Narzistische Pesönlichkeitsstörung


Ich bin fix und alle. Jetzt dachte ich, endlich mal den Mann fürs Leben getroffen zu haben und nun merke ich mehr und mehr, dass dieser Mensch irgendwie psychologische Defizite hat.
Am Anfang hatte ich das Gefühl, er ist total begeistert von mir. Er hat sich solche Mühe gegeben, mir zu gefallen und ich habe mich als etwas besonderes gefühlt. Jetzt, nach ein paar Wochen, ist das Gegenteil der Fall. Jetzt habe ich ständig das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Die Krönung des ganzen ist, ich soll jetzt meine Arbeit aufgeben und doch noch promovieren. Ich hatte nie den Wunsch, habe nie geäußert, dass ich das will. Ich meine sogar, dass er sich mit mir schämt, weil ich keinen Doktortitel habe. Das ist doch krank, oder? Ich mag meine Arbeit, bin glücklich überhaupt eine Stelle zu haben und jetzt soll ich das aufgeben? Nö.
Auf einmal passt ihm auch mein Kleidungsstil nicht mehr und überhaupt all das, was ihn doch so an mir angezogen zu haben schien. Er gibt mit mir gerne von weitem an, aber wenn er sich mit seinen Freunden trifft, meint er auf einmal, das wäre doch sicher nichts für mich. Ich merke aber genau, dass er mich nicht mitnehmen will, weil ich nicht so geschraubt daherquatschen kann. Wenn wir alleine sind, ist es immer schön, aber sobald er in seinem Kreis ist, ist er total verkrampft dabei, diesen Leuten zu gefallen. Das hat mich so gestört, dass wir einen riesigen Krach deswegen bekommen haben. Er versucht auch immer anderen Frauen zu gefallen, obwohl ich weiß, dass die ihm gar nicht gefallen. Er will einfach nur gefallen, in allem, bei allen, selbst wenn ihm diese Leute eigentlich nicht kümmern. Das habe ich ihm klar ins Gesicht gesagt. Erst hat er das abgestritten und dann, was der absolute Clou ist, hat er ganz agressiv geschrien, er sei eben ein Narziss.
Die Art, wie er das gesagt hat, ist eigentlich das, was mich so komisch berührt. Ganz nach dem Motto: Ich stehe dazu. Ich habe einen Fehler, ich weiß das, aber ich brauche nichts ändern.
Ich finde das krass. Als ob eine schlechte Eigenschaft gerechtfertigt wäre, sobald man sie nicht zu verstecken sucht, sondern "dazu steht". Wie kann man dazu stehen, ein Narziss zu sein?
Der Abend war so emotional aufgelanden, dass ich im Net nach Narzissmus gesucht habe und eine Seite mit narzistischer Persönlichkeitsstörung gefunden habe. Jetzt vergleiche ich diese Symptome ständig mit denen von meinem Freund, bin aber nicht sicher, ob er wirklich so eine Störung hat. Eigentlich würde das bedeuten, dass er gar kein Selbstwertgefühl hat. Das kann ich allerdings nicht glauben, da er sich unglaublich wichtig nimmt und sich überhaupt für den Klügsten unter den Menschen hält. Je mehr ich aber darüber nachdenke, desto merkwürdiger ist sein Verhalten. Obwohl er von außen gesehen, ein ganz toller Mann ist, hat er mich am Anfang wie eine Göttin behandelt. Das hätte mir schon mekwürdig vorkommen sollen, da ich nur ein ganz normaler Mensch bin. Diese Begeisterung, dieser Überschwang. "Beobachtet" hätte er mich, schon seit Tagen, aber sich nie getraut mich anzusprechen. (Naja, welcher Frau gefällt das nicht? Das will man doch dann auch nicht in Frage stellen) Es hat ja auch alles gepasst. Gäubig ist er, will Kinder, ist gutausehend, fantasiereich, gleiche Interessen, belesen, gleiches Alter. Wir hatten so viel Spaß, haben ganz außergewöhnliche Dinge unternommen. Ich weiß gar nicht, was nun los ist. Es ist, als ob ich nicht wert genug wäre, seiner eigenen großen Bedeutung gerecht zu werden. Ich denke immer, dass er jemanden zum bewundern braucht und ich das jetzt aber nicht mehr bin. Aber warum? Ich bin so enttäuscht und will gar nicht wahr haben, dass das alles nichts ist. Seine Verrücktheit, die mir am Anfang so gefallen hat, kommt jetzt immer gestörter rüber. So hat er mir beispielsweise erzählt, dass er abends in der Dämmerung gerne das Licht in seiner Wohnung anschaltet und dann nach draußen geht, um zu sehen, wie es von draußen so gemütlich bei ihm aussieht und er sich dann daran freut, dass er so schön wohnen darf. Das fand ich irgedwie so nett, so menschlich. Jetzt aber, vor dem Hintergrund seiner anderen Macken, ist das nur noch krank. Reine Selbstbespiegelung, die nichts mit der feinsinnigen Romantik gemein hat, die ich in ihm zu sehen meinte. Ich dachte wir sind seelenverwandte, die nur aufeinander gewartet haben, etwas völlig einzigartiges. So hatte er mich ja auch behandelt. Mitlerweile äfft er mich sogar nach, wenn ich etwas sage, was ihn nervt.
Was soll ich jetzt machen? Ich habe so eine unglaubliche Wut auf diesen Mann und auf der anderen Seite möchte ich nicht wieder alleine sein.
Zitat:
Was soll ich jetzt machen? Ich habe so eine unglaubliche Wut auf diesen Mann und auf der anderen Seite möchte ich nicht wieder alleine sein.


Menschen lassen viele Dinge über sich ergehen um der Einsamkeit zu entgehen. Wovon ich dir rate von abzusehen ist es deinen Freund in irgendwelche Psychosomatischen Schubladen stecken zu wollen. Dann wirst du bei jeglich auffallendem Verhalten seinerseits sofort eine Psychoanalyse beginnen (aha jetzt ist er wieder Narzistisch).

Der Punkt liegt doch ganz wo anders.
Er legt ein Verhalten an den Tag das du ihm zu Anfang nicht zugetraut hattest. Er präsentiert sich dir in einer Weise die dir zu Anfang fremd war. Das Bild das du von ihm hattest wurde stark beschädigt und nun suchst du nach einem Ausweg.

Die Tatsache das dein Freund Verhaltensweisen an den Tag legt die dir nicht gefallen sollten aus dem Kontext der jeweiligen Situation betrachtet werden. Wenn du schreibst:
Zitat:
Mitlerweile äfft er mich sogar nach, wenn ich etwas sage, was ihn nervt.

Hat nichts mit einer Narzistischen Störung zu tun sondern zeigt das ihr beide gegenseitig Macken aneinander enddeckt habt die euch missfallen.

Tja was nun?
Du könntest dich selber zwingen einem Traumbild hinterher zu rennen oder ihr ergründet beide wie es dazu kommen konnte das ihr gegenseitig Dinge aneinander bemerkt habt die euch stören. Ja sogar kränken.
Ich rate davon ab euch gegenseitig die Verhaltensweisen an den Kopf zu schmeissen die ihr jeweils schei** findet. Das führt nur zu ständigen schuldzuweisungen und der Alltag im Verhalten wird nur noch fixierter auf das Fehlverhalten des jeweiligen sein. Dadurch staut sich nur mehr Frust auf und man selber wird immer mehr dazu gezwungen ein künstliches Verhalten an den Tag zu legen.Ich rate euch eher an den Kern der Sache zu ergründen. Wo dieser liegt ist aus deinem Text leider nicht ersichtlich.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Hallo, liebe Guila, ja so ist das oft. Die erste Verliebtheit geht in das ganz "normale" Leben über.
Ich denke, wir sind halt alle nicht vollkommen, ich nicht, Du nicht, keiner von uns!
Und ist das wirklich eine Narzistische Persönlichkeitsstörung die Du da an ihm feststellst , oder nur ganz normale Unvollkommenheit?
Manchmal sagt man solche Sachen einfach auch aus einer Trotzhaltung heraus.

Gestern sagte mir mein Neffe >mal sehen wie sich diese Beziehung entwickelt< (er hat eine neue Freundin) und ich konnte ihm leider in dem Moment nicht sagen wie ich darüber denke.
Ich denke eine Partnerschaft entwickelt sich nicht von selbst. Wir entscheiden wie sich eine Partnerschaft entwickelt..
Eine gute Partnerschaft kann "harte Arbeit" sein. Wir müssen einiges dafür tun um den anderen zu verstehen, um ihm auf Dauer Liebe, Achtung usw. entgegen zu bringen und mit seinem Wesen vertraut werden. Und dafür müssen beide bereit sein etwas dafür zu tun. Es gibt gute Bücher und überall Beratungsstellen.

Ich habe z.B.früher die Bücher studiert -Frieden mit dem Partner- von Erik Blumenthal und auch -Die neue Partnerschaft- von Theo Schönaker, dadurch hat sich vieles gebessert.
Ideal wäre es gewesen, er hätte sich genauso intensiv damit beschäftigt oder zumindest nur halbwegs.

Alles Gute für Dich!

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Ja und Pommes liegt mit seiner Meinung hier garnicht so daneben. Ich seh das ebenso.
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Bahá'u'lláh
[quote="Pommes"]
Zitat:

Er legt ein Verhalten an den Tag das du ihm zu Anfang nicht zugetraut hattest. Er präsentiert sich dir in einer Weise die dir zu Anfang fremd war. Das Bild das du von ihm hattest wurde stark beschädigt und nun suchst du nach einem Ausweg.


Ich würde es anders ausdrücken. Er legt ein Verhalten an den Tag, das ich anders, positiver interpretiert habe, ohne zu erkennen, dass er einen Knall hat. Den hat er ganz bestimmt. Ich habe hier nicht alles geschrieben, nur das, was mir gerade besonders aufstößt. Beispielsweise lässt er sich gerne von mir fotografieren wenn wir etwas unternehmen, stellt sich in Pose. Er dagegen kommt gar nie auf die Idee auch mich zu fotografieren. Ich bin völlig unwichtig. Von diesen Dingen bringt er noch mehr. Es ist mir einfach zu mühsam, das alles kleinteilig zu schildern.


Zitat:
Ich rate euch eher an den Kern der Sache zu ergründen. Wo dieser liegt ist aus deinem Text leider nicht ersichtlich.


So einen Kern, den es zu ergründen gilt, gibt es gar nicht. Wir sind ja erst etwa drei Monate zusammen. Da ist ja keine lange Beziehung, die es zu retten gilt. Der will mich nicht so wie ich bin. Die Curiosität ist aber, dass er mich braucht. Vorhin haben wir telefoniert und ich habe angedeutet, ob es nicht besser wäre, sich eine Weile nicht zu sehen, um nachzudenken. Da hat er richtig Panik bekommen. Dabei meckert er doch ständig an mir herum. Auch an meinem Körper.
Zitat:
Da hat er richtig Panik bekommen. Dabei meckert er doch ständig an mir herum. Auch an meinem Körper.


Auch Männer fürchten die Einsamkeit.
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Hallo Giulia,

hmm ... ich mach es knapp und einfach: alles was Dir an ihm mißfällt hast Du in/an Dir.
Ich weiß, das hört man nicht gerne

Gruß
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Ähm...
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Zitat:
Beispielsweise lässt er sich gerne von mir fotografieren wenn wir etwas unternehmen, stellt sich in Pose. Er dagegen kommt gar nie auf die Idee auch mich zu fotografieren.


Die Meisten von uns haben in ihrer Kindheit zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und sind deshalb als Erwachsene immer darauf aus diese zu erhalten. (z.B. dadurch, sich fotografieren zu lassen)

Wenn Du es selbst nicht bräuchtest, würde es Dir garnicht auffallen, dass er nicht auf die Idee kommt Dich zu fotografieren.

Alles Liebe für Dich
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Bahá'u'lláh
Drei Monate und dann ist das erste verliebtsein vorbei. da trennst sich die Spreu vom Weizen. Und nach Weizen sieht's nicht aus.
Ich würd mich trennen.
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!