Narzistische Pesönlichkeitsstörung


Giulia_ hat folgendes geschrieben:

Aber es ist schon ein erhabendes Gefühl, so begeistert begehrt zu werden.


Der Narzisst verführt durch Schmeichelungen und Geschenke, aber das ist nicht Liebe, sondern seine Art, Menschen an sich zu binden, um sie dann kaputt zu machen.

Es ist eine (schwere) Aufgabe der Erkenntnis, Liebe von Verführung unterscheiden zu lernen.
Da habe ich gerade was Interessantes zum Thema gefunden:

http://www.randomhouse.de/content/edition/excerpts/47766.pdf

Zitat:
Solange der Mann der Frau das Gefühl gibt, besonders und unwiderstehlich zu sein, fühlt sie sich begehrt und geliebt.
Sie ihrerseits vermittelt dem Mann Besitzerstolz, denn womit schmückt sich ein Mann lieber als mit einer schönen Frau – das Auto einmal ausgenommen?

Dieses Szenario ist an sich nicht ungewöhnlich, denn jede Begegnung kann einen narzisstischen Nutzen haben, indem das Gegenüber das eigene Selbstwertgefühl stärkt.
Das finden wir in Zweierbeziehungen ebenso wie in Freundschaft en oder
Nachbarschafts- und Arbeitsbeziehungen.
Lob, Anerkennung und Zuwendung bestätigen uns als Person, verbessern unser Selbstbild und machen Lust auf mehr Kontakt.
Diese Form der narzisstischen Dynamik ist positiv und daher erstrebenswert:
Personen, die uns zugewandt sind, suchen wir auf, da wir uns durch sie geachtet und wohl fühlen, Menschen, von denen wir uns abgelehnt fühlen, meiden wir.
Wie stark ein Mensch nun in seiner Selbsteinschätzung von der Bestätigung anderer abhängt, entscheidet über die Art und Weise der Beziehung.
Ein Mensch mit einem eher stabilen Selbstwertgefühl, der um seinen Wert weiß, wird die Zuwendung und Anerkennung positiv nutzen können und sich darüber freuen.

Ein Mensch mit einem geschwächten oder instabilen Selbstwertgefühl dagegen wird die Zuwendung notwendig brauchen, um sich nicht abwerten zu müssen und ein Minimum an Selbstwertgefühl aufzubauen.

Er ist in größerem Maße abhängig von der positiven Einschätzung der anderen, um seine Selbstzweifel zumindest vorübergehend in Schach zu halten.
Das hat Konsequenzen für die Beziehung, denn er wird sich entweder anpassen, um geliebt zu werden, oder sich großartig darstellen, um bewundert und verehrt zu werden.
Diese beiden Varianten sind zwei grundlegende narzisstische Reaktionsmuster:
die minderwertige oder depressive und die grandiose Form.
Soraja, du hast mir sehr geholfen. Gott sei Dank habe ich noch einmal kurz hier vorbei geschaut, bevor ich mich mit ihm heute nachmittag verabreden wollte. Ich hätte ihm jetzt tatsächlich die Gründe dargelegt, warum ich die Beziehung nicht weiter führen kann.
Nein, wir wohnen nicht zusammen, das wäre ja auch viel zu früh gewesen.
Du hast mir da wirklich einen guten Vorschlag gemacht, ihm erst einmal vorgeschobene Gründe zu nennen, obwohl ich gestehen muss, dass ich ihm die Dinge schon gerne gesagt hätte, die mich verletzen und stören. Wenn sich jemand so toll vorkommt, hat man doch auch das Bedürfnis, ihm zu zeigen, dass er gar nicht so grandios ist. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass er böse wird oder mich zerstören würde. Das ganz sicher nicht. Ich glaube nur, er würde alles versuchen mich zu halten und es mir damit schwer machen, weil ich ja selber eigentlich wankelmütig bin. Ich wollte doch so gerne heiraten und Kinder. So viel Zeit habe ich nicht mehr. Wenn man mal dreißig ist, dann rennt die biologische Uhr. Klingt blöd, ich weiß das selber, ist aber so.

soraja hat folgendes geschrieben
Zitat:
Denn wäre dein Selbstbewusstsein besser, so hättest du sofort gemerkt, wie er ist und wärst ihm nicht auf den Leim gegangen.Denn wäre dein Selbstbewusstsein besser, so hättest du sofort gemerkt, wie er ist und wärst ihm nicht auf den Leim gegangen.


Ich finde es schrecklich, aber du hast, glaube ich, recht. Diese Passage, die zu zitierst

Zitat:
Er ist in größerem Maße abhängig von der positiven Einschätzung der anderen, um seine Selbstzweifel zumindest vorübergehend in Schach zu halten.
Das hat Konsequenzen für die Beziehung, denn er wird sich entweder anpassen, um geliebt zu werden, oder sich großartig darstellen, um bewundert und verehrt zu werden.
Diese beiden Varianten sind zwei grundlegende narzisstische Reaktionsmuster


trifft nicht nur auf ihn zu, sondern auch auf mich. Ich neige sehr dazu mich anzupassen und er dazu sich groß zu machen.
Bin ich also auch so narzistisch gestört und zwei haben sich gefunden, oder? Er ist der grandiose und ich die depressive, obwohl ich ganz und gar nicht depressiv bin, eigentlich eher heiter.

soraja hat folgendes geschrieben
Zitat:
Der Narzisst verführt durch Schmeichelungen und Geschenke, aber das ist nicht Liebe, sondern seine Art, Menschen an sich zu binden, um sie dann kaputt zu machen.


Geschenke hat er mir nicht gemacht. Darauf bin ich auch gar nicht gespannt. Auch verbale Komplimente waren nicht übertrieben. Es war seine Art, wie er mir begegnet ist. Er war so sehr darauf aus, mir zu gefallen. Er hat so aufgedreht in meiner Gegenwart. Richtig schwingelig ist mir geworden vor Glück, jemandem so sehr zu gefallen.
Da ich weiß, dass ich normalerweise nicht solche Begeisterungsstürme auslöse, habe ich da etwas tieferes hineininterpretiert. Eine Seelenverwandtschaft, die "er sofort spürt".
Ach Mist, ich bin so traurig.

soraja hat folgendes geschrieben
Zitat:
Dem Narzisst liegt ein ihm völlig unbewusster Selbsthass zugrunde


Meinst du? Das Gefühl habe ich über-haupt-nicht. Ich habe das auch anders gelesen. Da steht etwas von tiefen Minderwertigkeitsgefühlen, nicht von Selbsthass. Woraf beziehst du dich?
Hast etwa ähnliche Erfahrungen mit einem Mann gemacht? Du schreibst sehr sicher und überzeugend.

Pommes hat folgendes geschrieben
Zitat:
Was ersichtlich ist ist das du dir viele Gedanken um deine geistigen Schwächen machst. Dich sogar ein wenig stark damit identifizierst bzw. einen unguten Umgang damit entwickelt hast.

Deshalb bräuchtest du auch jemand an dem du wachsen kannst und keinen "Narzisten"


Das ist wirklich ein Bedürfnis. Ich wünsche mir jemanden, an dem ich wachsen kann. Wie aber muss so jemand sein? Er muss mir doch in gewisser hinsicht auch überlegen sein, sonst könnte ich nicht an ihm wachsen.

Nja, viele Fragen, mit denen ich mich jetzt auseinandersetzen muss ....

Danke für eure Hilfe und Gedanken zu meinem Problem.
Giulia, meine Liebe, wieviele Menschen kennst Du, die mit sich selbst, mit dem Partner oder anderen keine Probleme haben?
Ist das nicht die absolute Minderheit?

Ich wollte nochmal darauf hinweisen, dass Du vielleicht doch in Erwägung ziehst Dir fachliche Hilfe zu holen.

Du kannst hier oder anderswo noch tausend Leute fragen und jeder gibt seine Ferndiagnose, aber ein/e Fachmann/frau kann Dich besser und direkter beraten.

Und nochwas, Du bist doch ein gläubiger Mensch, wenn ich das richtig verstanden habe. Auch Gebete um Hilfe haben Wirkung, dadurch kann Dir der richtige Weg gezeigt werden. Gehen musst Du ihn natürlich selbst.

Alles Liebe Linde
_________________
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben
Zitat:
Du kannst hier oder anderswo noch tausend Leute fragen und jeder gibt seine Ferndiagnose, aber ein/e Fachmann/frau kann Dich besser und direkter beraten.


Danke linde, aber ich kann dem nichts abgewinnen, dass es immer wieder Leute gibt, die einen direkt zum Psychologen schicken möchten.
Ich habe mich hier ausgesprochen, wie vor Tagen auch schon bei zwei lieben Freundinnen, die meinen Freund ähnlich einschätzen wie ich. Die beiden kenne mich und ihn, auch wenn sie meinen Freund natürlich noch nicht so oft getroffen haben.
Soraja hat es partiell richtig auf den Punkt gebracht und der Pommes mit ein paar Sätzen auch.


linde hat folgendes geschrieben
Zitat:
Und nochwas, Du bist doch ein gläubiger Mensch, wenn ich das richtig verstanden habe. Auch Gebete um Hilfe haben Wirkung, dadurch kann Dir der richtige Weg gezeigt werden. Gehen musst Du ihn natürlich selbst


Ja, ich bin gläubig. Ich habe habe lange zum Hl. Antonius für einen Mann gebetet und als ich dann meinen Freund kennengelernt habe, war das für mich die Erhörung meiner Gebete. Deshalb fällt es mir doppelt schwer mich zu trennen, weil ich doch dachte, was für ein Geschenk! Gerade weil er auch gläubig ist. Ich möchte doch festhalten an dem Weg, aber mein Freund ist so auf sich bezogen. Ich denke ja auch, dass es vielleicht meine Aufgabe ist, bei ihm zu bleiben, aber ich habe so ein wehes Gefühl im Magen, wenn ich daran denke, dass das ewig so weitergehen soll.

Ich wollte ihn heute nachmittag treffen. Wir waren auch schon verabredet, aber kurz vor fünf hat er abgesagt, über das Mobile, weil ihm etwas wichtiges dazwischen gekommen ist. Ich war schon auf dem Weg und habe sofort gedacht, dass er ahnt, was ich ihm sagen möchte. Es scheint eine Ausflucht zu sein. Nun treffen wir uns morgen nachmittag. Er mag mich wohl doch schon sehr, sonst würde er es nicht aufschieben wollen, oder? Vielleicht meint er die ganzen Sachen ja auch nicht so böse, wie ich sie empfinde. Ich bin jetzt auch nicht mehr so sicher, ob ich wirklich Schluss machen soll. Jetzt da ich an alle diese Gebete denke. Es ist ja auch nicht so, dass meine Liebe verschwunden ist. Nur er ist so komisch eben. Er dreht bei vielen so auf wie bei mir. Er will jedem gefallen, nicht nur mir. Das macht mich stutzig. Ich flirte doch auch nich mit anderen Männern, schon gar nicht, wenn er dabei ist. Das macht man doch nicht, wenn man jemanden liebt.
Guilia, ohne dir zu nahe treten zu wollen. Ich find es irgendwie skurril, jemanden in eine pathologische Ecke zu stellen, wenn derjenige einfach - unreif zu sein scheint.
Natürlich ist es schön und toll, begehrt zu werden - jemanden zu haben, der so zu denken scheint wie man selbst und die gleiche Weltsicht hat, aber wenn es schon nach so relativ kurzer Zeit der Wurm drin ist, dann... bei aller Liebe...ist es für mich eine Beziehung, die eigentlich unter einem schlechten Stern steht und vielleicht auch "nicht sein soll".
Emotional kannst nur du entscheiden, ob du zweite, dritte Chancen gibst - du bist niemandem Rechenschaft schuldig, es ist dein Leben, es sind deine Gefühle.
_________________
Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Zitat:
Danke linde, aber ich kann dem nichts abgewinnen, dass es immer wieder Leute gibt, die einen direkt zum Psychologen schicken möchten.


Liebe Giulia, das hört sich ja an als würde ich Dich sonstwohin schicken wollen.

Wenn ich Friseurin werden will, dann brauche ich zuvor eine/n Berater/in (Friseurmeister/in) die mir zeigt wie es geht. Wenn ich Arzt werden will brauche ich auch Fachleute die das besser wissen als ich und mich unterweisen. Selbst wenn ich "nur" Straßenfeger werden will, brauche ich eine Anleitung, jemanden der mich einweißt.

Doch bei den wichtigsten Dingen des Lebens, wenn es darum geht uns selbst kennen zu lernen, damit wir mit anderen besser in Beziehung treten können, finden wir das peinlich und meinen es selbst besser zu können als ein Fachmann/Frau.
Dass dem nicht so ist, wir es eben nicht können, dafür gibt es doch unendlich viele Beispiele.
Die Zeiten sind doch längst vorbei wo man andere oder sich selbst als "nicht ganz richtig" ansah, wenn man sich mal beraten ließ.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich will Dich nicht zu etwas überreden das Du nicht willst. Wollte eben nur nochmal meine Meinung dazu äußern.

Zitat:
Ich habe habe lange zum Hl. Antonius für einen Mann gebetet..

Das kannst Du natürlich auch gerne weiterhin tun.
Ich dachte allerdings immer wir sollen zu Gott beten.

Wünsch Dir alles Liebe
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Giulia_ hat folgendes geschrieben:
obwohl ich gestehen muss, dass ich ihm die Dinge schon gerne gesagt hätte, die mich verletzen und stören. Wenn sich jemand so toll vorkommt, hat man doch auch das Bedürfnis, ihm zu zeigen, dass er gar nicht so grandios ist.


Natürlich, Giulia. Man möchte es sagen und erklären, WIE weh das tut, aber diese Menschen haben null Mitgefühl und überhaupt keine Empathie, die werden nur immer böser, je mehr du ihnen sagst, wie sie sind.
Man kann sie mit nichts erreichen.

Zitat:
Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass er böse wird oder mich zerstören würde.


Ja, lach, das hätte ich von ein paar Männern auch mal gesagt, aber nach 30 Jahren Narzissmuserfahrung sehe ich das anders. Aber ich rede von Beziehungen, die über Jahre gingen, nach fünf Jahren sieht das dann anders aus....

Zitat:
Das ganz sicher nicht. Ich glaube nur, er würde alles versuchen mich zu halten und es mir damit schwer machen, weil ich ja selber eigentlich wankelmütig bin. Ich wollte doch so gerne heiraten und Kinder. So viel Zeit habe ich nicht mehr. Wenn man mal dreißig ist, dann rennt die biologische Uhr. Klingt blöd, ich weiß das selber, ist aber so.

Du bist doch auch ein gläubiger Mensch?
Du kennst den Plan für dein Leben nicht. Und ich kenne eine Frau, die hat mit 42 das erste Kind bekommen und mit 44 das zweite, ganz ohne Probleme.

Zitat:
Ich finde es schrecklich, aber du hast, glaube ich, recht. Diese Passage, die zu zitierst

Das ist auch schrecklich. Vor allem, so fallen gelassen zu werden, so übersehen und ignoriert. Es ist sehr schwer, sich da innerlich wieder hin zu stellen, aber es war nur eine kurze Zeit, da kannst du von Glück reden.

Ich hab bis jetzt einen körperlichen Schaden aus der letzten Beziehung, vom seelischen mal ganz zu schweigen.

Zitat:
trifft nicht nur auf ihn zu, sondern auch auf mich. Ich neige sehr dazu mich anzupassen und er dazu sich groß zu machen.

Ja, ist bei mir auch so, das sind die zwei Seiten einer Medaille und die Medaille heißt: zu wenig Liebe für sich selbst.

Zitat:
Bin ich also auch so narzistisch gestört und zwei haben sich gefunden, oder? Er ist der grandiose und ich die depressive, obwohl ich ganz und gar nicht depressiv bin, eigentlich eher heiter.

Ja, man wird erst durch diese Begegnung depressiv. Und wenn du dann ganz unten bist, geht er mit einem A...tritt und vögelt die Nächste.

Und die Depressionen können sich dann über Jahre hinziehen.

Es ist gut, wenn du dich sehr mit diesem Thema befasst, damit du für die Zukunft diese Struktur erkennst. Ich kann dir da ein Buch sehr empfehlen:

Die Masken der Niedertracht

http://www.amazon.de/Die-Masken-Nie.....che-dagegen/dp/342336288X


Zitat:
Ach Mist, ich bin so traurig.

Ja, es ist echt furchtbar, man fühlt sich so null und nichts nach so einer Behandlung.

Zitat:
Meinst du? Das Gefühl habe ich über-haupt-nicht. Ich habe das auch anders gelesen. Da steht etwas von tiefen Minderwertigkeitsgefühlen, nicht von Selbsthass. Woraf beziehst du dich?

Der Selbsthass ist sehr tief verdrängt. Die Minderwertigkeitsgefühle sind Ausdruck des Selbsthasses. Der Hass kommt mit der Zeit hoch, wenn man eine tiefere Beziehung hat, aber sie wendet sich immer gegen das Du, der Hass wird vollständig auf die Partnerin projiziert.

Zitat:
Hast etwa ähnliche Erfahrungen mit einem Mann gemacht? Du schreibst sehr sicher und überzeugend.

Ja, so 30 Jahre jetzt, es gab eine Entwicklung von sehr körperlicher Gewalt hin zu völlig subtiler psychischer, was noch viel schlimmer ist.
Deshalb das Buch, es ist sehr aufschlussreich.


Alles Gute dir. Es ist sehr schwer, aber du kannst dich damit trösten, dass es so schnell ging und wenig Folgen hat. Ich hab ein Kind von einem solchen Mann, das zieht andere Folgen nach sich...
Giulia_ hat folgendes geschrieben:

Ja, ich bin gläubig. Ich habe habe lange zum Hl. Antonius für einen Mann gebetet und als ich dann meinen Freund kennengelernt habe, war das für mich die Erhörung meiner Gebete. Deshalb fällt es mir doppelt schwer mich zu trennen, weil ich doch dachte, was für ein Geschenk!


Auf eine für dich im Moment noch schwer zu erkennende Art ist es auch ein Geschenk, den Gott lässt dich erkennen, wo es dir an Liebe für dich mangelt und ohne diese Liebe für dich kannst du keinen Mann anziehen, der gut zu dir ist.

Außerdem wirst du durch den Schmerz und die darauf folgende Einsamkeit näher zu Gott kommen und eine tiefere Beziehung zu Gott erleben. Diese wiederum wird deine künftige Beziehung zu einem Mann vertiefen.


Zitat:
Er mag mich wohl doch schon sehr, sonst würde er es nicht aufschieben wollen, oder?


Nein, er mag dich nicht, er tut nur so, aber er ist abhängig von dir, aber nur, solange er kein anderes Opfer gefunden hat. Was glaubst du, wie schnell der weg ist, wenn er eine andere findet, die er aussaugen kann? Und dann bist du erst richtig fertig. Geh gleich, dann ist er wenigstens alleine.

Zitat:
Vielleicht meint er die ganzen Sachen ja auch nicht so böse, wie ich sie empfinde.

Er weiß nicht, wie böse er ist, erstens und zweitens weiß er nicht, was er tut, er handelt unbewusst aus verdrängter Selbstablehnung, so wie du auch.

Zitat:
Ich bin jetzt auch nicht mehr so sicher, ob ich wirklich Schluss machen soll. Jetzt da ich an alle diese Gebete denke. Es ist ja auch nicht so, dass meine Liebe verschwunden ist. Nur er ist so komisch eben. Er dreht bei vielen so auf wie bei mir. Er will jedem gefallen, nicht nur mir. Das macht mich stutzig. Ich flirte doch auch nich mit anderen Männern, schon gar nicht, wenn er dabei ist. Das macht man doch nicht, wenn man jemanden liebt.


Für ihn ist es egal, von wem die Anerkennung kommt, am Besten von allen....du wirst gehen, wenn nicht jetzt, dann später, aber es wird mehr weh tun, je länger du wartest.

Ich empfehle dir das Buch, es hilft dir sehr, seine Struktur und deine zu verstehen.

Und ich empfehle dir, dich sehr eng mit Gott zu verbinden, um weitere Fehler zu verhindern.

Stell dir vor, du wärest dein Kind. (Das ist eine gute Methode, um Abstand zu sich zu gewinnen), und dann frage dich, ob du für dein Kind wollen würdest, so behandelt zu werden.

Liebe Grüße
Giulia_ hat folgendes geschrieben:
Ja, ich bin gläubig. Ich habe habe lange zum Hl. Antonius für einen Mann gebetet und als ich dann meinen Freund kennengelernt habe, war das für mich die Erhörung meiner Gebete.


linde hat folgendes geschrieben:
Ich dachte allerdings immer wir sollen zu Gott beten.


Ich glaube Giulia_ hat mit ihren Gebeten "zum" Hl. Antonius nicht in Frage gestellt, dass sie Gott als einzig Anbetungswürdigen anbetet.

Man kann das Gebet "zu" einem Heiligen durchaus als Wunsch sehen, das eigene Gebet zu Gott in einen bestimmten Konnex zu stellen, wobei man sich natürlich erhofft, dem Gebet eine besondere Kraft zu verleihen. Ganz so, wie wenn man hofft, dass das gute eingelegte Wort eines verdienten Menschen für ein eigenes Anliegen bei einem Mächtigen etwas bewirkt. Darum ist ja z.B. die Bitte der heiligen Jungfrau Maria etwas ganz Wichtiges, weil wir als katholische Christen Glauben, dass sie für Jesus eine ganz besondere Bedeutung hat. Weil das so ist endet jedes Gebet "zu" ihr immer bei Jesus Christus, also bei Gott. Das gilt auch für alle Heiligen. Man bittet um deren Fürsprache bei Gott. Die Heiligen sind also sozusagen "Trägermedium" des Gebets, geben ihm einen besonderen Sinnzusammenhang.

Weil ich gerade etwas über den Hl. Antonius lese, der ja als Nothelfer gilt, wenn man etwas Wichtiges sucht, fällt mir etwas aus meinem eigenen Leben ein: Ich war vor ein paar Wochen mit meinen Kindern in einem Park mitten in einem größeren Waldgebiet und wir sind dort einige Stunden herumspaziert, haben gespielt, sind geklettert, querfeldein gegangen, Füße in einem Teich gebadet etc. Auf einmal kündigt sich ein Gewitter an und ich will mit ihnen natürlich am schnellsten Weg zum Auto, das in der Nähe des Waldes geparkt war. Dann der Schock - Autoschlüssel weg. Mitten im Wald im Gewitter ohne Möglichkeit nach Hause zu kommen (Taxi hätte wohl sehr lang gebraucht, dorthin zu finden und wäre schweineteuer geworden, nächste Busstation 30 min zu Fuß...). Da habe ich den Heiligen Antonius ziemlich verzweifelt angerufen. Auf einmal stellt sich ein Gefühl ein, wo ich bei den ca. 10000 Möglichkeiten, wo ich nachschauen könnte anfangen soll. Ich gehe über eine Fußballwiese retour, wo ich mit meinem Sohn Fußball gespielt habe, dann einen Abhang zu einem Bach hinunter, wo ich den Ball einmal hinausgefischt habe, als wir ihn verschossen hatten - und siehe da, neben dem Gewässer liegt halb verborgen auf der dunklen Erde mein Autoschlüssel. Das war ein derartiges erlösendes Gefühl nach dem Schrecken...

Nenne es Zufall, nenne es Glück. Ich glaube fest daran, dass hier mein Gebet "zum" Hl. Antonius von Gott erhört wurde.

@Giulia_

Anselm Grün hat ein Buch über die Heiligen geschrieben und wie man sie in sein Leben miteinbeziehen kann, gerade in schwierigen Situationen. Vielleicht findest du dort etwas, was dir weiterhilft!

http://www.amazon.de/F%C3%BCnfzig-H.....n-entdecken/dp/3451052881