allen Zeiten in allen Ländern, die gar nicht so sehr durch äußere Zeichen aufgefallen sind, sondern durch ihren starken transformierten Charakter. Das stellt für mich in religiöser Hinsicht eine Tatsache dar: können diese Ideale verwirklicht werden? - Ja, sie können. (Natürlich besteht diese Übertragungslinie auch im tibet. Buddhismus, die "Rinpoches")
Geruhsame Nacht!
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eddyman hat folgendes geschrieben:

Das tibet. Totenbuch stellt das meine ich anders dar.


Im Gegenteil, der Tote weiß ganz genau was vor sich geht, bewegt sich mit sehr großer Geschwindigkeit, begibt sich an viele Orte, erkennt sogar die Gedanken der Angehörigen.


Du schreibst es schon richtig, das Teotenbuch stellt es anders dar, also eine Theorie.